Marschiert Ägypten in Libyen ein? Afrikanischer Weltkrieg droht

15

Jeder weitere Tag kann den ganz großen Knall bringen: Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi drohte am vergangenen Samstag auf einem grenznahen Luftwaffenstützpunkt mit dem Einmarsch der Armee des bevölkerungsreichsten nordafrikanischen Landes in Libyen. Dort tobt ein entscheidender Kampf um die Erdölförderstätten im Osten des Landes.

 Al-Sisi, selbst nicht nur Präsident, sondern auch Feldmarschall der ägyptischen Armee, hatte am Wochenende das ganz große Besteck aufgefahren – offensichtlich auch um seinem Kontrahenten, dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, zu imponieren und eine deutliche Warnung an diesen auszusprechen. Kampfjets zogen in Formationen über den Militärstützpunkt Sidi Barrani und Spezialeinheiten der Armee paradierten vor den ranghöchsten Generälen der Armee.

„Stehen jederzeit für Operationen bereit“

Um keine Zweifel an seinen Intentionen zu lassen, äußerte al-Sisi ganz direkt: „Jede direkte Intervention von Ägypten in Libyen ist legitim. […] Unsere Luftwaffe und unsere Spezialeinheiten stehen bereit, jederzeit Operationen durchzuführen.“ Wieder einmal betonte al-Sisi, dass er das in der ostlibyschen Kyrenaika in der Stadt Tobruk tagende Parlament für die einzige legitime Vertretung des Landes halte. Es ging aus den Wahlen im Juni 2014 hervor, wurde aber schon im Juli 2014 von islamistischen Milizen aus der Hauptstadt Tripolis vertrieben. Schutz gewährte ihr der frühere Gaddafi-General Chalifa Haftar, der als faktischer Herrscher über den Ostteil des Landes die Unterstützung Russlands, Ägyptens, Frankreichs und der Vereinigten Arabischen Emirate genießt.

Mit einem Abo von COMPACT-Digital+ können Sie heute schon alle Artikel unseres Titelthemas „Kinderschänder: Die Netzwerke der Eliten“ aus der kommenden Juniausgabe lesen. Mit dem Abo sichern Sie sich außerdem zahlreiche weitere Vorteile. Neben dem digitalen Zugriff auf Artikel aus dem COMPACT-Magazin schon vor Erscheinen der Druckausgabe sichern Sie sich auch das Archiv mit allen früheren COMPACT-Ausgaben. Außerdem erhalten Sie freien Eintritt bei allen Veranstaltungen von COMPACT-Live und erhalten 50 Prozent Rabatt bei den Konferenzen. Jetzt hier bestellen!

International anerkannt ist freilich die von radikalen Islamisten unterstützte und von der Hauptstadt Tripolis aus operierende Regierung des libyschen Premierministers Fayez as-Sarradsch. Er wäre wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon gestürzt worden, wenn Erdoğan im Januar dieses Jahres nicht einen Militäreinsatz beschlossen hätte, um den wankenden libyschen Premierminister zu stützen.

Der Konflikt und seine rote Linie

Die mit türkischer Unterstützung und maßgeblich von islamistischen Milizen getragene Gegenoffensive führte die Dschihadisten, denen es gelang, den Kessel von Tripolis zu sprengen, nun vor die Tore der Stadt Sirte. Sie war schon die Machtbasis Gaddafis, der hier geboren wurde. Wie an einer Perlenkette aufgereiht liegen in einem östlichen Halbkreis rund um Sirte einige der wichtigsten Ölförderstätten des Landes.

Das dürfte auch der tiefere Grund gewesen sein, aus dem heraus al-Sisi bei seinem Auftritt am vergangenen Samstag eine „rote Linie“ zog, die von Sirte an der Mittelmeerküste bis zur 400 Kilometer südlich gelegenen Region al-Dschufra reicht. Die ägyptischen Streitkräfte, so der Präsident weiter, würden sofort einschreiten, falls eine der libyschen Konfliktparteien diese Grenze überschreitet.

