Höcke in der Offensive: Der Thüringer AfD-Chef spricht am Montag bei Pegida

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Das ist schon wieder ein Paukenschlag von Björn Höcke: Beim 200. Abendspaziergang von Pegida am kommenden Montag in Dresden wird auch der Thüringer AfD-Chef reden.

Der Mann hat Mumm, und er nutzt das Momentum: Am kommenden Montag, 17. Februar 2020, tritt Höcke bei der Dresdner Bürgerbewegung auf. Damit zeigt er: Nachdem er mit dem genialen Kemmerich-Coup von Erfurt aus die gesamte politische Szene in Deutschland aufgemischt hat, lehnt er sich nicht zurück, sondern bleibt in der Offensive und geht dahin, wo der außerparlamentarische Protest lebt. Während in den vergangenen Tagen die Linken die Straße beherrschen und sich, mit freundlicher Unterstützung der Medien, als Zivilgesellschaft kostümiert haben, gibt er damit einer Gegenoffensive des demokratischen Deutschland prominente Rückendeckung. Endlich wird der Schulterschluss zwischen Partei und Bewegung, der in den letzten eineinhalb Jahren seitens der AfD fast vollständig vernachlässigt worden ist, wieder hergestellt!

Zum letzten Mal trat Höcke Mitte Mai 2018 bei Pegida auf. In seiner Rede sprach er Worte, die auch auf die aktuelle Situation nach dem Merkel-Putsch in Thüringen passen:

Liebe Freunde, wer das Treiben der herrschenden Politiker in diesem Land beobachtet, kann kaum den Eindruck gewinnen, dass hier moralisch integre Persönlichkeiten am Werk sind. Zur moralischen Integrität würde ja gehören, nicht einen Amtseid zu leisten, von dem man weiß, dass man ihn nicht befolgen wird. Die Bundeskanzlerin und ihr Kabinett haben diesen Amtseid vor zwei Monaten wieder geschworen: Sie schworen, den Nutzen des deutschen Volkes zu mehren.

Aber dieselben Leute bestreiten gegen die Buchstaben und den Geist des Grundgesetzes, dass es so etwas wie ein deutsches Volk überhaupt gibt. Und sie verteufeln jeden als „völkischen Nationalisten“, der die Interessen des Volkes tatsächlich zur Richtschnur seines Handelns macht. Die Diffamierung durch eine in weiten Teilen deformierte politische Klasse macht uns nur selbstsicherer. Ja, sie ist für uns ein politischer Ritterschlag. Denn wir wissen: Wir sind Deutsche, und die selbstbestimmte Zukunft unseres Volkes ist und bleibt unser Auftrag!

Sie schworen, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes zu achten. Aber sie brachen es bereits, ohne mit der Wimper zu zucken, vor Jahren im Rahmen der Eurorettungspolitik und der Energiewendepolitik. Und sie brechen es gegenwärtig in Permanenz, um das millionenfache illegale Eindringen von Ausländern zu ermöglichen. Ja, man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen, dass ein Anruf des ehemaligen Innenministers Thomas de Maizière bei den leitenden Dienststellen der Bundespolizei Anfang September 2015 genügte, um bis heute das Dublin-III-Abkommen, das Grundgesetz, das Asylgesetz und das Aufenthaltsgesetz außer Kraft zu setzen. Ein Land kann nicht mehr als Rechtsstaat bezeichnet werden, wenn die höchsten Regierungsvertreter nicht mehr Recht und Gesetz befolgen.

Die Bundesrepublik Deutschland ist unter der Ägide der Altparteien zu einer in Teilen despotischen Bananenrepublik geworden!

Und sie schworen am 14. März dieses Jahres [Vereidigung der neuen Bundesregierung] erneut, Schaden vom deutschen Volk zu wenden. Aber sie betreiben eine Politik, die uns das hart erarbeitete Geld raubt, uns die demokratische Kontrolle über das eigene Schicksal entzieht, ja, uns Deutsche zu Fremden im eigenen Land macht. Wir wissen: Heimat kann man nicht nur durch Vertreibung verlieren, ein Schicksal, das 15 Millionen Deutsche nach Kriegsende zu erleiden hatten. Heimat verliert man auch dadurch, dass man zur Minderheit im eigenen Land gemacht wird. Auch wir Deutschen sind Menschen, und Heimatrecht ist Menschenrecht.

