Die Kampagne von Collien Fernandes ist in sich zusammengefallen, aber GEZ-Clown Jan Böhmermann versucht zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Welche Motive wirklich hinter dieser und anderen Inszenierungen stecken, analysieren wir im Dossier „Deepfakes und Männerhass“ in der druckfrischen Mai-Ausgabe von COMPACT-Magazin (Titelthema „Zions Höllenritt – Wie Netanjahu die USA in den Untergang reißt“). Hier mehr erfahren.

    Der mit unseren Gebührengeldern gepamperte Pseudo-Satiriker Jan Böhmermann hat ein Problem mit der Unschuldsvermutung. Die gilt selbstverständlich auch für den Schauspieler und Komödianten Christian Ulmen, der von seiner Ex-Frau der „virtuellen Vergewaltigung“ bezichtigt wird. Das ist jedermann klar, doch Böhmermann versucht mit flachen Witzen und haarsträubender Rabulistik den Spieß umzudrehen.

    Keine Ahnung, aber davon viel

    In der neuesten Ausgabe des ZDF Magazin Royale (17. April) arbeitet meint der GEZ-Clown die Zuschauer belehren zu müssen: „Die Unschuldsvermutung gilt für Angeklagte. Vor Gericht in Strafverfahren oder bei strafrechtsähnlichen Verfahren. Ohne Unschuldsvermutung kein Rechtsstaat. Die Unschuldsvermutung schützt Menschen vor falscher Verurteilung durch den Staat. Und sie ist zu Hause im Gerichtssaal.“

    Colliens Erzählungen

    Aber, so Böhmermann weiter: „Privatpersonen müssen nicht vermuten, dass jemand unschuldig ist.“ Dazu zitiert er den Juristen und Journalisten Ronen Steinke, der in einem Artikel für die Süddeutsche Zeitung schrieb: „Es macht (…) einen Unterschied aus, wer über die beschuldigte Person spricht: der Staat, die unabhängige Presse – oder Privatpersonen (…). Für Letztere gilt grundsätzlich, dass sie sich nicht an die Unschuldsvermutung halten müssen.“

    Dabei belässt es der gebührenfinanzierte Komiker allerdings nicht, denn schon im nächsten Satz zeigt er, dass er überhaupt keine Ahnung hat, wovon er redet. „Privat dürfen wir Schuld vermuten, wenn Schuld sehr nahe liegt“, so Böhmermann. Genau dieser Frage – also ob eine Schuld naheliegt oder nicht – widmen sich Staatsanwaltschaften und Gerichte, dies liegt nicht im Ermessen von Privatpersonen oder Fernseh-Blödlern.

    HateAid wieder am Start

    Um eine sorgsame Abwägung geht es Böhmermann natürlich nicht. „Wer im öffentlichen Diskurs, auf dem freien Markt der freien Meinungen lieber erstmal Unschuldsvermutung brüllt, ohne genau zu wissen, was das überhaupt ist und ohne sich wenigstens gedanklich mal mit den Belegen einer möglichen Schuld zu beschäftigen, dem geht es vielleicht um was ganz anderes“, so der TV-Clown, der Social-Media-Posts von Markus Lanz, Dieter Nuhr und Usern zeigt, die sich kritisch mit der Fernandes-Kampagne auseinandersetzen.

    Ulmens Anwälten wirft er vor, mit ihrem juristischen Vorgehen gegen „unzulässige Verdachtsberichterstattung“ (so die Formulierung aus einer Erklärung der Kanzlei Schertz Bergmann zum Initialartikel des Spiegel) Zweifel an der vermeintlichen Glaubwürdigkeit von Fernandes zu säen. Das ist schon mal falsch: Ulmens Anwälte machen einfach nur ihren Job.

    Männer am Pranger

    Böhmermann hingegen findet, dass man auch mal „über die Opfer sprechen“ müsse – als ob „Colliens Erzählungen“, so der Titel unserer großen Kampagnen-Analyse in COMPACT 5/2026 – nicht schon überall rauf- und runtergenudelt worden wären und sich – wie die Mai-Ausgabe von COMPACT ebenfalls dokumentiert – nicht schon zahlreiche Trittbrettfahrerinnen zu Wort gemeldet hätten.

