Rote Armee 1945: Das Grauen von Metgethen

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75 Jahre Massaker in Ostpreußen. COMPACT-Geschichte „Verbrechen an Deutschen. Vertreibung, Bombenterror, Massenvergewaltigungen“ bringt profunde Aufklärung.

Als bedeutendes Schicksal, bei welchem unschuldige Deutsche ihr Leben verloren haben, bleibt das ostpreussische Nemmersdorf in Erinnerung. Hierbei fielen der Roten Armee am 21. Oktober 1944 etwa 30 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder,  zum Opfer (siehe Aufmacherfoto). Doch war Nemmersdorf längst kein Einzelschicksal im einstigen Ordensland Ostpreußen. Als die Wehrmacht nämlich den Korridor Pillau-Königsbergam am 19. Februar 1945 von den sowjetischen Streitkräften zurückeroberte, boten sich ihr auch in dem Örtchen Metgethen schreckliche Bilder von vergewaltigten und verstümmelten Leichen. Die Anzahl der Opfer liegt hier sogar um einiges höher als in Nemmersdorf.

Zeugenberichte aus dem Bundesarchiv in Koblenz

Der Soldat Hermann Sommer, ein Hauptmann im Stab des Königsberger Festungskommandanten Otto Lasch, gab in seiner eidesstattlichen Erklärung an, dass er „neben den über den ganzen Ort verstreuten Einzelleichen zwei besonders große Leichenhügel“ vorfand, „in denen etwa 3.000 meist Frauen-, Mädchen- und Kinderleichen enthalten waren“. Sommer führt zudem weiter aus, dass sich unter den Opfern auch Ukrainer befanden, die während des russischen Vordringens in die Hände der Roten Armee fielen. Ein Teil sei in russische Strafabteilungen eingegliedert  und ein anderer sofort liquidiert worden.

Verbrechen an Deutschen – das Tabu des 20. Jahrhunderts

Das große Tabu des 20. Jahrhunderts – der Leidensweg unseres Volkes. Vertreibung, Bombenterror, Massenvergewaltigungen – in COMPACT-Geschichte „Verbrechen an Deutschen“ wird dokumentiert, was Politik und Medien uns vergessen lassen wollen. Die Artikel sind sorgfältig recherchiert, die Augenzeugenberichte herzzerreißend. Alle Angaben sind mit amtlichen Quellen belegt. Ein unverzichtbares Nachschlagewerk, zur Erinnerung für die Alten, zur Einführung für die Jungen.

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Ein weiterer Soldat vermeldet ähnliche Funde. In mehreren Wohnungen seien leblose Kinder- und Frauenkörper im Alter von zehn bis 80 Jahren gefunden worden. „Etwa 200 Tote dieser Art haben wir im Truppenfahrzeugen eingesammelt und zur Identifizierung gebracht. Auf dem Bahnhof Metgethen fanden wir etwa sieben Personenwaggons eines Flüchtlingszuges aus Königsberg stehen. In jedem Waggon fanden wir etwa sieben bis neun bestialisch zugerichtete Leichen von Flüchtlingen jedes Alters und Geschlechts.“ Die Frauenleichen wiesen demnach Merkmale von vorausgegangenen Schändungen auf. Ein  schrecklicher Anblick bot sich ihm auch  auf dem Tennisplatz, in einem Sprengtrichter mit zehn Meter Durchmesser und vier Meter Tiefe. Im Innern des Trichters, auf seinem Rand, in der näheren Umgebung des Trichters sowie am und auf dem hohen Zaun des Tennisplatzes sollen erdverschmierte Leichenteile von etwa 25 Männern, Frauen und Kindern gelegen haben. Darunter befanden sich einige Flaksoldaten und Männer von Polizeieinheiten. Auch wurden rund um den Trichter Pferdekadaver und einige Fuhrwerke mit Flüchtlingsgut ausfindig gemacht. Der Soldat gibt weiterhin an, dass im Umfeld des Tennisplatzes von 200 Metern weitere Leichenteile, wie Arm oder Hände entdeckt wurden.
Aus den Schilderungen dieses Zeugen kann man schlussfolgern, dass Flüchtlinge, gefangene Soldaten und Polizisten ins Innere des Bombentrichters getrieben und die Treckwagen darum postiert wurden. Vermutlich entzündeten die Täter eine Sprengladung, die sich im Trichter zwischen den eingepferchten Menschen befand.

