Zurzeit kauft Mainstream-Hätschelkind Elon Musk die Nachrichtenplattform Twitter. Und plötzlich kann ihn keiner mehr leiden. Umsturz – und sei es der Meinungen – hat mich immer schon beschäftigt. Hier sind die Einzelheiten.  In COMPACT-Spezial „Geheime Mächte: Great Reset und Neue Weltordnung“ haben wir den Tesla-Chef genauer unter die Lupe genommen. Hier mehr erfahren.

    Ob jemand twittert oder ob in Hamburg ‘ne Schaufel umfällt, ist für mich und sicher viele Leser von ähnlicher Bedeutung, nämlich keiner. Mein Interesse am derzeit stattfindenden Verkauf von Twitter an den Tausendsassa Elon Musk speist sich aus anderen Quellen: Warum wird hier so plötzlich das Hohelied der Meinungsfreiheit angestimmt?

    Und das auch noch durch zwei miteinander unvereinbaren Behauptungen: Wiederherstellung gegen Bewahrung der Meinungsfreiheit. Ja, was denn nun? Oder anders gefragt: Was ist hier eigentlich so Empörendes geschehen, dass alle Billig-und-gerecht-Denkenden so urplötzlich ein wildes Katzenkonzert gegen ihren einstigen Liebling anstimmen?

    Mit Elon in der Kneipe

    Zwei Basisinformationen zu Twitter und Musk:

    (1) Twitter ist eine sogenannte Nachrichtenplattform, auf der theoretisch jedermann mit seinem Elektronikspielzeug in Kurzform an jedermann mitteilen kann, was er für mitteilenswert hält. Das ist der äußere Rahmen. Im Inneren des Gehäuses werden Personendaten gesammelt und aggregiert, damit sie an Interessenten verkauft werden können. Das ist die eigentliche Geschäftsidee, die ihre Gründer reich gemacht und zudem Investoren auf den Plan gerufen hat, die dem Reichtum die notwendigen Startbedingungen schufen.

    (2) Elon Musk hat ordentlich Kohle auf der hohen Kante. Seit Jahresbeginn sind sich die Gazetten, die von solchen Nachrichten leben, darüber einig, dass Musk der reichste Mann der Welt ist. Woher dieser Reichtum stammt, ist umstritten. Ich werde auf Details nur zu sprechen kommen, wenn es gilt, Mutmaßungen loszuwerden über den Charakter und die Gepflogenheiten dieses Mannes, der sich anschickt, die Firma Twitter ihren Aktionären abzukaufen.

    Elon Musk (mit seinem Sohn auf dem Arm) im Juli 2021 in Albuquqerque, New Mexico, wo er den Start von Richard Bransons Virgin Galactic VSS Unity beobachtet. Foto: IMAGO / ZUMA Wire

    Damit beginnt das Rätselraten nach dem Warum. Es könnte, so stelle ich mir vor, ganz einfach so sein: Elon sitzt mit ein paar Kumpels in einer New Yorker Kneipe. Man lästert über Biden und Trump, bis einer zu Musk sagt: Trump ist dir über. – Wieso das denn? – Er hatte mehr Follower auf Twitter als du, und sie haben ihn dennoch ratzfatz gelöscht. Das wird dir niemals gelingen. – Doch. Wetten? – Die Teilnehmer an jenem fragliche Abend in der New Yorker Kneipe haben bestritten, dass es so war. Über Twitter sei kein Wort gefallen, geschweige denn von Musks Kaufabsicht.

    Den zweiten Teil dieser Zeugenaussage (kein Wort über den Twitter-Kauf) können wir, glaube ich, für bare Münze nehmen. Bei dem Rest bin ist zurückhaltend. Wie dem auch sei: Tags darauf kauft Musk fast 10 Prozent der Twitter-Aktien. Dank der Firmenverfassung von Twitter steht ihm nunmehr ein Platz in einem der Firmengremien zu. Gleichzeitig meldet sich die US-amerikanische Aktienaufsicht zu Wort: Die Übernahme von Firmenmandaten durch Aktieninhaber ist ab einem bestimmten Anteil meldepflichtig oder sogar genehmigungsbedürftig.

    Im Schatten von Twitter

    Kaum sind diese Nachrichten in der Welt, als Musk scheinbar einen Rückzieher macht. Er verzichtet darauf, ins Board of Directors einzutreten. Alles atmet auf. Die Twitter-Welt scheint noch einmal davongekommen zu sein. Bleibt die Frage: Wovor hat man sich gefürchtet?

    Nun, ganz offensichtlich vor den Ansichten Musks, mit denen er im vergangenen Jahr nicht hinterm Berg gehalten hatte. Er, ein Großbenutzer von Twitter, bezichtigte das Unternehmen willkürlicher Eingriffe in die Meinungsfreiheit ihrer Nutzer und nannte Twitter eine Gefahr für die Demokratie in Amerika.

    Diese Vorwürfe sind keine Einzelmeinung eines reichen Spinners, und sie sind auch nicht neu. Immer wieder kamen die Plattform und ihr Gründer Jack Dorsey ins Gerede. Sie würden willkürliche Löschungen vornehmen und ein besonders perfides Verfahren verwenden – das Shadow Banning, auch Reichweiten-Verkürzung genannt.

    Lesen Sie morgen Teil 2 dieses Beitrags.

    Helmut Roewer (69) ist ein deutscher Jurist und Publizist. Von 1994 bis 2000 war er Präsident des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz. Nach Versetzung in den einstweiligen Ruhestand lebt und arbeitet er als freiberuflicher Schriftsteller – auch für COMPACT – in Weimar und Italien.

    Machtergreifung der Milliardäre: Elon Musk ist nicht unumstritten. Warum, lesen Sie in COMPACT-Spezial „Geheime Mächte: Great Reset und Neue Weltordnung“ . Ist der Tesla-Gründer ein Freund der Freiheit, ein Transhumanist oder ein Scharlaten? Hier bestellen.

    2 Kommentare

    1. friedenseiche an

      darf ich sowas frei äußern ?

      der musk geht mir am arsch vorbei
      twitter und co auch

      ja, natürlich darf ich das so äußern der musk steht ja für meinungsfreiheit *hüstelchen*
      nur äußern sich halt ehemalige arbeitnehmer und wegbegleiter anders über ihn

      schwer zu sehen wer lügt

      obwohl, der elon ist süchtig auf medienpräsenz
      und beim medialen auftritt ist er oft unbedacht
      neben seinen gezielten äußerungen die geldmehrung zum ziel haben könnten
      ist vor allem seine körpersprache verräterisch
      und die spricht ein anderes lied als ich

      in dieser welt dreht sich alles nur noch um kohle
      pfui bäh

      vielleicht sind seine kinder ja anders

      dass sie anders gezeugt wurden als normale sieht man ja in den gazetten
      dass sie anders aufwachsen auch
      ob das dazu führt dass in ihnen ein wandel zur liebe einsetzt ?

      mal schauen