Neues vom Tiefen Staat: Lübcke-Mord von V-Mann begangen?

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Der bisher Tatverdächtige Stephan Ernst beschuldigte heute seinen Kumpel Markus H., den CDU-Politiker Walter Lübcke „aus Versehen“ erschossen zu haben. Für Leser von COMPACT-Spezial „Tiefer Staat“ ist dieser Markus H. kein Unbekannter…

Wieder eine Wende im Mordfall Lübcke: Stephan Ernst soll den Regierungspräsidenten am 2. Juni 2019 mit einem Kopfschuss auf der Terrasse seines Wohnhauses im Landkreis Kassel getötet haben – so war die allgemeine Lesart von Politik und Medien. Sie stützte sich auf ein erstes Geständnis Ernsts noch im Sommer, das dieser allerdings bald widerrief.

Heute präsentierte Ernst eine neue Version des Tathergangs: Sein Kumpel Markus H. sei der Täter. Beide seien sie zu Lübcke gefahren, um ihm eine Abreibung zu verpassen. Als der 65-Jährige um Hilfe schreien wollte, habe ihn H. „aus Versehen“ erschossen. Ernst selbst habe den Tatort gesäubert und die Tatwaffe versteckt. Mit seinem ersten Geständnis habe er H. schützen wollen – im Gegenzug seien ihm Schutz und finanzielle Vorteile für seine Familie versprochen worden.

Wer aber ist Markus  H.? Ausführlich hat COMPACT-Redakteur Mario Alexander Müller zu den Verfassungsschutz-Hintergründen im Mordfall Lübcke recherchiert, die Ergebnisse sind in der aktuellen COMPACT-Spezial „Tiefer Staat. Geheimdienste und Verfassungsschutz gegen die Demokratie“ veröffentlicht. Über Markus H. heißt es darin unter anderem:

Der zuletzt beste Freund von Stephan Ernst soll diesem den Kontakt zu einem Waffenhändler vermittelt und mit ihm das Schießen trainiert haben, er sitzt wegen Beihilfe in Untersuchungshaft. Auffällig: Auch H. war bereits in Zusammenhang mit dem angeblichen NSU-Mord Mord an Halit Yozgat 2006 ins Visier der Behörden geraten. Der Mann hatte damals ungewöhnlich oft auf einer Internetseite der Polizei gesurft, die sich mit der Bluttat befasste. Während der hessische Innenminister Beuth für Ernst ausschließt, dass dieser ein V-Mann gewesen sein könnte, will er sich mit Blick auf H. nicht festlegen: Dies könne «nicht ausgeschlossen werden», so der Politiker. Ehemalige Weggefährten H.s beschrieben diesen gegenüber COMPACT als Scharfmacher. So auch Christian W. (41), ehemaliger Anführer der Kameradschaft Kassel: Der nennt H. einen «Brandstifter – der perfekte V-Mann». Zumindest einen Rekrutierungsversuch der Behörde soll H. im im engeren Kreis selbst thematisiert haben. Frank Hannig, der Anwalt von Stefan Ernst, sagte gegenüber COMPACT, sein Mandant habe Temme nie getroffen. Er habe allerdings eingeräumt, Benjamin G. zu kennen – den ehemaligen V-Mann, der von Temme geführt wurde. Die Frage sei nun, ob womöglich auch der wegen Beihilfe angeklagte Markus H. ein V-Mann gewesen sein könne.

Der in dem Zitat erwähnte Verfassungsschutzagent Temme ist das Bindeglied zwischen den angeblichen NSU-Mord an Hallt Yozgat 2006 und dem Lübcke-Mord 2019: 2006 war er am Tatort, 2019 arbeitete er unter Lübcke im Regierungspräsidium und suchte Kontakt zum Umfeld von Stefan Ernst. Mehr dazu in COMPACT-Spezial „Tiefer Staat. Geheimdienste und Verfassungsschutz gegen die Demokratie“.

Über den Autor

Jürgen Elsässer

Jürgen Elsässer, Jahrgang 1957, arbeitete seit Mitte der neunziger Jahre vorwiegend für linke Medien wie Junge Welt, Konkret, Freitag, Neues Deutschland. Nachdem dort das Meinungsklima immer restriktiver wurde, ging er unabhängige Wege. Heute ist er Chefredakteur von COMPACT-Magazin. Alle Onlineartikel des Autors

25 Kommentare

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    …. der drecksstaat macht seine mordopfer selber um an der regierunmg zu bleiben…wegsperren
    daten speichern soll keiner davon kommen.

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      heidi heidegger am

      anzeige ist raus. d-d-ditt ist Zaibermobbing und Völkamord watt ditt Staat da machään tut, würden Mario&Kalli sagäään..*kicher*

      [ Pepp-Zwerk hat brisanten USB-Stick + ANSAGE an Hater (Re-Upload) ] /watch?v=7x4fGgNT1wA

      ernsthaft: wir haben ja unseren Roewi (dank Elsässer..ER sei belobt! und abgebusselt sowieso, hihi) im Forum zum Artikel schreiben unn datt und der wird evtl. noch mehr auspackään watt da für Ferkeleien laufen tun..tia-isso!