Dieser zweite Augenzeugenbericht  stammt übrigens aus einem Artikel der „Spiegel“-Ausgabe 27/1979: eine Zeit, in der dieses Magazin noch wagte, Themen anzugehen, die  aufgrund der  sogenannten Political Correctness heute einen Tabubruch darstellen. Mit COMPACT-Geschichte Nr. 8 „Verbrechen an Deutschen. Vertreibung, Bombenterror, Massenvergewaltigungen“ gibt es in der deutschen Medienlandschaft allerdings noch eine Publikation, die sich traut, genau diese und andere Tabuthemen mutig aufzugreifen.

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15 Kommentare

  1. Avatar

    OffTopic – Das Grauen von Youtube: Ich möchte euch diese mir per E-Mail zugestellte Disziplinierungsmaßnahme durch Youtube nicht vorenthalten, obwohl ich bei Youtube gar keine Videos hochgeladen habe:

    "Hello,

    We have received a complaint concerning a comment you published on the following video:
    Metamorphosen, die Kunst der Marianne Hasenöhrl – Obsieger: […]

    Upon review, we’ve determined that it violates our Community Guidelines and we’ve removed it from YouTube.

    Please note that no penalty or restriction has been applied to your account at this time.

    The YouTube Team"

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      Es ist aus dem Textzusammenhang nicht eindeutig ersichtlich, ob das Video gelöscht wurde oder mein Kommentar.

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    DerSchnitter_Maxx am

    Was für die Einen bösartig … ist für die Anderen noch lange nicht bösartig ! 😉

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    Jürg Rückert am

    Wie hörte ich vor wenigen Jahren im deutschen Fernsehen: 1945 sühnte die Rote Armee die Verbrechen der Wehrmacht …
    "Aktion Sühne" oder was? Da müssen wir doch Verständnis dafür haben. Und wir haben es!
    Wer Verbrechen rechtfertigt, relativiert oder verharmlost begeht ein Verbrechen.

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    Das Schicksal von Metgethen war gang und gäbe. Das Problem ist, dass aus solchen Ortschaften wirklich niemand überlebt hat und die Dörfer selbst, nach Ausmordung und Plünderung, gesprengt bzw. niedergewalzt wurden – also von der Landkarte gänzlich verschwanden. Es gibt keine Zeugen, keine Berichte. An diesen ehemaligen Ortschaften findet man heute nur noch braches Land, vielleicht paar Grundrissmauern und verstreute Ziegelsteine unter der Humusschicht. Die Polen grasen solche Orte gerne mit ihren Metalldetektoren ab wegen Waffen und Orden und verkaufen es im Net.

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    heidi heidegger am

    Hmm, die heidi reschpektiert das Alleinstellungsmerkmal des PolitMonatsmagazins, das eben angenehm zu lesen ist (denn die anderen Monatsmags schweigen über die Greuel/Gräuel) aber als FilmKenner genügt mir ²Dirk Bogarde (britisch-schwuler Filmstar, als *das* noch gefährlich war in GB).

    ² — Während des Zweiten Weltkrieges diente Bogarde als Nachrichtendienstoffizier im Fernen Osten und in Europa. Als das einschneidendste Erlebnis seiner Militärzeit nannte Bogarde später die Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Die Erinnerung an das „Inferno“ des Konzentrationslagers habe ihn für den Rest seines Lebens geprägt.. —

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      Meinen Sie das ernst und wollen Sie damit relativieren oder sollte das ironisch sein.?

