Trockene Wüste, blühende Fantasie: Die Lüge vom Völkermord an den Herero

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Die Bundesrepublik hat ein Schuldkonto übernommen, das dem Deutschen Reich angelastet worden war: Der Völkermord am Stamm der Herero im Jahr 1904. Doch gab es den überhaupt? Ein Auszug aus COMPACT 7/2021. Jetzt erhältlich: Unsere großformatige Wandkarte mit allen Kolonien des Reiches. Hier mehr erfahren.

_ von Philippe Jordan und Jens Bleibtreu

Die Deutschen sind auf ewig schuldig, egal wofür. Deshalb müssen sich die Volksvertreter in Berlin auch ständig entschuldigen – natürlich nicht für die eigenen Verbrechen, sondern für die oft imaginären unserer Vorväter. Meistens ist dann auch sogenannte Wiedergutmachung fällig, die aber nicht die Politiker bezahlen, sondern die Steuerzahler.

Jüngstes Beispiel für den Schuldkult ist die Aufarbeitung von Ereignissen, die sich vor etwa 120 Jahren in der deutschen Kolonie Südwestafrika (heute Namibia) abspielten. Was die kaiserlichen Schutztruppen 1904 dem Stamm der Herero angetan hätten, sei ein «Völkermord» gewesen – hatte die Bundesregierung bereits 2015 eingeräumt. In den folgenden sechs Jahren wurde mit Namibia darüber verhandelt, was dieser Begriff in klingender Münze bedeutet.

Damara: Im heutigen Namibia stellen sie etwa acht Prozent der Bevölkerung. Foto: Rüdiger Wenzel, CC BY-SA 3.0 DE, Wikimedia Commons

Ende Mai 2021 verkündete Außenminister Heiko Maas (SPD) stolz, man habe sich auf «Unterstützungszahlungen» in Höhe von 1,1 Milliarden Euro über 30 Jahre geeinigt. Doch der bilaterale Vertrag mit der Regierung in Windhuk konnte zunächst nicht unterzeichnet werden, da der sogenannte Rat der Häuptlinge von einem «Affront gegen unsere Existenz» sprach und den «beleidigenden Betrag» ablehnte. Man darf damit rechnen, dass bald höhere Summen gefordert werden – durch seinen übereifrigen Kotau hat Berlin geradezu dazu eingeladen.

General Lothar von Trotha, Kommandeur der Schutztruppe in Deutsch-Südwest. Foto: picture-alliance / dpa

Das Völkermordnarrativ wurde 1966 durch den DDR-Historiker Horst Drechsler, der zum Aufstand der Herero eine Habilitationsschrift verfasste, in die Welt gesetzt. Als Quelle diente ihm unter anderem das sogenannte Blue Book, das die Briten 1918 nutzten, um die Kolonialpolitik der Deutschen zu diffamieren.

Der US-amerikanische Historiker William Roger Louis, Verfasser des monumentalen Geschichtswerkes The Oxford History of the British Empire, sprach von einem «Buch von geringem historischen Wert». Obwohl der propagandistische Zweck des Buches auch Drechsler nicht unbekannt gewesen sein dürfte, wurde es von ihm als Beleg für einen angeblichen Genozid herangezogen.

Flucht durch die Hitze

Südwestafrika, ein Gebiet mehr als doppelt so groß wie die heutige BRD, war von 1884 bis 1915 deutsches Schutzgebiet. «Während des Herero-und-Nama-Kriegs von 1904 bis 1908 kam es zu einem Massenmord, der als erster Genozid im 20. Jahrhundert gilt. Historiker schätzen, dass 65.000 von 80.000 Herero und mindestens 10.000 von 20.000 Nama getötet wurden», gibt die Süddeutsche Zeitung die mittlerweile regierungsamtliche Darstellung wieder.

Zu den Zahlen: Der Missionar Friedrich Bernsmann schätzte kurz vor Ausbruch des Aufstandes im Januar 1904 die Gesamtzahl der Herero auf 35.000 und meinte weiter, dass von diesen 23.000 bis 25.000 überlebt hatten. Der den Deutschen nicht gerade wohlgesonnene britische Historiker G. L. Steer ging von einer Streitmacht der Herero bei der Entscheidungsschlacht am Waterberg aus, die insgesamt «2.500 altertümliche Gewehre» stark war.


