Was ist Stress? Wie erkennen wir die Symptome? Was sind die häufigsten Ursachen? Wie bewältigen wir Stress? Wie verhält es sich mit dem sogenannten guten Stress? Wie kann ich meinen Körper in Stressphasen gezielt entlasten beziehungsweise unterstützen? Wie verhindere ich chronischen Stress?

    „Fight-or-Flight”, den Säbelzahntiger bekämpfen oder vor ihm flüchten? Diese Entscheidung mussten unsere Vorfahren in Sekundenschnelle treffen. Alles war auf überleben eingerichtet. Dazu musste der Körper mitspielen, die Gefahrensituation bewältigt werden.
    Pulsschlag und Blutdruck steigen, der Körper schüttet verschiedene Stresshormone aus, die Verdauung wird reduziert, die Muskeln spannen sich an. Wir sind bereit und können die richtige Entscheidung treffen. Fliehen oder kämpfen? Egal, Hauptsache, wir entscheiden uns und das möglichst schnell. Auf diesen Vorgang sind wir im Überlebensmodus programmiert. Unser Körper kann diese enorme Belastung circa 15 Minuten aushalten. Dann muss alles vorbei sein. Danach können uns wieder entspannen und die Stresshormone abgebaut werden. So war es vor mehr als 10.000 Jahren. Und heute?

    Was ist Stress? Wie läuft er ab?

    Heute ist der Säbelzahntiger ausgestorben. Entscheidungen auf Leben oder Tod sind eher selten zu treffen. Trotzdem begegnet uns das Phänomen Stress zunehmend in allen Lebenslagen. Stress zum Überleben wird zunehmend zum Dauerstress. Ungesund. Am Ende sogar mit tödlichen Folgen. Der lautlose Killer ist in unser Leben eingezogen.
    Jedoch zurück zum Anfang. Die Erforschung von Stress begann in den 30ern des letzten Jahrhunderts. Als der „Vater der Stressforschung“ gilt Hans Selye, nach ihm ist das sogenannte Selye-Syndrom benannt. Er schenkte allen Sprachen ein neues Wort – Stress. Relativ unspektakulär klingt seine Definition, Stress als „die unspezifische Antwort des Körpers auf eine Anforderung“ zu bezeichnen.

    Vier Phasen
    Im Prinzip können wir vier Phasen unterschieden.
    Alarm – der Körper nimmt ein plötzliches Signal wahr, auf das er reagieren muss. Es kann das hupende Auto sein, oder der Chef steht unerwartet in der Tür. Der Sympathikus, der Teil des vegetativen Nervensystems, der auf Überleben trainiert ist, erhöht unsere nach außen gerichtete Aktionsfähigkeit. Wir gehen in den Bereitschaftsmodus. Der Sympathikus erhöht Puls, Blutdruck, schüttet Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol aus, um die nötige Energie bereitzustellen. Wir sind plötzlich hellwach, unsere Muskeln sind angespannt. Gefahr ist im Anzug.
    Phase drei – Widerstand ist die Situation, wo wir den Stress bewältigen, die Gefahrensituation meistern können und alles wieder seinen gewohnten Gang gehen kann. Sollte der Stress jedoch dauerhaft anhalten, ist unsere Nebennierenrinde irgendwann überfordert. Das ist genau jene Drüse, wo die Stresshormone produziert werden. Dafür braucht es viele Nährstoffe, die alsbald ausgehen. Wir erreichen Phase vier, unser Körper geht in den Erschöpfungszustand über. Abends oder zum Feierabend, nach dem Sport ist dieser Zustand völlig in Ordnung.

    Zwei Arten von Stress
    Grundsätzlich gehört Stress zu unserem Leben dazu. Reize, auf die wir reagieren, können auch positive Signale sein. Sie treffen plötzlich auf ihre Liebsten, eine schöne Überraschung ereilt Sie. Sie werden beglückt. Etwas bringt Sie kurzzeitig aus dem Gleichgewicht, worauf Sie reagieren müssen. Sie können an dieser Anforderung wachsen. Sei es im Sport, in der Partnerschaft, in Prüfungssituationen. Sie werden in Aufregung geraten, weil Sie überrascht oder es ungewohnt für Sie ist. Das erfolgreiche Gelingen lässt Sie wachsen, Glücksgefühle lassen Sie schweben. Willkommen im Eustress.
    Dem steht gegenüber der negative Stress, der Disstress. Durch ihn geraten Sie ebenfalls aus dem Gleichgewicht. Jedoch sind dies Situationen, die Sie nur schwerlich meistern können. Diesen Stress sollten Sie meiden. Er bringt Sie nicht weiter.