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        Wahrscheinlich eine Relation mit etwas Ironie. Ansonsten wäre es ja Phantasie. Und hier phantasiert niemand..

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        heidi heidegger am

        danke, dass ihr euch Gedanken um meine Gedanken macht (echt!) – Nun, "Soki" trug ich in diesen Stunden in mir ("Krieg kann Spass machen"..es ging ums antike Griechenland), das haute mich um, weil es so gnadenlos ehrlich geschrieben u n d abgeleitet-begründet ist und so näherte ich mich dem Grauen *an sich* ästhetisch über D. Bogarde quasi. Eine Geste oder eine Sentenz wie "Ich schaute das Inferno" (falls Bogarde das wörtlich so gesagt hat) ist manchmal hilfreich, wenn denken und (mit)fühlen sich mischen und verwischen. Belehren wollte ich mit meinem Kommentar niemanden.

        danke nochmals fürs zuhören, eure heidi

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      Lila Luxemburg am

      "² — Während des Zweiten Weltkrieges diente Bogarde als Nachrichtendienstoffizier im Fernen Osten und in Europa. Als das einschneidendste Erlebnis seiner Militärzeit nannte Bogarde später die Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Die Erinnerung an das „Inferno“ des Konzentrationslagers habe ihn für den Rest seines Lebens geprägt.. —"

      Was genau soll uns das jetzt sagen? Dass ein sensibler Schwuler irgendwas (was jetzt genau?) … gesehen hat … und darüber ganz furchtbar erschrocken ist? Möchtest du uns mitteilen, daß die Frauen und Kinder, die von den ruhmreichen Rotarmisten entweder tot vergewaltigt oder ’nur vergewaltigt‘ und dann gefoltert und schließlich umgebracht worden sind, sich nicht so haben sollen, weil … schließlich haben ‚wir ja auch angefangen‘ … mit den Juden und so … – war es das, was du uns mitteilen wolltest.

      Außerdem sind diese Verbrechen nicht an Deutschen begangen worden, sondern an Ostpreußen (auf der Stammesidentitätsebene) und an Preußen (auf der nationalen Erfahrungsebene). Die Deutschen haben nun mal mit dem ABSOLUTEN Verrat an ‚den Vertriebenen‘ (begangen zwischen 1970 (Ostverträge) und 1990 (2+4-Vertrag)) die Geschiedenheit beider kollektiver Erfahrungen auf der nationalen Erfahrungsebene (also der kollektiven Erfahrung, die die deutsche ist und der kollektiven Erfahrung, die die preußische ist) vor der Geschichte offenbart.

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        Lila Luxemburg am

        Teil 2

        Und da das Absolute die Dimension jenseits oder ‚vor‘ Zeit+Raum ist, wirkt sich ein absoluter Verrat (= Vertrauensbruch) als ‚Trennung im Absoluten‘ aus … und das bedeutet für die Verhältnisse innerhalb von Zeit+Raum, daß sie dort eben ‚rückwirkend‘ getrennt werden, d.h. sie sind nie EINS gewesen und Preußen trägt damit keinerlei Verantwortung für irgendeine ‚doitche Chuld‘ – egal ob real oder (wie so oft) phantasiert.

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      Heidi..nix für ungut. Aber Storys von Geretteten und Leuten die "Erlebnisse" hatten, aus "Infernos" entkamen oder sogar welche sahen und Leuten die gerettet wurden aber ihre Retter niemals mehr wieder sahen aber für den Rest ihres Lebens geprägt waren füllen bei mir 2 Meter mal 2 Meter Bücherregale.

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      War Er im fernen Osten ohne Schuld??? Wenn man bedenkt was die brieten so in ihren kolonialen Welt so an Verbrechen begangen haben sind sie wohl nicht unschuldig.

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