Martin Herrenknecht kennt keine halben Sachen! Der Gründer des gleichnamigen Weltmarktführers für Tunnelbohrmaschinen fordert Arbeitsministerin Bärbel Bas in einem Brandbrief zum Rücktritt auf. Die SPD habe ihren Kompass verloren, und ihre Arbeiter gleich mit. Die Regierung ist am Ende! Wir zeigen Ihnen in unserer Juni-Ausgabe mit dem Titelthema «Und tschüss!» den Fahrplan zur Kanzlerdämmerung. Hier mehr erfahren.
Der Mann, der den Gotthard-Basistunnel möglich machte, erklärt der Arbeitsministerin, was Leistung bedeutet. In einem heute in der Bild veröffentlichten Brandbrief rechnet Herrenknecht (83) schonungslos ab:
«Die SPD hat ihren Kompass verloren.»
Der Unternehmer legt nach: «Sie war mal die Partei der Arbeiter.» Aus seiner täglichen Arbeit mit Schweißern, Monteuren und Facharbeitern wisse er, was die Menschen wirklich bewegt:
«Die haben die Schnauze voll. Die wollen arbeiten. Die wollen vorankommen. Aber vor allem wollen die, dass sich Leistung wieder lohnt — und zwar im Geldbeutel.»
Sein Urteil über die Bas-SPD ist vernichtend: «Das ist keine Politik für Arbeiterinnen und Arbeiter. Das ist Politik an den Menschen vorbei.»
Einheitsbraun
Auslöser des Brandbriefs ist Bas‘ Auftritt beim «Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt» des Deutschen Kulturrats am 21. Mai in Berlin. Dort erklärte die SPD-Chefin, Deutschland brauche Migration nicht nur als Fachkräftefrage, sondern «auch für die Vielfalt in unserer Gesellschaft». Man wolle sich «gegen dieses sogenannte Einheitsgrau» wehren, «manche würden sogar sagen, Einheitsbraun». Auch wenn manche sich danach sehnten:
«So ist es halt nicht mehr, und das ist auch gut so.»
Herrenknecht lässt kein gutes Haar an ihrer Politik: «Was macht die Bas-SPD? Bläht den Sozialstaat auf, statt Leistung zu stärken», stellt er unmissverständlich klar. Die Folgen seien bereits sichtbar:
«Da brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn die Leute am Ende AfD wählen.»
Dann kommt es faustdick:
«Ändern Sie Ihren Kurs. Oder stehen Sie dieser Koalition nicht länger im Weg. Treten Sie zurück!»
Der überzeugte CDU-Mann bezeichnet sich selbst als «stinksauer». Den Blick richtet er auch nach außen:
«Ich bin beruflich in der ganzen Welt unterwegs. In China, Indien, Nordamerika. Und glauben Sie mir: Die lachen sich schlapp über uns.»
Während anderswo Entscheidungen getroffen würden, verliere sich Deutschland in Debatten und Blockaden. Am Ende richtet er einen persönlichen Appell an Bas:
«Frau Bas, kommen Sie zu mir nach Schwanau. Sprechen Sie mit meinen Beschäftigten. Dann sehen Sie, was wirklich los ist.»
Dass ein Unternehmer der Arbeitsministerin erklären müsse, was ihre eigentliche Aufgabe sei, wäre «eigentlich ein Witz». Mit der Schuldkult-Bärbel befasst sich auch unser Redakteur Sven Eggers ausführlich in der COMPACT Juni-Ausgabe «Und Tschüss.»
Der Mann, der Berge versetzt
Martin Herrenknecht, 1942 in Lahr im Schwarzwald geboren, ist Maschinenbauingenieur aus der badischen Provinz. Mit 25.000 D-Mark (rund 12.800 Euro, kaufkraftbereinigt heute etwa 45.000 Euro) gründete er 1977 in Schwanau-Allmannsweier die Herrenknecht GmbH. Heute ist das Unternehmen Weltmarktführer für Tunnelbohrmaschinen mit rund 1,1 Milliarden Euro Umsatz.
Seine Maschinen bohrten sich durch den Gotthard, den Bosporus und den Ärmelkanal. Den Gotthard-Basistunnel mit 57 Kilometern, dem längsten Eisenbahntunnel der Welt, betrachtet er als Krönung seines Lebenswerks. 2015 übertrug er seine Anteile an eine Stiftung, um das Unternehmen langfristig zu sichern. Mit 83 Jahren sitzt er noch immer an der Spitze, und meldet sich zu Wort, wenn er es für nötig hält. Bereits 2024 rechnete er mit der Ampel ab:
«Es ist todsicher die schlechteste Regierung, die die Bundesrepublik je hatte.»
Kanzler Scholz wirkte auf ihn «wie der Kapitän auf der Titanic».
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