Ausgerechnet Claudia Roth! Ausgerechnet beim Format Jung & nativ! Ausgerechnet Israel! Die frühere Grünen-Chefin hat vermutlich ihre politische Laufbahn mit Kritik am Zentralrat der Juden in Deutschland beendet. In diesem Zusammenhang unverzichtbar: Das COMPACT-Sonderheft „Schurkenstaat – Geschichte und Gegenwart Israels“. Hier mehr erfahren.
Sie war Vorsitzende der Grünen, sie war Bundestagsvizepräsidentin, sie war Kulturstaatsministerin. Eine steile Karriere von jemandem, der nicht zur hellsten Kerze der BRD-Elite gehört (und das will etwas heißen!). Warum sie so hohe Ämter erklimmen konnte? Weil sie geschwiegen hat! Immer nur geschwiegen. Zivilcourage wurde gepredigt, aber man war Champions League im Wegschauen. Das Morden in Gaza wurde ignoriert, und dies geschah nicht freiwillig, sondern auf Druck. Mit anderen Worten: Sie wurde zum Schweigen gebracht. Das behauptet COMPACT seit Jahren und das bestätigt nun Claudia Roth in einem Podcast.
Von der Wahrheit eingeholt
Podcast-Betreiber Thilo Jung, sonst ein durchaus unangenehmer Zeitgenosse, hat hier ins Schwarze getroffen. Er konfrontierte Claudia Roth mit einem Spiegel-Interview aus dem Jahre 2024, in dem sie den Genozid in Gaza leugnete. Jung zu Roth: „Erkennst Du mittlerweile an, dass die Mehrheit der Genozid-Forscher, israelische NGOs, alle führenden internationalen NGOs, eine UN-Kommission in Gaza vier von fünf Völkermord-Kriterien festgestellt hat, die Vorsitzende Navid Pillay wurde gerade Friedensnobelpreisträgerin unter anderem gerade wegen ihrer Arbeit, Philippe Sands hat gerade den Friedenspreis erhalten und eben dieses Schweigen zum Völkermord in Gaza im deutschen Establishment scharf kritisiert.“ Und dann fragt Thilo Jung, ob sie mittlerweile anerkenne, dass sie ihre damalige Haltung heute nicht mehr vertreten könne. Sie sei widerlegt.
Claudia Roth räumt mit der üblichen Betroffenheitsmimik ein: „Das war ein Fehler!“ Und sie wolle das auch nicht entschuldigen. Einen kurzen Augenblick lang ist es dann ruhig. Schließlich erläutert sie:
„Aber es war so ein unfassbarer Druck, ein unfassbarer Druck vom Zentralrat, von unglaublich vielen Kreisen.“
Sie sei zu schwach und auch überfordert gewesen, diesem Druck zu widerstehen. Philipp Sands habe das laute Schweigen kritisiert und sogar als unanständig bezeichnet. Das habe sie bewegt. Mittlerweise sehe sie auch, dass im Westjordanaland Apartheid herrsche.
Und es wird noch wilder: Claudia Roth berichtet von Appellen aus ihrem Freundeskreis, die sie aufforderten: „Wann befreist Du Dich endlich von dieser Schuld der Geschichte? Wann gehst Du anders damit um? Und wann wirst Du so frei, anders damit umzugehen?“
Die Bild kann gar nicht schnell genug um die Ecke kommen, um fachmännisch einzuordnen: „Sich endlich von der Last der deutschen Geschichte befreien, um Israel ungehemmt kritisieren und verleumden zu können? Dieses seltsame Bedürfnis geistert seit Jahrzehnten durch deutsche Debatten. Und schlummert offenbar schon lange auch in Grünen-Promi Claudia Roth.“
Es handele sich bei Roths Sätzen um „klassische deutsche Schuldabwehr“, steht auch der Grüne Schwulenpolitiker sofort Gewehr bei Fuß. Seine Auffassung: Roth stelle sich „in eine geistige Tradition des Schuldabwehrdiskurses“. Er sei „erschüttert über diese Entwicklung“. Roths Geschwurbel sei „nur eine Ecke vom ‚Schuldkult’-Vorwurf Höckes entfernt“. Der Shitstorm hat gerade erst begonnen. Fortsetzung folgt. Garantiert!
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