Vom Boom zum Crash: Wie Elon Musk den Bitcoin zu seinen Gunsten manipuliert

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Der Tesla-Chef ist die Unternehmerikone unserer Zeit und für manche sogar der Leonardo des 21. Jahrhunderts. Andere hingegen bezeichnen den gebürtigen Südafrikaner als Finanzbetrüger. Tatsächlich hätten die Aufsichtsbehörden schon viel früher und entschlossener auf manche seiner Tweets reagieren müssen, mit denen er die Kurse von Aktien und Kryptowährungen manipuliert hat. Mehr über die wahren Herrscher der Welt, die hinter den Kulissen die Fäden ziehen, erfahren Sie in  COMPACT-Spezial Geheime Mächte – Great Reset und Neue Weltordnung. Unser druckfrisches Enthüllungswerk können Sie hier bestellen.

Was geht eigentlich im Kopf von Elon Musk vor? Das fragen sich sehr viele Menschen, und zwar nicht nur, weil der gebürtige Südafrikaner der Chef von gleich zwei der wertvollsten Unternehmen der Welt ist, nämlich von Tesla und SpaceX. Trotz seiner riesigen Erfolge als Entrepreneur wirkt Musk oft erstaunlich labil.

 Labiler Weltveränderer

Im August 2018 gab er der New York Times ein ungewöhnlich offenherziges Interview, das Fragen nach seinem gesundheitlichen Zustand aufwarf. Musk berichtete darin, dass er 120 Stunden in der Woche arbeite, seit dem Jahr 2001 nie Urlaub gemacht und in diesem Jahr sogar seinen Geburtstag in der Firma verbracht habe. Ruhe finde er nur noch mit Hilfe des Schlafmittels Ambien, das er mit Rotwein mixe. Während des Gesprächs, so berichtet es die Zeitung, seien Musk mehrfach die Tränen gekommen.

Solche emotionalen Geständnisse bedeuten freilich nicht, dass der Unternehmer nicht kurze Zeit später wieder obenauf ist und sich mit angriffslustigen Wortmeldungen über den Kurznachrichtendienst Twitter meldet. Allerdings ist auch das dann oft wieder hochproblematisch, denn Musk nutzt den Kultstatus, den er bei seinen knapp 50 Millionen Followern genießt, um die Kurse von Kryptowährungen und Aktien in einem Ausmaß zu manipulieren, der bei jedem anderen wohl schon die Börsenaufsicht SEC auf den Plan gerufen hätte.

Aufgepumpte Bilanzen

Im ersten Halbjahr 2021 trieb Musk es besonders wild. Es begann damit, dass der Tesla-Chef im Januar den Hashtag #Bitcoin in sein Twitter-Profil aufnahm. Es folgten zahlreiche Tweets, in denen er Werbung für Kryptos machte und den Boom um das digitale Geld erst so richtig befeuerte.

Zu seinem eigenen Schaden war das sicherlich nicht. Der im April vorgestellte Quartalsbericht von Tesla für das erste Vierteljahr 2021 war beispielsweise massiv durch Nebengeschäfte aufgepumpt worden, die nichts mit dem Bau von Elektroautos zu tun hatten. Dabei ging es nicht mehr – wie sonst eigentlich immer in der Vergangenheit – um Gewinne aus dem Handel mit Abgaszertifikaten, sondern auch um realisierte Kursgewinne in dreistelliger Millionenhöhe durch Bitcoin-Verkäufe .

Noch skurriler wirkte der von Musk maßgeblich mitentfachte Hype um die Spaß-Kryptowährung Dogecoin, die keinen inneren Wert besitzt, weil sie im Gegensatz zum Bitcoin beliebig inflationierbar ist. Dennoch schaffte es Musk mit seinen Tweets, den Kurs von einigen wenigen Cent auf am Scheitelpunkt immerhin 0,70 US-Dollar hochzutreiben.

Im Frühjahr 2021 gelang es Elon Musk mit seinenTweets, den Kurs der Spaß-Kryptowährung Dogecoin zu vervielfachen. Graphik: amiko georgia I Shutterstock.com.

Kehrtwende und Crash

Im Mai legte Musk dann plötzlich eine 180-Grad-Wende hin. Die erst zwei Monate zuvor von Tesla eingeführte Möglichkeit, die Fahrzeuge des E-Autobauers auch mit Bitcoin zu bezahlen, wurde wieder zurückgenommen. Musk begründete dies mit der schlechten Energiebilanz der Kryptowährung, zu deren Erschaffung – dem sogenannten Mining – ungeheuer komplexe Rechenvorgänge notwendig sind.

