Gelenkschmerzen kennt fast jeder. Doch kritisch wird es, wenn aus dem „Ziehen“ eine dauerhafte Entzündung wird – dann beginnt ein Teufelskreis, der Bewegung zur Belastung macht. Denn wenn Entzündung bleibt, wird jede Bewegung zur Rechnung – und irgendwann zahlt man mit Lebensqualität.*
Unsere moderne Lebensweise liefert den perfekten Nährboden: zu wenig Bewegung, zu viel Sitzen, ungewohnte Haltung – und oft eine einseitige Belastung, die der Körper irgendwann quittiert. Selbst wer körperlich arbeitet, kann falsch und ungleichmäßig belasten. Und auch Sport ist nicht automatisch die Lösung: Wer bestimmte Gelenke überfordert, trainiert am Ende an der falschen Stelle – bis Schulter, Hüfte, Ellenbogen oder Handgelenk „dichtmachen“.
Schmerzmittel können kurzfristig helfen, Blockaden zu lösen und den Alltag zu retten – doch als Dauerlösung sind sie problematisch. Denn sie wischen nur das Symptom weg, nicht die Ursache. Dazu drohen Nebenwirkungen und im schlimmsten Fall eine Gewöhnung, die in die Abhängigkeit führen kann.
Wer schon einmal Cortison brauchte, kennt die Schattenseiten: Wasseransammlungen, Stimmungseinbrüche, Mondgesicht – und langfristig sogar Osteoporose. Vor allem aber: Die Entzündungsursache bleibt meist bestehen. Wird abgesetzt, ist der Schmerz oft sofort wieder da.
Darum ist der klügere Weg zweigleisig: Natürlich Schmerzen lindern – aber ohne Nebenwirkungen. Und gleichzeitig an die Wurzel ran: Entzündungsprozesse drosseln, Regeneration fördern, Gelenkstrukturen unterstützen. Beides gehört zusammen: Wer nur dämpft, verliert. Wer nur „ursächlich“ denkt, aber den Schmerz ignoriert, hält es nicht durch.
1) Entzündungen stoppen, bevor sie „still“ werden
Entzündungen sind grundsätzlich ein Schutzmechanismus. Sie sollen reparieren. Kritisch wird es, wenn sie chronisch werden und sich von der ursprünglichen Ursache lösen. Dann läuft das Immunsystem wie im Daueralarm – und Entzündung erzeugt neue Entzündung.
Bei chronischen Prozessen steigen Entzündungsmarker im Blut. Gleichzeitig entstehen vermehrt freie Radikale, die Zellen unter oxidativen Stress setzen – sie schädigen Gewebe, lassen Zellen schneller altern und treiben den „stillen Verschleiß“ voran.
Das Problem: Solche Prozesse entwickeln sich schleichend. Und machen sich oft erst Jahre später als chronische Erkrankungen bemerkbar – von Arthritis über Stoffwechselprobleme bis hin zu Herz-Kreislauf-Belastungen.

Genau deshalb lohnt es sich, früh gegenzusteuern – vor allem über antioxidative Ernährung. Ergänzend können starke Antioxidantien sinnvoll sein, etwa Astaxanthin oder OPC.
Nicht umsonst gilt Astaxanthin als eines der stärksten Antioxidantien überhaupt. Und OPC kann zusätzlich den Kollagenapparat unterstützen: Es hilft, Kollagen- und Elastinstrukturen zu stabilisieren – wovon nicht nur Haut und Bindegewebe profitieren, sondern auch Gefäße und Mikroversorgung im Gewebe.
2) Gelenk-Strukturen unterstützen: Glucosamin als Baustoff-Partner
Wenn Gelenke dauerhaft gereizt sind, geht es nicht nur um „Entzündung runter“, sondern auch um: Knorpel, Gelenkflüssigkeit und Belastbarkeit. Genau hier kommt Glucosamin ins Spiel.
Glucosamin ist ein körpereigener Baustein, der in Knorpel und Gelenkflüssigkeit vorkommt. Mit zunehmendem Alter – und besonders bei starker Belastung – kann die Versorgung schlechter werden. Ergänzend eingesetzt, wird Glucosamin oft genutzt, um:
- die Knorpelstruktur zu unterstützen,
- die Gleitfähigkeit im Gelenk zu fördern (über die Gelenkflüssigkeit),
- und bei Verschleißprozessen wie Arthrose Beweglichkeit und Belastbarkeit zu begleiten.
Wichtig: Glucosamin ist kein Sofort-Hebel – es wird eher über Wochen relevant, wenn der Körper Bausteine für Struktur und Beweglichkeit braucht.
Viele Betroffene berichten, dass nicht „von heute auf morgen“ alles weg ist – aber dass nach einigen Wochen die Gelenke wieder „runder laufen“, Steifheit nachlässt und Belastung leichter wird. Glucosamin ist kein Schmerzmittel – sondern eher ein Baustein im Hintergrund, der Regeneration und Stabilität unterstützen kann.
Wer das Thema ganzheitlich angeht, kombiniert häufig: Entzündungsmanagement + antioxidativer Schutz + Strukturbausteine + gezielte Bewegung.
3) Energieversorgung optimieren: Ohne Q10 läuft das System nicht rund
Entzündungen sind energiehungrig. Das Immunsystem arbeitet dann auf Hochtouren – und braucht dafür Zellenergie. Doch was, wenn genau diese Energieproduktion im Alltag bereits stottert?
