Q10 – unser Treibstoff, der uns länger jung sein lässt

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Es kommt mit einem kryptischen Namen daher – Q10. Aber ohne Q10 würden unsere Zellen buchstäblich verhungern, trotz ausreichender Ernährung. Ein Zuwenig lässt uns vorzeitig altern. Ein Genug macht auch die Haut glatter und gab ihm den Ruf, ein Anti-Aging-Mittel zu sein. Dass es mehr kann, spricht sich erst allmählich herum. Ein Zuviel gibt es eigentlich gar nicht. Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Sogar Spitzensportler wie Mark Spitz schwör(t)en auf Q10 und nutz(t)en es zur Leistungssteigerung.

Q10 kann mehr als nur vorzeitiges Altern verhindern

Es kommt in vielen Cremes vor, dient der Hautpflege, macht die Haut straffer und genießt seit Jahren den Ruf als gutes Anti-Aging-Mittel. Dabei kann es noch viel mehr. Für die Versorgung der Zellen mit der notwendigen Lebensenergie und das Immunsystem ist Q10 unentbehrlich. Es stärkt zudem Herz und Gehirn, wirkt insbesondere dort, wo die Mitochondriendichte sehr hoch ist.

Das sind unsere Sinnesorgane, Gehirn und in zweiter Linie unsere Muskeln, insbesondere das Herz. Dass Q10 auch noch die Fettverbrennung steigert, lässt es fast schon zum Allroundtalent werden. Doch wir müssen ihm auch auf die Sprünge helfen, denn die körpereigene Produktion schwächelt mit den Jahren. Das beginnt bereits mit 20, ist ab 30 zu spüren und mit 40 ist es für jeden Pflicht, seine Q10-Versorgung aktiv zu unterstützen.

Denn ab 40 erreicht die körpereigene Produktion nurmehr 70 Prozent des ursprünglichen Niveaus. Da ein Q10-Mangel von nur 25 Prozent bereits ernsthafte Folgen für die Energieproduktion in den Mitochondrien nach sich zieht, sollten spätestens jetzt alle Alarmglocken schrillen. Was die Aufklärung und Anwendung von Q10 angeht, ist Deutschland noch ein Entwicklungsland.

In anderen Gegenden ist man sogar schon so weit, dass Q10 begleitend bei bestimmten Therapien eingesetzt wird, z. B. bei Herzschwäche (Insuffizienz), Diabetes, Parkinson und weiteren meist altersbedingten Erkrankungen, die zumeist auf entzündlichen Prozessen beruhen.

Coenzym Q10

Was ist Q10?

Q10 ist ein vitaminähnlicher Stoff, ein sogenanntes Vitaminoid und steckt in vielen Multivitaminprodukten, in Cremes und in Getränken. Dass es oft (nur) als Anti-Aging-Mittel hoch gelobt wird, hatten wir bereits erwähnt. Dabei kann es vielmehr! Denn ohne Q10 könnten unsere Zellkraftwerke – die Mitochondrien – die Nahrungsenergie nicht in Zellenergie umwandeln.

Der Biologe Fred L. Crane entdeckte 1957 in Rinderherzen ein Coenzym, dessen chemische Struktur der Biochemiker Karl August Folkers aufschlüsselte. Die Rolle des Coenzym Q10 im menschlichen Körper konnte allerdings erst sehr viel später geklärt werden.

1978 erhielt der britische Wissenschaftler Peter D. Mitchell für diese bahnbrechende Entdeckung den Nobelpreis im Bereich Chemie. Q10 ist eine körpereigene Substanz und wird oft auch als Ubiquinol oder Ubiquinon (von „überall“) bezeichnet. Unser Körper kann dieses Coenzym selbst herstellen, benötigt dafür Vitamin C, bestimmte Aminosäuren wie Phenylalanin oder Methionin. Doch über diesen Prozess ist noch wenig bekannt.

„Deshalb lässt sich auch nicht genau sagen, was man essen muss, um die körpereigene Produktion von Q10 zu steigern“, bringt der Pharmazeut Uwe Gröber das Dilemma auf den Punkt. Gröber ist als Leiter der Akademie für Mikronährstoffmedizin ein anerkannter Experte für unser Gebiet.

Wie wirkt Q10?

Wichtig ist zu wissen, dass Q10 quasi an allen Reduktions- und Oxydationsvorgängen, die kontinuierlich im menschlichen Gewebe stattfinden, beteiligt ist. Die komplizierten Vorgänge auf den Punkt gebracht, könnte man sagen, dass ohne Q10 keine Umwandlung der Nahrungsenergie in Körperenergie stattfinden würde.

