Morgen beginnt die Verhandlung gegen Mario Olszinski, besser bekannt als Dragqueen «Jurassica Parka». Die Staatsanwaltschaft wirft dem einstigen Liebling von Politik und Promis vor, haufenweise Kinder- und Jugendpornos besessen zu haben – und das nicht zum ersten Mal. In COMPACT-Spezial «Geheimakte Kinderschänder» beleuchten wir pädophile Netzwerke, die bis in Politik, Justiz und Showbusiness reichen. Hier mehr erfahren.

    Am Mittwoch beginnt vor dem Amtsgericht Tiergarten die Verhandlung gegen Mario Olszinski, besser bekannt als Dragqueen «Jurassica Parka» wegen des Besitzes von kinderpornografischen sowie jugendpornografischen Inhalten. Grundlage der Anklageschrift bildet eine polizeiliche Durchsuchung, die im Juli 2025 in der Wohnung Olszinskis in Berlin-Schöneberg stattfand.

    Über sechs Stunden Videomaterial

    Bei der Hausdurchsuchung beschlagnahmten die Beamten diverse Speichermedien, darunter ein iPhone, Laptops sowie externe Festplatten. Die Auswertung der Geräte ergab, dass sich auf den Datenträgern insgesamt 131 Videodateien mit mutmaßlich kinderpornografischem Material (mit einer Gesamtlänge von fünf Stunden und 25 Minuten) befanden.

    Hinzu kommen 28 entsprechende Bilddateien. Darüber hinaus stellte die Polizei weiteres strafbares Material fest, das in die Kategorie der Jugendpornografie (pornografische Darstellungen von Personen über 14 und unter 18 Jahren) fällt. Hierbei handelt es sich um 17 Videodateien mit einer Spieldauer von insgesamt 56 Minuten sowie fünf weitere Bilder.

    Der entscheidende Hinweis für die Ermittlungen und die spätere Razzia 2025 kam aus den USA. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC) hatte bei der Überwachung illegaler Netzwerke eine auffällige IP-Adresse registriert.

    Das NCMEC ordnete diese Adresse zu und leitete die Informationen an die deutschen Strafverfolgungsbehörden weiter. Die Zentralstelle des BKA für die Bekämpfung von Sexualdelikten zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen prüfte das Material auf Strafbarkeit und leitete das Verfahren an die Berliner Behörden weiter.

    Vorbestraft wegen Kinderpornos

    «Jurassica Parka» befindet sich nicht zum ersten Mal im Visier der Justiz. Schon 2023 wurde Olszinski vom Amtsgericht Tiergarten wegen der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes von Kinderpornos verurteilt. Verhängt wurde seinerzeit eine Geldstrafe von 11.200 Euro (160 Tagessätze zu je 70 Euro). Dieses Urteil ist rechtskräftig.

    Unter Kinderporno-Verdacht: Drag Queen Jurassica Parka (bürgerlich: Mario Olszinski) 2021 bei einer Theaterpremiere am Berliner Kurfürstendamm. Foto: Mario Olszinski, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
    Dragqueen Jurassica Parka (bürgerlich: Mario Olszinski) 2021 bei einer Theaterpremiere am Berliner Kurfürstendamm. Foto: Mario Olszinski, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

    Das Gericht stellte in seiner Urteilsbegründung fest, «dass der Angeklagte, der viele Jahre lang übermäßig Alkohol konsumiert hat, kurze Zeit vor der Tat mindestens zwei Flaschen Weißwein getrunken hat und nicht ausschließbar in seiner Steuerungsfähigkeit erheblich eingeschränkt war». Später erklärte die sogenannte Dragqueen über ihre Alkoholabhängigkeit: «2025, aber auch davor schon, also bis in den Sommer hinein, war das eine Zeit voller Abstürze.»

    Kinder-Lesungen trotz Verurteilung

    Was unfassbar ist: Trotz der Verurteilung aus dem Jahre 2023 finanzierte der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (CDU) noch 2024 eine Veranstaltung mit «Jurassica Parka» vor Kindern. In der Promi-Welt kennt sich Olszinski gut aus, war schon in der Koch-Show Jan Böhmermanns im ZDF zu Gast. Diverse Politiker, etwa Ricarda Lang, Franziska Giffey oder Heidi Reichinnek, ließen sich mit ihm ablichten.

    Olszinski wurde von der deutschen Botschaft in Japan zum CSD nach Tokio eingeladen, machte Werbung für die Sparda Bank und den Hermes-Versand. 2024 nahm er am Queens & Flowers Festival im Botanischen Garten Berlin teil. Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe und der Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf förderten die Veranstaltung finanziell, abermals einschließlich Lesestunde für Kinder. Die Stadt Berlin bewarb die Veranstaltung als «Highlight des Jahres».

    Haftstrafe für Dragqueen?

    Gegenüber der Welt erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft im Mai dieses Jahres, dass sich das vorherige Urteil strafverschärfend auswirken könne, sofern es sich um denselben Straftatbestand handle. Angesichts der Tatsache, dass Olszinski einschlägig vorbestraft ist, und wegen der Fülle des 2025 erneut gefundenen Materials kommt nach Ansicht von Experten im Falle einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe in Betracht.

    Die Täter haben Namen und Gesichter: Wir zerren sie ans Licht! In COMPACT-Spezial «Geheimakte Kinderschänder» beleuchten wir pädophile Netzwerke, die bis in Politik, Justiz und Showbusiness reichen. Immer noch als E-Paper erhältlich. Hier bestellen.

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