Die kanadische Bewegung Freedom Convoy 2022 (Freiheitskonvoi 2022) hat den ersten Etappensieg errungen. Der Premierminister der kanadischen Provinz Alberta verkündet in der Nacht zum Mittwoch das Aus für das Impfpassprogramm. Vor diesem Hintergrund weitet sich der Protest aus – auch auf das Nachbarland.

    _ von Pierre Montaigne

    Nachdem zehntausende Trucker die kanadische Hauptstadt Ottawa seit Anfang Februar besetzt halten, wurde am Montag auch die Ambassador-Brücke von Protestierenden gesperrt, die die Städte Detroit (USA) und Windsor (Kanada) miteinander verbindet. Dies ist die verkehrsreichste Verbindung für den grenzüberschreitenden Güterverkehr mit den USA. Vor allem die US-Autoindustrie müsste in vielen Werken die Produktion einstellen, wenn die Brücke weiter von Truckern gesperrt bleibt.

    Die Proteste in Kanada beflügeln nun auch den Widerstand in den USA: Dienstag Abend wurde zu einem großen Konvoi aufgerufen, der LKW von Kalifornien nach Washington D.C. bringen soll. Dies meldete gestern die New York Times. Da der LKW-Streik in Ottawa von Ex-Präsident Donald Trump unterstützt wird, dürfen die Trucker wohl auch in den USA selbst mit republikanischem Rückenwind rechnen.

    Auslöser der Mega-Proteste war das Auslaufen der Ausnahmeregelung für nicht geimpfte Truckfahrer Mitte Januar, worauf sich sogleich diese Freiheitsbewegung formiert hat, organisiert von einem Aktivisten namens James Bauder. Ziel der Trucker ist nun mehr nicht weniger als die vollständige Aufhebung sämtlicher Covid-19-Verordnungen. Solange wollen die Truckfahrer trotz Eiseskälte von minus 30 Grad ausharren.

    Demonstrierende Trucker in der kanadischen Hauptstadt Ottawa am 30. Januar 2022. Foto: ZUMA Press I IMAGO.

    Acht Millionen US-Dollar wurden den Truckern gestohlen

    Tage zuvor, am 29. Januar, war der kanadische Premier Justin Trudeau noch vor dem Eintreffen des Hauptkonvois, der da schon auf 50.000 Trucks angewachsen war, an einen unbekannten Ort geflohen. Eine Spendenseite auf Gofoundme, die nach wenigen Wochen schon zehn Mio. kanadische Dollar (7,9 Mio. US-Dollar, 6,9 Mio. Euro) einsammeln konnte, wird am 5. Februar von Gofoundme mit der Begründung geschlossen, dass es sich bei der Freedom Convoy 2022 Bewegung um eine gewalttätige Organisation handle. Während Black Lives Matter (BLM)-Spendenseiten auf Gofoundme erlaubt geblieben waren (und es noch immer sind) – selbst zu einer Zeit, während BLM-Terroristen ganze Stadtviertel verwüsteten. Gofoundme will die gesammelten zehn Mio kanadischen Dollar an GoFoundMe-Seiten ausschütten, die wohl alle woke sind dürften.

    Ausnahmezustand ohne größere Wirkung

    Am Sonntag, den 6. Februar, ruft der Bürgermeister von Ottawa, Jim Watson, den Ausnahmezustand aus. Seine Warnung: „Wir verlieren den Kampf.“ Zugleich beschlagnahmt die Polizei die Spritvorräte der Trucker, wohl mit dem Ziel, dass diese bei Eiseskälte nachts nicht mehr heizen können und wieder nach Hause fahren.

    Sympathisanten, die die Trucker mit Sprit und Nahrungsmittel unterstützen, können von der Polizei wegen Beihilfe verhaftet werden. Weshalb Sympathisanten nun auch mit leeren Spritkanistern in der Stadt spazieren gehen, um die mit vollen Kanistern zur Hilfe eilenden Unterstützer zu decken. Am 7. Februar hat der Richter des Obersten Gerichtshofs von Ontario, Hugh McLean, für die Innenstadt von Ottawa ein Hup-Verbot für die Dauer von zehn Tagen erlassen. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Hupkonzerte der Trucker. 23 Protestler wurden mittlerweile verhaftet.

    Insgesamt ist der groß verkündete Ausnahmezustand aber noch immer ohne Wirkung. Weiterhin halten über 10.000 LKWs das Regierungsviertel besetzt. Eine Räumung ist unmöglich, da die Abschleppfirmen großteils nicht mitziehen — die Kollegen sehen sich nämlich selbst als Trucker. Nun gibt es erste Stimmen, die einen Armeeeinsatz gegen die Trucker fordern – eine Eskalation, die im letzten Jahrhundert nur zwei Mal gewagt wurde. Premier Trudeau hat das einstweilen abgelehnt.

    Längst hat die Freiheitsbewegung weitere Städte in Kanada erfasst, wie auch Europa und andere Kontinente. In Finnland finden mittlerweile beeindruckende Trucker-Proteste statt, in Brüssel sollen am 14. Februar tausende Trucker eintreffen. Selbst auf der derzeitigen Gefängnisinsel Australien formiert sich mittlerweile eine Trucker-Bewegung.

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    8 Kommentare

    1. Und was machen die Deutschen? Eine kleine Minderheit geht spazieren und die die große Mehrheit huldigt bedingungslos den Apokalyptikern.

      • Link von Freunden in Canada.

        Von vorletzter Nacht in Ottawa.

        Scharfschützen auf den Dächern! Priester betet für die Polizei.

        youtube.com/watch?v=hTyYk4oSyaM

    2. Mittlerweile haben sich die Farmer mit ihren gewaltigen Traktoren und hausgrosse Muldenkipper aus den Gruben sowie unzählige Kleinunternehmer, Familien mit ihren Pickups dem Tross angeschlossen.

    3. Das macht Mut. Nieder mit den Impftyrannen, nieder mit den Diktatoren.
      Aber bitte immer friedlich, zu 100%.

    4. friedenseiche an

      "Weshalb Sympathisanten nun auch mit leeren Spritkanistern in der Stadt spazieren gehen, um die mit vollen Kanistern zur Hilfe eilenden Unterstützer zu decken."

      in der not entwickeln manche menschen echt geist
      gut gemacht und weiter so !

      die haben noch den alten mumm in den knochen
      die werden sogar die militärs dumm dreinschauen lassen
      und polizist möchte ich da jetzt nicht sein ;-)

      drängt trudoooo und die anderen dahin zurück wo sie hergekrochen kamen
      die brauchen wir nicht
      die wollen wir nicht
      die haben keinerlei mitgefühl daher auch keines verdient