Die geheimen Quellen – neu entdeckt: Okkultismus und Esoterik inspirierten das völkische Denken. Fernöstliche Heilslehren erfassten die nationalsozialistische Bewegung. Lesen Sie mehr dazu in der brandaktuellen Ausgabe von COMPACT-Geschichte Das okkulte Reich – Nazis und Esoterik. Hier mehr erfahren.

    Heinrich Himmler schlug zwölf SS-Gruppenführer zu Priestern seines innersten Zirkels. Sie wurden die Neuen Ritter der Tafelrunde. Mithilfe eines Dämons aus der Hölle strebten sie nach der Weltherrschaft. Und das geschah im Mittelpunkt des Universums – auf der Wewelsburg!

    So beginnt der amerikanische Superhelden-Comic The Green Lantern and the Ring of Doom. Die Titelfigur, der Wächter des Weltalls, kämpft darin gegen die satanischen Nazis und besiegt sie – natürlich in ihrer Gralsfeste, in der Wewelsburg.

    Man sieht, der Ort 14 Kilometer südwestlich von Paderborn in Westfalen, hat Pop-Status. Legenden von Rechts und Horrorfantasien von Links haben sich zu einer Sagengeschichte verschmolzen, in der jeder auf seine Kosten kommt. Aber was passierte dort wirklich? (…)

    Klar ist, dass Heinrich Himmler die Burg als SS-Kultstätte innerhalb weniger Jahre stark erweitern  wollte. Sein Architekt Bartels erinnerte sich drei Jahre nach dem Krieg: „Aus einem anfänglich kleinen Planungsgedanken“ sei „ein umfangreiches kühnes Projekt mit Forschungsinstituten der Vor- und Frühgeschichte, der Astronomie mit Sternwarte, Bibliotheken und sonstigen kulturellen und wissenschaftlichen Gebieten von vielen Millionen Mark“ geworden.

    Konkret hieß das: Aus der zunächst veranschlagten Investitionssumme von 300.000 Reichsmark wurden schließlich unglaubliche 250 Millionen, die weitere Bauzeit wurde zuletzt auf 20 Jahre geschätzt. Die Bibliothek soll bereits 1938 ungefähr 16.000 Bände umfasst und über eine der modernsten Fotokopieranlagen verfügt haben. (…)

    Die Wewelsburg.
    Foto: André Heinermann / Kreismuseum Wewelsburg

    In der Krypta

    Ein genauer Blick auf die Anlage lässt nur den Schluss zu, dass sie sowohl der Wissenschaft als auch mythologischen Zwecken diente. Das Bodenornament des zentralen Gruppenführersaals ziert die sogenannte Schwarze Sonne, ein Rad mit zwölf Speichen. Ihn kennzeichnen darüber hinaus zwölf Säulen und ebenso viele Nischen.

    Die Zahl dominiert auch die Krypta (im Volksmund Walhalla genannt): Hier stehen zwölf Podeste. Bezieht sich dies auf die Sage der zwölf Ritter an der Tafelrunde des König Artus? War die Wewelsburg Himmlers Camelot? Jedenfalls wirkt die unterirdische Halle mit einer Kuppel und den im Kreis angeordneten Podesten mystisch-düster.

    „Jeder noch so schwache Laut hallt hier eindrucksvoll – und in der Mitte gibt es eine Vertiefung, wo sich Geräusche und Töne so sammeln, dass ein Druck auf den Ohren entsteht. Man kann sich dort nicht lange aufhalten, ohne schwindelig zu werden“, gruselt sich eine Reporterin des Deutschlandfunks.

    „Möge in dieser Burg der Geist der urältesten Vergangenheit der Geist der Zukunft sein“ – diese Notiz des Reichsführers SS aus dem Jahr 1935 weist ebenfalls auf die intendierte mythische Tiefe hin. Nicht umsonst lag ein Schwerpunkt der Bibliothek auf der Geschichte germanischer Völker – und die Entdeckung eines Pfostenhauses aus dem 1. Jahrhundert sowie ausgedehnter Siedlungsreste galt als Sensation.

