Widerspruch bei Organ-„Spende“: Gesundheitsminister zückt die Moralkeule

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Kurz vor der möglichen Verabschiedung seines umstrittenen Gesetzes zieht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) alle Register, um sein Lieblingskind, die Widerspruchslösung bei der Organspende, in trockene Tücher zu zurren (COMPACT berichtete mehrfach). Von Moralkeule über nationale Ohrfeige bis hin zu Maniulationsklatsche reicht sein Arsenal, mit dem er die noch rund 200 unentschlossenen Abgeordneten auf Kurs bringen will. Kommenden Donnerstag sollen sie seinen Beschluss absegnen.

Die allermeisten „europäischen Freunde“, allen voran Spanien und Kroatien, hätten mit der Widerspruchslösung „sehr gute Erfahrungen“ gemacht. Dort sei „die Bereitschaft zu geben die Regel, nicht wie bei uns in Deutschland die rühmliche Ausnahme“, führt Spahn in einem Brief die offensichtlich für ihn vorbildhafteren Nachbarstaaten ins Feld, denen Deutschland eben dieses wohl nicht überlassen soll. Auch an den Intellekt und die Courage der Abgeordneten appelliert er: Es gehe bei der anstehenden Entscheidung im Bundestag um eine „kluge Abwägung“. Er wünsche sich, „dass wir dabei den Mut finden, den großen Schritt zu wagen“, so der Gesundheitsminister in seinem gestrigen Schreiben an die Abgeordneten des Bundestags, das dem SPIEGEL vorliegt.

Darin äußert er gleichfalls die „ersthafte Sorge“, dass „allein mehr Ansprache, Aufklärung und Information“ nicht reichten, wie die Realität lehre: Trotz zahlreicher Kampagnen seien die Spendenzahlen 2017 auf einen Tiefpunkt gesunken. Was nicht zuletzt auf dem Widerstand der Bevölkerung beruhen dürfte, die, solcherart entmündigt und entrechtet, mit entsprechender Haltung reagiert. Hinzu kommen zahlreiche Skandale rund um die Organspende: In Göttingen, Regensburg, München und Leipzig etwa sollen Mediziner Krankenakten gefälscht, Wartelisten-Betrug begangen haben, um ausgewählte Patienten bevorzugt mit Spenderorganen zu versorgen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Von Manipulationen der Krankenakten ist die Rede, von Fälschungen, von Vernichtung einzelner Patientendaten, und in Bremen gar wurde ein Mensch OHNE die vorgeschriebenen Untersuchungen für hirntot erklärt. Erst in letzter Minute, kurz vor der Entnahme seiner Organe sein Bauch war bereits geöffnet fiel auf, dass der Nachweis für seinen Hirntod fehlte. Überdies führten Zweifel an der korrekten Diagnose, Fragen zur Definition von Hirntod, ethische Bedenken und Berichte über schockierende Erfahrungen von Angehörigen, die Mutmaßung, als Ersatzteillager missbraucht zu werden, zu einem starken Rückgang der Bereitschaft für eine Spende. Die ohnehin diesen Namen nicht verdient, sollte Spahn sein umstrittenes Gesetz durch den Bundestag bringen.

Auch die beiden großen Kirchen kritisieren seine Widerspruchslösung: Mitte Dezember meldeten sie in einem gemeinsamen Brief an die Bundestagsabgeordneten „erhebliche rechtliche, ethische und seelsorgerische Bedenken“ an und warnten „eindringlich vor einem solchen Vorgehen, denn der Staat würde damit tief in den Kernbereich der menschlichen Existenz und Würde eingreifen“. Organspende müsse ein Akt der Nächstenliebe bleiben. Überdies widerspreche eine solche Regelung dem deutschen Medizinrecht, das bei jedem Eingriff die ausdrückliche Zustimmung des Patienten fordere. 

