Sommer 1945: Die Verbrechen an Deutschen gehen weiter

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Es ist eine laue Sommernacht im Juli. Einige Biergärten haben nach den Wirren des Krieges in der bombardierten Reichshauptstadt wieder geöffnet. Wo früher die Prominenz des Dritten Reiches ausgiebig ein- und ausging, treten jetzt Soldaten der Siegermächte ein.

Gut zwei Monate nach Kriegsende hatten die Deutschen alles andere als ein Sommermärchen. Überall gab es Obdachlosigkeit nach der Zerstörung der Städte. Dazu wurde der Wohnraum noch durch die unzähligen Flüchtlinge, die aus den Ostgebieten fliehen mussten, knapper.

Viele Arbeiten mussten von Frauen weiterhin übernommen werden, denn von den Männern, die im Kriege waren, sind entweder etliche gefallen oder in russischer oder westalliierter Kriegsgefangenschaft. Von den Sowjets später nach Sibirien ins Gulag verschleppt, erwartete den deutschen Soldaten ein schweres Leid. Hunger und Folter bestimmten den Alltag in diesen Stätten. Eine Million Deutsche verließen solche Lager nicht mehr lebend. Nicht minderschwer war das Schicksal der Wehrmachtsangehörigen, die die Feldlüfte der amerikanischen Rheinwiesenlager wahrnehmen durften. Ohne Behausung im nassen Schlamm zusammengefercht, standen junge Soldaten hinter Stacheldraht.

An Schikanen ließen es die GIs gegenüber den Internierten nicht mangeln. Selbstgebaute unterirdische Sandbehausungen wurden von den Amerikanern einfach zum Einsturz gebracht, gleichwohl sich Kriegsgefangene noch in dem Unterschlupf befanden. Ähnlich wie in den sibirischen Gulags fanden auch in den Rheinwiesenlagern Hunderttausende Gefangene durch Hunger, Folter und Erschießungen ihren Tod.

Aber nicht nur Militärangehörige waren von Willkürmaßnahmen der Sieger betroffen, sondern ebenso Zivilisten. Vor allem in den Ostgebieten wurden Passanten ihrer Nationalität wegen aufgegriffen und interniert. Der polnische Geheimdienst hatte in Schlesien 1.255 Internierungslager installiert. Unter diesen befanden sich die Lager Lamsdorf und Potulitz. Von allen Lagern hatte Potulitz die meisten Toten zu beklagen, welche überwiegend durch Misshandlungen und Folterungen der Wachmannschaften verursacht worden sind. Alle Neugeborenen starben schon innerhalb weniger Tage. Von den Insassen haben 6.000 Menschen das Lager nur noch tot verlassen.

Ähnliche Vertreibungsverbrechen wurden nicht zuletzt mit den Benesch-Dekreten an Sudetendeutschen verübt. Gerade in der Sommerzeit 45 waren Deutsche durch den Erlass Edvard Benes als vogelfrei erklärt. Der Brünner Todesmarsch war nur ein Ereignis, das tausende Opfer abverlangte. Etwa 5.200 Menschen starben an den Strapazen, Misshandlungen und Folterungen durch tschechische Milizen. Welche weitere Verbrechen an Deutschen durchgeführt wurden, erfahren Sie in COMPACT-Geschichte Nr. 8 „Verbrechen an Deutschen. Vertreibung. Bombenterror, Massenvergewaltigungen“.

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15 Kommentare

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    @ Sakrotes
    Für dich mal ein Beispiel für Kriegsverbrechen: Die Mutter meiner Nachbarin wurde im Mai45 im Zuge der Befreiung vergewaltigt. Davon wurde sie schwanger…
    Du würdest sagen, es war halt Kriegsende.
    Nach einem Jahr kamen sie allerdings wieder und genau dasselbe nochmal.
    Und wieder schwanger…

    Die Mutter meiner Nachbarin gegenüber sollte auch vergewaltigt werden. Ihre Schwester stellte sich schützend davor. Da wurden beide erschossen…
    Alles nach dem 8. Mai…

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    DerSchnitter_Maxx am

    Warum wohl ? Weil … in Wahrheit womöglich, die Deutschen … dass auserwählte Volk sind/waren … und das können, konnten und wollen die üblichen Verdächtigen (die, die sich diebisch-hinterfotzig eingeschlichen haben und sich mit fremden Federn schmück-t-en) nicht ertragen – lol … bis zum heutigen Tag

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    DerSchnitter_Maxx am

    Warum wohl ? Weil … in Wahrheit womöglich, die Deutschen … dass auserwählte Volk sind/waren … und das können, konnten und wollen die üblichen Verdächtigen (die, die sich diebisch-hinterfotzig eingeschlichen haben und sich mit fremden Federn schmück-t-en) nicht ertragen – lol … bis zum heutigen Tag 😉

