Dresden 1945 – Die Motive für das Kriegsverbrechen

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Der gezielte Angriff auf unbewaffnete Zivilisten ist immer ein Kriegsverbrechen. Egal, welches Motiv den Täter dazu bewogen hat.

Die Verantwortlichen in Großbritannien und den USA mögen anfangs gedacht haben, der Bombenkrieg könnte dazu führen, dass sich ein großer Teil der Deutschen dem Krieg verweigert. Aber die stets bestens informierten Geheimdienste der Alliierten meldeten bald, dass der Krieg gegen Frauen und Kinder und die Zerstörung der Innenstädte die Kampfentschlossenheit verstärkte. Welche Beweggründe standen also hinter der Fortführung und Steigerung dieser Angriffe?

Vergeblich hatte die deutsche Regierung immer wieder und wieder ein verschärftes Verbot des Bombenkrieges gefordert, zunächst im Völkerbund, auch noch 1936, zuletzt in dramatischen Appellen nach Kriegsbeginn. Bereits zwei Tage nach der Kriegserklärung der Briten (03.09.39) begannen die Luftangriffe auf deutsche Städte. Am Tag der Übernahme der Regierung (10.05.1940) befahl Churchill die massive Ausweitung. Das Bomber Command der RAF folgte dem Befehl. Churchills Kalkül war zunächst, die deutsche Regierung zu Gegenangriffen auf britische Städte zu zwingen.

Er erwartete sich eine Erhöhung der Kriegswilligkeit der britischen Bevölkerung, die ja ursprünglich mehrheitlich den Frieden wollte, leider im Gegensatz zu den Herrschenden. Die unaufhörlichen und weitreichenden Versuche Hitlers, sich mit Großbritannien zu verständigen, waren ja wohlbekannt. Die Bombardierung deutscher Städte sollte die deutsche Luftwaffe auf zivile Ziele lenken, um sie davon abzuhalten, die Flugplätze der britischen Jäger anzugreifen. Die Auslieferung neuer Jäger aus Coventry und den anderen Flugzeugfabriken war erst angelaufen. Um den Feind zum Einlenken zu zwingen, begannen nach vier Monaten des Zuwartens und Protestes deutsche Gegenangriffe.

Churchill war also bewusst, dass die Bombardierung von Städten keineswegs dazu führt, dass das Volk sich der Kriegführung verweigert. Und die vielen Agenten und Widerstandskämpfer in Deutschland meldeten umgehend die Festigung des Widerstandswillens der Deutschen. Dennoch unternahm er alle Anstrengungen, den Bombenkrieg fortzuführen und auszuweiten. Danach konnte die Motivlage damit erklärt werden, dass als Ziele Industriestädte gewählt wurden, zunächst im nahe gelegenen Ruhrgebiet. Allerdings waren nicht die kriegswichtigen Fabriken das Ziel.

„Von Essen abgesehen haben wir niemals ein besonderes Industriewerk als Ziel gewählt. Die Zerstörung von Industrieanlagen erschien uns stets als eine Art Sonderprämie. Unser eigentliches Ziel war immer die Innenstadt.“ (Butcher Harris). Directive to Chief of Air Staff / 05.02.1942: „Ich nehme an, dass es klar ist, dass das Ziel Wohngebiete sind, nicht etwa Schiffswerften oder Flugzeugfabriken.“ Der Bombenkrieg war also keineswegs als militärische Maßnahme geplant. Die offizielle Begründung war jetzt das „moral bombing“, als könnte das vorsätzliche Verbrennen von Frauen und Kindern jemals „moralisch“ sein. Von den 600.000-950.000 durch den Luftkrieg getöteten deutschen Zivilisten waren mindestens 80.000 Kinder. „Dieser Krieg ist ein englischer Krieg . . . Ziel Vernichtung Deutschlands!“ (Churchill, Rundfunkansprache, 03.09.1939)

COMPACT hat der Bombardierung Dresdens auch eine Geschichts-Ausgabe gewidmet. Deren Autor Wolfgang Schaarschmidt hat das Inferno selber überlebt und jahrelang recherchiert. Mit seinem Werk kann man jetzt den Herunterschwindlern und Verharmlosern der Opferzahlen mit vielen neuen Fakten wirksam begegnen. Den über 100.000 Bombenopfern ist damit ein würdiges Denkmal gesetzt. Hier bestellen

