Es gibt Bücher, die erscheinen vor ihrer Zeit. So verhält es sich auch mit dem gesellschaftskritischen Jugend- und Justizroman Pascal Ormunait von Björn Clemens. Der Roman kam im Februar 2013 heraus. Fast genau drei Jahre später spielten sich vor dem Hauptbahnhof der Domstadt jene Szenen ab, die für Erschütterung in der ganzen Welt sorgten und bei denen Hunderte von Frauen zum Opfer sexueller Übergriffe wurden. Der Roman kann hier bestellt werden.

    Die Handlung spielt im Köln des Jahres 2008, doch das Unheil, das sich über der Stadt zusammenzuziehen beginnt, ist schon zu spüren. Ein schwacher Staat zieht sich vor kriminellen Migrantenbanden zurück, für die deutsche Jugendliche Freiwild sind und für die die rabiate Demütigung der „Kartoffeln“ einen unterhaltsamen Zeitvertreib darstellt.

    Ein Gymnasiast wird zum Michael Kohlhaas

    Die Hauptfigur Pascal Ormunait, nach der der Roman benannt ist, ist ein ganz normaler Gymnasiast, der sich auf die Treffen mit seiner Freundin freut, gerne mit seinen Freunden durch die Kneipen zieht und den Ehrgeiz hat, die Oberstufe eines Kölner Gymnasiums mit einem Einser-Abitur abzuschließen. Auf den zweiten Blick unterscheidet sich Pascal dann aber doch ziemlich deutlich von seinen Freunden: Seine Freizeit verbringt er gerne bei seinem Großvater, dem knorrigen Königsberger Wilhelm Ormunait, um mit ihm Schach zu spielen, Architekturwanderungen durch Köln zu unternehmen – wobei es Wilhelm Ormunait nicht an Seitenhieben gegen den neudeutschen „Willen zur Hässlichkeit“ fehlen lässt – oder am Radio gemeinsam den Bundesliga-Spieltag mitzuerleben.

    Pascal empfindet die Herkunft und das Schicksal seines Großvaters als Erbe, das es zu pflegen gilt; im Geschichtsleistungskurs schreibt er seine Facharbeit über die Diskussion um das Zentrum gegen Vertreibungen, und den Schwerpunkt seiner privaten, einige Hundert Bücher umfassenden Bibliothek bildet die Geschichte und Kultur Ostdeutschlands. Pascal macht sich im Gegensatz zu den meisten seiner Altersgenossen auch Sorgen darüber, dass in Köln eine Großmoschee errichtet wird, die weit mehr Gläubige aufnimmt als die christlichen Kirchen der Stadt.

    Wenn man also hinter die Fassaden dieses Pascal Ormunait blickt, dann merkt man, dass dieser junge Mann doch recht anders tickt als die meisten anderen Jugendlichen, aber dieses Anders-Sein ist für Pascal zu Beginn des Romans noch kein Problem, denn abgesehen von einigen Kabbeleien mit seinem Stiefvater, einem hochrangigen Manager des Bayer-Konzerns, verläuft sein Leben in relativ ruhigen und überschaubaren Bahnen.

    Die Geschichte einer Ent-täuschung

    Doch irgendwann befällt Pascal eine Ahnung, dass es nicht ewig so weitergehen wird: „Er hatte das mulmige Gefühl, ein Loch begänne sich in seinem Leben auszubreiten, erst klein und kaum wahrnehmbar, bis es schwarz und gräßlich vor ihm läge.“

    Die Vorahnung soll Pascal nicht trügen; durch eine Kette von dummen Zufällen gerät sein Opa in einen Streit mit schlagkräftigen Jugendlichen „mit Migrationshintergrund“, wie es heute so schön vernebelnd heißt, und eine weitere Kette von dummen Zufällen sorgt dann dafür, dass Wilhelm Ormunait den darauf folgenden Krankenhausaufenthalt nicht überlebt.

    Von nun an ist Pascal Ormunait ein Getriebener seines selbsterteilten Auftrages, den Tod des geliebten Großvaters, an dem er sich mitschuldig fühlt, zwar nicht zu rächen, aber doch die gefährlichen Täter der Justiz und damit der Bestrafung zuzuführen.

    Mit einer solchen Aufgabe muss sich ein Siebzehnjähriger, der noch nicht viel vom Leben wissen kann, natürlich übernehmen. Die Schilderung, wie einerseits Pascal Ormunait die Zügel langsam entgleiten und er immer mehr die Kontrolle über sein Leben verliert, während er andererseits von seiner Umwelt in der Schule, in der Polizei und vor allem in der Justiz immer mehr ent-täuscht wird und er im Zuge dieses Prozesses ein eigenes politisches Bewusstsein entwickelt, gehört zu den großen Stärken der Erzählung von Björn Clemens. Gekonnt verbindet er viele thematische Grundmotive miteinander, die in der Gegenwartsliteratur sonst gewöhnlich übergangen werden. Am Ende muss der Held dieser Erzählung froh sein, dass er von einer Migrantenbande nicht totgeschlagen wird.

