Sozis, Nazis & Mafiosi

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War der sogenannte NSU gar keine «nationalsozialistische» Untergrundgruppe, sondern eine Killerabteilung der Organisierten Kriminalität, die ihrerseits von der Politik gedeckt wurde? Die These klingt komplett verrückt, wird aber von einem hochrangigen Ermittler der Thüringer Polizei mit Fakten gestützt.

Auszug aus COMPACT 12/17 „Gangster in Uniform – Wie Clans unsere Polizei unterwandern“. Erhältlich am guten Kiosk – auch in Ihrer Nähe? – und im COMPACT-Shop.

_von Jürgen Elsässer

Thomas Dienel gehörte Anfang der 1990er Jahre zu den abstoßendsten Typen der Naziszene in den neuen Bundesländern. In einer Spiegel-TV-Dokumentation sieht man ihn mit hassverzerrtem Gesicht vor Anhängern herumschreien: «In Auschwitz wurde niemand umgebracht. Leider wurde niemand umgebracht! » Das war 1991 – das Jahr, in dem Dienel aus der NPD austrat und seinen eigenen Konkurrenzverein, die Deutsch-Nationale Partei, ins Leben rief. Am Ende dieses Kampfjahres hatte das Bleichgesicht einen neuen Job: Er wurde vom Thüringer Verfassungsschutz als V-Mann (Deckname: «Küche») unter Vertrag genommen. Zusammen mit einem anderen V-Mann, Tino Brandt, gehörte er zu den Strippenziehern des Thüringer Heimatschutzes, der alle rechtsradikalen Kameradschaften im Freistaat zusammenfasste und dem auch Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos angehörten.

Gesucht: ein Auftragskiller

Dieser Nazi stand – in Abwesenheit – im Mittelpunkt der Sitzungen des NSU-Untersuchungsausschusses
im Thüringer Landtag im Mai und Juni dieses Jahres. Zur Aussage geladen waren zwei hochrangige Ermittler: Uwe Friedrichs, heute Erster Kriminalhauptkommissar im LKA, und Andreas Gerstberger von der Landespolizeidirektion Erfurt. Beide leiteten Anfang der 1990 das Sonderdezernat 65 («Organisierte Kriminalität») im LKA. Es ging unter anderem um große Mengen Falschgeld, die in Israel hergestellt und über die Niederlande eingeführt worden waren, um schwere Waffen aus Beständen der abziehenden russischen Armee, um Sprengstoff aus dem Tagebau, um Rotlichtkriminalität. Alte Bekannte aus diesen Ermittlungsfällen begegneten den beiden Beamten wieder, als besagter Thomas Dienel berichtetet, so Gerstberger vor dem Ausschuss, «dass ein Geschäftsmann aus Kromsdorf von ihm verlangt hat, einen Auftragsmord auszuführen an seiner Frau». Holla – ein Nazi mit Mordauftrag – aber nicht um die NS-Ideologie umzusetzen, sondern um ein verbrecherisches Privatinteresse zu befriedigen?

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Im Juni 2001 suchten Gerstberger und ein Kollege Dienel in seiner Wohnung auf, um ihn in einer anderen Angelegenheit zu vernehmen. Was sie dann zu hören bekamen, ist ungeheuerlich. «Herr Dienel sagte, dass er nicht mehr zur Sache aussagen will. Der Grund dafür sei, dass er gestern durch Personen aus dem rechten Spektrum bedroht wurde. Eine dieser Personen kennt er namentlich und ist der Meinung, dass diese durch den Verfassungsschutz geführt wird. (…) Er sei durch die Person aufgefordert worden, seine Schnauze über die Sache mit dem Verfassungsschutz und Herrn Dewes zu halten.» Im Klartext: Ein Nazi und V-Mann wurde durch einen anderen Nazi und V-Mann bedroht, damit er keine Interna ausplaudert – aber nicht etwa Interna aus der Nazi-Szene, sondern über den Inlandsgeheimdienst und den damaligen Thüringer Innenminister, Richard Dewes von der SPD.

Ein glaubwürdiger Zeuge

Beide Aussagen, die Sache mit dem Auftragskiller und Dienels Bedrohung durch V-Leute im zumindest indirekten Interesse eines SPD-Politikers, klingen abenteuerlich – als ob sich der Nazi damals etwas ausgedacht hätte. Aber Gerstberger sagte auf Nachfrage im NSU-Ausschuss, dass sie Dienel an diesem Punkt für vollständig glaubwürdig hielten – zu «hundert Prozent». Zum einen wurde der «Geschäftsmann», der seine Frau um die Ecke bringen wollte, später tatsächlich deswegen verurteilt. Und was die Bedrohung angeht, urteilte der Beamte über Dienel: «Ja, ich kenne den. Wir haben den vorher dagehabt, (…) als Schwätzer und als alles – wie auch immer – können Sie ihn einordnen, und er erzählt viel, wenn der Tag lang ist (…). Aber Sie können mir glauben, wenn jemand wirklich Angst hat, das sieht man, und das hat man gesehen.»