Wie im WKI wäre der Ausbruch des Krieges auch im WKII von seiten Englands leicht zu verhindern gewesen (Churchill, Memoiren). Bereits am Beginn des Polenfeldzugs lancierten die Deutschen ein Angebot auf sofortigen Waffenstillstand und Friedensschluss, der ein Konferenzangebot und sogar Wiederherstellung aller entstandenen Kriegsschäden zum Inhalt hatte. Dem folgten öffentliche Friedensangebote des deutschen Kanzlers vor dem Reichstag und über 50 solche Avancen seitens der deutschen Regierung, von Belgien, Italien, der Schweiz, Skandinavischer Staaten und Hollands, einflussreicher Politiker aus der ganzen Welt, des Vatikans und sogar durch Beauftragte des „Widerstandes“ in Deutschland (u.a. Schlie, „Kein Friede mit Deutschland“, Langen Müller 1994). Deutschland hatte ja nicht das Ziel, das britische Weltreich zu zerstören oder gar „die Weltherrschaft zu erringen“. Zuletzt – ein noch nie dagewesener Vorgang – flog ein amtierender deutscher Reichsminister mitten im Krieg nach England, um Friedensgespräche einzuleiten. Vergeblich! Churchill hatte andere Ziele. Aber welche?

Die Wissenschaft von der Massentötung von Frauen und Kindern

Zunächst wurde durch ein Expertenteam von Wissenschaftlern und Feuer-Sachverständigen eine Strategie entworfen, wie die Bombardierung den größten möglichen Schaden anrichten und die größte Zahl an Luftkriegstoten erzielen kann. Die USA gingen sogar so weit, in der Wüste deutsche Wohnviertel aufzubauen, um die Bombenwirkung zu studieren. Das Ergebnis war die akribische Planung des Feuersturms, bei dem Hunderte von Einzelbränden zu einem Riesenfeuer zusammenwachsen. Durch den Sog entstehen Stürme von extremer Orkanstärke, die Sauerstoffzufuhr erzeugt Flammen von der Temperatur eines Schneidbrenners. In Dresden wurde der Asphalt zu einer brennenden Flüssigkeit, das Glas der Marmeladengläser in den Kellern schmolz, noch heute sind Schichten von verglastem Sand im Untergrund zu erkennen; Die Stürme sind so stark, dass Personen erfasst und über Gebäude hinweg in die Flammen gerissen werden.

Die Vernichtung der Stadtbevölkerung geht in mehreren genau berechneten Angriffswellen vor sich: Luftmarkierer setzen auf Einweisung von „Pfadfindern“ und eines „Masterbombers“ Leuchtbomben, um das Zielgebiet festzulegen. Die Bombenwürfe erfolgen in einem „Fächer“ oder kreisförmig, um die Fliehenden in das Zentrum des Feuersturmes zu treiben. Dann werden durch Luftminen („Wohnblockknacker“) die Dächer zerstört und Wände umgelegt. Dadurch wird brennbares Material auf die Straßen befördert, Möbel, Hausrat, Balken der Dachstühle.

Die zweite Welle wirft Phosphor-, Thermit- und Flüssigkeitsbrandbomben. Sprengbomben mit Zeitzündern hindern Feuerwehr und Löschmannschaften am Verlassen der Schutzräume. Tiefflieger machen Jagd auf Trupps von Zivilisten, die aus der Stadt flüchten. Zwei Stunden nach dem ersten Angriff streut die dritte Welle Splitterbomben, die die von weit her herbeigeeilten Feuerwehrkräfte töten sollen. Zusätzliche Angriffe am nächsten Morgen treffen Aufräumer und Rückkehrer und löschen das letzte Leben aus.

Der Höhepunkt des Vernichtungswillens

Die Hauptmasse der Bombenabwürfe erfolgte im letzten Kriegsjahr. In den Wochen vor Kriegsende wurde die Vernichtungsstrategie noch intensiviert. Churchill verlangte von seinen Stabschefs 1944 den Einsatz von biologischen Waffen (Milzband-Kampfstoff „N“) und ein „Tränken der deutschen Städte mit Giftgas“ (Public Rec. Off., London, AIR20/3227, CAB 79/78PREM 3/89). Das Giftgas war bereits auf dem Transport, konnte aber durch einen verzweifelten Luftangriff der letzten deutschen Reserven in einem italienischen Hafen vernichtet werden. Die Bomben von Hiroshima waren eigentlich für Berlin vorgesehen, aber sie waren nicht vor dem 8. Mai einsatzfähig.

Der Höhepunkt, aber keineswegs der Abschluss dieser Orgie, war der Angriff auf die überfüllte und völlig unverteidigte Lazarettstadt Dresden, in der es keine Schutzbunker gab. Der mit wissenschaftlicher Akribie berechnete Feuersturm umfasste den gesamten Innenstadtbereich, etwa 20 km2. Dort kam keiner raus. Wie viele Menschen halten sich auf 20 Millionen Quadratmeter Innenstadtbereich einer Millionenstadt auf?