Putin schickt seine Migs

Das ist eine klare Ansage, die deutlich macht, dass jeder Tag den Beginn eines Großkrieges in Nordafrika bringen könnte. Würde es so weit kommen, dann wäre es wirklich angebracht, von einem „Afrikanischen Weltkrieg“ zu sprechen – der Begriff wird bislang teilweise auf den Zweiten Kongokrieg angewendet, der zwischen 1998 und 2003 tobte und an dem sich zahlreiche Staaten des schwarzen Kontinents wie auch außerkontinentale Akteure beteiligten.

Verschiedenen Medienberichten zufolge hat Russland Ende Mai 14 Kampfflugzeuge der Typen Mig-29 und Su-24 von Syrien nach Libyen verlegt, die dort die Einheiten Haftars unterstützen sollen. Das macht deutlich, dass für Putin – ebenso wie für al-Sisi – die Stadt Sirte eine rote Linie darstellt, die niemand nach Osten hin überschreiten darf. Der Krieg in Libyen geht derzeit jedenfalls in eine entscheidende Phase.

Im eigenen Land entwickelte Wunderwaffen ermöglichten Erdoğan den Durchmarsch zu Gaddafis Geburtsstadt. Lesen Sie in der Juli-Ausgabe von COMPACT, die Sie über COMPACT-Digital+ jetzt schon abrufen können, wie die Türkei zur Drohnenmacht wurde.

Über den Autor

Avatar

15 Kommentare

  1. Avatar
    rené, finsterwalde am

    Marschiert Ägypten in Libyen ein? Afrikanischer Weltkrieg droht

    Als Russland und der Iran in Syrien einmarschierten, als China in Tibet einmarschierte, fand Compact das okay. Doppelmoral ohne Ende.

  2. Avatar
    Wolfhard Wulf am

    Im Kriegsfall können unsere Gutmenschen wieder Flüchtlinge einreisen lassen und von der Politik alimentieren lassen, oder die Politik tut es. Erfahrungen hat dieser menschliche Bodensatz der bundesdeutschen Gesellschaft seit 2015 sammeln können und die schaffen das auch wieder das wir gerne in diesem Land leben. Das ist eben blöd wenn sich die bundesdeutsche Politik vom Wunschdenken leiten lässt.

    • Avatar
      Theodor Stahlberg am

      Sollte Haftar doch noch siegen, wird er Ghaddafis Sperriegel gegen Afrika wieder aufrichten. Der Moslembruder Sarradsch als Regierungschef in Tripolis dagegen wird die von Erdo geschaffene Erpressungssituation mit Hilfe der Migranten gegen Europa verschärfen und verstetigen. Europa sollte endlich begreifen, dass nur ein säkuläres Haftar-Regime in ganz Libyen unter Zerschlagung der islamistischen Milizen in seinem Interesse sein kann.

  3. Avatar

    "Jeder Kongo Neger hat nen Düsenjäger"

    Der Spruch wird wieder aktuell 😉

    • Avatar
      heidi heidegger am

      Das ischd (ja) komplett unterkomplex, verweist aber immerhin auf das gute Buch "Herz der Finschdrrniss", mein guter Neger-Paule äh -Kalle *krchhhhhhhhhhhh*

      Deine heidi "KongoMüllerin" heidiggah 🙂

      • Avatar
        DerSchnitter_Maxx am

        Heißt denn der N3ger-Kalle noch N3ger-Kalle oder ist der verbot3n ? 😉

    • Avatar
      DerSchnitter_Maxx am

      Ich esse keinen Uncle Bens oder sowas, keine Mohrenköppe oder Negaküsse, trinke keine schwarze CocaCola oder ähnliches, aber keinen farbigen Kaffee … sondern dunklen schwarzen … ohne diese "weiße rassistische Sahne" … halt Black Coffee’s Matter. Und sowieso … wird alles boykottiert, mir widerstrebt und missfällt … was von diesem, linksversifften, geistesgestörten, Gemenge-Geschmeiß favorisiert und verkündet wird oder auch jene welche, die sich mit diesem Gemenge-Geschmeiß gemein machen, identifizieren und solidarisieren – knallhart und eiskalt PUNKT … denn das ist mir alles zu phatologisch-coloriert hier, in diesem futschen Lande 😉