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    "Als der 65-Jährige um Hilfe schreien wollte, habe ihn H. „aus Versehen“ erschossen. Ernst selbst habe den Tatort gesäubert und die Tatwaffe versteckt"

    Märchenstunde eines dummen Menschen. Son Schwachsinn glaubt kein Mensch.

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      Schulze Schulze am

      Nun die Deutschen sind seit Jahrzehnten mit steigender Tendenz märchenhaft auf "Schwachsinn glauben" hin vorbereitet worden! Das fing schon an als es die DDR gab. Nur war die Indoktrination und die Umvolkung wie man heute feststellt in der ehemaligen BRD um Dimensionen intensiver!

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    Es wäre nicht der erste Fall, bei dem ein Spitzenbeamter vom Staat durch V-Leute oder Terroristen ermordet wird, die zu dieser Tat angestiftet werden. Dass der Staat seine Finger im Mord drin hat, zeigt sich darin, dass man sich das Geständnis des mutmaßlichen Attentäters, der es sein soll, erkaufen wollte, um den wahren Attentäter zu decken.

    Zwar behauptet E., dies sei nicht beabsichtigt gewesen, aber ob es zutrifft, weiß auch E. nicht. Es kann durchaus Vorsatz des anderen Attentäters gewesen sein, was dann als "Unglück" dem E. verkauft wurde. Und warum musste E. am Tatort überhaupt erscheinen? Er wurde offenbar als Sündenbock benötigt und dorthin gelockt. Und auch das ist Vorsatz und Teil eines geplanten Verbrechens.

    Nun stellt sich im zweiten Schritt die Frage nach dem staatlichen Motiv, den Lübcke so um die Ecke zu bringen? Geht es um die Windparkgenehmigungen, bei dem er seine Firma oder die seiner Familie selbst begünstigt haben soll? Für einen Mord reicht das nicht aus. Es müssen also noch andere Motive sein, die im Verborgenen liegen.

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    Ein sehr altes Beispiel ist der Umstand, daß es einst ein VS-Mitarbeiter war, der der Baader Meinhof-Gruppe Anfang der 70er Waffen brachte und so dafür sorgte, daß eine Bande daraus wurde. Das kam aber erst nach 20 Jahren raus.
    Da kann man sich dann hochrechnen, wann NSU, Lübcke und ähnliches endgültig bekannt werden: So zwischen 2030 und 2040 …
    Alles vorher ist Spekulation.

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    Gibt natürlich Holzblöcke, die nicht glauben, dass es solche Geheimdienstmachenschaften gibt weil man ihnen von Kleinauf beigebracht hat, ein Mensch könne über Wasser oder durch Wände gehen.
    Solche staatlichen Dreckigkeiten sind im Großen das, was man sonst im Kleinen von linken oder linksgesteuerten Hakenkreuzschmierereien kennt.
    Mit der entsprechenden Mediendiktatur im Rücken kann man dann immer schön auf den Bösen zeigen und 80 bis 90% glauben das dann (weil es auch echte Fälle gibt).
    Neulich sah ich in einer Nachkriegsdoku zwischen die Trümmer von München geschmiert: ‚Ich schäme mich, Deutscher zu sein‘ (45).
    So ging es mit der psychologischen Kriegsführung gleich nach dem Krieg weiter.
    Heute gibt es jeden zwoten Tag in ARD und ZDF Docutainment.

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      heidi heidegger am

      hallloooo!: ditt heidi schrieb doch hier schon bissi über 1969 und die Tupamaros-WestBerlin, ey! -> Voll die Geheimdienstkaggée, Alldaah! 🙂

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      Ja,die Machnschaften von Geheimdiensten sind geheim, nicht? Das eröffnet Leuten mit überhitzter Phantasie, die null Ahnung haben wie "Staat" funktioniert, ein unendliches Feld für ihre schwachsinnigen Halluzinationen (und ein weites Geschäftsfeld für die Zulieferer).

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    Heinrich Wilhelm am

    Sumpf! Nebulös. Jeder hat ’ne Leiche im Keller, auch das Opfer.
    Irgendwie alles verquickt.
    Aber immer der Zeigefinger nach Rechts.
    Wenn wir von dieser Inszenierung den Regisseur kennten, wären wir wahrscheinlich bass erstaunt.
    Womöglich verlören wir den letzten Rest naiven Glaubens, ob der dann entlarvenden Gewissheit.

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      RechtsLinks am

      Das ist der Kennedy-Effekt. Man weiss nicht genau obs die Kubaner, die Mafia oder die CIA war. Bei Lübcke vermute ich die CIA, weil Kubaner in D ziemlich knapp sind und die Mafia den Winter in Italien verbringt. Warum ausgerechnet die CIA? Fortsetzung folgt…(Kurzer Einblick..es hat was mit der Türkei zu tun.)