    Doch der ZDF-Komiker selbst hat nur ein paar Sekunden für die vermeintlichen oder tatsächlichen Opfer übrig. „Zwei Drittel der jungen Menschen haben digitale sexualisierte Gewalt, sexuelle Beleidigungen oder Belästigung erlebt“, zitiert er aus einer Studie des Instituts für Öffentliche Gesundheit und erklärt, dass nur 2,4 Prozent der Frauen, die „digitale Gewalt“ erlebt hätten, dies auch zur Anzeige gebracht hätten.

    Und wen präsentiert Böhmermann zum Thema Opferperspektive? Die beiden Geschäftsführerinnen von HateAid – also jener NGO, die die Fernandes-Kampagne orchestriert und begleitet hat! Das war tatsächlich der größte Witz in der ganzen Sendung, auch wenn es nicht als Witz gemeint war.

    Ein totes Pferd wird gesattelt

    Was Böhmermann und HateAid mit dieser ziemlich sinnlosen Ausgabe von ZDF Magazin Royale bezwecken, dürfte klar sein: Sie versuchen zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Die Fernandes-Kampagne ist nämlich binnen kürzester Zeit in sich zusammengebrochen – und Böhmermann entpuppt sich als williger Helfer, um dieses tote Pferd wieder zu satteln.

    Fall Fernandes: Spanisches Gericht winkt ab

    Selbst das Gericht in Palma de Mallorca, auf das Fernandes ihre ganze Hoffnung setzte, ist die ganze Brühe offenbar zu dünn, hat sich kurzerhand für nicht zuständig erklärt und die gesamten Akten an die deutsche Justiz übergeben. Nun liegt der Fall nur noch bei der Staatsanwaltschaft Potsdam, wo das Ex-Paar vor seinem Umzug nach Mallorca lebte. Experten vermuten allerdings, dass der Fall auch dort bald zu den Akten gelegt werden könnte.

    Collien macht weiter

    Fernandes ficht das nicht an. Nach der Böhmermann-Sendung wurden die sozialen Medien erwartungsgemäß von einem neuen Shitstorm geflutet. Doch Collien macht munter weiter und gibt sich redlich Mühe, das tote Pferd noch tiefer in den Schlamm zu reiten.

    „Diese Schmierenkampagne zur Durchsetzung der Klarnamenspflicht und der digitalen Identität ist mit einem Wort erklärt: Erbärmlich“, heißt es in einem Kommentar auf Instagram. Darauf antwortete Fernandes: „Weder Hate Aid noch ich sind für die Durchsetzung einer Klarnamenspflicht! Bitte anfangen, mit Fakten auseinanderzusetzen!“

    Den nicht unbegründeten Vorwurf „Wilde Behauptungen einer Ex-Frau! Ohne Beweise!“ versucht Fernandes wie folgt zu kontern: „Liegen alle dem Spiegel vor. Warum hat denn die Gegenseite nichts vorgelegt? Und warum glaubt man eigentlich dem, der gar nichts dazu sagen will, beziehungsweise Dinge sagt und dann (den Medien) den Druck dessen, was man erzählt hat, verbietet? Das wirkt auf dich glaubwürdiger?“

    Man merkt: Collien Fernandes steht mit dem Rücken an der Wand – und ihre Komplizen von HateAid und der SPD haben sich mit diesem Rohrkrepierer gründlich desavouiert. Für eine Entwarnung ist es jedoch zu früh. Denn die Kampagne hat einen neuen Männerhass entfacht, der den Kern des gesellschaftlichen Zusammenhalts – die Verbindung von Mann und Frau in der Ehe, die Familie – frontal angreift.

    Was steckt wirklich hinter der Kampagne von HateAid und Collien Fernandes? Und was haben #MeToo 2017, die Affäre um Johnny Depp und Amber Heard 2022 und die Vorwürfe gegen Rammstein-Frontmann Till Lindemann vom Sommer 2023 damit zu tun? Die Antworten finden Sie im Dossier „Deepfakes und Männerhass“ in der Mai-Ausgabe von COMPACT-Magazin. Jetzt ganz neu! Hier bestellen.

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