Nächstenliebe und Humanitätsschwindel

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Das neue COMPACT-Spezial 7 „Asyl. Die Flut“ ist raus! Hier bestellen. Ab dem 17.09. auch am Kiosk
Es folgt ein Auszug aus dem Editorial des Chefredakteurs Jürgen Elsässer:

Cover-Spezial_7

_von Jürgen Elsässer

„Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ – so steht es in der Bibel. Es heißt nicht: „Liebe alle Menschen wie Dich selbst.“ Das hat seinen Grund: Wenn Gefühle tief und echt sind, beziehen sie sich immer auf konkrete Personen – nicht auf den homo sapiens im allgemeinen. Wo die gesamte Menschheit beglückt werden sollte, waren blutige Gesellschaftsexperimente die Folge – von links oder von rechts. Der Einzelne galt nichts, Kinder denunzierten ihre Eltern, wenn es nur der Schönen Neuen Welt nützte.

Die Nächstenliebe steht nicht im Widerspruch zur Barmherzigkeit: Deswegen fordert das Grundgesetz, dass Deutschland politisch Verfolgten Zuflucht gewährt. Doch dieses Asylrecht wird täglich tausendfach durch den Dreck gezogen, und zwar mit dem Segen der Politiker – indem es mehrheitlich von Migranten aus den längst friedlichen und demokratisch verfassten Westbalkanstaaten in Anspruch genommen wird. Selbst die Flüchtlinge aus Kriegsgebieten sehen heute anders aus als früher: Von denen, die 2014 über Griechenland nach Europa kamen, waren laut UN-Statistik 83 Prozent männlich und 71 Prozent zwischen 18 und 35 Jahre. Sie haben ihre Schwachen und Alten zurückgelassen. Galt nicht zu allen Zeiten in der Not der Grundsatz: Frauen und Kinder zuerst? Was sind das für Herren in der Blüte ihrer Jahre, die zuerst sich selbst retten? Oder wissen sie, dass den Familien, die sie zurückließen, keine Gefahr droht?

(…)

Unsere Medien reden schnell von Sozialschmarotzern, wenn Hartz-Bezieher sich mit falschen Angaben Leistungen erschleichen. Aber wenn betrügerische Asylbewerber dasselbe tun und Bürger auf diesen Umstand aufmerksam machen, wendet sich die Empörung des Establishments nicht gegen die Schwindler, sondern gegen die Mahner. Dazu passt, dass der Staat Containerdörfer und Hotels für die Fremden bereit stellt, welche unseren Obdachlosen wie selbstverständlich versperrt sind. Haben wir weniger Mitleid mit den inländischen Armen als mit den ausländischen?

Deutschland braucht die Zuwanderung, tönen die universitären Hofschranzen des Globalismus, weil wir zu wenig Kinder bekommen. Würde sich das nicht schnell ändern, wenn wir unserem Nachwuchs dieselbe „Willkommenskultur“ zuteil werden ließen wie den Asylanten? Wenn der Staat zum Beispiel für jedes Neugeborene 25 Euro pro Tag an Mietzuschuss gewähren würde? Wenn unsere Kleinen, wie mancherorts die Asylanten, den öffentlichen Nahverkehr und die Schwimmbäder kostenlos nutzen dürften? Wenn die Eltern den Arztbesuch gratis hätten? Kurz und gut: Käme nicht alles wieder in Ordnung, wenn die Nächstenliebe wieder den Platz der Fremdenliebe einnähme?

Über den Autor

Jürgen Elsässer

Jürgen Elsässer, Jahrgang 1957, arbeitete seit Mitte der neunziger Jahre vorwiegend für linke Medien wie Junge Welt, Konkret, Freitag, Neues Deutschland. Nachdem dort das Meinungsklima immer restriktiver wurde, ging er unabhängige Wege. Heute ist er Chefredakteur von COMPACT-Magazin. Alle Onlineartikel des Autors

 

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