Kurz vor dem Ende der Weimarer Republik kam es in Berlin zu einem spektakulären Bündnis zwischen Nazis und Kommunisten. Was niemand ahnte: Hitler bahnte es den Weg zur Macht. Ein Auszug aus der von Verbot bedrohten Sonderausgabe COMPACT-Geschichte „Babylon Berlin – Historische Hintergründe der großen Kult-Serie“. Hier mehr erfahren.

    Mit Anbruch des 3. November 1932 lag eine fast unwirkliche Ruhe über der Reichshauptstadt. Vom sonst allgegenwärtigen Quietschen der Straßenbahnräder war nichts zu hören. Nur langsam realisierten die Berliner, dass es nun doch zur Arbeitsniederlegung im Stadtverkehr gekommen war – obwohl ausgerechnet die SPD dagegen besonders gewettert hatte.

    In der Morgendämmerung zeigte sich ein fast surreal anmutendes Bild: Einträchtig standen Streikposten der KPD-nahen Revolutionären Gewerkschafts-Opposition und der Nationalsozialistischen Betriebszellen-Organisation nebeneinander, blockierten die Haltestellen. Manche trauten ihren Augen kaum: Feuer und Wasser hatten sich zusammengetan. (…)

    Agitator: Goebbels verstand sich auch als Anwalt der hungernden Unterschicht. Foto: picture-alliance / Mary Evans Picture Library/WEIMA

    Goebbels greift an

    In Berlin prallten die Extreme besonders heftig aufeinander. Auf der einen Seite entwickelte sich die Metropole in der Zwischenkriegszeit neben Moskau zur zweiten Welthauptstadt des Kommunismus. An der Spree wollten Lenin und Stalin die Weltrevolution vollenden – und dort blieb die KPD bis zur Machtergreifung Hitlers unangefochten stärkste Kraft. Außerdem bündelten sich in Berlin zahlreiche legale wie konspirative Auslandskontakte der Sowjetunion. Die Dichte an Agenten war besonders hoch, Agitprop-Kunst und sozialistisches Theater blühten auf. Die NSDAP hingehen blieb lange Zeit eine völlig unbeachtete Splitterpartei.

    Das änderte sich schlagartig, als der junge Agitator Joseph Goebbels ab 1926 als Gauleiter die Geschicke der Partei in der Reichshauptstadt übernahm. Der promovierte Germanist aus dem Rheinland, der zuvor schon im Ruhrgebiet erste Erfolge erzielt hatte, benötigte einige Jahre Anlaufzeit, doch dann gelangen ihm weitreichende Einbrüche in die rote Kernwählerschaft. (…)

    Thälmann buhlt um Nazis

    Das Endspiel um die Macht war eröffnet, als Kommunisten und Nationalsozialisten bei den Wahlen vom 31. Juli 1932 zusammengenommen erstmals eine Mehrheit der Sitze im Reichstag errangen. Beide Seiten änderten ihre Strategie nun dahingehend, dass sie versuchten, Anhänger im Lager des Gegners zu gewinnen.

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    Schon im Herbst jenes Schicksalsjahres hatte KPD-Chef Ernst Thälmann seinen Leuten deshalb eingebläut, dass „die Hereinnahme von Nazis in die Streikkomitees (…) absolut notwendig und erwünscht“ sei. Unter Thälmann hatte die KPD schon im August 1930 ein bemerkenswertes „Programm zur nationalen und sozialen Befreiung des deutschen Volkes“ verabschiedet. Darin hieß es:

    „Wir erklären feierlich vor allen Völkern der Erde (…), dass wir im Falle unserer Machtergreifung alle sich aus dem Versailler Frieden ergebenden Verpflichtungen für null und nichtig erklären werden, dass wir keinen Pfennig Zinszahlungen für die imperialistischen Anleihen, Kredite und Kapitalanlagen in Deutschland leisten werden.“ (…)

    Vereint gegen den Feind

    Am 30. Oktober kam es zur Sensation: Im Karl-Liebknecht-Haus einigten sich Kommunisten und Nationalsozialisten auf die Wahl eines 16-köpfigen Streikausschusses, in dem vier Mitglieder der NS-Partei saßen. Natürlich verbanden beide Seiten mit diesem Beschluss die Hoffnung, jeweils weitere Unterstützer bei der für den 6. November angesetzten, neuerlichen Reichstagswahl – der letzten vor Hitlers Machtergreifung – zu gewinnen. Aber sie waren bei aller Gegensätzlichkeit eben auch durch ein ähnliches Selbstverständnis als Arbeiterparteien verbunden. (…) Ende der Textauszüge.

    Den vollständigen Beitrag lesen Sie in COMPACT-Geschichte „Babylon Berlin – Historische Hintergründe der großen Kult-Serie“. Die Zwanziger kehren zurück. Wir liefern das Hintergrundwissen: Verbrechen, Laster & Sünde, Rausch & Revolte, Putsch & politische Morde, Horst Wessel, Goebbels, Hitlers Aufstieg und vieles mehr. Jetzt zuschlagen – denn diese Ausgabe will man per Einstweiliger Verfügung aus dem Verkehr ziehen lassen.

    3 Kommentare

    1. jeder hasst die Antifa an

      Auch heute haben wir ein Bündnis zwischen roten Nazis und grünen Kommunisten.

    2. Wladimir Wolodymyr an

      Leicht peinlich. Aber wenn Compact für schönes Wetter ist statt für schlechtes, bin Ich insoweit dabei.

      Übrigens , wenn die Kommunisten nicht gottesfeindlich und russlandfixiert gewesen wären, dann wären sie eigentlich i.O gewesen, über Details hätte man reden können. Es sind ja auch nicht wenige übergelaufen , nachdem der Sieg feststand.

      • Hans von Pack an

        Was heißt hier "rußlandfixiert"? Es war genau umgekehrt als Sie denken: Nach der ökonomischen "Doktrin" des Marxismus erwarteten die russischen Bolschewisten den Ausbruch der kommunistischen "Weltrevolution" zuerst im industriell fortgeschrittenen Deutschen Reich und nicht im damals noch bäuerlich geprägten und industriell rückständigen Rußland. Sie waren also eher "deutschlandfixiert" und ohne die Einschleusung Lenins und Trotzkis aus ihrem Exil in Zürich oder New York durch die "Kapitalisten" wäre es womöglich nie zu einem bolschewistischen Umsturz in Rußland gekommen. Als der sozusagen "außerplanmäßig" gelang, richteten sich die Augen der Kommunisten natürlich umso mehr auf den vom Versailler Schand-"Frieden" gefesselten deutschen Industrie-Riesen! Im Kampf gegen dieses unsägliche Monstrum kurzsichtiger und rachsüchtiger Dilettanten gab es von Anfang an Querfronten zwischen Nationalisten und Kommunisten, Links und Rechts. Mit dem "Kampf gegen Räächtzz" will man ja auch heute noch jegliche Querfront gegen das in Versailles geborene Ausplünderungssystem schon im Keim ersticken!