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    Marques del Puerto am

    Habe die Ehre,

    wenn Markus H. wirklich ein wichtiger V Mann gewesen wäre, dann hätte man ihn nach der Beschwerde gegen den Haftbefehl von sein seinem RA. Clemens wieder frei rumflattern lassen.
    Der BGH hat das Ding Ende August dicht gemacht und mit 20 Seiten Clemens am 14.09. zugestellt.
    Lustig ist nur, dass man am 13.09. schon in der Entscheidungsdatenbank des BGH, s diesen Vorgang einsehen konnten, also auch für Hinz und Kunz sozusagen.
    Ein wirklich interessanter Vorgang nach StGB 353d, da solche wichtigen Dokumente vor Verlesung der Anklageschrift in der Hauptverhandlung nicht der Öffentlichkeit mitgeteilt werden dürfen.
    Bin ja mal gespannt ob die Plaudertasche vom BGH genau so eine auf die Nüsse bekommt wie Daniel Zabel wegen der Chemnitz Sache im Mordfall Daniel Hillig.
    Vermutlich natürlich nicht, ein bedauerlicher Irrtum wird dann die Ausrede sein.
    Und wenn Markus H. auch Lenker, Denker und am Ende möglicherweise Henker war, RA. Clemens wird seine Strategie und das ist die Einzige die er hat, weiter verfolgen und das unschuldige Lamm H. verteidigen nach besten Wissen und Gewissen.
    Und sollten beide keine Fehler machen, fährt H. mit seinem Anwalt bald nach Hause und Stephan Ernst bekommt die volle 15 aufgebrummt.

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      Marques del Puerto am

      Ja hätte er man doch lieber ein Messer genommen und dazu noch Allahu Akbar gerufen, dann hätte die Staatsanwaltschaft dann im AG. nicht Mord sondern Totschlag verhandelt und 4 Jahre gefordert und nach 15 Monaten wieder raus.
      Aber mit einer Pistole in den Kopp zu ballern und dann noch rechts zu sein, dass geht wirklich nie gut aus.
      Es ist natürlich nicht ausgeschlossen das Markus H. ein V Mann ist, aber wenn sicher nur ein ganz kleines Licht.

      Mit besten Grüssen
      der Marques

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        heidi heidegger am

        ämm der Soki in mir sagt: ditt Amtsgericht darf nur bis max. zwoo Jahre uffhängen äh verhängäään oder wie oder watt, häh? Nein, kiek ma hier: bei Tschihbó jibbett UnterwäscheModels mit Übergöße – boah, ey! sinn datt Kurven..scharf! *kicher*

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        Jeder hasst die Antifa am

        Bloss zwei Jahre, darum ist dein Soki schon wieder draußen.kicher

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        heidi heidegger am

        biste wieder an‘ bellen, häh? jaja: *obenrum an heulen (über Soki unn datt) unn untäänrum an‘ keulen* wohl?! lel / kuck mal lieber ordentlich ditt Kalli, y0!

        — Bei einem Livestream aus Bobs Schimmelbude am 03.04.2018 bellte Kopfnuss Kali (wie immer) rum… Hier eine kurze Zusammenfassung. —

        ♪♫ol‘ Mrs. Nina Ruge häd a farm, biatch-biatch-hoe♫

        [urban dictionary: Hoe
        Like the first piece of bread from a loaf…everyone touches it but no one wants it.]

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    DerSchnitter_Maxx am

    Klar … und natürlich hat der auch ausversehen ’ne Waffe dabei gehabt 😉

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    Jeder hasst die Antifa am

    Na der VS wird wohl wieder seine Finger mit im Spiel gehabt haben,das ist doch ein gefundenes Fressen für Herrn Haldewang,da kann er wieder gegen Rääächts vom Leder ziehen.

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      Ja, es gibt durchaus engagierte Mitarbeiter in Behörden und Diensten, welche der festen Überzeugung sind, sie können aus Stroh Gold spinnen. Will heißen, aus Wahrheit Lüge und aus Lüge Wahrheit machen.

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        Lila Luxemburg am

        Ab und zu … braucht auch der verdienstvolle Behördenmitarbeiter … eine kleine Pause vom virtuellen Ich … 😆 😆

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        Mit Sokrates bist Du auf dem falschen Dampfer. Ich schreibe hier schon seit Jahren unter diesem Namen.

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        RL: Mußte mich vertreten lassen, gelegentlich werde Ich mit 24 St Sperre bestraft,wenn Ich zuviel Wahrheiten schreibe. Aber Ich muß Compact zubilligen,daß sie jedenfalls ein dickes Fell haben.
        @Martin:Lüge,mein Nick wurde in Jahren nur 2x gestohlen.

        COMPACT: Damit hier keine falschen Gerüchte entstehen: wir haben noch nie jemanden temporär gesperrt, weder für 24 Stunden noch irgendeine andere festgesetzte Dauer. Wir löschen manche Kommentare und Trolle sperren wir komplett, aber nicht temporär. Sokrates braucht mal wieder ein Märtyrerimage, weil ihn sonst nur sein Köter bewundert.

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