Zurück in die Zukunft – eine voreingenommene deutsche Betrachtung

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Warum es nie zu spät ist, auch wenn es lange dauert, und Widerstand lohnt.

von Simon Niederleig

„Ich will mein Land zurück!“ Das hört man oft dieser Tage in unserer geschundenen Heimat. Je nach Alter des Sprechers dieses Satzes ist meist die Bundesrepublik der 70er-, 80er- oder 90er-Jahre gemeint, mitunter sogar die DDR. „Die war wenigstens deutsch!“, wird dann meist entschuldigend hinzugefügt.

Doch eines ist klar, und das galt schon immer: Es wird nie mehr wie es war! Und das muss man sich vergegenwärtigen, um nicht zu resignieren. Wer einem Utopia der Vergangenheit nachhängt, wird außer bittersüßer Frustration nichts gewinnen. Und außerdem: Waren die verklärten Jahrzehnte, in denen im Westen die Wohlstandsdekadenz fröhliche Urstände feierte und im Osten ein brachiales Regime misswirtschaftete, wirklich ein Punkt in der Raumzeit, zu dem wir dauerhaft zurückkehren wollen?

Wer dagegen behauptet, „Nach Corona wird nichts mehr sein, wie es mal war!“ oder „2015 darf und wird sich nicht wiederholen“, ist immer auf der sicheren Seite und wird argumentativ obsiegen. Denn die Wiederholung von Jahren wurde tatsächlich noch niemals beobachtet. Und in der Zukunft ist immer alles irgendwie ein bisschen anders, zumindest ist dann alles (einschließlich uns selbst) etwas älter geworden. „Man steigt nie zweimal in den gleichen Fluss. Alles fließt.“, sagte Heraklit. Die Zeit schreitet immer voran. Ob die heute voranschreitende Zeit sich rückblickend aber „Fortschritt“ wird nennen dürfen, wird erst die Zukunft zeigen.

Schwarz-Rot-Gold: Patriot mit Deutschlandflagge I Foto: Paul Klemm

Das Vergangene ist vergangen und kehrt nicht zurück, also sollte man in die Zukunft blicken und diese gestalten. Doch warum kommen gewisse AfD-ler immer wieder auf unsere Geschichte, die doch auch eine so schwere Last beinhaltet, zu sprechen? Das ist doch „rückwärtsgewandt“, das „nervt“, das „stört“, das „kostet uns Wählerstimmen“.

Wir können nicht dauerhaft zurück und wollen das auch gar nicht ernsthaft. Und wir können nicht alles aus der Vergangenheit retten. Aber wir können und dürfen auch nicht alles kampflos verloren geben. Wir müssen prüfen, was zu retten lohnt, was unsere Identität vital, also positiv (!) bestimmt und mit in die Zukunft gerettet werden muss. Das ist im besten Sinne konservativ. Neben der Identitätsbestimmung ist der Blick auf die Geschichte noch aus einem weiteren Grunde wichtig: Sie gibt uns den langen Atem, den wir brauchen werden.

Denn, „Es ist zu spät. Unser Land ist gekippt!“, auch solches hört man dieser Tage oft. Die zahlreichen Nudging- und Framing-Agenturen der Regierung können sich auf die Schulter klopfen! Denn dies ist genau das, was sie dem Volk einimpfen wollen: Fatalismus, Resignation und Larmoyanz. Doch resultiert die hier zum Ausdruck kommende Verzweiflung nur aus einer Betrachtungsweise, die maximal in Wahlperioden denkt: Eine Mehrheit jenseits der etablierten Blockparteien ist nicht in Sicht, also wehe uns Armen!

Doch Geschichte lässt sich nicht in Legislaturperioden zwängen. Die wirklichen Veränderungen fanden noch nie in den Parlamenten statt, sondern haben diese in Demokratien bestenfalls irgendwann erreicht und wurden dann dort abgebildet.

Auch ein Blick in unsere eigene Geschichte macht Mut: Selbst die grausamsten Terrorregime können sich im geschichtlichen Maßstab nur kurze Zeit halten: DDR und Nationalsozialismus verschwanden, wie unangreifbar und unbesiegbar sie zeitweise auch erschienen. (Fortsetzung des Artikels unter dem Werbenanner)

Was ist es wert, aufbewahrt zu werden? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir unsere Geschichte kennen. Jan von Flockens „Mythisches Deutschland“ holt das Vergangenes für alle Nachgeborenen zurück und führt den Leser zu den historischen Stätten unseres Volkes. Infos und Bestelloption hier.

Und schauen wir über unseren nationalen Tellerrand hinaus: Unser Nachbarland Polen war zeitweilig sogar völlig von der Landkarte verschwunden. Heute steht es wieder stolz und fest da, wenn auch in etwas veränderten Grenzen. Der identitäre Zusammenhang des polnischen Volkes war stärker als alle Stürme der Geschichte.

