„Logen, Magier & Geheimbünde“: Was die „Bild“-Zeitung verschweigt – Teil 3: Jüdische Kabbala und B’nai B’rith

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Mit mit ihrer aktuellen Reihe „Logen, Magier & Geheimbünde“ will die Bild-Zeitung angeblich Hintergründe von okkulten Gesellschaften offenbaren, die sonst selten ans Licht der Öffentlichkeit gelangen. Doch schon die Beiträge über Freimaurer und Rosenkreuzer waren ziemlich dünn und ließen eher wichtige Informationen unter den Tisch fallen, als dass sie zur Aufklärung beigetragen hätten. Wir haben dazu bereits hier und hier die notwendigen Ergänzungen und Richtigstellungen gebracht. Mit der Kabbala hat das Boulevardblatt im dritten Teil seiner Serie scheinbar ein besonders heißes Eisen angerührt. Doch was der Leser erfährt, ist bestenfalls lauwarm. Lesen Sie bei uns, was sich Bild nicht zu schreiben traut – auf der Basis unseres umfassenden Nachschlagewerks COMPACT-Spezial „Freimaurer. Die Verschwörungen eines Geheimbundes“.

Titelbild der Zohar, einer der wichtigsten kabbalistischen Schriften aus dem 13. Jahrhundert. | Bild: CC0, Wikimedia Commons

Hollywood-Größen wie Leonardo DiCaprio, Demi Moore und Gwyneth Paltrow schwören darauf, und auch Popstars wie Madonna und Britney Spears haben sich dazu bekannt. Die Rede ist von der Kabbala – einer jüdischen Geheimlehre, die vor allem mit Zahlenmystik arbeitet und deren Wurzeln in der Tora, der Heiligen Schrift des Judentums, liegen. Über die Jahrhunderte haben allerdings auch andere Einflüsse Eingang in die Kabbala gefunden, darunter gnostische und neuplatonische Elemente.

In seinem Artikel vom 19.2.2020 schreibt Bild-Reporter Hannes Kohlmaier: „Die Kabbala ist die Lehre der jüdischen Mystik. Die Anhänger glauben, durch magische Zeremonien mit himmlischen Wesen in Kontakt treten zu können.“ Er hat eine Versammlung von deutschen Kabbalisten besucht und sich ihre geheimen Ritualgegenstände zeigen lassen, doch bei der Anrufung der Erzengel wollten sie ihn nicht dabei haben.

Was wirklich hinter dem okkulten Mummenschanz steckt, erläutert Matthias Pöhlmann, der Weltanschauungsbeauftragte der Evangelischen Kirche: „Ziel ist, dass der Mensch sich seiner Göttlichkeit bewusst werden soll und dies auch magisch erreichen kann. Es ist also auch die Idee, dass der Mensch selbst zum Gott wird.“

Das erinnert stark an die Gedankenwelt, die auch unter Freimaurern gepflegt wird. Und in der Tat findet sich Kabbalistisches auch in den Logen wieder. Was die Bild-Zeitung ihren Lesern verschweigt, schreibt unser Autor Michael Kumpmann in seinem Beitrag „In Salomos Tempel“ in COMPACT-Spezial „Freimaurer“. Dort kann man lesen:

Im Grunde kann man die Freimaurerei als eine Weiterentwicklung der Kabbala ansehen – der heute fast vergessenen mystisch gnostischen Tradition im Judentum. Das Gottesbild der Freimaurer ist das eines «großen Architekten des Universums» (schöpferisches Prinzip), was durch das große G in der Mitte von Winkelmaß und Zirkel symbolisiert wird. Der Buchstabe steht auch für Geometrie als Ausdruck höchster Ordnung.

Der «große Architekt» der Logenbrüder ist in seiner Definition fast identisch mit dem Ain Soph (auch En Sof oder Ein Sof) der Kabbala: Ein schöpferisches Urbewusstsein, das allmächtig ist und alles erschaffen, aber auch vernichten kann. Die Götter anderer Religionen sind nach kabbalistischer Lehre nur verstofflichte Formen dieses schöpferischen Prinzips, das mit Kreativität, aber auch Liebe, Freundschaft oder Moral gleichgesetzt werden kann. Ziel freimaurerischer Initiation (Einweihung) soll es sein, die Anhaftung an die stoffliche Realität zu überwinden, um dadurch, von Grad zu Grad, möglichst nah an das Urprinzip zu gelangen.

Ohnehin findet sich viel Alttestamentarisches in den Ritualen der Freimaurerei, die für Außenstehende ein Buch mit sieben Siegeln sind. Welche Allegorien und Metaphern die Logenbrüder benutzen und wofür sie stehen, kann man nicht in der Bild-Zeitung lesen, aber in COMPACT-Spezial „Freimaurer“.

Freimaurerische Initiation. | Bild: CC0, Wikimedia Commons

Autor Michael Kumpmann beschreibt in seinem Text „In Salomos Tempel“ das Aufnahmeritual der Freimaurer und klärt über die Hintergründe der Symbolik auf, die sich in den Logenräumen finden. Ein weiterer Auszug aus dem Artikel:

Die initiatorische Metapher der Freimaurer ist der Tempel Salomos: eine Schachbrettebene, vor der ein Sarg steht. Der Sarg symbolisiert das Memento mori – der Einzuweihende soll sich seiner Sterblichkeit gewahr werden –, das Schachbrett steht für das Gefangensein des Nichteingeweihten in der materiellen Welt, die durch die Initiationen in der Loge überwunden werden soll.

