Durch ihr Netz von Agenten und Informanten hatten sie oft die Nase vorn. Das galt auch bei der Spekulation auf den Ausgang einer der bekanntesten Schlachten der Weltgeschichte. Lesen Sie die wahre Geschichte der jüdischen Dynastie in der Biografie Die Rothschilds von Egon Caesar Conte Corti. Hier mehr erfahren.

    Lesen Sie auch Teil 1: „Geschäfte in der Judengasse“.

    Unter Amschel oder Anselm, wie er sich auch nannte, wurde M.A. Rothschild & Söhne zur führenden Bank für Staatsanleihen im deutschen Raum. Nathan gründete 1808 in London das Bankhaus N.M. Rothschild & Sons, Salomon ging 1818 nach Wien, Kalman, der später als Carl Mayer von Rothschild geadelt wurde, zog nach Neapel, während Jakob, der sich fortan James nannte, nach Paris ging.

    Während der Frankfurter Zweig kurz nach dem Tod des kinderlosen Anselm an Bedeutung verlor und die Bank liquidiert wurde, stieg Salomon in Wien zum führenden Staatsfinanzier Österreichs auf. Dabei kam ihm zugute, dass die Frankfurter Rothschild-Bank dem österreichischen Staatskanzler Fürst Metternich hohe Darlehen und Kredite für die Sanierung des Staatshaushaltes gegeben hatte, was eine lebenslange Partnerschaft zwischen den Rothschilds und dem bis 1848 überaus mächtigen Politiker begründete.

    Im Laufe der Revolutionswirren jenes Jahres verhalf der inzwischen ebenfalls geadelte Salomon Metternich zur Flucht und ging selbst nach Paris. Sein Sohn Anselm führte die Geschäfte in Wien weiter und gründete 1855 die Creditanstalt, die schon bald zur größten Aktienbank Österreichs aufstieg. Nach seinem Tod 1874 übernahm Sohn Albert die Führung der Institute und war als Generalrat der Österreichisch-Ungarischen Bank die Schlüsselfigur des gesamten Finanzwesens in der Donaumonarchie.

    Nathan Rothschild. Foto: Public domain, Wikimedia Commons

    Das Schmuggler-Netz

    Der große Durchbruch gelang den Rothschilds allerdings in Frankreich und England. Von Paris und vor allem London aus errichteten sie ein weltumspannendes Finanzimperium mit einem ausgeklügelten Informationsnetz, das ihnen stets einen entscheidenden Vorsprung gegenüber ihren Mitbewerbern sichern sollte.

    James und Nathan betrieben während der britischen Kontinentalsperre ab 1806 Schmuggelgeschäfte, 1817 übernahm James die Forderungen der britischen Regierung an den wiedereingesetzten französischen König Ludwig XVIII., der sich im Exil 200.000 Pfund von Nathan geliehen hatte.

    Als führende Figur im Anleihegeschäft konnte er sich eine beispiellose Machtposition schaffen, insbesondere in der Zeit von 1830 bis 1848, als sein alter Freund und Kunde, der Herzog von Orléans, König von Frankreich wurde, und er damit unbeschränkten Zugang zum Hofe erhielt.

    Nathans Aufstieg in London vollzog sich ähnlich rasant. Zunächst investierte er 300.000 Pfund, die Kurfürst Wilhelm I. seinem Vater anvertraut hatte, in britische Staatsanleihen und spekulierte damit auf Gold. Grundlage war ein System von Informanten und Helfern, das er mit seinem Bruder James zuvor für den Schmuggel geschaffen hatte und ihn nun mit Nachrichten versorgte.

    Durch dieses nahezu perfekte Kurier- und Spionagenetz, das sich über ganz Europa erstreckte, erfuhr Nathan in London noch vor dem englischen Premierminister Robert Jenkinson von der vernichtenden Niederlage Napoleons gegen die Briten und Preußen am 18. Juni 1815 bei Waterloo.

    Er nutzte dieses exklusive Wissen für einen riesigen Spekulationscoup, obwohl er vorher auf einen Sieg des Korsen gesetzt hatte: In Windeseile verkaufte er an der Londoner Börse den Großteil seiner Aktien, was ihm viele Anleger gleichtaten, da man davon ausging, dass er als stets gut informierter Finanzmann Nachrichten über eine englische Niederlage bekommen hätte.

    Als die Kurse infolge dieses Bluffs stark abgesunken waren, kaufte er die Papiere wieder auf und wurde über Nacht einer der reichsten Männer Großbritanniens.

    Lesen Sie demnächst im dritten Teil, wie die Rothschilds den Zionismus förderten.

    In seiner Biografie Die Rothschilds zeichnet Egon Caesar Conte Corti Aufstieg, Blütezeit und Erbe der erfolgreichsten Finanzdynastie aller Zeiten nach. Das Buch enthält nicht nur zahlreiche Originalaussagen von Zeitzeugen, sondern auch einzigartige historische Quellen, da Corti Zugang zu Privatarchiven hatten, die anderen verschlossen blieben. Die wahre Geschichte der Rothschilds. Hier bestellen.

    7 Kommentare

    1. Meines Wissens hatten die schon die Finger IN der franz. Revolution und den Vorereignissen, die dazu führten am franz. Hof.

    2. Theodor Stahlberg an

      Eine toxische Sippe – hier https://www.brandslex.de/markenlexikon/cover/r/markenlexikon-rothschild – ist nachzuverfolgen, wie sie sich im Einzelnen ausgebreitet hat. Ich würde noch die Bankhäuser HSBC und GoldmanSachs hinzufügen welche die aktuelle globalistische Tyrannei antreiben … Wer kann, wo’s passt – ALLE BOYKOTTIEREN !!!

    3. heidi heidegger an

      ähem, zur Kenntnisnahme&Ergänzung quasi: die Gesellschaft der Freunde war von 1792 bis zu ihrem Verbot 1935 ein jüdischer Hilfsverein in Berlin. Seine Mitglieder unterstützten sich gegenseitig in Fällen von Armut, Arbeitslosigkeit, Krankheit und Tod. Zunächst war die Gesellschaft eine Organisation aufklärerischer Junggesellen, die sich aktiv in tagespolitische Auseinandersetzungen, beispielsweise um die „frühe Beerdigung“, einmischte. Um 1820 wandelte sie sich. Sie wurde zum kulturellen Zentrum der jüdischen Gemeinde und zum wichtigsten Verein des Berliner Judentums, geleitet von angesehenen und wirtschaftlich erfolgreichen Persönlichkeiten. Ihren Sitz hatte sie zu jener Zeit auf dem eigenen Grundstück im Berliner Stadtzentrum, Neue Friedrichstraße 35, unweit des Alexanderplatzes und der Synagoge Heidereutergasse.

      Ab 1880 zog sich der Verein aus der Öffentlichkeit zurück und wurde zum informellen Zentrum der Führungskräfte der in Berlin ansässigen Privat- und Aktienbanken, Verlagshäuser, Chemie-, Elektro- und anderer wichtiger Unternehmen. In der Zeit der Weimarer Republik kam es zu einer steigenden Beitrittszahl von Mitgliedern ohne jüdischen Hintergrund.