Ewige Jugend: Wie und warum das Altern im Kopf beginnt!

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Dass der Traum von der ewigen Jugend auch in diesem Artikel einer bleibt, sollte klar sein. Dass aber das Altern tatsächlich im Kopf beginnt, sogar von diesem gesteuert wird, haben jüngste Studien ergeben. Da eine direkte Therapie mit den entsprechenden Verjüngungshormonen (noch) ausscheidet, sollten die anderen Hinweise beachtet werden. Vermeiden Sie entzündliche Prozesse jeder Art in Ihrem Körper und richten Sie Ihre Lebensweise darauf aus. Einem langen Leben steht dann nichts mehr im Wege.

Ewige Jugend – für immer fit. Stoff für unzählige Bücher und am Ende auch Filme finden sich in diesem Thema. Mal ist es die Wunderdroge, dann wiederum der rechtzeitige Ersatz für alternde Teile und die damit verbundenen Klone-Fabriken. Immer dreht es sich darum, dass meist eine besonders vermögende Gruppe unserer Spezies die ewige Jugend oder zumindest das fast endlos währende Leben erkaufen möchte. Auch wenn alsbald klar wird, dass es sich tatsächlich um reine Fiktion handelt, so gibt es weltweit zahlreiche Forschungen, die sich mit dem Altern beschäftigen.

Viele Menschen haben Angst vor dem Altwerden, verbinden sie doch damit eine Reihe körperlicher und optischer Veränderungen, mit denen sie sich nur schwer abfinden können. Dass eine ungünstige Lebensweise, insbesondere die Ernährung, wie auch bestimmte Erbanlagen zu einem schnelleren Altern beitragen, ist bereits vielfach belegt. Gibt es darüber hinaus noch Faktoren, eventuell eine Schaltzentrale in unserem Körper, die über das Altern befindet?

Wenn schon die ewige Jugend nicht möglich ist, so lässt sich vielleicht der Prozess des Alterns aufhalten? Dass es auf diesem Wege Fortschritte gibt, hat jüngst eine neue Studie in den USA ergeben, die von Prof. Dong Sheng Kai durchgeführt wurde. Es stieß dabei auf erstaunliche Erkenntnisse, die grundsätzlich auf das Altern zuzutreffen scheinen: Altern beginnt im Kopf. Es ist der Hypothalamus, ein kleiner Bereich in unserem Gehirn. Von hier aus werden viele Hormone und Botenstoffe gebildet, die nahezu jede Körperfunktion beeinflusst, sei es das Wachstum, die Fortpflanzung oder den Stoffwechsel. Könnte es auch das Altern sein?

Astaxanthin, der vielfältige Wunderstoff

In seinen Experimenten mit Mäusen konnte er den Alterungsprozess gezielt steuern. Ein großes Thema spielen dabei offenbar entzündliche Prozesse. Von denen weiß man bereits, dass sie für viele Schädigungen in unserem Körper verantwortlich sind, vor allen Dingen wenn diese länger andauern oder sogar chronisch werden. Zwar sind Entzündungen als eine Antwort unseres Immunsystems zu verstehen. Jedoch, wenn diese irgendwo im Körper schlummern, werden ständig Entzündungsmarker ausgeschüttet. Das Immunsystem reagiert dann wiederum auf diese Marker. Was oft zu einem „Überschießen“ des Immunsystems führt.

Auch altersbedingte Krankheiten können so entstehen. Dazu gehören beispielsweise die des Herzkreislaufsystems, neurologische Erkrankungen, verschiedene Arten von Krebs sowie Diabetes, zumindest Vorstufen davon. Der Hypothalamus kann solche entzündlichen Prozesse gezielt einleiten. Eine besonders wichtige Rolle scheint hierbei ein Protein-Komplex zu spielen, den man den NF-KB-Faktor nennt. Er übernimmt auch noch viele andere Aufgaben, aber bei Entzündungen steht er in der ersten Reihe, sozusagen gibt er sogar den Startschuss.

Auf sein Experiment mit den Mäusen bezogen konnte er durch die Aktivierung des NF-KB-Faktors den Alterungsprozess massiv beschleunigen. Sein Fazit: Die Aktivierung förderte die Alterung des gesamten Organismus und verkürzte die Lebensspanne.“ Auch der umgekehrte Weg ist spannend. Mit der Blockierung konnte der Alterungsprozess verlangsamt, ja die Lebenserwartung im Vergleich zu anderen Mäusen verlängert werden.

Also eine 1:1-Beziehung? Werden durch diesen Faktor erst einmal entzündliche Prozesse angestoßen, beginnt schnell ein Teufelskreis. Denn bei diesen Prozessen werden wiederum Botenstoffe erzeugt, die den NF-KB-Faktor wiederum anstoßen können, was die Entzündungen noch verstärkt. Ganz wichtig: jede Form von Zellstress, insbesondere die dadurch vermehrte Bildung freier Radikale treibt die Aktivierung von NF-KB voran. Ein Teufelskreis. Als Folge können verschieden Autoimmun- und andere degenerative Erkrankungen ausgelöst werden. Als wirksames Gegenmittel gegen den Zellstress durch freie Radikale helfen Antioxidantien. Diese bekämpfen und neutralisieren die freien Radikalen und bekämpfen die Entzündungen sozusagen von innen her.