    Keine Freiheit, keine Gerechtigkeit

    „Pascal Ormunait“ ist gleichermaßen ein Roman über das Scheitern der multikulturellen Gesellschaft wie auch über das Erbe Preußens und die Spuren der Vertreibung im heutigen Deutschland. Die dichten Schilderungen von den Menschen, der Atmosphäre und der Architektur in den beiden rheinländischen Metropolen Düsseldorf und Köln sind eine Referenz des Autors an seine Heimat.

    Zeitlich eingerahmt wird die fiktive Erzählung von Ereignissen, die sich tatsächlich zugetragen haben; beispielsweise dem DFB-Pokalsieg des 1. FC Nürnberg im Jahr 2007 sowie den im Jahr darauf folgenden Abstieg des „Clubs“, dem Auftritt Erdogans vor 16.000 Türken im Februar 2008 in der Köln-Arena oder dem Bau der Großmoschee in Köln-Ehrenfeld.

    Für den Aufbau einer 5. Kolonne reist Erdogan gerne nach Deutschland. Hier in Karlsruhe am 10. Mai 2016. Foto: picture alliance / AA

    Björn Clemens hat seinen Roman im Untertitel als „deutschen Justizroman“ bezeichnet, und tatsächlich muss man sich wünschen, dass Clemens’ Roman in die Hände möglichst vieler Leser gerät, die noch nicht dem patriotischen Spektrum angehören. Die durch die Lektüre einen plastischen Eindruck davon bekommen, wie stark die Bundesrepublik mittlerweile zu einem „Ausnahmerechtsstaat“ geworden ist, deren gesamtes öffentliches Klima durch eine Sondergesetzgebung „gegen Rechts“ geprägt ist.

    In viele missliche Lagen gerät der Protagonist Pascal Ormunait nur durch seine zu Beginn des Buches noch einigermaßen feststehende Annahme, in einem freien und demokratischen Land zu leben, aber gerade die Erschütterung dieses guten Glaubens lässt ihn im weiteren Verlauf der Handlung zu einer Kohlhaas-Figur werden; allerdings zu einem verletzlichen und mit Witz und Ironie ausgestatteten Kohlhaas.

    Auch Jahre nach seinem Erscheinen steckt dieser Roman sprachlich und thematisch voller Gegenwart und stellt ein kurzweiliges Lesevergnügen dar.

    “Pascal Ormunait”, ein prophetischer Roman von Björn Clemens über Migrantengewalt, Kuscheljustiz und den alltäglichen Wahnsinn von Köln. Hier bestellen!

    12 Kommentare

    1. Im Jahr 2013 wurde der Roman herausgeben, das war zum damaligen Zeitpunkt sicherlich visionär. Aber die Wirklichkeit hat den Inhalt des Zukunftsromans längst überholt, was man sich damals nicht vorzustellen wagte. Wenn es denn eine Neuauflage geben werde, müßte man das Szenario noch krasser beschreiben.

    2. Was in Belgien ein "übergriff" = "vergewaltiging" ist, ist mir in der BRid voellig egal. Comprenez-vous que Glen?

      • Excusez moi, s‘il vous plait. Quelle est la traduction exactemente du mot „Glen“?

        Bis ich diese Paar Französisch-Wörter meinem IPad vermittelt habe, das war knochenharte Übersetzungsarbeit, für das IPad.

    3. In Köln ist gefühlt jede dritte Frau eine Binnen-Migrantin aus Ostdeutschland. Das ist aber nicht die Hölle. Sie erfüllen dir so ziemlich jeden Wunsch. Also warum mit dem Blick in die Ferne schweifen?

    4. IN GROSSSTÄDTEN WIE KOELN, ABER NATÜRLICH UEBERALL WO MIGRANTEN IN MASSEN AUFTRETEN, TRITT DER SOG. RECHTSSTAAT AUF DIE SEITE ( DER MIGRANTEN)! DEN DEUTSCHEN UREINWOHNERN BLEIBT DIE DULDUNG IM EIGENEN LAND, DAS IHNEN STÜCK FÜR STÜCK ENTRISSEN WIRD! DIE SOG. MULTIKULTUR ( DURCH MASSENMIGRATION) IST KEINE KULTUR,SONDERN EINE WAFFE ZUR ZERSTÖRUNG HOMOGENER VÖLKER!
      NICHT ZUFÄLLIG HAT SICH DIE BRD VÖLLIG VOM "VÖLKISCHEN PRINZIP", DER ABSTAMMUNG, GETRENNT UND DIES ALS VERFASSSUNGS-
      FEINDLICH GEBRANNTMARKT!
      DIE BRD IST DIE ENDLÖSUNG DER DEUTSCHEN FRAGE UND MUSS ÜBERWUNDEN WERDEN!!