Auch die amalgamierten sozialistischen Konstrukte „Sowjetunion“ und „Jugoslawien“ zerfielen. Die in ihnen verrührten Völker entmischten sich nach dem Wegfall äußeren Zwanges wie sich Öl und Wasser trennen. Sie reanimierten ihre kulturellen Sitten und Traditionen und können nun neu in Freiheit und Selbstbestimmung aufblühen.

Die Reconquista auf der Iberischen Halbinsel dauerte sogar fast ein halbes Jahrtausend an, bis sie erfolgreich abgeschlossen wurde. Spanien und Portugal wurden so Teil des christlich-abendländischen Kulturkeises und entgingen dem Schicksal, islamische Staaten zu werden.

Israel ist als Vorbild besonders interessant: Mehr als tausend Jahre war ein derart bezeichnetes Gebiet auf der Landkarte nicht mehr zu finden. Die Juden waren über die ganze Welt verstreut. Dennoch ging ihre Identität nicht verloren, denn sie gründet im Immateriellen: in ihrer heiligen Schrift, in ihren Kulten und Riten, in ihrer gemeinsamen Geschichte als Volk Gottes. Heute steht der Staat Israel stark und frei inmitten einer vom Islam gebeutelten Weltregion.

Auch wir werden unser Land nicht mit ein paar Demonstrationen oder Wahlkämpfen retten können. Wir werden es auch nie mehr zu dem Land machen können, das es einmal war. Aber wir können daran arbeiten, dass es auch in Zukunft ein Land geben wird, das den Namen ‚Deutschland‘ verdient, und dass darin ein Volk leben wird, das sich berechtigt ‚Deutsche‘ nennen darf.

Wir haben noch sehr viel geistige, kulturelle und historische Substanz, auf die wir uns neu besinnen müssen. Wir müssen unsere mentalen Zeitkapseln mit diesen Schätzen befüllen und so viel mitnehmen wie es nur eben geht. Wir werden sie als Wegzehrung und Wegweiser in die Zukunft brauchen.

 

 

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19 Kommentare

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    Rumpelstielz am

    Satire an…
    In der Kanzlerakte steht, dass das Volk der Deutschen bis zum Jahr 2049 ausgerottet werden soll. Das ist natrürlich eine Verschwörungstheorie und die sind IMMER erfunden.
    ——————————–
    Aber aus Liebe zu kommenden Generationen muss nach Beendigung des Krieges ein Exempel statuiert werden, dass niemand auch nur die geringste Lust je verspüren sollte ähnliches auf´s neue zu versuchen. Vergesst auch nicht die kleinen Schurken dieses Systems, merkt Euch die Namen, aufdass keiner entkomme! Es soll Ihnen nicht gelingen, in letzter Minute noch nach all diesen Scheusslichkeiten die Fahne zu wechseln und so zu tun, als ob nichts gewesen wäre!
    Sophie Scholl die weiße Rose…

    Verschwörungstheorienen wachsen auf dem Boden der Plausibilitätsprüfung.

    He Parteigecken "wir sind Völkerrechtlich noch im Krieg"

    Satire aus…

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    Es gab immer wieder Zeiten da haben große (Natur-) Kathastrophen die ganze Geschichte wirklich auf 0 gesetzt und alles neu gestartet! Dies wußten schon die alten Griechen und die Überlieferung "Atlantis" könnte ein Rest aus einer solchen Zeit sein. Die Menschheit hat sich in den letzten 50 Jahren mehr als verdoppelt und wächst weiter! Das kann der Planet auf Dauer nicht verkraften. Allein ein neues "Carringtonereignis", das die weltweite Stromversorgung für längere Zeit ausschaltet (Versorgungsnetze und Transformatoren brennen ab) wird gerade in den Industriestaaten sehr viel vernichten.
    Besser wäre für alle, wenn man Corona durchlaufen läßt, die Leute herdenimmun werden wie vor 100 Jahren und die "2.Welle" 38Jahre später kommt, alle über 40 noch immun sind!
    Drosten sagt dazu, daß wir uns das bei unserer ALTERSSTRUKTUR nicht erlauben könnten! Die Deutschen sind hoffnungslos überaltert! Und Überalterte Völker sind in der Geschichte immer verschwunden! Mit dem Argument hat der Mann die Politiker in der Hand! Die sind nämlich selber (zu) alt!
    Corona ist keine Bedrohung sondern eine Chanche die Altersstruktur wieder auf ein normales Maß zu bekommen! Momentan sieht die Mehrzahl der ethnisch deutschen jungen Leute keinen Sinn darin, Kinder in die Welt zu setzen! Der Migrantennachwuchs wird übernehmen – genau deswegen läßt man ihn herein.

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    frittierte austern am

    Die Flagge SRG ist so lange von Volksverrätern benutzt worden,daß sie als Fahne einer fundamentalen Gegenbewegung diskreditiert ist. Man kann nicht unter der Flagge des Systems gegen das System marschieren. Nur, wer mit Usrael anbandeln will, marschiert ja auch nicht gegen das System sondern mit ihm.

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    Ketzerische Frage: Sollte sich Deutschland mit Rußland verbünden ?

