Nicht nur ein Anti-Aging-Mittel: Warum Q10 für alle ab 30 wichtig ist

0

Schon die Bezeichnung ist etwas sperrig und viele können damit wenig anfangen: Coenzym Q10. Doch anders als in Deutschland gilt dieses Mittel in vielen Ländern sogar als Arzneimittel. Da die Q10-Produktion beim Menschen im Laufe eines Lebens abnimmt, sollte jeder ab 30 dieses Enzym zusätzlich einnehmen. Das kann über die Nahrung geschehen oder aber auch als Nahrungsergänzung.

Q10 steckt in vielen Multivitaminprodukten, in Cremes und in Getränken, wird als Anti-Aging-Mittel hoch gelobt, soll Muskeln, Herz und Gedächtnis stärken und vieles mehr. Doch offizielle Empfehlungen für Coenzym Q10 gibt es in Deutschland kaum. Warum? In einem Land, wo die Pharmaindustrie eine große Lobby hat, sind solche Mittel wie Q10 nicht interessant. Sprich: man kann damit kaum Geld verdienen.

Trotzdem oder gerade deswegen verdient Q10 unsere Beachtung. Denn in anderen Ländern, wo Coenzym Q10 als ein anerkanntes Arzneimittel zur ergänzenden Therapie bei verschiedenen Krankheiten wie Bluthochdruck und Herzinsuffizienz gilt, ist man schon weiter.

„Das Coenzym Q10, auch bekannt als Ubiquinon, ist eine fettlösliche vitaminähnliche Substanz, die in nahezu allen menschlichen Geweben vorkommt“, so der Pharmazeut Uwe Gröber, der als Leiter der Akademie für Mikronährstoffmedizin auch ein anerkannter Fachautor ist. Insbesondere spielt Ubiquinon eine besondere Rolle in unseren Mitochondrien. Richtig: das sind unsere Zellkraftwerke.

Power für die Mitochondrien
Damit wären wir auch schon bei der wichtigsten Funktion dieses Vitaminoids: Es sorgt in der Atmungskette dafür, dass aus Nahrungsenergie Zellenergie wird. Oder umgekehrt, ohne Q10 wäre eine Energiebereitstellung durch unsere Zellkraftwerke schlicht nicht möglich.

Den etwas komplizierten Zusammenhang auf einen Nenner gebracht: Das Vitaminoid wirkt in jeder Zelle, damit Energie freigesetzt werden kann. „Damit ist Q10 lebenswichtig, denn alle Prozesse, die im Körper ablaufen, sind abhängig von den Mitochondrien“, bringt Gröber die Zusammenhänge auf den Punkt.

Noch dramatischer wird die ganze Situation, weil mit etwa 20 Jahren die körpereigene Q10-Produktion abnimmt. Spätestens ab dem 40. Lebensjahr sollte man gezielt auf die ausreichende Versorgung mit Q10 achten.

Astaxanthin, der vielfältige Wunderstoff

Denn mit über 40 erreicht die Q10-Produktion nurmehr 70 Prozent des ursprünglichen Niveaus. Studien haben bewiesen, dass bereits ein Q10-Mangel von 25 Prozent zu schweren Schäden an den Mitochondrien führen kann. Da diese für die Bildung von Adenosintriphosphat (ATP) – das ist unser Zellkraftstoff – zuständig sind, kann ein spürbarer Energieverlust die Folge sein.

Besonders dort, wo die Mitochondriendichte sehr hoch ist, wirkt sich ein Mangel fatal aus. Das sind vor allem die Sinnesorgane, also Nase, Netzhaut und Gehirn, in zweiter Linie dann Herz- und Skelettmuskeln, Leber sowie Bauchspeicheldrüse. Die Leistungsfähigkeit dieser Organe hängt demnach besonders stark von Q10 ab.

Q10-Quellen
Klar, dass man das Ubiquinon auch in der Nahrung findet, so in einigen Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch, Eier oder Milchprodukten. Allerdings liefern sie das Vitaminoid nur in geringer Menge, „Sie können also letztlich gar nicht so viel Ölsardinen – diese haben einen hohen Q10-Gehalt – essen, wie Sie bräuchten, um ihren Q10 Bedarf zu decken“, lässt Gröber Dramatisches erahnen.

