Surfen im Risikogebiet – Reisebericht eines Trotzurlaubers in Corona-Zeiten (2. Teil)

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Anfang September erklärte das Robert-Koch-Institut auch die Kanaren zum Corona-Risikogebiet, und das Auswärtige Amt sprach eine Reisewarnung für die besonders unter deutschen und britischen Urlaubern beliebten Inseln aus. Das hinderte einen alten Kommilitonen aus Tschechien und mich allerdings nicht daran, noch am selben Tag Flüge nach Fuerteventura zu buchen. – Der erste Teil seines Reiseberichts erschien gestern. Heute nun Teil 2:

_ von Johannes Scharf

Dennoch war nicht nur die Polin von meinem beherzten Eingreifen ganz begeistert, sondern auch in unserem Surf-Hostel sprach sich schnell herum, was geschehen war: Einige Gäste hatten dem Spektakel live beigewohnt –, wobei mir gegenüber jeder die Ansicht vertrat, meine Reaktion sei nicht zu tadeln. Es bürgerte sich für ein paar Tage der Spitzname „The Punisher“ ein. Hätten unsere deutschen Qualitätsmedien über den Vorfall berichtet, dann gewiss mit folgendem Tenor: „Das hässliche Europa: Rechtsextremist aus Deutschland greift auf spanischer Insel Behinderten an!“ Der erste Satz hätte vielleicht gelautet: „Eigentlich war der Mannheimer J. S. nach Fuerteventura gekommen, um auf der Kanareninsel Flüchtlinge zu jagen …“

Obwohl ich Deutschen im Ausland normalerweise aus dem Weg gehe, kann ich über keinen der deutschen Surfer in Corralejo etwas Schlechtes berichten. Martin meinte, das hänge wahrscheinlich mit der Selektion zusammen: Wer jetzt zum Surfen auf Fuerteventura sei, der könne kein typischer obrigkeitshöriger Spießer sein. Zunächst war da ein Programmierer aus Bayern, mit dem wir am zweiten Nachmittag auf einen alten Vulkan stiegen, außerdem zwei Freunde aus Baden-Württemberg und Philipp, der gegen Logis im Hostel arbeitete.

Mit diesen dreien sollten wir in den letzten Tagen häufiger surfen gehen. Robin aus England, dem sein gutbezahlter Job als Programmierer aufgrund einer unvergleichlichen Dreistigkeit zugefallen ist, hatte Dreadlocks bis zu den Kniekehlen. Sivan aus Israel war immer bekifft, aber ein feiner Kerl. „Flamingo“ aus Kalifornien, der mindestens drei Zentner wiegt, war abwechselnd betrunken und stoned. Er hatte vor langer Zeit einmal in Berkeley ein paar Kurse in Assyriologie oder Altorientalistik belegt. Hin und wieder erzählte er uns von den Anunnaki und seinem Traum, mit Aliens in Kontakt zu treten. Man sah ihn selten ohne seine bunte Rastafari-Mütze und die ebenfalls regenbogenfarbene Marihuana-Pfeife.

Und dann war da noch Diana aus Deutschland, die ihr ERASMUS-Semester eigentlich auf Teneriffa absolvierte, aber für eine Woche nach Fuerteventura gereist war. Mit ihr verbrachten wir zwei Nachmittage und einen Abend nach dem Surfen am Strand. Sie studiert soziale Arbeit, und es verwundert insofern nicht, dass sie ihre Bachelor-Thesis dem Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland (oder einem vergleichbaren Thema) widmen möchte. Sie war uns beiden sympathisch, was nicht nur daran lag, dass sie gut aussieht.