Diese Energie wird für alle zellulären Funktionen und Muskelkontraktionen benötigt. In der Atmungskette kann diese essentielle Substanz durch keine andere ersetzt werden. Der Stoffwechsel benötigt immer eine ausreichende Menge des Coenzyms Q10.

Die Energie, die der Mensch mit der Nahrung zu sich nimmt, wird unter zu Hilfenahme von Sauerstoff und der Kraft von Wasser in den Mitochondrien in ATP – Zellenergie – umgewandelt. In dieser Atmungskette sind neben dem Q10 noch eine Vielzahl anderer Vitalstoffe und Enzyme beteiligt. Unser Q10 ist für die Arbeitsabläufe von großer Bedeutung, insbesondere im letzten Schritt kommt ihm eine enorm wichtige Rolle zu. Sprich: Q10 ist für die Energieversorgung des menschlichen Körpers unersetzlich.

Q10-Mangel

Nur wenn dem Körper ausreichend Coenzym Q10 zur Verfügung steht, kann ausreichend Energie (ATP) produziert werden. Ein Mangel hat allerdings neben der Energieknappheit noch andere negative Effekte. Denn bei einem Q10-Mangel werden – ähnlich wie bei Stress – vermehrt freie Radikale freigesetzt. In zu großen Mengen schaden freie Radikale den menschlichen Zellen.

Freie Radikale greifen nämlich unsere Zellen an. Davon sind Zellmembranen, andere Zellbestandteile und Proteine betroffen und können zerstört werden. Entsprechend tragen die freien Radikalen zu einer beschleunigten Zellalterung bei.

Wo ist Q10 besonders wichtig?

Kurz gesagt, überall dort, wo die Mitochondriendichte besonders hoch ist: in den Sinnesorganen und im Gehirn. Und überall dort, wo viel Energie benötigt wird, das ist besonders unser Herz, aber auch in allen anderen Muskeln. Nicht umsonst hatten wir über die Nebenwirkungen von Statinen auf die Muskeln bereits berichtet. Statine gelten nicht umsonst als wahre Q10-Räuber.

Daher ist es auch naheliegend, dass man Q10 sowohl zur Prävention als auch zur Begleitung von Herztherapien einsetzt. In manchen Ländern gilt Q10 gar als Medikament, etwa in China und Kanada. Neuere Studien zeigen auch, dass sich der Verlauf bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz) nicht nur günstig beeinflussen lässt, sondern die Einnahme von Q10 einen hohen Effekt hat. Die Sterblichkeitsrate ließ sich laut einer schwedischen Studie gar um die Hälfte senken.

Als gute Kombination hat sich ein Einsatz von Q10 zusammen mit einem starken Antioxidans wie Astaxanthin bewährt. Q10 sorgt für eine kontinuierliche Energieversorgung der Zellen und damit einer Stärkung von innen, insbesondere gegen den Angriff der freien Radikalen. Und Astaxanthin bekämpft die freien Radikalen, die insbesondere bei entzündlichen Prozessen ihr Unwesen treiben, hilft damit den Zellen von außen.

Stärkung des Immunsystems durch Q10

Zahlreiche Studien belegen, dass die menschliche Immunabwehr durch Q10 enorm gestärkt werden kann. Dies ist nicht allein auf die entzündungshemmenden Eigenschaften zurückzuführen, sondern die Zusammenarbeit mit anderen Antioxidantien wie z. B. Astaxanthin oder anderen Vitaminen.

Bei der Abwehr von Bakterien und Viren werden die körpereigenen Killerzellen unterstützt. Diese Abwehrfront tötet von Viren befallene Zellen ab und dämmt so die Ausbreitung der Viren ein.

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Zusammenfassung

Seine wichtigste Aufgabe hat Q10 bei der Energieversorgung in unseren Zellen, genauer in den Mitochondrien. Unser Körper kann Q10 selbst herstellen, jedoch lässt diese Fähigkeit ab etwa 20 nach, wird ab 30 schon spürbar und erreicht ab 40 Jahren bereits nur noch 70 Prozent der ursprünglichen Leistung.

Da ein Q10-Mangel nicht nur die Energieversorgung sinken lässt, sondern auch die Zellen schwächt und angreifbar werden lässt, insbesondere für die freien Radikalen, muss man ab 40 aktiv die eigene Q10-Versorgung unterstützen. Um die freien Radikalen von außen zu bekämpfen hat sich auch der Einsatz eines guten Antioxidans wie Astaxanthin bewährt.

Darüberhinaus kann Q10 noch bei vielfältigen Erkrankungen therapiebegleitend eingesetzt werden. Ebenso wird es zur Leitungssteigerung im Sport genutzt. Dass es auch die vorzeitige Zellalterung verhindert und daher zu Recht als Anti-Aging-Mittel gilt, soll hier ebenfalls nicht verschwiegen werden.

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