Denn man könnte auch die Q10-Eigenproduktion gezielt ankurbeln. Etwa mit Vitamin C, bestimmten Aminosäuren wie Phenylalanin oder Methionin. Doch über diesen Prozess ist noch wenig bekannt. „Deshalb lässt sich auch nicht genau sagen, was man essen muss, um die körpereigene Produktion von Q10 zu steigern“, bringt unser Experte das Dilemma auf den Punkt.

Magnesium Night - wohltuend für Körper und Geist

Q10-Mangel und Folgen
Das Nachlassen der Q10-Produktion beginnt etwa im 20. Lebensjahr und erreicht spätestens mit 40 bedenkliche Defizite. Hier sinkt die körpereigene Herstellung von Q10 bereits auf etwa 70 Prozent. Diese Entwicklung setzt sich im Alter noch fort. Einerseits wird dadurch die Energieproduktion (ATP) vermindert, andererseits werden unsere Zellen schwächer und anfälliger für Zellschäden. Freie Radikale, die sich mit wirksamen Antioxidantien wie Astaxanthin gut im Zaum halten lassen, haben bei einem Q10-Mangel ein leichteres Spiel. Mit der Folge, dass überall im Körper Entzündungsherde entstehen können.

Da diese Entzündungen zunächst oft im Stillen ablaufen, werden ihre Folgen erst später sichtbar. Mediziner nennen es altersbedingte Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf oder auch Alzheimer, die nun ihren Lauf nehmen. Das klingt nach einem fatal. Als ob man sich dem automatisch aussetzen müsste.

Nein, hier gilt es gezielt gegenzusteuern. Einerseits mit gezielter Ernährung – wobei die Experten noch nicht genau sagen können wie es geht – um die Produktion anzukurbeln. Andererseits kann man mit guten Präparaten das Q10-Depot auffüllen. Gerade, wenn man diese zu den Mahlzeiten einnimmt, besteht im Nahrungsbrei eine gute Aufnahme durch unseren Stoffwechsel gewährleistet.

Q10-Mangel erkennen
Das ist gar nicht so einfach, weil die Symptome für einen möglichen Q10-Mangel ziemlich unspezifisch sind. Abgeschlagenheit, Muskelschwäche, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Infektanfälligkeit – eben alles, was mit Energiemangel einhergehen kann. Doch für diese Beschwerden kommen auch viele andere Ursachen in Frage, nicht nur zu wenig Q10.

Wer sich einem Bluttest unterzieht, könnte hier schon mehr Gewissheit erlangen: „Der Referenzwert für Gesunde liegt bei 1,2 Mikrogramm pro Milliliter“, weiß Gröber. Wer allerdings krank ist, etwa Diabetes, Bluthochdruck oder Arteriosklerose hat, für den seien Bereiche interessant, die die Zellfunktion verbessern, also ab 2,5 Mikrogramm pro Milliliter. Das sind oft genau die altersbedingten Erkrankungen, von denen oben die Rede war.

Q10-Mangel bekämpfen
Völlig zu Unrecht ist die Einnahme von Q10-Präparaten in Deutschland bisher noch nicht großartig propagiert. Denn zum einen gibt es gute Anbieter, die nach höchsten Kriterien auf Qualität achten. Zum anderen kann man bei sachgemäßer Anwendung gar nicht überdosieren.

Das zeigten auch Studien mit Leistungsportlern. Denen verabreichte man 6 Wochen lang hochdosiertes Q10, was tatsächlich auch bei diesen jungen Leuten zu einem Leistungszuwachs führte. Auch von dem Weltklasseschwimmer Mark Spitz ist bekannt, dass er Q10 einnahm.

Coenzym Q10

Als Therapieergänzung eignet sich Q10 z. B. bei Diabetes, Bluthochdruck, Parkinson, Arteriosklerose, Herzinsuffizienz, Multiple Sklerose, Hashimoto Thyreoiditis und Alzheimer. Neuere Studien zeigen auch, dass sich der Verlauf bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz) nicht günstig beeinflussen lässt, sondern die Einnahme von Q10 einen hohen Effekt hat. Die Sterblichkeitsrate ließ sich in einer schwedischen Studie um die Hälfte senken.

„In Kanada und China sind übrigens schon länger Q10-Produkte zur Mitbehandlung der Herzinsuffizienz zugelassen, Europa hinkt hier noch hinterher“, bemerkt Uwe Gröber und Deutschland hängt besonders hintendran.