Eine Politik, die Menschen ihre Heimat raubt, ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, und der Widerstand dagegen ist nicht nur erlaubt, sondern moralische Pflicht!

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Als Höcke Mitte Mai 2018 bei Pegida sprach, kamen 8.000 Menschen zusammen. Es wäre schön, wenn am kommenden Montag die 10.000er-Marke geknackt würde – damit ganz Deutschland sieht, dass dieser Mann Unterstützung aus dem Volk hat. Beginn der Kundgebung ist um 18.30 Uhr auf dem Dresdner Neumarkt. COMPACT wird mit einem Kamerateam und Informationsmaterial vor Ort sein.

Über den Autor

Jürgen Elsässer

Jürgen Elsässer, Jahrgang 1957, arbeitete seit Mitte der neunziger Jahre vorwiegend für linke Medien wie Junge Welt, Konkret, Freitag, Neues Deutschland. Nachdem dort das Meinungsklima immer restriktiver wurde, ging er unabhängige Wege. Heute ist er Chefredakteur von COMPACT-Magazin. Alle Onlineartikel des Autors

17 Kommentare

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    Friedrich Köhler am

    Super die IB-Wahllotterie!

    Die Höcke-Reden der letzten 5 Jahre gehören in jeden buntesdepublikanischen Haushalt (wie annodunnemals die Mao-Bibel in jeden chinesischen).

    Nebenbei: Genießenswert ist auch das Manifest der WerteUnion. Es liest sich wie eine (wenn auch unvollständige) Anklageschrift im Zuge eines künftigen Gerichtsverfahrens gegen die CDU (die seit 1949 mit Unterbrechungen "die Verantwortung trägt"). Thomas de Maizière (mit fränkischem Migrationshintergrund) beweist übrigens, wie schwer (unmöglich) die von der WerteUnion – über die bloße Integration hinaus – geforderte Assimilation an das Deutsche wäre.

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    DerSchnitter_Maxx am

    "Angriff" ist die beste Verteidigung …

    … und dann, mit ihren eigenen "Waffen" … entwaffnen … 😉

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    heidi heidegger am

    Hah!, auch Elsässer ist voll am reimen und räppen unn dat -> "Der Mann hat Mumm, und er nutzt das Momentum.." ist ne Anerkennung meiner Arbeit (quasi), danke. 🙂

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      heidi heidegger am

      Teil 2

      aber: meine Freunde Elsässer&Höcke haben nicht den *haucheinerschanngsé* gegen äh ämm NippelNiebel (seine BW-Mütze wollte isch auf ebay ersteigern..klappte aber nischt, pah!)

      [ Ex-FDP-Minister Niebel zur Skandal-Wahl in Thüringen | DW Nachrichten ]

      /watch?v=rb26yacJ85U

      LOL + *iba*

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        Heinrich Wilhelm am

        Der Niebel hat ja noch, was heute bei den Altparteien unbekannt ist: Eine Haltung!
        Elsässer hat ja einmal gesagt, dass er sich frühere Zustände hierzulande zurückwünsche. Damals sei auch nicht alles in Ordnung gewesen, aber man habe frei atmen können.
        Und da setze ich doch glatt mein "Heinrich-Wilhelm" darunter.

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    Daniel Knight am

    Wäre auch von Vorteil wenn mehr junge Menschen sichtbar wären. Bei Pegisa handelt es dich ja leider eher um 60+

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      Junge Menschen interessieren sich eben selten für Politik. Die wissen ganz genau, daß sie mit ihrer Anzahl gegen die Älteren nie ankommen können. Also interessieren die sich lieber für ihr Privatleben und ihre berufliche Karriere. Weil sie so Wenige sind, stehen ihnen hier alle Türen und Tore offen – und wenn die Rahmenbedingungen zu schlecht werden, kann man ja noch auswandern …
      Lediglich die, die von ehrlicher Arbeit nichts halten und lieber parasitär leben wollen, gehen zur Antifa und lassen sich da bezahlen.

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    Horst Kleinschmidt am

    Leute,auf nach Dresden,zu Pegida und den Zecken, Demokratie zeigen !!!

    Bis Montag.H.K.