    Interpretation von Stress
    Sollten Sie ein wenig ratlos sein, worin der Unterschied zwischen gutem und schlechtem Stress besteht, so ist dies durchaus gewollt. Denn eine entscheidende Rolle spielt unser Kopf dabei. Wir entscheiden, wie wir eine Situation bewerten. Ist die Tasse halbvoll oder halbleer?
    Treffen wir auf negativen Stress, so hilft es uns, damit besser umzugehen, indem wir diesen positiv oder zumindest neutral bewerten können. Aber dazu später mehr.
    Es gibt auch Disstress, der uns voran bringt. Hart und anstrengend ist, aber sehr kurz. Dazu hat sich in der Literatur der Begriff Hormesis eingebürgert. Das Gift, was in gewisser Dosis uns als „Anstoß“ voranbringt, unsere Fitness und Willenskraft stärkt, uns lernen lässt, auf den Reiz zu reagieren. Denken Sie an ein Sprinttraining, zwei- oder dreitägiges Fasten. Stress ist nicht gleich Stress. Wir können lernen damit umzugehen.

    Stresshormone
    Unser Körper hat verschiedene Hormone für unterschiedliche Aufgaben ersonnen. Da wäre das klassische Adrenalin für unsere eingangs geschilderte Situation fight-or-flight. Mit seiner Hilfe schalten Sie in den Überlebensmodus. Sie sollten damit zu Höchstleistungen fähig sein. Aber bitte nur kurz, da der Körper schon bald in den Erschöpfungszustand übergeht.
    Noradrenalin – damit können Sie „fliegen“. Ein typisches Hormon für den Eustress. Sie gehen in einer Situation völlig auf, geraten in den Tunnel, in den Flow, haben Spaß an der Aufgabe. Können diese meistern und an ihr wachsen. Diesen Flow können Sie längerfristig aufrechterhalten.
    Mit Cortisol geht Ihr Körper auch in den Überlebensmodus, jedoch nicht kurz, sondern eher längerfristig. Angenommen, Sie haben zwei Tage nichts gegessen und kaum geschlafen, brauchen aber ständig Energie und müssen bereit, wach sein und Leistung abliefern. Cortisol hilft Ihnen und könnte gleichzeitig zur Ursache für Beschwerden werden. Wenn es zu lange in Ihrem Körper wirken kann oder muss, kann es enorme Schäden anrichten.
    Womit wir zu einem wichtigen Punkt kommen.

    Stress früher und heute

    Die Stresshormone bildet Ihr Körper für Situationen, die entweder akut und plötzlich bewältigt werden müssen (Adrenalin), für schöne Aufgaben, an denen Sie wachsen (Noradrenalin) oder für Krisen, die länger anhalten, in denen Sie aber leistungsfähig bleiben müssen (Cortisol).
    Allen diesen Situationen ist eigen, dass sie durch Phasen der Ruhe oder Entspannung abgelöst werden. Der Körper muss die Möglichkeit bekommen, diese Hormone wieder abzubauen. Dauerstress führt zu chronischen Erkrankungen. Ein Phänomen, worüber zunehmend immer mehr Menschen im Alltag klagen. Sie fühlen sich den Anforderungen nicht gewachsen, überfordert.

    Symptome und Folgen von Stress
    Ursprünglich war der Stress ein Mechanismus, mit dem man vorübergehende Situationen meistern kann. In unserer heutigen Gesellschaft sind wir einer zunehmenden Reizflut ausgesetzt. Die Anforderungen wachsen beständig. Als die Emails klassische Brief oder Faxe ablösten, stieg die Forderung nach schnellerer Antwort. Mit den Smartphones kommt die ständige Erreichbarkeit. Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, kann die Belastung zusätzlich steigern.
    Das sind Phänomene, denen wir uns oft freiwillig aussetzen, die wir gar nicht als besondere Belastung empfinden. Zumindest nicht am Anfang. Wir stehen ständig unter Strom, im Dauerstress. Unser Cortisolspiegel kann nicht abklingen, unser Körper kommt nicht mehr zur Erholung, die Nebenwirkungen machen sich bemerkbar.