Die Folge war ein Crash an den Kryptowährungsmärkten, bei dem sich der Bitcoin-Kurs von seinem Hochpunkt aus betrachtet teilweise mehr als halbierte. Vor wenigen Tagen legte Musk dann nochmals nach und verkündete, Tesla werde Bitcoins erst dann wieder akzeptieren, wenn sich die Energiebilanz der Kryptowährung verbessert habe.

Gespielte Naivität

Die gespielte Naivität, mit der Musk solche Statements vorbringt, muss ihm dabei niemand abnehmen. Über die enormen Energiemengen, die für das Schürfen neuer Bitcoins nötig sind, wird schon seit Jahren in allen großen Medien berichtet und auch Musk ist sicherlich nicht erst vorgestern auf dieses Thema gestoßen.

Bleibt die Frage, warum die US-Börsenaufsicht SEC bislang noch nicht gegen diese ganz offensichtlichen Kursmanipulationen eingeschritten ist. Oder ist Musk mittlerweile so mächtig geworden, dass es niemanden mehr gibt, der sich mit ihm anlegen will?

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Über den Autor

_ Sven Reuth (*1973) ist Diplom-Ökonom und schreibt für COMPACT hauptsächlich zu wirtschaftspolitischen Themen. Seit Januar 2021 ist er zudem Online-Redakteur.

19 Kommentare

  1. AuchEinSchonDagewesener am

    An die Redaktion:

    Eure Kommentar-Regel, dass Kommentare nur bis 24 Stunden nach Erscheinen zugelassen sind, finde ich einen ernsthaften Diskussion nicht zuträglich. In Ruhe nachdenken zu können und ohne Zeitdruck einen Kommentar aufzusetzen oder zu beantworten wäre vielleicht oft besser.

    Bitte zieht deshalb eine Verlängerung in Erwägung.

  2. Werner Holt am

    Nun geb ich’s auf. Habe den Text neu reingehackt und es funktioniert trotzdem nicht. Kann nicht erkennen, warum das so ist. Schade.

    Ach ja, noch etwas: Ab und zu kommt es vor, daß ich einen Artikel anklicke, der Rechner rödelt eine Weile herum, als wolle er den Artikel aufrufen – und dann passiert nichts. Nach nochmaligem Anklicken des Artikels geht es dann immer einwandfrei. Liegt’s an meinem Rechner oder geht es anderen auch so?

  3. Werner Holt am

    Jetzt will ich es aber wissen, woran es liegt. Ja, ich bin renitent.
    Hier kommt der Text also scheibchenweise:

    Wollte der Herr nicht zum Mars? Nun denn, vorwärts immer – rückwärts nimmer!

  4. Werner Holt am

    Musk meint also "(…) Tesla werde Bitcoins erst dann wieder akzeptieren, wenn sich die Energiebilanz der Kryptowährung verbessert habe."

    Der soll sich mal um die Energiebilanz seiner Elektomühlen kümmern.

    Und ob der Mann gesundheitliche Probleme hat – die Frage stellt sich doch gar nicht. Das ist offensichtlich. Wer nach der ersten Milliarde "erarbeitenden" Geldes noch immer kein innerliches "Genug!" verspürt, muß hart einen an der Waffel haben. Oder ist genetisch versaut. Wahrscheinlich beides.

    • Werner Holt am

      Was ist denn heute wieder los? Ein Teil meines Textes wird vom System nicht angenommen. Der Text enthält keinerlei Sonderzeichen o.ä., die manchmal schon für Schwierigkeiten sorgen. Oder ist es wiedermal zu spät, die Kommentarfunktiion bereits geschlossen? Das kann ich aber nicht verifizieren, da der textblockiernde rote Balken nur kurz aufblinkt und keinen Text enthält. Es macht wahrlich keinen Spaß, Texte für die Tonne zu schreiben.

      Sollte diese Anmerkung nun durchgehen, war es jedenfalls noch nicht zu spät.

  5. Dass ein Normalbürger sich am Kauf von Bitcoins eine goldene Nas verdienen würde, ist eine Mär. Mag ja sein, dass es außerhalb der Reihe mal den einen oder anderen erwischt, der den Jackpot knackt.

