Gesünder leben! Muss man deswegen auf Fleisch verzichten?

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Wenn es um den Fleischkonsum geht, konkurrieren die Bilder von der schön ausgeleuchteten Fleischtheke mit denen vom leidenden Vieh auf Tiertransporten. Konkurrieren Bilder von gemütlichen Grillpartys mit den jüngsten Nachrichten aus deutschen Schlachthöfen. Muss man zukünftig tatsächlich auf Fleisch verzichten, um gesünder und mit besserem Gewissen zu leben? Und wie sieht es mit wertvollen Inhaltsstoffen im Fleisch aus?

Klar, solche Nachrichten wie die von den Schlachthöfen bei Tönnies bringen insbesondere den Veganern weiteren Zulauf. Veganer, das waren bis vor einigen Jahren ein paar Auserwählte, die auf sämtliche tierische Produkte verzichteten und eher bedauernswert erschienen, als dass sie zum Nachahmen ermunterten. Seitdem vegan auch ein bisschen hipp ist und sich wunderbare vegane Gerichte zaubern lassen, wird die Schar derer größer, die sich nur vegan ernähren. Auch die der Neugierigen wächst, die eben bloß mal probieren wollten und positiv von veganer Kost überrascht werden.

Doch muss man deswegen auf Fleisch verzichten? Ist man dann ein besserer Mensch? Zugegeben Vegetarier und oft auch Veganer sehen schlanker und gesünder aus als Fleischesser. Durchschnittlich isst jeder Deutsche täglich etwa 150 g Fleisch und Fleischprodukte. Das klingt zwar nicht viel, liegt aber deutlich über den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) mit 600 g pro Woche.

Was auch bedeutet, dass es viele gibt, die täglich eher mehr Fleisch essen. Studien über die schädlichen Folgen von Fleischkonsum greifen dann auch gerne solche Vielesser auf, um den warnenden Zeigefinger zu erheben.

Um es kurz zu machen: weniger Fleisch ist absolut ok. Ganz darauf verzichten muss man nicht, wenn man seine Ernährung auf eine pflanzliche Basis umstellt. Dann kann man sich auch öfter mal ein Steak gönnen, sozusagen als Belohnung, wie früher der Braten zum Sonntag.

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Fleisch ist nicht gleich Fleisch

Auch beim Fleisch gibt es Unterschiede zu beachten. Zum einen ob und wie es verarbeitet ist. Woher es kommt. Ob es sogenanntes rotes oder weißes Fleisch ist. Wer viel aber unbearbeitetes Fleisch isst, gleichzeitig ballaststoffreich und zuckerarm, der hat ein geringes Krankheitsrisiko. Bei der Paleo-Diät ist das etwa der Fall.

Unter Experten gilt die Mittelmeerdiät als die gesündeste Ernährungsform. Doch es ist nicht, was der Name suggeriert – eine Diät. Eher könnte man sagen, das ist die Gewohnheit wie einige der Mittelmeeranrainer essen. Hier geht es nicht ums Kalorienzählen, sondern um ausgewogene Ernährung. Viel Gemüse und Obst, ballaststoffreich, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse, Fisch, gesunde Öle, weniger Fleisch und sogar Alkohol – in Maßen. Möglichst wenig verarbeitete Lebensmittel. Wenig Weizen und zuckerarm. Das sieht nicht nach Verzicht aus! Sondern eher nach Genuss, denn eine Komponente ist hier vor allem wichtig: Lassen Sie sich Zeit beim Essen!

Diese Ernährungsmethode hilft nicht nur beim – langsamen – Abnehmen, sondern auch gegen Krankheiten wie Alzheimer. Bei Vergleichsstudien schneiden daher auch nicht die Vegetarier und Veganer gut ab, sondern Menschen, die wenig Fleisch essen. Oha!

Fleisch oder Pflanze?

Vegetarier versus Fleischesser? Wer lebt gesünder? Hier sind die Expertenmeinungen geteilt. Denn zum Leben gehört noch mehr als die Art sich zu ernähren. Viele weitere Faktoren spielen hier eine Rolle. Etwa Stress, Bewegungs- und Schlafmangel, Aufenthalt im Freien. Aber auch, ob man mit sich im Reinen, „mittig“ ist.