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Selbst wenn man dem damals kriegführenden Oberhäuptling Samuel Maharero zugestehen will, die geradezu gigantische Anzahl von 4.000 bis 4.500 Kriegern am Waterberg um sich geschart zu haben und wenn ferner angenommen wird, dass auf jeden dieser Krieger durchschnittlich fünf oder sechs unbewaffnete Familienangehörige kommen, waren in jenen Augusttagen 1904 allerhöchstens 24.000 bis 30.000 Herero zusammengezogen.

«Sie litten keinen Hunger, und unsere Ärzte nahmen sich ihrer an.» Divisionspfarrer

Diese Zahlenschätzung für die Waterberg­schlacht ist wichtig, weil dort der angebliche Völkermord seinen Ausgang genommen haben soll. Nach den Kämpfen sollen die Deutschen nämlich die Herero in die Omaheke – ein riesiges Wüstengebiet – «getrieben» haben, wo sie verdursteten. Auf Wikipedia ist zu lesen, die Schutztruppe «riegelte die Omaheke ab, um eine Rückkehr der Herero zu verhindern».

Wie aber sollte das möglich gewesen sein: Die Wüste erstreckt sich über ein Territorium von der Größe Österreichs, ihre Grenzlinien hätten die Deutschen mit ihren 4.000 Soldaten nie bewachen können. Erst recht fand keine «Abdrängung» der Herero ins Sandfeld statt: Kleinere Einheiten der völlig ausgemergelten und erschöpften Truppe konnten den Herero erst nach einigen Wochen folgen!

General Lothar von Trotha mit seinem Stab, 1904. Foto: Bundesarchiv, Bild 183-R27576, CC-BY-SA 3.0

Auch Wikipedia, das im Übrigen die Völkermordthese verteidigt, muss einräumen: «Nachdem die erste Verfolgung der Herero nach wenigen Stunden aus Mangel an Verpflegung hatte abgebrochen müssen und effektiv erst am 16. August aufgenommen werden konnte, vermochten die Deutschen die Herero nicht mehr zu stellen. Es kam allenfalls zu kleineren Scharmützeln und Rückzugsgefechten oder zu Überfällen auf versprengte Gruppen.»

Zahlreiche Entlastungszeugen

Hans Germani, bekannter Journalist der deutschen Tageszeitung Die Welt, sprach Ende der 1970er Jahre mit dem Präsidenten der Oppositionspartei, der Demokratischen Turnhallenallianz (DTA), Oberhäuptling Clemens Kapuuo über die politische Lage und die Geschichte Südwestafrikas. Dieser ehrenwerte Herero bekannte unter anderem, dass sein Volk im Grunde genommen «einen tiefen Respekt vor den Deutschen» habe… Ende des Textauszugs.

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10 Kommentare

  1. Die europäische Kolonialmacht Nr.1, England, hatte da auch ihre Finger im Spiel! Deutsch-Südwest war anfangs eine völlig unrentable Kolonie, sodaß die Deutschen sie haben "durften". Anders wurde es erst, als man da Diamanten entdeckte, fragt sich wann genau. Das Goldland Südafrika hatten sie ja kurz vorher verloren … Wenn immer die Kolonialmacht Nr.1 meinte Kolonoalverbrechen anderen anlasten zu können, tat sie das – schon um von ihren eigenen Taten abzulenken, nicht selber zur Verantwortung gezogen zu werden!
    Durch ihr Empire haben sie einem großem Teil der Welt ihre Sprache, ihre Kleidung, ihre Kultur aufgedrückt, dabei alles Einheimische zerstört und unterdrückt! In ihrer Kolonie Nr.1, Nordamerika gingen sie besonders brutal vor und als die sich unabhängig gemacht hat, perfektionierten diese es noch. Nicht besetzen, sondern abhängig machen, Kosten sozialisieren, Ausbeutung privatisieren. Das gilt auch zunehmend für die "Kolonie Kontinentaleuropa" seit 1945! Wenn ist sehe, wie unsere Sprache durch Anglzismen verhunst wird … Auch Compact macht da leider mit! Jeder Konservative sollte KEIN englisches Wort benutzen!!!