Als Ziel und Motiv der sonst unverständlichen Massen-Kriegsverbrechen wurde offensichtlich, dass es um die Dezimierung des deutschen Volkes ging, im Sinne von Clemenceau („es sind 20 Millionen Deutsche zu viel auf der Welt“) und dem US-Finanzminister Morgenthau. Dieses Kriegsziel wurde durch alle Kriegshandlungen der Alliierten im letzten Kriegsjahr verfolgt. General Eisenhower zu Beginn des Roer-Angriffes: „Unser Hauptziel ist nicht die Vernichtung von so vielen Deutschen wie möglich. Ich erwarte die Vernichtung jedes Deutschen westlich des Rheines und innerhalb des Gebietes, das wir angreifen.“ Diese Vernichtungspolitik wurde nach der Kapitulation im „Nachkrieg“ fortgesetzt: Militärdiktatur, inszenierte Hungerkatastrophe in den Städten, Vertreibungsmorde, Rheinwiesenlager.

Am 09. Mai findet die COMPACT-Geschichtskonferenz „Verbrechen an Deutschen“ zum 75. Jahrestag des Kriegsendes statt. Infos und Anmeldung hier

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17 Kommentare

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    heidi heidegger am

    Willys Panthersprung nach Agadir 1911 machte den Franzacken u n d das perfide Albion soo sauer, dass (wie im Artikel beschrieben) nur ein Streifen Ödland zwischen den alten Mächten Russland und Frankreich quasi bleiben sollte, achach..Deutschland als spät geborene Nation, war halt allen im Wege und ungeliebt und unbeliebt..lasst uns dazu eine Art *Familienaufstellung* machen – ein neues Historiker-Genre wäre damit geboren: Völkerfamilie und Psychologie und Dings, hah!

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    Wer einmal auch nur ansatzweise das Grauen einer Bombardierung sehen will, suche bei Youtube : Bombing the City off Lugansk. Man achte auf die Frau in Rot.
    Hier handelt es sich nur um ein einziges Flugzeug!
    Danach versteht man auch, warum die dortigen Separatisten ihre Familien bis zum letzten Blutstropfen verteidigen.

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    Michael Höntschel am

    Sehr fundierter Artikel. Es gibt zu dem Thema auch einige Bücher. Ich kann hier (völlig uneigennützig) noch einmal das Buch „1939 – der Krieg der viele Väter hatte“ von Gerd Schultze-Rhonhof empfehlen. Es enthält nur belegte Fakten und vermeidet weitestgehend Wertungen. Die moderne, aber nur wenig humanere Form des Bombenterrors sind Wirtschaftsblockaden, die heute fast global als Machtmittel eingesetzt werden. Frau Albright wird in einem Interview gefragt, ob 500 000 tote Kinder (infolge des gegen den Irak verhängten Arzneimittel – Embargos) zu rechtfertigen sind – ihre Antwort „Es ist diesen Preis wert.“. Diese Aussage, die sie zwar in ihrer Autobiographie als Fehler bezeichnete, spannt den Bogen zu den Aussagen von Churchill in Zusammenhang mit den Terrorangriffen auf die Zivilbevölkerung deutscher Städte. Übrigens wurden auch schon etwa 1 Millionen Deutsche, Opfer einer britischen Hungerblokade (1914-1918). Ich möchte hier einem weiteren Post von „SIEGFRIED“ zuvor kommen, es war natürlich auch ein Verbrechen, als Deutsche, Gefangene in KZs verhungern ließen. Es gab damals wie heute Weltmächte, die sich jeder juristischen und moralischen Bewertung entziehen können. Es galt und gilt das Recht des Stärkeren.

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    Rechtsstaat-Radar am

    Anders als die Luftwaffe in Conventry, wo sie ausschließlich die Rüstungsindustrieanlagen zerstören wollte, ging es den US-amerikanischen und britischen Völkermördern darum, bei der Bombardierung einer deutschen Stadt so viele deutsche Menschen wie irgend möglich wie Ungeziefer zu vernichten. Schlimmer noch, denn sie wollten gezielt die Kinder und deren Mütter, also die Familien unserer Wehrmachtsoldaten, ermorden. Und genau das taten sie. Sie bombardierten Wohnquartiere und zwar eines nach dem anderen und immer und stets mit dem Ziel, so viele deutschen Kinder und Frauen wie möglich pro Bombenangriff zu ermorden.

    Das ist der Bombenholocaust gegen das deutsche Volk aus der Luft.