Welches Fleisch?

Auch hier wird unterschieden in sogenanntes rotes und weißes Fleisch. Zum roten gehören Rind, Lamm, Schwein oder Wild. Weißes hingegen ist das vom Geflügel. Zwar gibt es in rotem Fleisch Inhaltsstoffe wie Carnitin, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Probleme mit den Gefäßen verursachen könnten, doch auch hier kommt es wie immer auf die Menge an.

Astaxanthin, der vielfältige Wunderstoff

Auch bei bestimmten Krebsarten soll rotes Fleisch eher förderlich, also schädlich sein. Eine große Studie mit etwa 500.000 Menschen zeigte, dass das Darmkrebsrisiko um 50 Prozent steigt, wenn die tägliche Fleischmenge um 100 g über den Empfehlungen liegt. Bei Wurst wären es sogar 70 Prozent.
Was jedoch das erhöhte Krebsrisiko bei rotem Fleisch verursacht, ist bisher nicht geklärt. Lange vermutete man den relativ hohen Eisenanteil, doch Studien konnten dies nicht belegen.

Eine weitere Theorie sieht eine bestimmte Klasse von Erregern als Verursacher. Diese „Bovine Milk and Meat Factors (BMMF)“ gelangen durch den Konsum von Fleisch- und Milchprodukten des europäischen Rinds in den menschlichen Darm. Dort komme es zu einer chronischen Entzündung, die indirekt die Entstehung von Darmkrebs fördere, so Nobelpreisträger Harald zur Hausen. Doch das ist bisher nur Theorie.

Was jedoch nachweisbar ist, dass eine balaststoffreiche Ernährung mit Vollkorn, Saaten, bestimmten Gemüsesorten oder auch Joghurt der Darmflora gut tut. US-Forscher haben bestätigt, dass dadurch mehr schützende Arten von Darmbakterien vorkommen. Auch die Zubereitung von Fleisch sollte Beachtung finden.

Pökeln, Räuchern oder starkes Erhitzen fördert die Entstehung gesundheitsschädlicher Stoffe. Gerade, wer an chronischen Entzündungen leidet, sollte gepökeltes und geräuchertes Fleisch eher meiden. Methoden wie das Pökeln und das starke Erhitzen kommen besonders bei industriell verarbeitetem Fleisch zum Einsatz, dazu zählen etwa Wurst und Schinken. Entsprechend sind verarbeitete Fleischprodukte besonders ungesund. Aber das gilt für alle stark verarbeiteten Lebensmittel, etwa durch den Einsatz sogenannter Transfette.

Bei Fisch und Geflügel ist vor allem die Bezugsquelle entscheidend. Aus Mast- und Aufzuchtanlagen kann dieses voll mit Antibiotika sein. Auch das gilt für viele Lebensmittel. Wer hier die Augen aufhält, kann tatsächlich auf die guten Inhaltsstoffe hoffen, die in diesen enthalten sein sollen.

Generell gilt für Fleisch, dass es einen hohen Nährwert hat, etwa durch das enthaltene Eiweiß. Mit Eisen, Zink, Selen und besonders den B-Vitaminen verfügt es über wichtige Mineral- und Vitalstoffe. Nicht zu vergessen die Vitamine A, D und K. Auch verbessert Fleisch die Aufnahme von Nährstoffen aus pflanzlicher Kost. Es gilt hier als sogenannter Resorptionsvermittler. Klar könnte man all diese Nährstoffe auch anders, pflanzlich abdecken, aber mit welchem Aufwand?

Coenzym Q10

Lebensweise entscheidender Faktor

Man kann versuchen, sich so gesund zu ernähren wie möglich, passt die Lebensweise nicht, ist vieles umsonst. Denn sowohl die vielen gesunden Zutaten, der reduzierte Fleischkonsum als auch eine gesunde Lebensweise haben zum Ziel, möglichst das Entstehen entzündlicher Prozesse zu verhindern.