Auf diesem Feld stehen die salomonischen Tempelsäulen Jachin und Boas. Erstgenannte steht magisch für das solare, männliche Prinzip, Letztere für das lunare, weibliche Prinzip. Dazwischen steht eine dritte Säule, die die Vereinigung beider symbolisieren soll (Vater, Mutter, Kind). Über dem Tempel thront der große Architekt – die Metapher für Gott beziehungsweise das göttliche Prinzip, zu dem man über die sogenannte Jakobsleiter gelangt

Emblem von B’nai B’rith. | Bild: Archive of Jewish Community, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Was viele nicht wissen – und auch von Bild nicht erfahren: Es gibt sogar eine rein jüdische Logenverbindung, den 1843 im Wall-Street-Viertel New Yorks gegründeten United Order of B’nai B’rith (U.O.B.B.).

„Im B’nai B’rith vereinigten sich staatenübergreifend führende Medienzaren, Bankiers, Politiker, Diplomaten, Verleger und Zeitungsmagnaten. Kommunisten wie millionenschwere Kapitalisten, Gewerkschaftsführer wie Arbeitgeber reichten sich hier die Hand“, schreibt Geheimgesellschafts-Experte Wolfgang Eggert in seinem Beitrag „Söhne des Bundes“ in COMPACT-Spezial „Freimaurer“.

Weiter kann man dort lesen:

Offiziell wird ein Zusammenhang zwischen dem U.O.B.B. und der herkömmlichen Freimaurerei abgestritten, manche Forscher mutmaßen jedoch, dass die Schotten- und die jüdische Maurerei ihr Vorgehen seit jeher aufeinander abstimmen. Es gibt jedenfalls ein Dokument vom 12. September 1874, das eine solche Verbindung nahelegt – und das für B’nai B’rith von Armand Lévy und für die «schottische» Seite von keinem Geringeren als dem US-amerikanischen Ritusbegründer Albert Pike unterzeichnet wurde.

In dem in Charleston, South Carolina, geschlossenen Vertrag – von den Beteiligten «Konkordat» genannt – heißt es: «Das Oberste Dogmatische Direktorat der Universellen Freimaurerei erkennt die Jüdischen Logen an, so wie sie derzeit in den wichtigsten Ländern bestehen. Das zentrale Hauptquartier des B’nai B’rith wird sich in Hamburg befinden, und die souveräne Körperschaft wird den Titel einer Obersten Patriarchalischen Versammlung führen. Das Geheimnis des bestehenden Bündnisses wird strengstens von jenen Mitgliedern der Hochgradfreimaurerei, denen gegenüber das Oberste Dogmatische Direktorat es für angebracht hält, es zu eröffnen, gewahrt werden.»

Doch warum kam es überhaupt zur Gründung einer Loge, die nur Personen jüdischen Glaubens offensteht? Welchen Einfluss nahm die Vereinigung auf die Politik – und wie gestaltet sich die „Aufgabenteilung“ zwischen den herkömmlichen Freimaurerlogen und B’nai B’rith. Diese und viele weitere Informationen, die Sie weder in der Bild noch in anderen Mainstream-Gazetten lesen, bietet Ihnen COMPACT-Spezial „Freimaurer. Die Verschwörungen eines Geheimbundes“. Eine spannende Lektüre, die einem die Augen öffnet und wirklich Hintergründe offenbart, die sonst kaum ans Licht der Öffentlichkeit gelangen.


Geballtes Wissen auf 84 Seiten: COMPACT-Spezial „Freimaurer“ mit den Kapiteln „Logenbrüder“ (über die Ursprünge, Rituale und geheimen Mysterien der Freimaurerei), „Abtrünnige“ (über Illuminaten, Rosenkreuzer, B’nai B’rith, Skull & Bones, Rotarier & Co.), „Revolutionen“ (über den freimaurerischen Einfluss auf die größten Umwälzungen der Weltgeschichte“) und „Verbrecher“ (über die bekanntesten Schurken im Schurz) können Sie HIER oder durch einen Klick auf das Bild oben bestellen.

*** Teil 1 unserer Aufklärungsreihe zum Thema Freimaurerei finden Sie HIER. ***
*** Teil 2 unserer Aufklärungsreihe zum Thema Rosenkreuzer und Illuminaten finden Sie HIER ***

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Über den Autor

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Daniell Pföhringer, Jahrgang 1973, stammt aus Bayern, wuchs in Hamburg auf und studierte dort Politikwissenschaft, Soziologie und Kulturwissenschaften. Seit Oktober 2017 ist er Redakteur von COMPACT-Magazin und betreute federführend diverse Sonderausgaben wie COMPACT-Spezial „Finanzmächte“, „Politische Morde“ oder „Tiefer Staat“.

1 Kommentar

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    DerSchnitter_Maxx am

    Diejenigen, welche sich in und hinter Geheimbünden verstecken und irgendwelche, hinterfotzigen, Dinge auszubaldowern um stets, ggü. Anderen, im Vorteil sein zu können … sind bemitleidenswerte, armselige und erbärmliche Gestalten – und sonst nichts !!! 😉

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