    Und eines sei auch einmal ausdrücklich angemerkt. Warum bombardierten den diese Völkermörder nicht die Befestigungsanlagen der von den Nazis betriebenen Vernichtungslager? Dabei hätten tausende von Insassen, meist Juden, fliehen können. Auch das ist letztlich Teilnahme am Völkermord der Nazis durch Unterlassen. Wer Millionen Deutsche durch den Bombenholocaust ermorden kann, der hätte auch den KZ-Insassen auf die soeben beschriebene Weise helfen können und müssen!

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    Jeder hasst die Antifa am

    Da sieht man mal wieder was Irre Alt 68er Lehrer bei Naiven Schülern anrichten können.

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    Peter Aschbacher am

    Der mörderische Hass gegen das Deutschtum muss damals übergroß gewesen sein! Er wurde ja systematisch angefeuert und geschürt. Ich persönlich halte diesen grundlosen Hass gegen das deutsche Wesen, wie er auch heute noch in der internationalen Hasspropaganda üblich ist, für eines der stärksten destruktiven Motive in der Geschichte der Menschheit.

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    Lila Luxemburg am

    Ich möchte, daß GENAU DAS was da oben in diesem Artikel steht irgendwann einmal von jedem deutschen Schüler in der Schule gelernt wird … damit sie ins Leben gehen können ohne in einen Kokon aus Propaganda eingesponnen zu sein, der dazu führt, daß sie ihre tatsächlichen Feinde für ihre Freunde halten und sie quasi auch noch anbeten!

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    Heinrich Wilhelm am

    Ich kann mich erinnern, dass die Bundespost sich 1968 nicht entblödete, eine Churchill-Briefmarke herauszubringen.

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      Dieser Typ wird von jeher viel zu sehr hofiert und hochgejubelt. In dem Buch "Churchill, Hitler und der unnötige Krieg" von Patrick J. Buchanan wird er ziemlich zurechtgestutzt. Er war nämlich nicht mal ein guter Stratege, sondern eher ein Schwätzer und Blender. Nach normalen Maßstäben wäre er heute ein Fall für das Haager Kriegsverbrecher-Tribunal.

      Bei den Engländern gilt er ja immer noch als Ikone, da findet offenbar überhaupt keine Aufarbeitung der Vergangenheit statt.

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        heidi heidegger am

        ämm, nur der Fairness halber: er startete als Twen militärisch als Loser quasi, aber als Räpper (viele bon mots und paar fette Bücher) bekam er den Nobelpreis wie der Grasse Günter, hihi.

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      Die Stadt Aachen verlieh 1950 ihrem Zerstörer Churchill sogar den Karlspreis – wenige Jahre nachdem Aachen auf Befehl dieses "großen Europäers" dem Erdboden gleich gemacht wurde. Was soll man zu dieser sog. BRD noch sagen? Diese nationale Selbsterniedrigung zieht sich wie ein roter Faden durch die bundesdeutsche Geschichte bis heute!

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    DerSchnitter_Maxx am

    Es gibt welche, die dürfen alles … und es gibt jene, welche das alles … was von denen die alles dürfen … zu ertragen haben müssen … 😉

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    Jeder hasst die Antifa am

    Wenn diese Geschichtsfälscher von Dresden weiterhin was zu sagen haben dann heißt dort bald Björn Höcke habe mit seiner AfD Bomberstaffel Dresden in Schutt und Asche gelegt, er ist Schuld an den Toten.Irre wa aber das muss man den Linksgrünen Geschichtsfälscher schon zutrauen.

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      Lila Luxemburg am

      So etwas ähnliches wurde ja bereits von Göring-Eckart dem linksgrünen Volk zur Speise gereicht als sie behauptete ‚die Nazis hätten die Frauenkirche zerstört‘. Tja … erst ‚amerikanisiert‘ und dann noch ‚achtundsechzigerisiert‘ … das kann kein Volk überstehen … 😥

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    Guter Artikel. Es wird Zeit, dass es Frieden gibt und die Geschichte beidseitig geklärt wird mit Versprechen NIE WIEDER

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      Lila Luxemburg am

      Ein bischen einfach, denn dieses ‚Nie wieder‘ ist ja gekoppelt mit dem Imperativ ‚Nie wieder soll irgendeine Macht das – alleinige – Weltherrschaftsrecht der Angloamerikaner in Frage stellen!

      Nun, von ‚uns‘ kommt das mit Sicherheit ’nie wieder‘ … aber da es heute ja noch andere Mächte gibt, so wie China oder möglicherweise irgendwann auch Indien, die ‚das Pech haben etwas größer als die Angloamerikaner zu sein‘ werden natürlich erst auch noch diese Mächte ‚moralisiert und zivilisiert‘ (= vernichtet) werden müssen, bis jeder Mensch auf der Welt das natürliche Weltherrschaftsrecht der Angloamerikaner freudig verinnerlicht hat.

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