  2. Nero Redivivus am

    Sommer, Sonne, Kolonien:
    Schicken wir die am 17.7. 67 Lenze zählende Kanzleretten-Reptiloidin – endlich zum endgültigen Endspiel: – an die namibische Riviera zum Südwester-Staubputzen!

  3. Ich gebe zu, dass ich die Kolonialzeit während meiner Zeit als Gymnasiast überflogen habe.

    Aber Kolonialzeit war doch die Zeit, in der die Europäer in Gänze sich an bzw. anderen Ländern „bedient“ haben.
    Die Franzosen waren im Senegal, Vietnam, Algerien und andere Magrebstaaten, Karibik.
    Die Briten waren Afrika, Amerika, Karibik, Asien, Europa, Australien.
    Die Spanier waren in Mexiko, Philippinen, Südamerika, Kuba.
    Die Belgier waren im Kongo.
    Die Deutschen waren in Teilen von Afrika und China.
    Das Osmanische Reich lasse ich außen vor.

    Falls ich eine wichtige Kolonialmacht oder Kolonie übersehen habe, bitte ich inständig um Entschuldigung!

    Wenn man sich den Größenvergleich der Kolonien, getrennt nach Kolonialmächten anschaut, hatten die Belgier und die Deutschen den geringsten Anteil, weil sie wegen der Reichsgründung spät an den Start gingen.

    Haben die Deutschen sich durch besondere Grausamkeit in Namibia und China (Boxeraufstand) hervorgetan? War es nicht vielmehr ein gesamteuropäisches Problem, andere Völker zu „beherrschen“.

    Falls die letzte Aussage stimmt, müßten dann nicht die anderen Europäer auch Wiedergutmachung leisten? Es müßte doch in Gesamteuropa eine einstimmige Antwort für die Vergangenheits-Bewältigung möglich sein!

  4. Rationaler Rationalist am

    Jeder Woche hier die gleichen verdrehten Informationen über die glorreiche Zeit der deutschen Kolonialpolitik

    Wenn es wahr wäre was ihr schreibt würde einmal genügen… merkste selber wa ? … ;-)

  5. Roland Schweitzer am

    Wir sollten wieder zurück zu einer Kolonialisierung Afrikas kommen, eine, die dem 21. Jahrhundert angepasst ist. Nur so können diese Länder und ihre Bevölkerungen lernen, wie man in der modernen Welt überlebt, genug zu essen hat und wie man sich seinen Mitmenschen gegenüber benimmt. Dann wäre das Migranten Problem auch gelöst, weil die neuen Kolonialherren dort für Ordnung sorgen würden: keine Korruption und Einhaltung der Menschenrechte gegenüber den Einheimischen Schwarzen und Farbigen. Seit die Weißen aus Afrika weg sind, geht es dort drunter und drüber. Letzte Hochburg war Südafrika. Seitdem versinkt das Land, wie Botsuana, im Elend unter Korruption und brutalen Schwarzen Schlächtern gegen die eigenen schwarzen Landsleuten. Einfach nur barbarisch.

  6. jeder hasst die Antifa am

    An die Italiener zahlen wir jetzt noch Wiedergutmachung weil Arminius damals die Römer verprügelt hat,die Ewige Schuld der Deutschen.

  7. Namibia hat den Deutschen viel zu verdanken. Sie haben medizinische Versorgung mitgebracht, die Bevölkerung alphabetisiert und ein Rechtswesen installiert von dem, in erster Linie diejenigen profitiert haben, die in der gesellschaftlichen Hackordnung ganz unten standen. Übrigens auch Frauen. Ich kann mir gut vorstellen, dass einige privilegierte Namibianer, not amused darüber waren. Das Wikipedia linksextremistisch unterwandert ist, sollte sich eigentlich schon rumgesprochen haben.

    • Wer diese Infoplattform als neutral betrachtet ist komplett links verstrahlt

  8. Das belgische Königshaus hat Ihre Kolonien auf die brutalste Art ausgeplündert – svuiw bis in die 60iger Jahre. Nichts geschieht.

    Fragt man sich wer lanciert solche Aktionen gg Deutschland – denn es bleibt immer etwas hängen.

    Ein Clown hätte gut getan – Forderungen mangels Anspruch abzulehnen. Mit Nichten – die Spendierhosen eines Schädlings machen es möglich.

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