    Sie könnten über Kopfschmerzen klagen, haben Konzentrations- oder Schlafprobleme, fühlen sich ständig erschöpft? Verspüren ständig Unruhe, hie und da zwicken Verspannungen? Dauerhafter Stress führt zu Erschöpfung. Burnout – ein Modewort, steht bald für eine ganze Gesellschaft im Dauerstress.
    Ihre Nebennierenrinde produziert immer weniger Stresshormone. Ihr Körper gerät aus dem Gleichgewicht, Ihre innere Uhr versagt, der Stoffwechsel sinkt.
    Ein dauerhaft zu hoher Adrenalinspiegel sorgt für Bluthochdruck, oxidativen Stress im Stoffwechsel und schließlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diabetes und anderes inbegriffen.

    Ursachen von Stress
    Ähnlich wie ein guter Heiler nie die Symptome einer Krankheit behandelt, sollten Sie nach den Ursachen für Ihren Stress forschen. Das könnte Leistungsdruck, zu hohe Erwartungen an Sie selbst sein. Ihr Beziehungsgeflecht bedarf vielleicht einer Korrektur. Umgeben Sie sich mit Menschen, die Sie mögen! Trennen Sie sich von solchen, die Sie nicht leiden können! Denn Sie könnten im wahrsten Sinne des Wortes Gift für Sie sein. Achten Sie auf gesunden Schlaf, einen regelmäßigen Wochenrhythmus. Erholsamer Schlaf ist das wichtigste Werkzeug unseres Körpers, um Stress abzubauen. Kurz und gut: Beleuchten Sie all Ihre Lebensumstände. Bringen noch mehr Ordnung und Struktur in Ihre täglichen Abläufe. Auch hier gilt: weniger ist mehr. Weniger Termine, weniger Zeitdruck, weniger Erreichbarkeit.

    Behandlung von Stress

    Gehen Sie den Ursachen für Ihren Dauerstress auf den Grund, ist das auch gleichzeitig der erste Schritt für eine erfolgreiche Behandlung. Wichtig sei an dieser Stelle der Hinweis: Suchen Sie sich notfalls externe Hilfe. Das kann ein Arzt, aber auch ein guter Freund oder ein Therapeut sein.
    Ansonsten liegen die Möglichkeiten auf der Hand:
    Sie bewerten unter Umständen Stress neu, nehmen negativen Stress gezielt anders wahr, möglichst positiv oder zumindest neutral. Organisieren Sie Ihre Belastungen in Beruf, Familie und Freizeit neu. Sorgen für einen schonenden Ausgleich um allmählich Ihre Leistungskraft zu stärken und last but not least, sorgen für Entspannung als bewussten Gegenpol zum Stress. Manchmal ist es auch das Recht auf faul sein, welches wir uns zurück erobern müssen.

    Vitamine und Mineralien
    Es dürfte Ihnen inzwischen klar geworden sein, dass Stress eine enorme Belastung für Ihren Organismus darstellt. Eine Dauerbelastung, die mit einem dauerhaft erhöhtem Bedarf an Vitaminen und Mineralien einhergeht. Komischerweise verspüren wir in solchen Phasen Appetit auf „Comfort Food“ wie Süßes, Schokolade und Snacks aus kurzkettigen Kohlenhydraten, was zu einer zusätzlichen Belastung für Ihren Organismus führt. Diabetes könnte in der Folge an Ihre Pforte klopfen.
    Um vom Stresslevel herunterzukommen, sollte man auf bestimmte Nährstoffe besonders achten. Antioxidantien wie Vitamin C und E. Viele Studien zeigen hier positive Ergebnisse.

    Dass wir einen täglichen Bedarf an einer ausreichenden Zufuhr an Mineralien, insbesondere Magnesium haben, den es zu decken gilt, können Sie hier nachlesen. Immer, wenn Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet werden, setzt der Körper auch Magnesium frei, das dann ausgeschieden wird und somit dem Körper nicht mehr zur Verfügung steht. Der Magnesiumbedarf steigt also über das normale Maß hinaus an, teils sehr deutlich.
    Wenn auf diese Weise zu wenig Magnesium im Körper vorhanden ist, kann das Herz nicht mehr rhythmisch schlagen und Muskeln nicht mehr kontrahieren und entspannen. Auch eine korrekte Weiterleitung von Nervenreizen ist nicht gesichert. Gehirnfunktionen wie Konzentration, Lernen, Gedächtnis und Denken funktionieren dann nicht mehr einwandfrei. Glücklicherweise gibt es spezielle Magnesiumverbindungen, die unser Gehirn wirksam unterstützen, wie dieses hier.

