Offener Brief der chinesischen Botschaft an die BILD-Chefredaktion

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In einem offenen Brief wandte sich die Sprecherin der chinesischen Botschaft in Deutschland an die Chefredaktion der BILD. Darin beklagt sie die Berichterstattung bezüglich der Corona-Pandemie und der Darstellung Chinas als schuldtragendes Land. 

Die Kritik richtet sich neben der gesamten Redaktion auch direkt an Julian Reichelt. Dabei wird Stellung zu bestimmten Aussagen und Anschuldigungen eines Textes des Journalisten bezogen. Der Vorwurf, China hätte der WHO notwendige Informationen unterschlagen wird zurückgeworfen sowie eine rechtliche Verantwortung des Landes für die anhaltende Corona-Pandemie abgestritten. Reichelt wird zusätzlich das potenzielle Schüren von Fremden- und Chinafeindlichkeit vorgeworfen.

Der offene Brief von Tao Lili, Sprecherin der chinesischen Botschaft in voller Länge:

Sehr geehrter Herr Reichelt, sehr geehrte Mitglieder der BILD-Chefredaktion,

mit einigem Befremden habe ich heute Ihre Berichterstattung zur Corona-Pandemie im Allgemeinen und zu der vermeintlichen Schuld Chinas daran im Besonderen verfolgt. Einmal abgesehen davon, dass wir es als ziemlich schlechten Stil betrachten, ein Land für eine Pandemie verantwortlich zu machen, unter der die ganze Welt zu leiden hat und dann auch noch eine explizite Rechnung angeblicher chinesischer Schulden an Deutschland zu präsentieren, ignoriert der Artikel einige wesentliche Fakten.

1. Sie schreiben, das Virus breitete sich aus, „auch, weil die chinesische Führung wichtige Informationen wochenlang unterdrückte“. Und: „China hat seine Informationspflichten gegenüber der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verletzt.“

Dazu stellen wir fest: Breits am 31.12.2019 haben die chinesischen Behörden die WHO über Fälle von Lungenentzündung unbekannter Ursache in Wuhan informiert. Ab dem 3. Januar 2020 informierte China die WHO und andere Ländern wie die USA regelmäßig über den Verlauf. Zu dieser Zeit meldete Wuhan 44 Patienten mit der mysteriösen Krankheit. Am 8. Januar 2020 wurde der Krankheitserreger SARS-CoV-2 erstmals identifiziert. Am 11. Januar stellte China vollständige Genomsequenzen des neuartigen Coronavirus öffentlich online und teilte die genetischen Daten mit der WHO. Am 20. Januar bestätigte China aufgrund von fundierten epidemiologischen Untersuchungen die Übertragung des neuartigen Coronavirus von Mensch zu Mensch. Drei Tage danach wurde die Millionenmetropole Wuhan abgeriegelt und noch nie dagewesene umfassende, gründliche und rigorose Quarantänemaßnahmen wurden landesweit ergriffen. Die WHO bestätigt exakt diese Timeline und sie ist hier nachzulesen: https://www.who.int/news-room/detail/08-04-2020-who-timeline—covid-19. Am 11. März schließlich erklärte die WHO die durch das Covid-19-Virus verursachte Krankheit zur Pandemie.

2. Sie schreiben: „Die britische Denkfabrik Henry-Jackson-Society kommt in einer aktuellen Studie zum Schluss: China ist RECHTLICH VERANTWORTLICH für die wirtschaftlichen Folgen.“

Dazu stellen wir fest: Viele Länder, die jetzt mit COVID-19 zu kämpfen haben, hatten Zeit, sich auf die grenzüberschreitende Ausbreitung des Erregers vorzubereiten, nachdem China seinen Ausbruch im Rahmen der IHR-Richtlinien gemeldet hatte. Bei den Behauptungen von einigen wenigen Politikern bzw. Experten oder Medienvertretern, dass China nach internationalem Recht rechtswidrig gehandelt habe und nun verpflichtet sei, ausländische Regierungen zu entschädigen, geht es nicht wirklich um internationales Recht, um Völkerrecht. Es geht ihnen um gegenseitige Schuldzuweisungen, um von eigenen Versäumnissen und Schwächen abzulenken.

