Endlich im Kino: die AfD

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Die „Känguru-Chroniken“ nach den gleichnamigen Büchern von Marc-Uwe Kling verulken die AfD. Trotzdem könnten auch Rechte an dem Film ihren Spaß haben. Voraussetzung ist natürlich, dass sie diese Kritik lesen.

_von Dr. phil Mehrens

Endlich ist es so weit. Lange haben Fans darauf warten müssen. Aber nun ist er endlich da: der erste Kinofilm über die AfD. Hauptfigur ist ein in der Kunst des Boxens geübtes Känguru, das auch verbal austeilen kann.

Viel wurde in der vergangenen Zeit über die Renaissance des Sozialismus in der bundesdeutschen Gesellschaft gesprochen. Zuletzt ereiferten sich Bodo Ramelow und der Rest der auf Kurs gebrachten Republik darüber, dass eine Parlamentsabstimmung einen anderen Verlauf nahm als früher in der Volkskammer, wo ja schließlich auch immer die SED gewonnen hat, und die CDU „Äquidistanz“ wahren wollte. Äquidistanz ist ein vulgärlateinischer Ausdruck und bedeutet: gleicher Abstand. Gemeint ist aber nicht etwa gleicher Abstand zu SED, PDS und Liste Links, obwohl die prinzipielle Erbgleichheit dieser drei Parteien ja eine äquidistante Entfernung im Sinne der Logik durchaus rechtfertigen würde. Gemeint ist ein äquidistanter Abstand zu Neokommunisten, Enteignungs- und Multikultifantasten auf der einen und von Merkel weggemobbten CDU-Mitgliedern wie Alexander Gauland auf der anderen Seite. Mit den „Känguru-Chroniken“ ist nun klar: Es gibt je ein wandelndes Alibi für die Notwendigkeit der Union, von der selbst auferlegten Linksrechts-Äquidistanz abzurücken. Eines im Lager der Rechten, das ist Björn Höcke, und eines im Lager der Linken, das ist das Känguru. Genau genommen also ein wandelndes und ein hüpfendes Alibi.

Derart steile Thesen machen es erforderlich, kurz auf den Inhalt der Komödie von Dani Levy („Mein Führer“) einzugehen: Eines Tages klingelt ein Beuteltier vom abgebrannten fünften Kontinent bei dem Tagedieb Marc-Uwe (filmisches Abbild des Autors der „Känguru-Chroniken“ Marc-Uwe Kling, der auch das Drehbuch schrieb) an der Wohnungstür, will erst nur ein paar Eier borgen und zieht kurz darauf komplett bei Marc-Uwe ein. Mit unübertroffenem Instinkt hat das Känguru nämlich gewittert, dass der ein WG-tauglicher Waschlappen ist und sich so wenig gegen zudringliches Invasivverhalten zur Wehr zu setzen vermag wie Katzen gegen Katzenflöhe, wie im Grunde, um das Bild ein wenig zu erweitern, jede im sittlichen Verfall begriffene Kultur, wenn sie von vitalen, triebgesteuerten und politisch fragwürdigen Grenzüberschreitern heimgesucht wird. Insofern kann man Marc-Uwe durchaus als Pars-pro-toto der mit ihren eingeschränkten Vitalfunktionen und ihrem größenwahnsinnigen Glauben an die totale Gleichheit jeder Lebensform (Känguru, Mensch, Wolf, Alien) zum impotenten Ententismus degenerierten westeuropäischen Kulturnationen verstehen, eine Entwicklung, nebenbei bemerkt, bei der neben demjenigen neosozialistischer Denkschablonen vor allem der Einfluss hoch dosierter Halluzinogene nicht unterbewertet werden darf.

„Rambo Ramelow: Der rote Putsch“: Zuerst wurde eine demokratische Wahl – die von Thomas Kemmerich (FDP) zum Thüringer Ministerpräsidenten – durch Kanzlerdiktat quasi annulliert. Union und FDP wurden mit der antifaschistischen Moralkeule in den Linksblock geprügelt – gewaltbereite Straßenkrawallanten („Ganz Berlin hasst die FDP!“) bedrohten Kemmerich und seine Familie. Und dann Hanau: Der zehnfache Mord wirkte wie der Reichstagsbrand 1933 – die Opposition wird in die Ecke gedrückt, die Diktatur vorbereitet. – Lesen Sie die ganze Analyse zum Ramelow-Merkel-Putsch und welcher Geheimdienstmann im Hintergrund die Strippen zieht in COMPACT 3/2020.