Ende des Auszugs. Den gesamten Text lesen Sie in COMPACT 12/17 „Gangster in Uniform – Wie Clans unsere Polizei unterwandern“. Erhältlich am guten Kiosk – auch in Ihrer Nähe? – und im COMPACT-Shop.

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12 Kommentare

  1. Jürg Rückert am

    H. Roewer („Das NSU-Märchen“) verortet das mörderische Trio im Bereich von mafiösen Auftragsmorden. Nicht wenige Spuren der eigentlichen Auftraggeber verlören sich in der Türkei.
    Allein der letzte Akt lässt Laien das Maul offen stehen: Wie kann sich einer in den Kopf schießen und dann nochmals nachladen? Der Seeräuber Störtebeker soll in geköpftem Zustand noch 10 Schritte weit gegangen sein. Wer uns das heute aber als Wahrheit verkaufen will hat einen an der Waffel oder ist ein Lügner.
    Die Selbstmordthese dient doch offenkundig der Verschleierung. Wer soll warum gedeckt werden?

  2. Gewässer und der Wille des Volkes finden immer einen Weg, egal wie lange es dauert.

    • Jürg Rückert am

      Welches Volk meinen Sie? Wir waren ein Volk, sind heute eine Bevölkerung und morgen total neu erfunden.
      Die Zeit mahlt mal langsam, mal schneller. Aber sie hat bisher noch alle Berge klein gemahlen.

  3. Michael Theren am

    eines muß man der "radikalen Linken" ja lassen, so wahren "eher" Distanz zur OK, während die Rechten traditionell mit Ihnen und den sie führenden Geheimdiensten versippt sind; eine Anregung an Compact; die korsischen Separatisten, echte Bürgerpatrioten oder nur eine Unterabteilung der korsischen Mafia?

    Inzwischen (Soros läßt grüßen) muß man ja fast regelhaft davon ausgehen, daß alle Separatisten nur der Auflösung der Nationen zwecks besserer Ausbeutung durch die Finanz- (Drogen) Oligarchie dienen…

    a dream within a dream within a dream….

  4. EX-SPD Mitglied am

    Die Politik bzw. ihre "Parteien" sind die Mafiabosse.

    Die schrecken laut ARTE auch nicht vor Mord zurück. Herrhausen, Rohwedder, Schleier…all die vielen Morde!

    Deshalb haben die auch Killerabteilungen der Organisierten Kriminalität, also Handlanger der Politik.

    Gebt mal "Die schwarzen Kassen" bei Youtube ein.

    Dort beschreiben die öffentlichen Anstalten in zwei Beträgen ansatzweise was für Mafia-Paten die BRD GmbH dominieren.

    Von Adenauer über Kohl bis Ferkel: CDU, die Korruption hat einen Namen!

    Da ist der NSU doch nur ein Sturm im Wasserglas, erzeugt vom Besatzungsstaat BRD GmbH.

  5. Karl Blomquist am

    OK ist heiße Spur: Das "NSU"-Märchen bleibt trotzdem ein Märchen,
    inszeniert zugunsten des türkischen Tiefstaats und Organisierten Verbrechens

    Anfang November 2011 ist der türkische Despot Erdogan bei Merkel zu Besuch, er poltert herum und stellt Forderungen. Keine zwei Tage später, am 4. November 2011, werden zwei Deutsche ermordet in einem Caravan in Thüringen aufgefunden.
    Hintergrund:
    Eine Verbindung aus türkischer Mafia und Geheimdienst beherrscht in der BRD u.a. den Drogenhandel. Als der Spiegel 2011 diese „düstere Parallelwelt“ ans Licht bringt, wird die BRD-Politik gezwungen, ein Theaterstück namens „NSU“ zu inszenieren, um diese Parallelwelt dahinter verschwinden zu lassen.
    Es geht um neun Dönermorde, offenbar türkischem Organisiertem Verbrechen, und einen Polizistinnenmord 2007 in Heilbronn, internationalem Drogenhandel zuzurechnen, auch hier ein türkischer Agent, Mevlüt Kar, vor Ort – wobei insbesondere bei letzterem Fall ein riesiger Aufwand getrieben wird, um Spuren zu verwischen.

  6. Karl Blomquist am

    Das NSU-Märchen am Oberlandes-Schauspiel München unter Leitung des Alpen-GÖtzi

    Das NSU-Märchen ist die von der Türkei gewünschte Inszenierung – der Großtürke hat gefordert, die FDJ-Agitprop-Sekretärin (Stasi-Spitzel, agitiert heute für NWO und Großen Austausch) Merkel hat devot geliefert. Die Türkei segelt auch hier im Windschatten der US-Destabilisierungs-Agenda per Migrationswaffe.
    Man wirft die völlig unbeteiligte deutsche Frau Beate Z. in den Kerker und hält sie dort jahrelang gefangen – obwohl U-Haft max. 6 Monate dauern darf. 2013, erst anderthalb Jahre später, eröffnet man einen Schauprozess, bei dem die fälschlich Angeklagte Frau absolut den Mund halten muss.