So weiß man, dass durch Weizen, Zucker, stark verarbeitete Lebensmittel, Transfette, zu viel Fleisch- und Milchprodukte entzündliche Prozesse in unserem Körper genauso gefördert werden wie durch Stress, Schlaf- und Bewegungsmangel, unregelmäßige Mahlzeiten, Hast und Eile beim Essen, einseitige Belastungen, zu wenig Aufenthalt an der frischen Luft usw.

Hierdurch erzeugen wir ein Übergewicht an freien Radikalen, die auf ihrer Jagd nach dem fehlenden Elektron die Zellen unseres Körpers angreifen. Diese geraten unter oxidativen Stress und werden geschädigt. Dadurch entstehen entzündliche Prozesse, die später zu chronischen Krankheiten werden können. Will man diese Kette verhindern, gilt es mit starken Antioxidantien dagegenzuhalten, z. B. mit dem immer beliebter werdenden Astaxanthin. Hier im Übrigen dazu mehr.

Diese zunächst stillen Entzündungen sind inzwischen auch von der Schulmedizin anerkannte Ursachen für die Entstehung der Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf, Diabetes-Typ-2, Alzheimer – um nur einige zu nennen.

Gerade im Alter – schon ab 40 – werden wir anfälliger für die Entstehung solcher Entzündungen und in der Folge der o. a. Erkrankungen. Unsere Energieproduktion in den Zellen beginnt im Laufe des Lebens zu erlahmen, da ein wichtiger Mikronährstoff nicht mehr ausreichend produziert wird. Es handelt sich um das Coenzym Q10. Ist der Q10-Spiegel zu niedrig, sinkt zum einen die Energieproduktion in den Mitochondrien und zum anderen werden diese und die Zellen geschwächt.

Geschwächte Zellen können einerseits durch die freien radikalen noch einfacher angegriffen werden. Andererseits sterben diese häufig den frühen Zelltod, was uns vorzeitig altern lässt. Gut zu beobachten z. B. an der Haut, die Spannkraft verliert und faltig wird. Daher ist Q10 oft auch in Kosmetika enthalten und wird unter Anti-Aging vermarktet. Dass Q10 noch viel mehr kann, haben wir hier beschrieben.

Die moderne Lebensweise bringt viele Annehmlichkeiten mit sich. Jedoch führen manche zu einem ungesunden Lebensstil. Es gilt aktiv dagegen zu halten. Dazu gehört ein geregelter Tagesablauf, mit festen Mahlzeiten, wenig Stress, Ausgleich zwischen Spannung und Entspannung, Bewegung an frischer Luft und vorzugsweise Sport im niedrig-intensiven Bereich. In diesem Lebensumfeld ist gesunde Ernährung auf pflanzlicher Basis mit wenig(er) Fleisch ein wichtiges Puzzleteil, um bis ins hohe Alter geistig und körperlich fit zu bleiben.

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Zusammenfassung

Unser modernes Leben und der damit verbundene Wohlstand führen dazu, dass wir uns zu jeder Zeit fast alles leisten können. War früher der Sonntagsbraten noch etwas Besonderes, kann heute jeden Tag Sonntag sein. Zumindest was das gute Essen angeht. Gleichzeitig ist unser Leben voller, oft hektischer und meist auch stressiger geworden. Das lässt uns immer weniger innehalten und birgt ungute Entwicklungen: Die Zahl der Übergewichtigen, der schon früh an Diabetes- und Herz-Kreislauf-Erkrankten wächst bedrohlich.

Neben der Lebensweise gilt die Ernährung als ein Schlüssel, ob man das immer höhere Alter auch geistig und körperlich fit erlebt. Übermäßiger Fleischkonsum birgt gesundheitliche Risiken und wird gerne dazu benutzt den Fleischkonsum an sich zu verdammen. Doch in Maßen – eingebaut in gesunde Kost auf pflanzlicher Basis – kann Fleisch eine wohlschmeckende Bereicherung auf unserem Speiseplan sein. Die – nicht fleischlose – Mittelmeerdiät wird nicht umsonst seit Jahren als das Maß aller Dinge in Sachen Ernährung gepriesen.

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