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    Nun,fairerweise muß man dazusagen: Wenn sich feindliche Truppenmassen plötzlich in riesigen Scharen ergeben, dann kommt es auch unbeabsichtigt zu grausamen Situationen, weil Verpflegung,Transport , Unterbringung einfach so schnell nicht zu beschaffen sind. Der vorbildliche Soldat soll sich eben nicht ergeben,sondern bis zum Tod kämpfen. Aber das schafften selbst von den formidablen Japanern nur verhältnismäßig wenige, immerhin aber ganze Einheiten und selbst Zivilisten.. Regelrechte "Folter", ohne rationalen Zweck,kann man wohl für alle Seiten ausschließen. Und natürlich gab es einen wesentlichen Unterschied,ob man von Briten oder Amerikanern gefangen wurde oder von Russen. Die Halbbarbaren hatten die Erfahrung der Kabinettskriege nicht gemacht und wer sich selbst von gekochten Mohrrüben und Sonnenblumensamen ernährt wird gefangenen Feinden nichts besseres vorsetzen.

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      Soki, Du bist wirklich dumm wie Bolle
      und Bolle war saudumm………………….

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    @ Sakrotes am 3. Juli 2020 15:23

    Ganz einfach zu beantworten deine Frage!
    Eigentlich war der Krieg VORBEI! Die meisten Verbrechen fanden aber NACHHER statt.
    Manchmal sogar Jahre später!
    Wenn Frieden ist, das ist Frieden!

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    Hmmmmm…. und was soll uns diese uralte längst vergangene Aufzählung von Kriegsgeschichtchen sagen ? Gabs in jeder Nation….. Fragen Sie mal russische Kriegsgefangene…

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      HEINRICH WILHELM am

      Muttis Maskenrülps ist auch wieder da…
      Erhol dich gut nach der gelungenen Gehirnamputation!

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      Immer das letzte Wort vom gemütlichen Wohnzimmer Sessel aus! Dieser Bericht enthält Fakten die für Sie anscheinend nicht verständlich sind! In dieser Zeit geschah viel Unrecht, die Prämisse des Autors will nur die Einseitigkeit dieser Geschehnisse spiegeln und nichts anderes! Was ist so schwer daran zu begreifen…?

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      Hans von Pack am

      ,fragen Sie mal russische Kriegsgefangene’… –

      Jepp, Herr Sakrotes, die wurden von Stalin erneut eingesperrt, damit sie in seinem Kommunisten-GULAG nichts vom hohen Lebensstandard in Deutschland berichten konnten!

      Vielfach bezeugt von verschleppten deutschen Frauen und Männern, die zusammen mit diesen "befreiten" Russen in Arbeitslagern im Ural Zwangsarbeit leisten mußten. Was sagen Sie nun? Wo gab’s das sonst schon mal?

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        Der Fakt ist unbestreitbar, Russen, die sich der Wehrmacht ergeben hatten, waren Stalin nicht willkommen. Was dafür der Grund war,hat er mit ins Grab genommen. Vielleicht war er auch nur der Ansicht,daß Soldaten sich nicht zu ergeben haben, sondern bis zum Tod kämpfen sollen. Kenne selbst einen Fall aus der Verwandschaft : 2 Russkis waren deren Kleinbauernhof als Arbeitskräfte zugeteilt. Da sie nicht als Sklaven, sondern als Familienmitglieder behandelt wurden,war Verbrüderung unvermeidliche die Folge. Einer kam sogar 50 Jahre später, kurz vor seinem Tod, noch auf Besuch, weil er die guten Deutschen noch mal sehen wollte. Rührende Geschichten dieser Art waren/ weder aus deutscher noch aus russischer Sicht wünschenswert.

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      Tausendnicks braucht kurzen Klartext, längere zusammenhängende Texte bereiten ihm Schwierigkeiten. Also:1. Nicht die Aufzählung ist uralt und längst vergangen,sondern die "Kriegsgeschichten". Und die Aufzählung soll uns sagen, daß die Sieger uns durchaus nicht moralisch überlegen waren. Verstanden?

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        Antupirén am

        Ist es denn nötig, dass Sie überall Ihre überheblichen Kommentare auf so massive Weise abgeben müssen??
        Vor einiger Zeit kleisterten Sie einen Artikel mit 18 Kommentaren zu! Wirklich unglaublich.

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        Grundsätzlich ja,ist nötig. Aber 18 Kommentare zu e i n e m Artikel habe Ich noch nie geschafft,da haben sie wohl die 2 Pappnasen mitgezählt ,die sich mit zum Verwechseln ähnlichen Nicks in meine Nähe schleichen.

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        "Ist es denn nötig, dass Sie überall Ihre überheblichen Kommentare auf so massive Weise abgeben müssen??"

        Ja! Denn das gehört zu seinem Berufsbild – da müssen Sie Verständnis haben. Und da wir ja in den letzten 50 Jahren ohnehin gelernt haben für alles und jedes Verständnis zu haben – außer natürlich für unser ureigenstes Bedürfnis NICHT für alles und jedes Verständnis haben zu müssen – sollte Ihnen das auch nicht weiter schwer fallen …

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