Verjüngungshormon?
Ein weiterer negativer Aspekt: mit der Aktivierung des NF-KB-Faktors wird im Ergebnis der Ausstoß von sogenannten Gonadotropinen gebremst. Diese wiederum sind wichtig für die Bildung von Geschlechtshormonen. Jeder Mann, der sich mit Best Aging bereits beschäftigt hat, weiß dass eine Therapieform die zusätzliche Gabe von Testosteron ist. Da der Ausstoß dieses männlichen Sexualhormons mit dem Alter nachlässt.

Prof. Kai liefert nun die Erklärung, was in uns passiert, wenn wir nicht mehr genügend Sexualhormone herstellen können. Unser Körper reagiert so, als ob man offenbar nicht mehr im fortpflanzungsfähigen Alter sei, also ganz schön alt sei: man beginnt zu schrumpfen, Falten zu werfen, vergesslich und damit tatsächlich alt zu werden. Wow! Sollte es so einfach sein? Die Therapie mit Testosteron deutet zumindest in diese Richtung.

Um diese These zu beweisen, injizierte man den (armen) Mäusen besagte Gonadotropine über einen längeren Zeitraum direkt ins Gehirn. Daraufhin kam es im Mäusehirn offenbar nicht zum altersbedingten Abbau von Nervenzellen. Es spricht sogar vieles dafür, dass es sogar zur Neubildung von Nervenzellen kam, da die Mäuse auch mit fortschreitendem Alter geistig äußerst rege und lernfähig blieben. Ausgelöst durch Hormone, die die Bildung von Sexualhormonen anregen!

Verdeutlicht man sich die Erkenntnisse dieser verblüffenden Studie, so scheinen zwei Wege möglich, frisch und jung zu bleiben: Man lässt sich täglich auch solche Injektionen verabreichen, direkt ins Gehirn. Doch diese Methode scheidet zunächst aus und ist für viele Jahrzehnte noch Utopie. Der zweite Weg ist jedoch vielversprechend und für jeden machbar: Man konzentriert sich auf sämtliche Maßnahmen, die Zellstress, insbesondere oxidativen Stress und damit Entzündungsprozesse verhindern können.

Coenzym Q10

1. Zellstress
Meiden Sie möglichst viele der Zellstress auslösenden Faktoren. Zu diesen schädlichen Einflüssen zählen anhaltender Schlafmangel, Dauerstress und psychische Probleme sowie mit Toxinen belastete Lebensmittel, stark industriell verarbeitete Lebensmittel, Nikotin, Alkohol und andere Drogen. Durch den Zellstress wird die Entstehung freier Radikale ausgelöst. Diese wiederum setzen Prozesse in Gang, die chronische Entzündungen in uns entstehen lassen.

2. Antioxidantienversorgung 
Versorgen Sie Ihren mit Antioxidantien – und blockieren Sie auf diese Weise die Entstehung chronischer Entzündungsprozesse gleich im Vorfeld. Folgende Lebensmittel sind besonders reich an Antioxidantien: Früchte, Gemüse, Salate, frische Kräuter und Wildpflanzen, Sprossen, Ölsaaten und Nüsse. Zusätzlich ist es sinnvoll, Antioxidantien in Form von hochwertigen und natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln einzunehmen, wie Astaxanthin,

Curcumin, dieses hemmt nachweislich die NF-kB- Aktivität. Ebenso ist zu empfehlen: Glutathion. Neben seiner stark antioxidativen Wirkung ist Glutathion ferner in der Lage, Vitamin C, das bereits ein freies Radikal inaktiviert hat und in dessen Folge selbst inaktiv wird, wieder in seine aktive Form zurück zu verwandeln, so dass es weiterhin den Kampf gegen die freien Radikale aufnehmen kann.
Als Anti-Aging-Geheimrezept gilt OPC, insbesondere für die Haut. OPC repariert gemeinsam mit Vitamin C das Kollagen in der Haut und sorgt auf diese Weise für eine elastische, zarte Haut voller Spannkraft.

3. Vitamin D und Mineralstoffversorgung
Vitamin D3 und das Cortisol (körpereigenes Cortison) sind zwei außerordentlich wichtige Co-Faktoren, die die Hemmung des NF-kB unterstützen und so mit dazu beitragen, dass die durch dessen Aktivierung entstandenen Auswirkungen auf den Körper wieder abklingen können. Vitamin D kann jedoch nicht aktiviert werden, wenn nicht ausreichend Magnesium vorhanden ist. Im Verbund mit Magnesium ist Vitamin D3 in der Lage, die Produktion entzündungsauslösender Botenstoffe zu hemmen und sie in ihrer Wirkung deutlich abzuschwächen. Aber auch diese äußerst wichtige Eigenschaft setzt einen ausreichend gefüllten Speicher an Magnesium und Vitamin D voraus – was in mitteleuropäischen Breiten zunehmend selten der Fall ist, da die meisten Menschen unter einem chronischen Vitamin-D-Mangel leiden.