    „Die Amerikaner drinnen, die Russen draußen halten – und die Deutschen am Boden“. (1. Generalsekretär der Nato, der Brite Lord Ismay)

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    DerSchnitter_Maxx am

    Den Deutschen, hat man jedes Recht auf Selbstbestimmung genommen, geraubt und verboten !

    Sie sind nur noch ein, am Gossen-Rand existentes, Häufchen Elend … ohne jedwede [Selbst-] Bestimmung und jedweden [Selbst-] Wert – wenn man so will … eine dahinvegetierende "Existenz-Leiche" ! 😉

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    frittierte austern am

    Nur e i n Volk hat sich bis jetzt nach Jahrhunderten tiefer Dekadenz und Fremdherrschaft strahlend wieder erhoben , die Han, die wir "Chinesen" nennen. Aber die blieben trotz Fremdherrschaft immer ziemlich homogen, während die Mitteleuropäischen Völker schon bis zu einem Viertel fremdländisch sind. Natürlich muß man China ignorieren, wenn man es mit USrael halten will, die in spätestens 200 Jahren wieder von den Landkarten verschwunden sein werden.

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    frittierte austern am

    Die "etwas veränderten Grenzen" Polens umfassen ein Drittel deutschen Staatsgebietes. Die Polen haben es nicht mal erobert sondern von Stalin geschenkt bekommen.

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    frittierte austern am

    Hier versucht wieder einer aus der pseudopatriotischen Alternativrechten ein linkes Kuckucksei ins Nest zu legen, System durch den Dienstboteneingang. Das "als Vorbild besonders interessante Israel" gab es fast ZWEItausend Jahre nicht. Wer nach zweitausend Jahren Abwesenheit in ein Haus kommt und erklärt, "das Haus ist meines", hat nicht alle Tassen im Schrank. Wer meint, denjenigen schwere Waffen schenken zu sollen, erst recht.

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      Vieleicht ist ja Henryk M. Broder Gastautor und er schreibt unter dem obigen Pseudonym. Dann hätten wir Afd, Polen und Israel zusammen. Everything Is Possible…in diesen Existenz-Kampfzeiten.

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      Der Fernaufklärer am

      Wollte grad sagen, versucht man uns nicht seit 45 einzutrichtern, dass die, deren Namen man so direkt nicht nennen darf, keine Rasse und kein Volk sind sondern nur eine Religion ?!! Außerdem darf man nicht vergessen, dass auch "Staaten" wie der Vorgänger von Tschechien und die Slowakei erst mit der großen Teilung Mitteleuropas durch das Diktat von Versailles entstanden sind, auf Kosten Deutschlands und Österreichs ..

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    Das Lied unter dem Regenbogen der Bauern: drum, drum, drum, drum, drum, ihr Herren, eure Zeit ist um…

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      frittierte austern am

      Toll, ein schlechteres Omen als die krachend gescheiterte Bauernrevolte kann es gar nicht geben.

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    Rechtsstaat-Radar am

    Wenn das alles angeblich als Mitglied der EU nicht möglich sein soll, ist die EU zu verlassen!

    Ich kann und ich will NIE mehr hören, dass dies, dass jenes nicht geht. Es ist unser Land, wir bestimmen die Regeln und niemand sonst!

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    Deutscher Beobachtungsposten am

    Dass die für die Ruinierung unserer Heimat verantwortlichen BRD-Bonzen zu ihren Lebzeiten noch zur Verantwortung gezogen werden für diese menschenverachtenden Verbrechen – ist das zu viel verlangt? Das kann man denen doch nicht sanktionslos durchgehen lassen!!!

    Alles, was groß ist, geht zugrunde, wenn die, die es erben, klein sind.
    Oswald Spengler

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    DerSchnitter_Maxx am

    Das Korrupte,Verbrecherische, Durchtriebene und Verlogene … konnte seit Jahrunderten ungeachtet, abseits und ungestraft jeweder Moral [weiter-] gedeihen. Jetzt ist es -fast- zu spät oder unmöglich … diese abartige, gewachsene, geisterhafte, grauenenvolle, ungeheuerliche,, Geschmeiß-Monstranz-Wurzel … real zu beseitigen, zu eliminieren oder zu liquidieren ! 😉

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      Wenn es seit Jahrhunderten so schlimm ist, warum hast du oder "deines"gleichen nichts getan?
      Hat sich wohl nicht all zu schlecht gelebt hier, in den "letzen hundert Jahren"?

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        DerSchnitter_Maxx am

        Partizipierende System-Trolle sind und bleiben halt immer auch -sehr gerne- partizipierende System-Trolle … nich wahr ? Und Sie gehören anscheinend, wohl auch mit dazu … wie es aussieht ?! 😉

        Sie sind ebenfalls … dieser nach mir die Sinflut-Typ 😉

        Oder was denken Sie .. worum es in den letzten 2 großen Weltkriegen gegangen ist .. um rosarot-farbende Ponyhöfe ?!

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