 

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Um den Film aber nicht ins Fahrwasser von Hassinterpreten und dort womöglich seine wertvolle ideologische Fracht ins Schlingern geraten zu lassen, wird schnell klar gemacht, dass seine Hauptfigur, das Känguru, Kommunist und somit zweifelsfrei dem richtigen Lager zuzurechnen ist. Der australische Migrant heizt den Rechten ordentlich ein, lässt – wie im Antifa-Milieu üblich – auch mal die Fäuste sprechen, um dem als absolut richtig Erkannten zum erforderlichen Nachdruck zu verhelfen, und entlarvt hemmungslos: Patrioten sind Nazis und die neue Partei mit den blauen Plakaten will eine Alternative zur Demokratie. Was für eine Alternative das ist, weiß dank Katrin Göring-Eckardt und Annalena Baerbock längst jeder, nämlich: Faschismus! Und sofern der nicht im Parteiprogramm der Partei mit dem großen A stehen sollte, schreibt ihn Katja Kipping einfach selbst da rein und nennt das, weil sie dieses Prozedere ja aus ihrer heimlichen geistigen Heimat, dem Stalinismus, bestens kennt und damit in ihrer eigenen Partei offenbar beste Erfahrungen gemacht hat, das „ungeschriebene Parteiprogramm“. Außerdem haben wir ja durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts im November 1995 gelernt, dass alle Soldaten Mörder sind. Und weil alle Soldaten Mörder sind, sind jetzt auch alle Faschisten, die von Annalena Baerbock und Katrin Göring-Eckardt oder ihren politischen Doppelgängern, den lebenden Karikaturen von der Liste Links, als solche bezeichnet werden, weil analog zu dem Urteil von 1995 auch bei dem Urteil des Verwaltungsgerichts Meiningen im vergangenen Jahr die Meinungsfreiheit als vorrangiges Freiheitsrecht bewertet wurde, also jenes Grundrecht, mit dem Linke und Grüne grundsätzlich ja eher auf dem Kriegsfuß stehen. Aber das nur am Rande. Viel wichtiger ist das zweite der beiden Alibis, auf das wir jetzt gestoßen sind: Der Mann, der sich als Faschist bezeichnen lassen muss, ist der Gewährsmann dafür, dass Äquidistanz zur Liste Links und zur AfD falsch ist, denn Linke wollen zwar den Sozialismus wieder einführen, sind aber trotzdem Demokraten und AfD-Konservative bekennen sich zwar zum Grundgesetz, sind aber trotzdem Faschisten, weil in Meiningen besagtes Grundgesetz zur Anwendung kam. Mehr Logik geht nicht!

Damit zurück zu dem Gewährsmann im linken Lager, dem Känguru. Rasch gerät der Immobilienhai Dwigs (Henry Hübchen) ins Visier des Beuteltiers und seiner Antifa-affinen Kreuzberger Kiezfreunde. Der will nämlich ausgerechnet in Kreuzberg eine Großimmobilie errichten lassen: den Dwigs-Turm. Doch der Mann ist nicht nur Tower-Bauer und Großkapitalist. Er ist überdies prominentes Aushängeschild einer neuen patriotischen Partei, der „Alternative zur Demokratie“, kurz AzD. Und er lässt sich von schlagenden Verbindungen nicht aus dem akademischen, sondern eher aus dem Hartz-IV-Milieu hofieren, was ihn gewissermaßen zur Eier legenden Wollmilchsau der Linksautonomen macht, verkörpert er doch so ziemlich alles, was sie vehement, aber natürlich hassbefreit bekämpfen. (Denn – hallo?! – in linken Bewegungen gibt es keinen Hass. Wozu sollte man auch hassen, wenn man im Besitz der absoluten Wahrheit ist? Auch die Inquisition hat ja seinerzeit nicht gehasst, sondern den Sünder aus Liebe zur Wahrheit auf den rechten, also nicht rechten, sondern richtigen, also linken Weg zurückgeführt.) Es kommt also zum Kampf, denn Kampf und Krawall (aber natürlich hassbefreit) ist, wie jeder weiß, so etwas wie das Lebenselixier der linksautonomen Szene. Ob ein AzD-Tower-Bauer da noch eine Chance hat? Halten wir fest: Da der Kampf seitens der Linksautonomen, Anarchisten und Kommunisten ohne Hass (!) geführt wird, sondern nur mit Humor (dies ist eine Komödie), hat niemand Schlimmeres zu befürchten. Und man verrät nicht zu viel, wenn man verrät, dass auch die Liebe am Ende des Films noch eine Chance bekommt. Denn wo Hass so grundlegend abwesend ist, was blüht da umso mehr? Richtig.