    Museumsleiter Jordan wurde auf „ausdrücklichen Wunsch des Reichsführers (…) damit beauftragt, bestimmte Ausgrabungen (…) durchzuführen“. Dazu „gehörten unter anderem die Externsteine bei Horn, die nach Meinung vieler Forscher lange vor ihrer frühchristlichen Nutzung ein germanisches Heiligtum, möglicherweise sogar der Standort der berühmten Irminsul waren“, so die Buchautoren Russell und Schneider.

    Den vollständigen Beitrag lesen Sie in COMPACT-Geschichte Das okkulte Reich.

    Hier das komplette Inhaltsverzeichnis von COMPACT-Geschichte Das okkulte Reich. Nazis und Esoterik.

    Vor 1933: Die okkulten Wurzeln
    Seher, Magier, Logenbrüder: Die Zeit der Geheimlehren
    Runen, Raunen, Rituale: Ariosophen und Okkultisten
    Der Rasse-Mystiker: Lanz von Liebenfels: Sodom und Ostara
    Geburt einer Bewegung: Sebottendorfs Hitler-Legende
    Mythen unterm Hakenkreuz: Die Thule-Gesellschaft
    Der Vril-Mythos: Treibstoff der Arier
    Kosmos aus Eis: Hanns Hörbigers Welteislehre
    Hitlers Hellseher: Hanussens Verhängnis

    1933 bis 1945: Der Schwarze Orden
    Himmlers Religion: Im Zeichen der Schwarzen Sonne
    Himmlers Forscher: Das SS-Ahnenerbe
    Die Wewelsburg: Kultstätte der SS
    Himmlers Rasputin: Runen-Mystiker Karl Maria Wiligut
    Luzifers Troubadour: Otto Rahn auf den Spuren des Grals
    Totenkopf in Tibet: Ernst Schäfers SS-Expedition
    Mythos Neuschwabenland: Nazis im ewigen Eis

    Nach 1945: Der esoterische Untergrund
    Der letzte Avatar: Miguel Serranos NS-Esoterik
    Hitlers Hohepriesterin: Savitri Devi: «Sieg Heil!» als Mantra
    Der Ritt auf dem Tiger: Julius Evola und das Kali Yuga
    Atlantis in der Nordsee: Jürgen Spanuth und das versunkene Reich
    Der Mythos lebt: Nazis, UFOs und Aldebaran

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    13 Kommentare

    1. Auch im Dom von Quedlinburg und mit Heinrich den 1. betrieb Himmler seinen Ordenskult. Von anderen Nazi Bonzen wurde dies belächelt und gleichzeitig hieß es immer Himmlers Hirn heißt Heydrich.

    2. Sokratismusodertod:
      Und genau deswegen haben die Engländer ihn in Lüneburg ausgeschaltet. Die Engländer in Verhandlungen mit Himmler… wäre nach dem gewonnenen Krieg nicht so dolle angekommen in der Öffentlichkeit.

      • Es haben ja nie Verhandlungen stattgefunden und Himmler blieb sowieso nur die Wahl zwischen Freitod und gehängt werden.

    3. Die Wewelsburg wurde bereits zwischen 1603 und 1609 von Paderborner Fürstbischöfen im Stil der Weserrenaissance auf einem Bergsporn erbaut. Sie war somit bereits von historischen Wert vor dem Eintreffen der NS-Größenwahnsinnigen.

      Heute ist sie bekannt für Rundblick, Gastronomie oder Kurzurlaub in der Jugendherberge. So sollte es auch bleiben.

      Ob die Schwarze Sonne, das Rad mit zwölf Speichen verbleiben soll? Vielleicht ist es für die Wewelsburg nur ein werbewirksames „Schmankerl“ oder man könnte den Fußboden mit Folie überkleben.