    In Wirklichkeit machen Maske und Co solche horrenden Profite mit Bitcoins und E-Autos, dass sie nicht mehr wissen, wohin mit dem überflüssigen Geld. In ihren Visionen fällt ihnen ein, dass man auch mit dem Personentransport zum Mars sich die Taschen füllen kann.

    Das muss man mal in seinem Kopf durchspielen. Die Erdbevölkerung hat doch wirklich andere Probleme als die Visionen eines Maske. Jetzt kann der eine oder andere behaupten, dass er mit seinen E-Autos doch der Umwelt einen Dienst erweist. Meine Güte, es gibt doch mittlerweile andere Hersteller, auch deutsche. Bezüglich Tesla kann ich immer nur auf den Test des USA-Automarktes verweisen. Das ist allem Anschein nach kein Premium-Produkt, obwohl einige „Hipster“ mit diesem den neuen Wohlstand vorzeigen wollen.

    Es liegt also an uns selbst, ob wir solche Bitcoins- und E-Autoverkäufer stark machen wollen!

  6. So, so, weil man eine Totgeburt wie ein Elektroauto nicht mehr mit einer Pseudowährung Bitcoin bezahlen können wird, die beide nur durch Elektrizität am Laufen gehalten werden können, bricht die Aktie auf weniger als die Hälfte ein.
    Sehr glaubhaft, besonders weil inzwischen bereits zwei fast Blackouts (von denen ich weiß) unser Stromnetz ins Schwanken gebracht haben. Außerdem ist Bitcoin ein reine Spekulation, denn wenn die staatlichen Cryptowährungen kommen, wird Bitcoin einfach verboten und ist dann in diesem Bereich vollkommen wertlos.

  7. "Bundesregierung will mehr Daten von Kryptobörsen" (Zitat Spiegel Netzwelt)
    Die Chinesen haben es vorgemacht, wie der Staat rigoros gegen Kryptowährungen interveniert.
    Da will die Bundesregierung auch mitmischen: "die Bundesregierung (will) gemäß internationalen Standards Terrorfinanzierung und Geldwäsche bekämpfen.", so das Relotiusblättchen.
    Da fragt man sich natürlich, warum diese Bundesregierung nicht zunächst mal die eigene Terrorfinanzierung stoppt. Im Inland allein knapp 1,5 Mrd. EUR für den Linksextremismus. Von der massiven "Unterstützung" nahöstlicher Gruppierungen einmal ganz abgesehen.

  8. Duis Libero am

    Wer mit Bitcoin o.a. Kryptowährungen spekuliert, soll die Konsequenzen tragen. Musk hat nur die Dummheit und Gier ausgenutzt, die freie Finanzmärkte nun mal konstituieren. Wie gewonnen, so zeronnen. Alle gescheiterten Zocker sollen nicht jammern und klagen, sondern mannhaft jene Konsequenz ziehen, die schon jene überschuldeten Holländer gezogen hatten als die Tulpenmanie zusammenbrach.

    Wenn Musk seinen Beitrag dazu leistet, dass der eine oder andere noch rechtzeitig wach wird, ist das zu begrüßen.

    Nachtrag: Auch der Bitcoin hat keinen "inneren Wert" – wie kommen Sie darauf, Herr REUTH? – sondern lebt ausschliesslich von den Volltrotteln dieser Welt, die an sowas glauben.

    • Fischer's Fritz am

      Übrigens, auch der Bitcoin hat keinen inneren Wert!
      Der gute Herr Reuth scheint vom Bitcoin (es ist ja keine wirkliche Währung)
      ähnlich wenig zu verstehen, wie bei der Beschreibung ein Fallrückziehers beim Fußball. :-)

    • 00Schneider am

      @ Duis Libero & Fischers Fritz:

      Setzen Sie sich mal mit der Blockchain-Technologie auseinander, dann verstehen Sie, worin der innere Wert von (echten) Kryptowährungen liegt und wieso sie weitaus werthaltiger sind als die Papier-Scheinchen (Fiat Money) sind, die Sie im Portemonnaie haben.