Erlauben Sie mir zum Schluss noch eine persönliche Bemerkung: Wir betrachten den Stil, in dem Sie in Ihrer heutigen Berichterstattung auf der Seite 2 gegen China „zu Felde ziehen“, als infam. Ihr Bericht entbehrt nicht nur ganz wesentlicher Fakten und genauer Zeitabläufe sondern auch einem Mindestmaß an journalistischer Sorgfaltspflicht und Fairness. Wer so aufrechnet, wie Sie das mit der BILD-Zeitung von heute tun, schürt Nationalismus, Vorurteile sowie Fremden- und Chinafeindlichkeit. Es wird weder der traditionellen Freundschaft zwischen beiden Völkern noch einem seriösen Verständnis von Journalismus gerecht.

Ich frage mich gerade vor diesem Hintergrund, woher in Ihrer Redaktion die Abneigung gegen unser Volk und unseren Staat kommt? Für eine Krise dieses Ausmaßes gibt es kein Drehbuch. Auch Deutschland muss seinen seinerzeit durchdachten Notfallsplan nach dem deutschen Infektionsschutzgesetz überarbeiten. Dass wir zusammen aus der Pandemie-Krise lernen und kooperieren, ist gefordert mehr denn je. Inzwischen bescheinigen uns auch namhafte internationale Wissenschaftler, dass China durch sein schnelles und entschiedenes Handeln einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung dieser Pandemie geleistet hat und zumindest einen Monat Zeit für den Rest der Welt gewonnen. Davon lesen wir in Ihrem Beitrag leider gar nichts.

Mit freundlichen Grüßen,

Tao Lili

Sprecherin der chinesischen Botschaft in Deutschland

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15 Kommentare

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    Sehr geehrte Frau Tao Lili, ….wenn Sie auch Compact lesen ,werden Sie feststellen,dass es auch andere Menschen und Nachrichtenmedien gibt ,die das eigene Land und deren grottenhafte Politik einer Kanzlerin kritisieren……

    Die Bildzeitung und andere Sudelblätter sind nicht die deutsche Stimme …. Die Bild Zeitung bedient Leser mit einem im Tiefflug abgesunkenen Intelligenzquotienten.

    Selbst die Deutschen bezeichnen dieses Blatt als BLÖD Zeitung . Deshalb sollte es keinen Abbruch tun zwischen dem einfachen Volk in Deutschland und Ihrem grossen Land. Merkel und Ihre Untertanen haben aus unserem Lande eine niveaulose Heimstatt gemacht .

    Die Bild-Zeitung ist nicht Deutschland ,die Bildzeitung steht für Dummheit .

    Unser derzeitiger Aussenminister hätte die Bild Zeitung in die Schranken verweisen müssen ,denn solche Texte dienen nur dem Ziel Hass zu schüren im Sinne Amerikas.

    Mit freundlichen Grüssen ,

    ein Deutscher , der Frieden will und Freundschaft mit allen rechtschaffenden Staaten.

  2. Avatar

    Im Youtube-Video "BILD-Chefreporter kaempft fuer die NSA" wird Julian Reichelt als eine Art Vertreter der NSA vor den Medien der BRD portraetiert. In den Kommentaren darunter wird er durchweg als fieser Charakter beschrieben, als eine Art Hetzblattfigur…

    • Avatar
      RechtsLinks am

      NSA, CIA, MI6 oder Mossad ist egal. Reichelt ist einer der Chef Ideologen bei Springer und somit fest mit diesen Vereinen verbandelt. Die Deutschen erleben schon seit einiger Zeit den Bodensatz des "Journalismus", wobei bewiesenermassen viele Journalisten auch CIA-Agenten sind.

  3. Avatar

    Aus Gründen der Fairness sollte nun auch Julian Reichelts Antwort (offener Brief an den chinesischen Präsidenten in der gestrigen BILD) hier eingestellt werden, denn die Antwort hat es in sich.

  4. Avatar
    heidi heidegger am

    Danke Lars, für ihren Beitrag, ich hätte sonst Xi Jinpings allererste Antwort (aus d. titanic geklaut) selber tippen müssen, hihi:

    Lieber Julian Leichelt, äh: Reichelt,

    das war ein kleiner Scherz zu Anfang. Zahllose Uiguren müssen ihn in unseren Umerziehungslagern derzeit 100 Mal am Tag lesen. Ich selbst habe leider noch nicht die Zeit gefunden, mich ihrem Schrieb zu widmen. Trotzdem möchte ich Ihnen dazu ein paar Dinge sagen:

    1. Ich weiß gar nicht, wer Sie sind. Natürlich bin ich ein Feind der freien Presse, und wichtige Vertreter von der "New York Times", vom "Guardian", vom "Spiegel" und natürlich die gesamte TITANIC-Redaktion stehen ganz oben auf meiner Abschussliste. Aber was sind Sie bitte für eine Schießbudenfigur?