    PS. Die Spur Organisierte Kriminalität ist heiß. Wir nähern uns ganz langsam der Wahrheit. Aber ein "NSU" hat mit den Dönermorden und dem Polizistinnenmord immer noch nichts zu tun. Das "NSU"-Märchen wurde schlicht und einfach erfunden, um die Organisierte Kriminalität dahinter verschwinden zu lassen; und Fälle die man nicht lösen will, weil sie politisch nicht ins Bild passen, in die gewünschte Richtung zu entsorgen.

  7. Peter Töpfer am

    In diesem Zusammenhang paßt vielleicht auch noch, daß Tino Brandt ein Multikrimineller von der allerübelsten Sorte ist; man scheut sich auszusprechen oder zu schreiben, welche Verbrechen er begangen hat.

    • Peter Töpfer,
      Deutschland ist derart systematisiert, dass Verbrechen nur staatfinden aus Dumm- bzw. Unwissenheit, um in staatliche Obhut zu gelangen oder um staatstragende Interessen umzusetzen. Organisierte Kriminalität ist Letzterem zuzurechnen und wenn ein Typ wie Brandt sein Unwesen treiben kann, dann nur weil er seine Schutzengel im System hat.
      Es wäre daher falsch, ihn zu tabuisieren. Viel mehr ist zu hinterfragen, warum die Verbrecher den Behörden trotz aller staatlichen Kontrolle über Geldflüsse, Waffen- und Drogengeschäfte, persönliche Daten und Aufenthaltsorte, soziale Kontakte und Lebensgewohnheiten stets mindestens einen Schritt voraus sind. Nach Ausschlussprinzip erschließt sich dabei unausweichlich die Logik, dass Verbrechen unter den höchstrangingen Staatsdienern als wesentlicher Beitrag zur Wertschöpfung, zur sozialen Umverteilung und zur gesellschaftlichen Teilhabe zählt, den es zu regeln und vor diensteifrigen Kollegen zu beschützen gilt.

  8. DerSchnitter_Maxx am

    Man sieht wie … durchsetzt, infitriert, versifft, korrupt und unterwandert dieses System ist. Und alles erfüllt und dient nur einen bestimmten Zweck ..: Die Deutschen (mit getürkten, falschen, inszenierten, Tatsachen … mittels Scripted Reality-Märchengeschichten, Un-Wahrheiten zu generieren und zu verbreiten) stets und unaufhörlich … damit zu unterdrücken und untenzuhalten und sie nicht … auf die grandiose Idee kommen (sollen), sich gegen irgendetwas zur Wehr setzen zu wollen – weil es dann (natürlich) nur wieder Nazis wären, wenn sie es tun sollten oder es auch nur versuchen würden in Betracht zu ziehen – (Umgekehrte Psyschologie) Wer will schon ein oberböser und wilder, "Indianer-Nazi" sein … ?!

    "Wenn man jemand vernichten will, muss man ihn zuvor als Wilden bezeichnen" (B. Brecht)

    • Andreas Walter am

      Oder sich nur stark genug bedroht fühlen.

      Darum wird die "Temperatur" auch immer nur langsam erhöht. Hahaha, slow cooking, sozusagen, oder jetzt ganz neu und raffiniert – sous-vide. Im Vakuum und damit sogar weit unter 100°.

      Oder eben halt klassisch: Die Salamitaktik. Scheibe für Scheibe nehmen sie dir so auch alles Stück für Stück weg, selbst wenn es Jahrzehnte dauert. Deine Rechte, dein Territorium, deine Freiheit, dein Eigentum, dein Wissen, deine Überzeugungen, deinen Glauben, dein Leben, deine Zeit, deine Liebe – und am Ende sogar auch noch deine Nächstenliebe. Bist du so bist, wirst wie das Vieh in ihrem Stall. Oder eben die mörderische Bestie, die sie dir dann aber vorwerfen, falls du dich wehrst.

      Die erfolgreichste totale Kontrolle (Weltherrschaft) über die Menschheit ist nämlich die, die man gar nicht erst bemerkt. Darum auch das Netz, das mit allem und jedem verbunden sein soll.

      Wobei es eigentlich kinderleicht ist, sie zu bemerken. Man muss es nur einmal wissen, was es ist, dann fängt man irgendwann an, es überall zu "sehen".

      • DerSchnitter_Maxx am

        @Andreas Walter – Stimme Ihnen in vollem Umfang zu … dem ist nichts hinzuzufügen ! Moment … 2 Zitate hätte ich noch:

        "Denn Fakt ist, die kleine Clique, denen diese Welt schon jetzt gehört, herrscht nachdem einfachen, aber klaren Motto: „Eine Welt, in der wir nicht das alleinige Sagen haben, die braucht es auch in Zukunft, nicht mehr zu geben."(C. F. von Weizsäcker)

        "Es gibt das, was man hören will. Das, was man glauben will. Dann kommt lange nichts und dann kommt die Wahrheit!" (Filmzitat: The International)

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