    Bei besonders häufigem Auftreten von Müdigkeit und körperlicher sowie geistiger Erschöpfung sind im Körper meist zu geringe Magnesium-, Zink-, und Eisenspiegel aufzufinden. In Phasen mit viel Arbeit und Stress ist der Bedarf an diesen Vitalstoffen dementsprechend hoch. Magnesium, Zink und Eisen sind an vielen Mikro-Reaktionen im Körper beteiligt. Um nachts gezielt Entspannung und Erholung zu finden und gleichzeitig den erhöhten Magnesiumbedarf zu decken, empfiehlt sich die Einnahme einer ganz speziellen Magnesiumverbindung.
    Magnesium heißt nicht umsonst Stresskiller. Denn es dämpft auch die Ausschüttung von Adrenalin und Cortisol und schirmt so den Stress ab. Mangelt es an essentiellen Mikronährstoffen wie Vitamin C, Vitaminen des B-Komplexes, Coenzym Q10, Calcium, Eisen, Magnesium und Zink, kommt es zu einer erhöhten Stressanfälligkeit, wodurch auch das Immunsystem geschwächt wird.

    Mythen über Stress

    Mythos 1: Stress ist schlecht
    Wie wir bereits gesehen haben, ist der Stress ein Instrument unseres Körpers mit bestimmten Situationen umzugehen. Sogar Disstress (schlechter Stress) kann dazu da sein, uns voran zu bringen, unseren Organismus zu stählen. Eustress ist vollkommen positiv besetzt.

    Mythos 2: Stress ist vermeidbar
    Stress sollte Teil des Alltags und des Lebens sein, aber nicht im Übermaß, nicht chronisch.

    Mythos 3: Stress bedeutet zu viel Arbeit
    Die falsche Arbeit kann stressen oder auch zu viel Arbeit. Wenn Menschen bei ihrer Arbeit Freude empfinden, dabei wenig überlastet sind, kann auch „zu viel Arbeit“ in Ordnung sein.

    Mythos 4: Stress geht vorbei
    Das klingt nicht nur nach Ausrede, sondern ist auch die übliche. Denn meist handelt es sich um Dauerstress, der bereits chronisch ist. Ohne die Ursachen zu beseitigen, wird der Stress nicht verschwinden.

    Mythos 5: Gegen Stress hilft nur Entspannen
    Wer viel Stress hat, kommt häufig gar nicht zur Ruhe! Der Pegel des Stresshormons Cortisol ist hoch, der macht unruhig oder eben zappelig und kann Aggressionen auslösen. In diesem Fall helfen eher aktive Erholung: die berühmte Runde um den Häuserblock oder ein leichter Ausdauerlauf. Manchmal hilft auch Ablenkung in Form von Spielen oder Gesprächen mit Freunden.
    Denn, wer beim Nichtstun ständig grübelt, hält das Stresslevel auf konstantem Niveau, statt zu senken.

    Mythos 6: Alte sind schneller gestresst
    Zwar hat bei älteren Menschen Stress schneller körperliche Folgen, jedoch ist die Zahl der psychischen Erkrankungen durch Stress in der Gruppe der 20- bis 25-Jährigen in letzter Zeit am stärksten angestiegen, der höchste Anteil findet sich bei den 40- bis 44-Jährigen.

    Der Weg vom Dauerstress weg ist ein langer Prozess

    Am Ende sei noch angemerkt, dass jede Form von Stress eine Belastung für unseren Körper darstellt. Auch guter Stress. Gönnen Sie sich also auch Pausen des Nichtstun.
    Ebenso wie es löblich ist mit einer Diät zu beginnen, sind deren Ergebnisse jedoch nur dauerhaft anhaltend, wenn gleichzeitig die gesamte Lebensweise umgestellt wird. Bei zu hoher Stressbelastung verhält es sich ähnlich. Oft sind die Ursachen für Stress in unseren Lebensumständen, in unserer Lebensweise implementiert. Wir leben unter Stress, wir leben mit dem Stress. Seine Lebensgewohnheiten zu ändern, geht meist nicht von heute auf morgen. Ein langer Prozess muss in Gang gesetzt werden. Das sieht auf den ersten Blick sehr mühselig aus. Manche mögen sagen: „Das ist mir zu aufwendig, damit fange ich dann erst gar nicht an.“
    Ungeduld ist oft ein Antreiber hin zu höheren Leistungen. Geduld ist deren kleine Schwester. Sie vermag uns zu zügeln und letztendlich zum Ziel zu führen. Zwar sind 1000 Kilometer ein weiter Weg, sie beginnen jedoch wie alles andere mit einem ersten Schritt.
    Starten Sie, am besten noch heute.

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