Unsere Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen. In der Atmungskette spielt Coenzym Q10 eine Schlüsselrolle. Der Körper kann Q10 selbst herstellen – aber die Produktion nimmt im Laufe des Lebens ab. Genau dann kann die Energieversorgung wackeln: Müdigkeit, weniger Regeneration, weniger „Reserven“.
Wenn Entzündungen mehr Energie verlangen, der Q10-Spiegel aber zu niedrig ist, gerät das System unter Druck. Deshalb kann es sinnvoll sein, den Q10-Spiegel gerade bei Entzündungen, Infekten und chronischen Belastungen im Blick zu behalten.
Q10 lässt sich über bestimmte Lebensmittel zuführen – oder über hochwertige Q10-Präparate. Mehr Hintergründe finden Sie hier: Coenzym Q10 verstehen.
4) Ernährung: Weniger Entzündungsfutter, mehr Schutzstoffe
Über Ernährung kann man Entzündungen anfeuern – oder bremsen. Häufig problematisch sind entzündungsfördernde Bestandteile in tierischen Produkten, vor allem bei hohem Konsum.
Bekannt ist hier besonders die Arachidonsäure, die entzündliche Prozesse fördern kann. Deshalb empfehlen manche Ärzte Rheuma-Patienten, arachidonsäurereiche Lebensmittel zu reduzieren.
Das heißt nicht: Nie wieder Fleisch. Aber: weniger, bewusster, nicht täglich. Wer zwei „Fleischtage“ pro Woche macht, kann daraus sogar kleine Genuss-Festtage machen – während der Körper an den anderen Tagen entlastet wird.
5) Natürliche Helfer: beruhigen, schützen, gegensteuern
Ashwagandha – Hilfe aus Asien
Bei chronischem Stress, Erschöpfung und unruhigem Schlaf kann Ashwagandha unterstützen – und genau Stress ist ein stiller Entzündungs-Treiber. Die Schlafbeere gilt als kräftigend und ausgleichend.
Ashwagandha bei Entzündungen: Ashwagandha wird häufig genutzt, um Entzündungsprozesse zu modulieren und das Immunsystem zu balancieren – gerade, wenn Stress und Erschöpfung „mit im Spiel“ sind.
Astaxanthin
Als starkes Antioxidans wird Astaxanthin gern eingesetzt, um oxidativen Stress zu senken und entzündliche Prozesse zu begleiten – auch bei Gelenkbelastungen.
Viele setzen es gezielt ein, wenn Entzündungen „schwelend“ laufen und sich das Körpergefühl zäh anfühlt – gerade dann, wenn man wieder mehr Bewegung aufbauen will.
Omega-3
Omega-3 kann entzündungsfördernde Prozesse abpuffern. Reichlich enthalten in fettem Seefisch, aber auch in Lein- und Hanföl sowie in Chiasamen. Ergänzend sind Produkte wie Krillöl oder DHA-Öl verbreitet.
6) Hausmittel & Klassiker
Kohlwickel
Ein altes, aber bewährtes Hausmittel: Kohlblätter durchwalken, auflegen, fixieren – mehrere Stunden oder über Nacht. Wurde traditionell bei Rheuma und Arthrose eingesetzt.
Beinwell
Als Wickel kann Beinwell bei Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Schwellungen hilfreich sein – ein Klassiker aus der Naturheilkunde.
MSM – der „Zauberschwefel“
Zu MSM hatten wir bereits ausführlich berichtet. MSM wird häufig bei Gelenkbeschwerden genutzt, um Schmerz und Beweglichkeit zu begleiten.
Zink & Vitamin E
Zink ist für viele Reparatur- und Immunprozesse wichtig. Vitamin E gilt als antioxidativer Zellschutz und wird ebenfalls im Entzündungs-Kontext diskutiert – reichlich in Nüssen und hochwertigen Pflanzenölen.
Weihrauch
Boswellia serrata ist als Weihrauch-Variante besonders bekannt. Salben und Extrakte werden traditionell bei Gelenkbeschwerden eingesetzt.
7) Bewegung: Ja – aber klug
So paradox es klingt: Auch wenn es weh tut, ist Bewegung wichtig. Nicht als „durchbeißen“, sondern als gezieltes, gelenkschonendes Re-Training. Oft sind es Fehlhaltungen, verkürzte Muskeln und einseitige Muster, die Schmerzen immer wieder triggern.
Ein guter Physiotherapeut erkennt schnell, wo Über- und Fehlbelastungen sitzen. Mit Geduld und gezieltem Training lassen sich viele Muster korrigieren – aber eben nicht über Nacht.
Schwimmen ist oft ideal, weil es Muskulatur stärkt und Gelenke schont. Auch sanfte Stabilisationsübungen, Mobilisation und Beweglichkeitstraining können sinnvoll sein.
Zusammenfassung
Gelenkschmerzen sind selten „nur Pech“. Häufig steckt ein Mix aus Fehlbelastung, stiller Entzündung, oxidativem Stress und mangelnder Regeneration dahinter. Wer gegensteuert, sollte gleichzeitig:
Entzündungen bremsen (Ernährung + Antioxidantien)
Zellschutz aufbauen (z. B. Astaxanthin, OPC)
Energieversorgung unterstützen (z. B. Q10)
und die Gelenkstruktur begleiten (z. B. über Glucosamin als Baustein im Hintergrund)
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