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8 Kommentare

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    Da beneidet man wirklich seine Vorvorderen, die vor 1970 gelebt haben und in diese Zwangslage nie gekommen sind! Ich erinnere mich noch, wie mein Großvater getobt hat, daß man damit anfing Körperteile zwischen Personen zu verpflanzen, er lehnte diese Maßnahmen grundsätzlich als unethisch und unmedizinisch ab. (1969!) Einige Personengruppen lehnen schon die Übertragung von Blut ab und werden von der Gesundheitsindustrie dann als "verrückt" eingestuft und deren Wünsche grundsätzlich ignoriert! Dabei hat die Durchseuchung mit Aids durch Blutübertragungen mal einen Nachteil dieser Maßnahme aufgezeigt. Die gehen davon als selbstverständlich aus, daß jeder möglichst 90 werden möchte – mit allen Nachteilen, aber das freut auch die Geldwirtschaft mit entsprechenden "Altersvorsorgeangeboten". Und am Liebsten möchte man jeden dazu verpflichten; denn nachdem man fast alle Industrieen platt gemacht hat, scheint die "Gesundheitsindustrie" die einzige zu sein, die noch floriert. Und die wächst um so besser, je mehr – von Natur aus – nicht Überlebensfähiges möglichst lange am Leben gehalten wird.

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    Der Dummschwätzertod am

    Mit Verlaub, Herr xxx Spahn, Sie und Ihr nichtsnutziges xxx sind es, welche dem deutschen Volk das bisher minimale Persönlichkeisrecht auf freie Selbstbestimmung noch völlig entziehen wollen, aber da spielen wir nicht mit, CDU- Genosse xxx!

    Keine Organspende für Satanisten, xxx und sonstiges hochwohlebiges xxx, was diese Gesellschaft nur abgezockt und gespalten hat!!

    Mein Wort darauf Spahnferkel!!

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    Jede Organspende wird am lebenden Körper vollzogen. Im Spendenausweis steht im verstorbenenem Zustand, dies ist eine offizielle Lüge und das sollte auch jeder wissen. Denn ein totes Organ ist unbrauchbar! Jeder der sich gern foltern lässt kann diesem Sadismus zustimmen.
    Der Grünspan sollte sich doch mal die nicht vorhandenen Eier entnehmen lassen, vielleicht kommt Licht ins Spatzenhirn.

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    Jeder hasst die Antifa am

    Bei manchen von diesem Politikerpack wäre eine Gehirntransplantation angebracht.

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    Heinrich Wilhelm am

    Fachminister dürfen in der BRD schon seit längerer Zeit von ihren Fach keinen blassen Schimmer haben.
    Was keift denn dieser Geschwätzwissenschaftler(in?) so herum? Fehlt dem ein Organ, oder was?
    Der Sinn seiner Bemühungen ist doch schiere Profilsucht, weil er gegen AKK nicht anstinken konnte.

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    Tote können keine Organe "spenden".

    Organe können nur aus einem lebenden Organismus entnommen werden. Der Körper stirbt also erst, wenn die Organe entnommen werden. Damit ist die Entnahme der eigentliche, unwiederbringliche Akt der Tötung.

    Der Begriff hirntot wurde erst erfunden, um Organtransplantationen zu ermöglichen.

    Das Schlimmste: Es hat Fälle gegeben, in denen ein diagnostiziert "Hirntoter" wieder erwacht ist.
    Auch sollte es zu denken geben, dass "Hirntote" unter Narkose gesetzt werden, bevor sie ausgeweidet werden.

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    Nach der finanziellen Entreicherung (TEuro, Nullzinspolitik usw.), drohenden Zwangsenteignungen bei Grundbesitz, kommt jetzt die staatliche Enteignung, der Verlust auf den eigenen Körper auf uns zu.

    Nach dem weltweiten Klimageschäft wird ein neues Geschäftsfeld installiert.

    Es grüßen vorab schon die ausgebeuteten Kobalt- und Lithiumminen.

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    Dieser weiteren Entmündigung durch diese Bürgerbekämpfer, werde ich niemals zustimmen.
    Hatte einen Spenderausweis. Wären diese gierigen Betrüger der Ärzteschafft entsprechend bestraft worden, z.B. mit lebenslangem Berufsverbot, Strafzahlungen die substantielll sind u.s.w. , könnte ich noch Vertrauen in den Staat haben.
    Solche Menschen , denen ich "absolutes Vertrauen" entgegen bringen muß, und diese schändlich mißbrauchen, können noch nicht einmal als Hilfspfleger eingesetzt werden.
    Diese Behandlung dieser Verbrecher, zeigt das Staatsversagen auf der ganzen Linie.
    Nun sollen die Bürger dafür weiter entmündigt werden.

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