Magnesium Brain

Dass die erhöhte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, den vermehrten Verbrauch von Magnesium auf den Plan ruft, konnten wir bereits in diesem Artikel thematisieren. Häufig wird bei chronischen Entzündungsprozessen in der Schulmedizin synthetisches Cortison eingesetzt.

Das synthetische Cortison unterdrückt zwar die mit der Entzündung einhergehenden Symptome, kann den Körper jedoch nicht heilen, da die Ursache der Entzündung – oxidativer Zellstress in Verbindung mit Antioxidantienmangel – nicht berücksichtigt wird. Zudem hat die langfristige Einnahme von Cortison gravierende Nebenwirkungen. So werden die Schleimhäute und die Haut mit der Zeit immer dünner, viele Patienten schwemmen vor allem im Gesicht stark auf (Vollmondgesicht).

Es drohen Übergewicht, Diabetes, Osteoporose – wobei dies nur einige der möglichen Nebenwirkungen einer Cortison-Therapie sind. Insbesondere die Osteoporose steht in direktem Zusammenhang mit einem Magnesiummangel, der durch die Cortisongabe vergrößert wird. Diesem Mangel kann man jedoch mit der zusätzlichen Gabe von entsprechenden Präparaten vorbeugen. Dass Libido und Potenz unter der Cortisongabe leiden, ist eine der quälendsten Nebenwirkungen.

Energieversorgung optimieren
Unsere Zellkraftwerke sind unsere Mitochondrien. Doch um die Nahrungsenergie auch in Zellenergie umzuwandeln, bedarf es eines vitaminähnlichen Stoffes, der unter dem sperrigen Namen Coenzym Q10 daherkommt. Dieses Enzym kann unser Körper selber herstellen. Doch schon mit 30 lässt die Produktion nach. Ab 40 wird es schon dramatisch, sie beträgt dann nur noch etwa 70 Prozent.

Schon eine um 25 Prozent verminderte Versorgung mit Q10 verursacht Schäden an unseren Mitochondrien. Damit wird unsere Energieversorgung entscheidend gemindert. Ein Q10-Mangel wirkt sich auch unmittelbar auf die Elastizität der Zellmembran aus. Die Folge Zellen und insbesondere die Haut altern schneller. Daher ist ab 40 auf eine ausreichende Versorgung mit Q10 zu achten.

4. Gesunde Lebensweise
Ernähren Sie sich generell gesund und ausgewogen. Abwechslungsreich und regelmäßig darf es sein. Auch ausreichend trinken will gelernt sein. Hier reicht zumindest in Deutschland einfaches Leitungswasser. Insbesondere morgens und in der ersten Tageshälfte brauchen Ihre Nieren viel Flüssigkeit, um die über Nacht angesammelten Giftstoffe ausscheiden zu können.
Weniger Stress, dafür mehr Phasen der Ruhe, die sich mit denen von ausgleichender sportlicher Aktivität abwechseln sollten.
Immer zur gleichen Zeit schlafen gehen, gewöhnt Ihren Körper an den Rhythmus und lässt Sie erholt aufwachen und das Tagwerk ausgeruht angehen. Ein ausgeglichenes Familien- und Liebesleben trägt ebenfalls sehr zur Verlangsamung des Alterungsprozesses bei. Gönnen Sie sich hin und wieder eine Auszeit!

Zusammenfassung
Der Traum von der ewigen Jugend darf ein ewiger bleiben. Jedoch haben wir es in der Hand, nicht nmur unser Leben entscheidend zu verlängern, sondern auch möglichst lange geistig und körperlich fit zu bleiben. Wir sollten daher unbedingt auf entzündliche Prozesse achten, die in unserem Körper ihr „stilles“ Unwesen treiben können. Dazu gehört z. B. auch die Zahngesundheit (Parodontitis). Weil diese Entzündungen ihre Marker auch anderswo im Organismus verteilen, können dadurch weitere Immunreaktionen ausgelöst werden. Was wiederum zu chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf oder auch Alzheimer führen kann.

Ab einem bestimmten Alter ist auch auf eine ausreichende Q10-Versorgung zu achten, da die körpereigene schon mit 40 nur noch 70 Prozent des benötigten Levels erreicht. Wer dann auch noch auf gesunde und ausgewogene Ernährung setzt, gepaart mit einem stressfreien Leben und ausreichend Bewegung, hat gute Chancen auch im hohen Alter die Freuden des Lebens zu genießen.

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