Dass wir jetzt endlich den Unterschied zwischen Gut und Böse begriffen haben, verdanken wir auch dem ZDF. Das ist nämlich Koproduzent der linkslastigen Produktion. Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sind laut Verfassungsgericht gehalten, die Meinungsvielfalt in Deutschland professionell abzubilden. Fraglich, ob das hier wirklich optimal gelungen ist. Insofern könnten sich die »Känguru-Chroniken« als Platzpatronen im vom Establishment verordneten Kampf gegen Rechts und als scharfe Munition im Kampf von Individualisten gegen die GEZ erweisen. Das Känguru muss das geahnt haben: »Ich hätte nie in einer deutschen Komödie mitspielen sollen«, jammert es bereits in den ersten Filmminuten.

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18 Kommentare

  1. Avatar

    Das Känguru ist witzig, der menschliche Gegenpart bleibt die linke eierlose Witzfigur von eh und je – und Henry Hübchen ist immer sein Geld wert.
    Wir – Bekannter mit seiner Tochter, ich mit meinem Sohn – haben uns jedenfalls alle köstlich amüsieren können. Gerade auch, weil das Möchtegern-Holzschnitt-Feindbild vom reichen rechten Patrioten der AzD eben so schräg wirkt wie alle ins Bild gesetzten Feinde der Linken: maßlos überzeichnet, extrem unglaubwürdig, heillos konstruiert… Das gleichen ca. 100 Brüller wider den PC-Spießer-Alltag der Veganer und Veganerinnen aber wieder aus.
    Ja, das ZDF hat da wohl in Kreuzberg mitgeschossen – aber vor allem sich ins Knie, damit.
    Das Känguru ist immer lustig – das "Linke" oftmals lahm und lächerlich.
    Der Kampf geht weiter, friends, Romans & countrymen!

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    HEINRICH WILHELM am

    Immerhin wissen wir nun genau, was wir uns nicht antun sollten: GEZ-Funk!

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    brokendriver am

    Endlich im Kino: die AfD….schön und gut…die AfD soll endlich Deutschland regieren….

    Mit freundlichem Gruß

    Corona Merkel (CDU)

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      Spotttölpel am

      "Soll"?

      Ich dachte immer, dass die Wähler das zu entscheiden haben. Ergo, muss sich die AFD wohl etwas mehr anstrengen. Nur warum sollten die, wenn so ziemlich alle AFD Wähler mit denen glücklich und zufrieden sind und jegliche Kritik als "linksfaschistisch" abtun?

      Doch, so läuft das nun mal. Ohne ausreichend Wähler keine Kekse! 🙂

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    Ach schade; … Als ich vor Jahren mit meiner damaligen Freundin auf dem Heimweg aus dem Dänemark-Urlaub das Hörbuch im Auto hörte (gottseidank Firmenwagen ohne Versicherung für ‚Fremdfahrer‘), hab ich mich mit den Resten des Chianti-Vorrats und 45-Grad-Rückenlehnenneigungswinkel köstlich auf der Autobahn amüsiert. (Setzt natürlich auch zum Teil die Fähigkeit zur Selbstironie voraus.)

    Aber der obige Artikel hat mir dann doch die Lust auf die Verfilmung vergällt.

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    Wer aus dem Urteil des BVerfG v. Nov. `95 gelernt hat,"daß alle Soldaten Mörder sind",gehört zu den Doofen, aber einem Dr. phil. empfiehlt Nondr. iur. Sokrates,das Urteil samt Begründung nochmals zu lesen( Web-Seite des Gerichts).

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    Spotttölpel am

    Die AFD kriegt selber keine bessere PR hin. Hierdurch haben sie zumindest mal wieder einen Grund zum jammern. Keiner hat sie lieb, mimimi…..

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        Jeder hasst die Antifa am

        Jedenfalls mehr als du Dummschwätzer mit deinen Kommentaren.

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        Spotttölpel am

        War das jetzt ein einfaches Niederbrüllen der falschen Meinung, ein Farbanschlag auf meinen Wahlkampf-Stand, oder schon so was wie Autos abfackeln und körperliche Gewalt?

        Im übertragenen Sinne natürlich, für einige muss man’s dazu schreiben. 🙂

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    DerSchnitter_Maxx am

    Es gibt nur eine Wurzel allen Übels in der Welt … und die sind schon zu- und sehr- lange am längerem Übel-Hebel … 😉

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        Spotttölpel am

        Was könnten die paar Hanseln schon ausrichten, ohne die ganzen Weggucker.

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        heidi heidegger am

        d-d-die wurzellosen(!) Luftpflanzen-Bromelien sinds..ach, ihr wisst auch gar nix, blind wie junge Katzerln seid ihr..zum Glück jibbett misch, hah! und hihi und *zacknweg*

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      Da wird es wohl doch langsam Zeit, daß der längere Übel-Hebel abgeSCHNITTERt wird.

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