      • Avatar
        heidi heidegger am

        Crystal (Mett) CocaCola jibbett nimma, häh? die "transparente" Cola, voll politcorrect usw. und ja ditt NegerKalle performt nach wie vor im Milieu, auch im hiphop-Milieu unter seinem äh ²selbstadaptierten Namen der olle StrassenFilosof&Gentleman.

        ² vgl. Diogenes (Kumpel von uns‘ Soki) von S.: "Du Hund", sagte die Marktfrau einst zu ihm so, und D. v. D. begründete darauf(hin) eine eigene Schule (Kyniker), hah!

        -> Die ersten und bis heute bekanntesten Kyniker waren im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. der Sokrates-Schüler Antisthenes und danach dessen Schüler Diogenes. Der Kynismus (griech. κυνισμός, kynismós, wörtlich „Hundigkeit“) usw. usw.

  4. Avatar

    Ja watdenn nu, afrikanischer oder Weltkrieg? Beidet jet nich, Africa is nu mal nich die Welt. 14 Kampfflugzeuge, das ist wirklich ein großer Krieg,ha. Klar ist nur eines : Das ägyptische Regime ist ein Bluthund USraels und wenn es irgendwo angreift,ist das im Interesse USraels. Dazu der undurchsichtige Putin,der es mit allen und keinem hält.

    • Avatar
      heidi heidegger am

      Wladimir „Wlad der Pfähler *schluck*“ Putin k a n n nur so: ditt Mrkl (CIA-Putzfrau) und "Maurer" Macron wollen ihn nicht, und von rechts drückt der Kinese und die unmögliche Ukraine macht auch nur Ärger, heast?! lel

    • Avatar
      Theodor Stahlberg am

      Putin hat in dem Falle leider den Begehrlichkeiten Erdowahns nachgegeben und ihn die Tripolis-Schlacht gewinnen lassen. Aber Russlands Interessen an Wirtschafts- und Rüstungsprojekten projekten in der Türkei sind leider an der Stelle zu stark, um nicht zu sagen übermächtig: Turkstream, AKW Akkuju, der Touristenstrom, S-400, möglicherweise SU-34, am Ende sogar die geopolitische Grundsatz-Orientierung der Türkei – jedes Einzelne ein Milliarden-Asset, welche alle zusammen zur Disposition gestanden hätten, wenn Haftar über das Türkei-gestützte islamistische Marionettenregime in Tripolis gesiegt und Erdo zu Hause sein Gesicht verloren hätte. As-Sisi verdient eine gnädigere Beurteilung, denn der säkuläre Marschall hat allein mit der Niederwerfung der verfluchten Moslembrüder unschätzbare Dienste erworben, und wenn er in Libyen auf Seiten Haftars auftritt, dann sind sie zusammen die Guten – zumindest in dem Weltverständnis, was der Westen, wenn er einmal nicht heucheln würde, vertreten müsste. Ich wünsche den beiden jedenfalls ein glückliches Händchen, um Türken-Sarradsch und seine IS-Milizen ohne Rückstände niederzumachen und das libysche Volk wieder im Sieg zu einen.

      • Avatar

        Ein säkulares Schwein ist der säkulare "Marschall". Wie alle "Säkularen".

  5. Avatar
    DerSchnitter_Maxx am

    Die nächsten "Ficklinge" und noch mehr Bullshit … werden generiert 😉

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln. Kommentare sind nur innerhalb von 24 h nach Veröffentlichung des Artikels möglich.

Empfehlen Sie diesen Artikel