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Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung ist in Deutschland sprunghaft gestiegen. Allein von Januar bis August 2026 gingen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) 12.102 Gesuche ein. Das sind mehr als dreimal so viele wie im gesamten Jahr 2025, in dem 3.879 Anträge registriert wurden. 2024 wollten 2.249 junge Deutsche den Wehrdienst verweigern.
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COMPACT unterstützenBundeswehr wirbt in Social Media
Insbesondere der plötzliche Anstieg in den letzten Wochen ist auffällig: Bis Ende Juni 2026 waren es noch 5.862 Anträge – das heißt, sie haben sich innerhalb von zwei Monaten verdoppelt. Der Auslöser liegt auf der Hand: Zum 1. Januar 2026 trat das Gesetz über den neuen Wehrdienst in Kraft.
Alle 18-Jährigen erhalten Fragebögen, junge Männer müssen diese verpflichtend beantworten. Ab Juli 2027 wird jeder Mann des Jahrgangs 2008 und aller folgenden zur Musterung geladen. Wer nicht erscheint, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld belegt werden kann. Die allgemeine Wehrpflicht bleibt formal ausgesetzt, doch der Bundestag kann bei Personalnot eine Bedarfswehrpflicht beschließen.
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Der Artikel 4 des Grundgesetzes schützt auch weiterhin das Recht auf Verweigerung aus Gewissensgründen, unabhängig von allen Neuerungen.
Die Bundeswehr kämpft verzweifelt gegen die Grundstimmung an und investiert erhebliche Summen, um Begeisterung für den Wehrdienst zu entfachen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums stehen im Jahr 2026 bis zu zehn Millionen Euro zur Verfügung, um in diesem Sinne auf die jungen Männer einzuwirken. Herzstück der Kampagne ist die Webserie «Generation Wehrdienst – Mit dir sind wir viele», ausgespielt auf Youtube, Joyn, Tiktok und anderen Plattformen.
Zwischenüberschrift
Eine Sprecherin des BAFzA erklärte, das Interesse an der Bundeswehr sei trotz der vielen Verweigerungsanträge weiterhin hoch. Zum Stichtag 31. August zählte die Truppe rund 85.000 Erstberatungen, daraus ergaben sich rund 53.100 Bewerbungen und 17.000 Einstellungen.
Damit kann man allerdings keine Armee bilden, die bis 2035 auf rund 260.000 aktive Soldaten und 200.000 Reservisten wachsen soll. Die Truppe selbst zählte Ende August rund 186.400 Soldaten. Nach Jahren der offenen Grenzen und der rhetorischen Mobilmachung für fremde Kriege klingt der Appell an die Wehrhaftigkeit für viele hohl. Kein Wunder also, dass dem Ruf immer weniger folgen wollen.
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