Wir hatten beispielsweise einige Bücher gelesen, über die wir uns unterhalten konnten. So hatte sie etwa Camus‘ Roman „Der Fremde“ gelesen, den ich zufällig am Strand von Corralejo las. Als das Gespräch auf das Flüchtlingsthema kam, war ich ein wenig maulfaul. Ich hatte keine Lust auf eine lange Diskussion und wollte nicht „das Gleichgewicht des Tages“ zerstören – zumal an einem Strand, „an dem ich glücklich gewesen war“ (Albert Camus, Der Fremde). Daher beließ ich es bei einem halbherzigen Einwand.

Mein tschechischer Freund, politisch keineswegs engagiert, sagte mit gedämpfter Stimme, so dass das Mädchen, das gerade aufgestanden war, es nicht hören konnte, es sei ein Jammer, dass gute Menschen alles zerstörten. Die Betonung lag auf dem Adjektiv gut, und er meinte es keinesfalls ironisch. Ich antwortete ihm mit dem englischen Sprichwort, wonach der Weg in die Hölle mit guten Absichten gepflastert sei.

So mag auch hinter den „Corona-Maßnahmen“ eine gute Absicht stecken, aber das Ausbleiben der deutschen und britischen Touristen bedeutet für die Kanaren, wo die Tourismusbranche einen Anteil von fünfunddreißig Prozent am Regionaleinkommen hat, den Todesstoß. Dreizehn Millionen Urlauber zog es 2019 auf die Inseln. 2020 säumen leerstehende Hotels die Uferpromenade von Corralejo. Ein Café-Besitzer klagt uns gegenüber, dass die Briten siebzig Prozent der Urlauber ausmachten und die restlichen dreißig Prozent aus Deutschland kämen, beide Länder aber den Tourismus nach Fuerteventura so gut wie eingestellt hätten.

Ein Bajuware mittleren Alters, der seit fast drei Jahrzehnten auf Fuerteventura lebt und zwei Kleidergeschäfte besitzt, schimpft über die unsinnige Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. In La Oliva, der Gemeinde, in der auch die Stadt Corralejo liegt, habe es nur eine Handvoll Corona-Fälle gegeben. Gestiegen seien die Zahlen nur in der Hauptstadt Puerto del Rosario kurzzeitig, wohin sich seiner Ansicht nach selten ein Tourist verirre. Noch irrsinniger ist es, dass ich mich als Reiserückkehrer testen lassen muss, obwohl ich im Corona-Hotspot Mannheim lebe.

Die letzten Tage verbringen wir nach einem halbtägigen Intermezzo am fußläufig erreichbaren Rocky Point – der Name ist Programm – mit unseren geliehenen Brettern an den Stränden Punta Blanca und Playa de Esquinzo, einer traumhaft schönen Bucht. Dann heißt es leider wieder Abschied nehmen. Als ich gerade im Flugzeug nach Barcelona mit den Katalaninnen in der Sitzreihe vor mir gescherzt habe, dass man im Falle eines Absturzes im Wasser auch weiterhin auf den Sicherheitsabstand zu achten und Gesichtsmasken zu tragen habe, ertönt der Sicherheitshinweis, man müsse beim Eintreten eines Druckverlustes die Mund-Nasen-Bedeckung abnehmen, bevor man die Sauerstoffmaske aufsetze, um eine ausreichende Sauerstoffzufuhr sicherzustellen – auf Englisch und auf Spanisch!

In neun Tagen auf Fuerteventura wurde ich nur am Flughafen von einem Sicherheitsbeamten darum gebeten, meinen Gesichtslappen über die Nase zu ziehen, das heißt von einer Person, deren Job es war, genau das zu tun. Kaum steige ich in Frankfurt in einen Regionalzug ist er wieder da, der unausstehliche Typus des Coronazis. Eine Frau mittleren Alters – ich tippe auf akademisch gebildet – schnauzt mich an, dass die Maskenpflicht auch für mich gelte und ich gefälligst meine Nase zu bedecken hätte. Es fällt mir schwer, nicht zurückzufrotzeln und mit einem „Jawohl, Frau Blockwart!“ zu antworten, aber ich reiße mich am Riemen und würdige sie nur eines Blickes, in dem alles an Verachtung steckt, was ich im Augenblick zusammenkratzen kann.