Auch die Nebenwirkungen von Statinen (das sind Cholesterinsenker) lassen sich mit Q10 wirksam bekämpfen. Bekanntlich sind ihre häufigsten Nebenwirkungen muskuläre Probleme, bis zu 30 Prozent der Patienten könnten betroffen sein. Diese Nebenwirkungen können durch Q10 abnehmen, worauf eine weitere Studie hinweist.

Warum Q10 auch als gutes Anti-Aging-Mittel gilt
„Insgesamt tritt deutlich hervor, dass sich Alterungsprozesse verzögern, dafür gibt es sogar einen biochemischen Marker“, weiß Gröber aus zahlreichen Untersuchungen. Das ist die Polymerlänge der Leukozyten, die Q10 stabilisieren könne.

Man weiß, dass die Verkürzung der Telomere die primäre Ursache des menschlichen Alterns ist sowie altersbedingter Krankheiten wie Krebs, Herzkrankheiten und Störungen des Immunsystems. Da Coenzym Q10 die Energieverwertung der Zelle verbessert und antientzündlich wirkt, richtet es sich gegen Alterungsprozesse.

Alterung sowie die meisten Krankheiten stehen in Verbindung mit entzündlichen Prozessen, die nicht akut sind, sondern still verlaufen. Diesen stillen Entzündungen gilt es präventiv vorzubeugen, einerseits durch gute Antioxidantien, wie Astaxanthin, um den freien Radikalen den Garaus zu machen. Andererseits über die Stärkung der Zellen selbst, indem man mit Q10 die Energieerzeugung wieder ankurbelt.

Auch viele Krebstherapien lassen sich wirksam mit Q10 begleiten. Vor allem bei der Therapie mit Krebsmedikamenten wie Anthrazyklinen, Herceptin, Taxanen oder Tamoxifen sei die Einnahme von Q10 sinnvoll, so Gröber, der auch in der Deutschen Krebsgesellschaft aktiv ist.

Für wen ist Q10 gut und die richtige Dosis
„Die Einnahme von Q10 ist also nicht nur für die verschiedensten Patientengruppen empfehlenswert, im allgemeinen letztlich für alle, die über 40 sind“, rät der Experte. 50 Milligramm (zum Beispiel Ubiquinon) reicht als Tagesdosis für Gesunde. Wer krank ist, etwa Bluthochdruck oder Diabetes hat, kann mindestens 100 bis 200 Milligramm (zum Beispiel Ubiquinon) einnehmen.

Nebenwirkungen bei zu hohen Dosierungen sind nicht bekannt.

Welche Form von Q10 am besten wirkt
Besonders hoch ist die Bioverfügbarkeit von Ubiquinon, das der Körper viermal so gut resorbiert und in der Zelle verwertet als die anderen Q10-Formen, so gibt Gröber einen guten Tipp. Bei der Einnahme kommt es dann auf die Darreichungsform an: Kapseln oder Tabletten sollten beim Essen eingenommen werden, „dabei zerfällt das Q10 im Speisebrei und erreicht eine höhere Resorptionsfläche“.

Q10-Produkte als Lösung oder Emulsion dagegen sollte man etwa eine Minute im Mund einwirken lassen und erst dann hinunterschlucken. So wird Q10 bereits über die Mundschleimhaut aufgenommen, die außerdem besser durchblutet wird – wichtig für ein gesundes Zahnfleisch.

Zusammenfassung
Q10 ist kein Wundermittel aber eigentlich ein Muss für Leute ab 40. Denn mit einem ausreichenden Q10-Spiegel lässt sich der Alterungsprozess wirksam und sichtbar aufhalten. Wurde in der Vergangenheit Q10 oft für straffere Haut und weniger Falten empfohlen, zeigen neuere Untersuchungen, dass Q10 überall im Körper gute Dienste leisten kann. Bekämpft das Antioxidans Astaxanthin die freien Radikalen, so sorgt Q10 mit dafür, dass die Zellen weniger anfälliger werden für das Werk dieser Zellschädiger. Die Folge: Entzündliche Prozesse, insbesondere die stillen, werden so wirksam verhindert.

Unbestritten macht Q10 auch einen guten Job zur Therapieergänzung bei Herzkrankheiten, Parkinson, Bluthochdruck, Alzheimer, Arteriosklerose und Diabetes, aber auch zur Milderung von Nebenwirkungen bei der Einnahme von Statinen oder bestimmten Krebsmedikamenten.

Über den Autor

Avatar

 

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln.

Empfehlen Sie diesen Artikel