    5. Den Kölner DAS … was den Kölnern gebührt! Man muß sich nur ‘kölsche Paradeprotagonisten’ anschauen … – wie etwa Niedecken … oder, aktuell (und wohl noch schlimmer (obwohl mir das bisher kaum vorstellbar erschien)) Karolin Kebekus – … und man weiß … alles … was man lieber niemals wissen wollte.

      • Dat ist ebend dat Paradoxon vun Kölle.

        Die Stadt, die von ihren Bänkelsängern als tolerant, weltoffen, bunt besungen wird und wenn es dann um die Wuast geht, dann muss man eben damit rechnen, dass auch mal in der Allerwertesten gekniffen wird. Kölle wäre eben nicht Kölle, wenn man auch über diese Tatsache geflissentlich hinwegsieht.

        • Ach ja und „eine Armlänge Abstand“ und das Gesellschaftliche Problem ist aus der Welt entfernt!
          Ist ja bald wieder soweit der Elfte im Elften.

    6. Glen lukemba an

      " Hunderte von Frauen zum Opfer sexueller Übergriffe"

      Diese ganze geschichte war niemals ganz klar. Es klingt vielleicht pedantisch aber ich möchte gerne wissen was sie in Deutschland meine mit "übergriffe". Ich würde eher das wort "sexuel gehänselt" gebrauchen. In Belgien ist ein "übergriffe" das gleiche wie ein "vergewaltiging" und letzteres fand, in diesem verrückte abend, nicht statt. Es gibt beweisen die das belegen. Glauben sie mir ich habe wirklich keine lust um das geschehen kleinzureden aber tatsachen sind noch immer tatsachen!

      • Die Beweislage ist wirklich dünn, deshalb ist die Strafverfolgung auch keinen Schritt weitergekommen. Aber welche Frau ist denn in der Lage, wenn sie gerade angegrabscht wird, geistesgegenwärtig zum Handy zu greifen und es zu dokumentieren. Da sollten wir dann doch mal so „einfältig“ sein und den mündlichen Aussagen Glauben schenken. Oder waren das wieder einmal Fake-News?

        • Glen lukemba an

          "Oder waren das wieder einmal Fake-News?"

          Ich habe versucht, wie gut ich es kann, in eine andere sprache also deutsch deutlich zu machen das ich diese ganze sache nicht kleinreden wünschte. Ich habe selbts drei schwestern und eine tochter also warum brauche sie dann zynisch darüber zu tun? Deutschland ist, inwieweit ich weiss, noch immer nicht Afrika. Man kann so jemanden nicht vergewaltigen während alle leute zuschauen und ein paar meter weiter die polizei gibt; es sei denn Deutschland war damals in eine bürgerkrieg verwickelt wie in mein heimatland, Kongo? Also nein man muss manchmal auch eine kühle kopf bewahren können und bestimmte sachen rationell analysieren ohne sich von emotionen mitreissen zu lassen. Dass vielleicht auch der grund warum ich viel klüger bin dann sie.

      • "In Belgien ist ein "übergriffe" das gleiche wie ein "vergewaltiging" und letzteres fand, in diesem verrückte abend, nicht statt."r

        Ihr ganzer Kommentar atmet den Hauch der … Verhinderung einer GEBALLTEN oder KONZENTRIERTE R-e-k-t-i-o-n auf die prinzipiell UNZUMUTBARE Z-U-M-U-T-U-N-G dieses …. irgendwie eben existenten Gebildes in dem WIR ALLE irgendwie existentiell überleben müssen …. weil … wir seine … Natur …. einfach (NOCH) nicht verstehen …. oder aber sie zwar verstehetn … aber … nicht RICHTIG einzuordnen wissen..u

        Kurz: Es geht Ihnen darum, den INHALT des Geschehens – nämlich die VERNICHTUNG DES EROBERTEN durch die BENUTZUNG der Frauen einer bestimmten kollektiven Identät als Reproduktionsmedium für die EIGENE – s-i-e-g-r-e-i-c-h-e kollektive Identität – …. zu VERSCHLEIERN.

        Die TATSACHE, daß es HIER nichts mehr zu vernichten gibt, weil schon alles irgendwie auch nur ansatzweise Wertvolle bereits vernichtet wurde …. wird von denen, die eigentlich von diesem Prozeß Betroffen sind … natürlich wohlweislich verschwiegen. Weil: … Naaaaaaziehhaalarm!!!!!