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5 Kommentare

  1. Avatar

    Ach die neumodischen Patrioten…alle Vorteile des Liberalen Europas ausnutzen, um dann groß spurig nach zwei Mojitos irgendwas von Nationen zu labern

    Was für Helden

    Deutsche kauft deutsche Bananen

  2. Avatar
    Micky Maus Teil 3 am

    Wenn man sich also beim Flug bei einem oder zwei Wein oder Bier freikaufen kann und das mehrere Leute gleichzeitig tun müßte die Fake-Pandemie ja auf Flügen massenhaft verbreiten. Daß dies nicht der Fall ist, beweist, daß Corona eine psychologische Kriegsführung des Merkelregimes und der EU und der Globalistenkonzerne Google, Amazon, Micro$oft usw. ist, um durch Vernichtung des Mittelstandes das Volk zu verelenden und alles an Geld und Arbeitskraft abzusaugen was geht. Und für die EUdSSR, nach dem Brexit den Horrorstaat EU zu errichten, bevor ein Italexit nach Salvinis Wahl den Verbrecherverein implodieren läßt. Leute versteht es endlich, die "Infizierten" sind die Falsch-Positiven des PCR-Betrugstests, 1,5% der Getesteten sind immer "positiv" wegen der Fehlerquote. Es gibt keine Pandemie, es gab letzten Winter eine grippeähnliche Krankheitswelle, die weniger tödlich als dieselbe 2018 war. Macht diesem Corona-Kriegsverbrecherregime ein Ende! Stellt die Lumpen vor Gericht und laßt sie bis an ihr Lebensende in Ketten!

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    Ich war im September für zwei Wochen in Portugal (Algarve), weil ich mir von einem Regime nicht vorschreiben lasse, wo ich zu urlauben habe. Im Wesentlichen dieselben Einschränkungen wie in Deutschland, allerdings KEIN Datenstriptease im Restaurants und in Bars darf man nicht stehen, sondern muß an seinem Tisch sitzen. Als Alleinreisender denn alleine.
    Da ich in Deutschland seit Mai jedes zweite Wochenende auf den Demos der Coronarebellen bin und seit August jede Woche (und nicht krank geworden bin oder "infiziert") achte ich auch auf das Verhalten dort. Die Portugiesen sind sklavische Untertanen, ein Wieler hätte seine tierärztliche Freude. Alle tragen dort ohne Murren ihren Maulkorb und halten 2m Abstand. Bei denen wird durch den Merkelvirus die Tourismusindustrie kaputtgemacht, aber ist ihnen scheinbar egal. Na ja.

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      Das Martyrium ist die An- und Rückreise. Beim Betreten des Flughafens ist der Maulkorb anzulegen, also mindestens 1 Stunde vor Abflug und die in meinem Fall 3 Stunden. Ryanair hält natürlich im Flugzeug keine 1,5m Abstand, die 5cm der Armlehne müssen da reichen, die Flieger sind pickepackevoll wie eh und je. Und natürlich verdient man sich noch extra was durch Getränkeverkauf und da dürfen die Merkelmaulkörbe auch bei 5cm Abstand abgenommen werden. Wenn es der Geschäftemacherei dient, werden für Großkonzerne (Fluggesellschaften) eben alle "Regeln" gebogen bis es paßt. Und auf dem Weg zum und vom Flughafen in Bus und Zug raubt der Verbrecherstaat die Bürger mit Bußgeldern aus. In Portugal im Zug (2 Stunden Fahrt vom Flughafen bis zum Ziel) hat niemand was gesagt, wenn man was gegessen oder getrunken hat.

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    Das er den vorgeschriebenen Corona Test hat über sich ergehen lassen nach der Rückkehr lässt er bewusst weg

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