      • Fischer's Fritz am

        @00SCHNEIDER
        Unter dem inneren Wert einer Währung oder jeglicher anderen Ware versteht man deren reinen Materialwert, ohne Brücksichtigung aktueller Knappheitsverhältnisse, Sammlerwerte, Marktpreise o.ä.
        Bei den Fiat-Währungen, und das sind fast alle, geht deren innerer Wert gegen Null, bestens noch in Richtung des Preises für Toilettenpapier, da Sie sich mit den bunten Scheinchen im günstigsten Fall ersatzweise noch den Popo abwischen könnten. Münzen natürlich etwas mehr, entsprechend der jeweiligen Metallpreise. So dürfte z.B. der aktuelle innere Wert von 1 und 2-Cent Münzen (Kupfer) sogar über deren Nominalwert liegen.

      • HERBERT WEISS am

        Das mag durchaus sein. Was jedoch bleibt, ist die lausige Energiebilanz des Bitcoin. Mal ganz von dem anderen Zeug abgesehen, was ständig über die Datenleitungen geistert, von Servern abgerufen und dort gespeichert wird. Mit Vernunft würden auch die althergebrachten Währungen gut funktionieren. Aber eben daran besteht ein akuter Mangel.

      • Duis Libero am

        Geld braucht keinen inneren Wert. Um seine Funktionen als Geld auszuüben, braucht es hingegen die allgemeine Anerkennung als "Anwartschaft auf das Sozialprodukt".

        Wer, in Sorge vor Inflation oder Währungsreform, seine Werte sichern möchte, möge bitte Gold oder andere Realwerte horten, aber bitte unser Geld in Ruhe lassen. Das brauchen wir als Tauschmittel.

        Die Lösung für ein nachhaltiges Geldsystem hat schon Irving Fisher dargelegt: Vollgeldsystem, d.h. Geldschöpfung nur durch die Zentralbanken, nicht durch die Geschäftsbanken. Etwaige Gewinne der Geldschöpfung stehen dann ausschliesslich dem Staat zu. Ist doch prima, der kann dann Autobahnen flicken oder Einkommenssteuern senken, oder sonst was tolles für uns alle tun ….

        Witzig: Fisher ist Gottvater bei den Monetaristen, er entwickelte die Quantitätsgleichung des Geldes. Dass seine Theorien auf Volllgeldsysteme beruhen, wird in den Unis leider vergessen den Studenten zu erzählen …

    • @Fischer’s Fritz: ALLE derzeitigen Währungen sind Fiat Geld, weil sonst den Amis ihr Dollar als Weltleitwährung schon lange um die Klomuschel geflogen wäre. Geldscheine als Klopapier nehm ich nicht, die sind zu wenig saugfähig. Die Kupfermünzen haben einen Eisenkern, außen Hui, innen Pfui, wie ALLES was unsere von und für uns Gewählten fabrizieren, sie haben also viel weniger inneren Wert, das kann man mit einem Magneten schnell kontrollieren.
      Hintergrundinfo: goldswitzerland.com/de/hokuspokus-system-bringt-drastischen-goldpreisschub/

      • Werner Holt am

        Genau.
        Genaugenommen sind das alles Kryptowährungen. Und das, was der Herr Musk da zelebriert hat, macht jeder Staat, jede Bank – allen vorweg die FED und auch der Herr Draghi & Co. – permanent. Das nennt sich dann Inflationsanpassung. Alleinigen Wert haben Gold und andere Edelmetalle – und vielleicht noch Kaurischnecken …

      • Fischer's Fritz am

        @WILLI
        Egal, aus welchen Metallanteilen (u.a Kupfer) sich die 1 u. 2-Cent-Euro-Münzen im einzelnen zusammensetzen, deren Metallwert ist -wenn auch geringfügig- höher, als ihr derzeitiger Nominalwert. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist die Abschaffung dieser beiden Münzen schon seit längerer Zeit im Gespräch.

    • AuchEinSchonDagewesener am

      Es gibt wohl schon einen innere Werte des Bitcoin:
      Bitcoin ist limitiert, also nicht inflationierbar.
      Bitcoin ist ausserhalb staatlicher Kontrolle, erlaubt also einem Staat nicht den Wert zu verwässern.

      An die Redaktion:

      Eure Kommentar-Regel, dass Kommentare nur bis 24 Stunden nach Erscheinen zugelassen sind, finde ich einen ernsthaften Diskussion nicht zuträglich. In Ruhe nachdenken zu können und ohne Zeitdruck einen Kommentar aufzusetzen oder zu beantworten wäre vielleicht oft besser.

      Bitte zieht deshalb eine Verlängerung in Erwägung.

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