Zwei Monate nach den Ostersonntags-Ausschreitungen des Goman-Clans rücken Einsatzkräfte in Leverkusen zu Razzien aus. Damals wurden Polizisten schwer verletzt. Jetzt machen die Beamten ernst! Thilo Sarrazin legt nach: Seine überarbeitete Neuausgabe «Deutschland schafft sich ab – Die Bilanz nach 15 Jahren» sorgt für Furore. Hier mehr erfahren.

    Leverkusen. Es war Ostersonntag, der 5. April, als eine Feier in der Uhlandstraße eskalierte. Rund 120 Personen hatten sich in den Räumen der Shisha-Bar «Views» in Opladen versammelt: Angehörige des berüchtigten Goman-Clans, einer Roma-Großfamilie, seit den 1960er Jahren in der Stadt ansässig. Die Polizei erschien wegen Lärmbelästigung, ermahnte und zog ab.

    Als die Beschwerden nicht aufhörten, kehrten die Beamten gegen 23 Uhr zurück. Was folgte, war eine regelrechte Straßenschlacht. Flaschen, Gläser und Stühle flogen durch die Luft, die Clan-Anhänger gingen auch aufeinander los. Eine 29-jährige Polizistin verlor mehrere Zähne und erlitt Verletzungen am Kiefer, ein Kollege brach sich den Unterarm. Erst 150 Beamte brachten die Nacht zur Ruhe. Der Einsatz endete erst um 6:25 Uhr am Morgen.

    Die Sippe von der Uhlandstraße

    Der Goman-Clan stammt ursprünglich aus Polen und hatte sich seit 1959 in Westdeutschland niedergelassen. Heute lebt der Großteil der Roma-Familie in Leverkusen. Geldwäsche, Falschgeld, Enkeltrick: die Akte der Gomans füllt Regalmeter. Seit Jahren sind Ladendiebstähle fester Bestandteil des Repertoires. 2018 durchsuchten Strafverfolgungsbehörden 70 Häuser und Wohnungen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Österreich. Drei Familienmitglieder wurden wegen Betrugs in Millionenhöhe zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Zuletzt hatte der Staat dem Clan Immobilien und Luxusautos im Wert von 1,3 Millionen Euro entzogen. Geholfen hat es wenig.

    Goman-Clan: Krawalle bei Familienfeier

    Im April hatte die Sippe die Freilassung von Clan-Chef Michael Goman gefeiert. Heute früh rückte die Polizei erneut an, auf Anordnung der Staatsanwaltschaft, die ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte eingeleitet hat.

    In Opladen und Küppersteg standen die Beamten vor drei Wohnungstüren. Im Fokus stehen drei Männer, 25, 26 und 35 Jahre alt. Sichergestellt wurden mehrere Mobiltelefone sowie verbotene Waffen: darunter ein Klapp- und ein Wurfmesser. Eine eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe hatte zunächst 22 Beschuldigte ins Visier genommen. Durch Zeugenaussagen und Bodycam-Aufnahmen konnten die drei Hauptverdächtigen identifiziert werden. Die Bar ist versiegelt. Die Rechnung noch offen.

    Leverkusen als Clan-Hotspot

    In der rheinländischen Großstadt ist nicht nur der berüchtigte Goman-Clan tätig, auch die Großfamilie Al Zein, deren Mitglieder ähnlich häufig durch Straftaten in Erscheinung treten, verfügte lange über eine prunkvolle Villa in Leverkusen. Obwohl die Mitglieder in der Regel Sozialhilfe bezogen.

    Nach jahrelangem Rechtsstreit hat der Bundesgerichtshof Ende 2025 entschieden, dass die Einziehung des Gebäudes durch den Staat rechtmäßig gewesen ist, die Bewohner wurden vor die Tür gesetzt. Ein kleiner Nadelstich, der jedoch ohne migrationspolitische Maßnahmen kaum ausreichen wird.

    Thilo Sarrazin stellt klar: «Es wurde noch schlimmer als von mir vorausgesagt.» Seine Neuausgabe «Deutschland schafft sich ab – Die Bilanz nach 15 Jahren» legt die aktuellen Zahlen, Daten und Fakten auf den Tisch. Hier bestellen.

     

     

    Kommentare sind deaktiviert.