    2. In China essen wir Hunde. Ich rate daher gerade Ihnen ganz besonders von einem Besuch in meinem Land ab.

    3. Ihr deutscher Gesundheitsminister Jens Spahn wurde in einem chinesischen Labor Dutzende Male geklont. Wenn Sie mir noch einmal blöd kommen, schicken wir Ihnen künftig pro Woche einen weiteren Spahn nach Deutschland. usw. usw.

    • Avatar
      heidi heidegger am

      danke nochmals, Lars, ditt heidi findet Sie und Ihre ForumsArbeit supigut übrigens *erröt + kicher* und hier etwas heidi pur *unmasked* (zusammenfassend quasi):

      Die spätmrkl’sche Gesellschaft als äh satanischer MaskenBall, häh? ohne mich! -> zuu dekadent, selbst für misch, hah! 😉

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      Links gewinnt am

      Die politische Welt ist stinksauer auf China. Nicht nur die deutsche Politkaste muss um ihre Existenz bangen.

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      @alias Heidegger
      Ach, Sie können auch Hochdeutsch?? Das hätte ich nicht von Ihnen gedacht…
      Sind Sie nicht jener Jünger einer merkwürdigen Loge, die so etwas wie "Zum Wilden Westen" heisst, oder war es die "Old Shatterhand"??

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        heidi heidegger am

        mja, all das und mehr, das ischd die heidi und aber Alte SchmetterHand isch JE (lt. WE) und da bin ick Fän von die beide, hihi.

    • Avatar
      RechtsLinks am

      Hihi…Das Vorhergehende war schon recht amuesant aber .auf das " usw. usw." bin ich jetzt gespannt. Upps ..reimt sich..hihi

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      RechtsLinks am

      Ach Heidi..Sie fuehren mich zurueck zu einer alten Erzaehlung. Das Kind (ein Maedchen von 10 Jahren) eines Bekannten/Verwandten/ weitlaeufig Bekannten meines Onkels war an Tuberkulose erkrankt und im Leipzig der ersten Nachkriegsjahre gab es nichts was dem Kind haette helfen koennen. Dann entschloss sich jener Mann im Schlachthof zu Leipzig einen Hund schlachten zu lassen um dessen Fett gegen die Tuberkulose zu nutzen. Nach einer Rezeptur wurde dem Kind das Hundefett verabreicht und das Kind wurde gesund. Das waere vielleicht ein Tipp, falls Corona noch weiter wuetet und dem Michel das Geld ausgeht um Medikamente zu kaufen. In der Schweiz ist das Schlachten von Hunden fuer den Privatverbrauch uebrigens heute noch erlaubt. Ob das auch fuer “Dachhasen” gilt konnte ich nicht erfahren. Grundsaetzlich stellt sich aber die Frage ob der geliebte Fiffi auf das Grab seines Herrchens pinkelt oder ob das dankbare Herrchen seinen Fiffi zu Grabe traegt. Da muessten wir mal einen deutschen Opa, einen Polarforscher oder direkt einen Eskimo fragen…
      fartice.com/hundefett-medizinische-eigenschaften-und-kontraindikationen/

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        heidi heidegger am

        Also das mit der Schweiz wusste ich und verstehe es auch denn auf der HochAlm gibts koa Sünd‘, aber auch nix zu futtern ausser nem saftigen Berner Senner Hunderl, wanns der Appenzeller uffgefuttert ist, höhö.

  5. Avatar
    HEINRICH WILHELM am

    Die Sprecherin der chinesischen Botschaft ist sicher beauftragt worden, weil die chinesische Staatsführung verschnupft über die "Berichterstattung" der Medien hierzulande ist. BILD ist da gewiss nur das signifikante Beispiel.
    Allerdings muss man in den Kontext die Rolle der Boulevardpresse stellen. Was das BILD-Blättchen so alles drauf hat, wissen wir.
    Wäre es da nicht sinnvoller gewesen, auf direktem diplomatischen Wege zu intervenieren? Nun wird man sich auf die "Meinungsfreiheit" herausreden, sofern man überhaupt reagiert. Und diese "Meinungsfreiheit" oder das Zugeständnis "journalistischer Freiheiten" ist stets eine Funktion des Lobbyismus.
    Da wird Mutti schon nicht so sein…

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      Mutti liest bestimmt mit ihrem Doktor Horizont auch Bild….. denn,Bild steht für -Bild DIR DEINE MEINUNG -.

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