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    Marques del Puerto am

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    *Endlich wird der Schulterschluss zwischen Partei und Bewegung, der in den letzten eineinhalb Jahren seitens der AfD fast vollständig vernachlässigt worden ist, wieder hergestellt!*

    Ob es einen echten Schulterschluss geben wird wage ich in Anbetracht der Tatsache, dass die AfD unter Meuthen ja von Mitte rechts in Richtung Mitte links umgebaut werden soll, für zu ehrgeizig erhofft. Wir können jetzt schon wetten das die Bundes AfD sicher kein Beifall klatschen werden.
    Natürlich wäre es unklug momentan ihr bestes Zugpferd öffentlich zu tadeln, aber Höcke ist ein absoluter Grenzgänger und hat mit der Zeit eben auch gelernt, welche Grenze für ihn erreichbar ist, oder es lieber nicht machen sollte. Und in den letzten Monaten gingen die Besucherzahlen von Pegida leider ja auch zurück. Frischer Wind wird er sicherlich mitbringen, aber zum echten Sturm den wir schon länger bräuchten wird es nicht reichen.
    Das Zaubermittel dafür ist Zusammenhalt und nochmals Zusammenhalt, damit es in der Oberliga der gesamten patriotischen Liga nicht darum geht wer den Längsten hat, sondern was können wir alle gemeinsam tun um wirklich was zu bewegen.

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      Marques del Puerto am

      Jürgen Elsässer sollte dies dort auch nochmal bekräftigen und daran erinnern, dass nicht ein paar Hundert hier oder 2000 Leute da, haben 1989 die Honecker Regierung gestürzt, sondern Hunderttausende die auf der Straße standen, die Arschbacken zusammen pressten so das die Prägung vom DDR 5 Mark Stück nicht mehr zu sehen war. Und auch wenn viele von früher wieder da stehen, heute 60 oder 70 + sind, wir sind nach 30 Jahren BRD und Merkel Regentschaft schon wieder angekommen in der DDR Verfolgungs und Meinungsdiktatur. Wir sind wieder angekommen an einen Punkt den wir nie für möglich gehalten hätten und auch nie wollten.

      Mit besten Grüssen

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    Jeder hasst die Antifa am

    Ich hoffe die Dresdener kommen recht Zahlreich um Höcke für seinen Schachzug gegen die Rotgrüne Maffia zu feiern und um einen großen Wall gegen die roten Schxxhausfliegen der Antifa zu bilden

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    Michael Höntschel am

    Höcke ist ein brillanter Schachspieler. Die Wahl in Thüringen hat noch einen Verzögerungszünder dessen Splint die Altparteien selbst gezogen haben. Indem sie sich die Selbstverpflichtung auferlegten kein Wahlergebnis zu akzeptieren welches durch Stimmen der AfD beeinflusst wurde. Wahlen sind dadurch derzeit praktisch unmöglich! Es braucht möglicherweise nur noch ein Quäntchen Druck um die Abgrenzung der CDU zur AfD zu durchbrechen. Im Dresden – Besuch Höckes sehe ich den Versuch den Druck zu erhöhen. Viele Pegisten sehen in Höcke noch immer den Messias. Wir sollten aber nie vergessen, wie uns die AfD verraten hat. Auch Höcke hat in Chemnitz seinen Anteil dazu geleistet. Die seit langen stagnierenden Teilnehmerzahlen bei den Spaziergängen in Cottbus und Dresden gehen sicher mit auf die Kappe der AfD. Deren Verrat hat bei Einigen zu Resignation geführt. Ich fürchte, wir sollen auch diesmal nur als Katalysator für den Einstieg der AfD bei der CDU benützt werden. Einige werden glauben, damit kommt man doch dem gemeinsamen Ziel näher. Leider wird „PEGIDA“ es sein, die auf dem Altar dieser Ehe ein weiteres Mal geopfert wird.

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      Jeder hasst die Antifa am

      Leider hat die DIstanzeritis die einige AfD Funktionäre immer wieder anwenden wollen nur negatives für die AfD eingebracht damit sich den Lumpen Parteien CDU und FDP anzubiedern ist gründlich in die Hose gegangen denn die haben nur ein Ziel die totale Vernichtung der AfD mit allen Undemokratischen mitteln.

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        DerSchnitter_Maxx am

        Zu Kreuze kriechen und speichellecken… hat -den- kriechenden Schleimspur-Leckern noch nie etwas genutzt 😉

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