    4. Sokratismusodertod an

      Eine offiziöse esoterische Richtung des NS gab es nicht , war mehr ein privates Hobby von Figuren wie H.Himmler. Gottlose kommen halt auf die seltsamsten Ideen. Zwar war der NS nicht offen gottlos wie der Kommunismus. Aber es ist keine Frage, daß A.H. und der engere Kreis seiner Genossen Gottesfeinde waren. Das Hakenkreuz sollte das Kreuz endgültig verdrängen und der Judenwahn war ein verklemmter Vorläufer der heutigen Gottlosigkeit, man konnte dadurch gegen "den Juden Jesus" hetzen, wenigstens versteckt. Habe Ich authentisch aus der Familie, daß der NS- Schulungsleiter in einem hessischen Dorf aufforderte , das Bild des "Juden Jesus " abzuhängen. Was sie nicht taten, völlig folgenlos. Damals war der Glaube noch zu mächtig.

      • "Damals war der Glaube noch zu mächtig."

        Na das ist ja heute nun wirklich vorbei… – gut, nicht ganz … die ‘Heutigen’ glauben an Grundgesetz und Corona…

      • Das Hakenkreuz sollte das Kreuz endgültig verdrängen, Selten so gelacht.
        1934 führten die Nationalsozialisten den Kirchensteuereinzug durch den Arbeitgeber als „staatliche“ Aufgabe zum 1. Januar 1935 ein, indem sie die Kirchensteuer einheitlich auf die seit 1920 durch den Arbeitgeber in staatlichem Auftrag einzuziehende Lohnsteuer erheben ließen.
        Ausgerechnet Kirchen und Ärzteschaft waren damals wie heute eifrige Unterstützer und Nutznießer der Regierung. Aber genauso wie Beweismaterial von der ruhmreichen Vergangenheit von RKI und PEI aus dieser Zeit verschwunden ist, so ist von den heroischen Predigten in den Kirchen nur noch die Erinnerung von noch Lebenden aus dieser Zeit übrig. Der einzige Unterschied von damals zu heute, damals wurden die Juden verfolgt…….

    5. Am 31. März 1945 wurde die Burg durch den SS-Hauptsturmführer Heinz Macher gesprengt, um sie nicht von den VS-amerikanischen Invasoren erobern zu lassen. Wegen Mangels an Sprengstoff wurden Panzerminen ausschließlich im Südostturm der Burg verteilt, zusätzlich wurde die Burg in Brand gesetzt.

      Und das war absolut notwendig!

    6. Mathias Szymanski an

      Der britische Informationsminister, Brendan Bracken, am 27. Mai 1945 an den Leiter des SOE Earl of Selborne: „Mein lieber…. Bezüglich der erfreulichen Nachricht vom Tod von Little H. denke ich, ist es zwingend erforderlich, betreffs der tatsächlichen Umstände des Hingangs dieser üblen Figur eine vollständige Nachrichtensperre aufrecht erhalten. Ich bin sicher, daß, wenn öffentlich bekannt würde, daß wir unsere Hand bei deren Ableben im Spiel gehabt haben, dies verherende Folgen für das Ansehen dieses Landes hätte. Außerdem bin ich sicher, daß der Vorfall der Beziehungen zu unseren amerikanischen Brüdern verkomplizieren würde: unter keinen Umständen dürfen sie erfahren, daß wir Little H. ausgeschaltet haben, vor allem deshalb nicht, weil sie ihn, wie wir ja wissen, unbedingt selbst vernehmen wollten. ……“ (Joseph Bellinger, Himmlers Tod – Freitod oder Mord? 2005)

      • Kenne das Buch , es ist ein Tatsachenbericht, der die Machenschaften der Engländer aufzeigt.

        • Sokratismusodertod an

          "Tatsachenbericht" lach. Die Engländer sollen ausgerechnet denjenigen ausgeschaltet haben, der mit ihnen in Geschäft kommen wollte. Man versteht nicht, wieso ausgerechnet diese total unsympathische, ja abstoßende Figur eine solche Machtfülle erlangen konnte.

        • Mathias Szymanski an

          Rudolf Heß wollte mit den Engländer auch ins "Geschäft" kommen. Wie das ausging ist ja bekannt. Wegen seiner guten Absichten hätten sie ihn wieder freilassen können oder später wegen guter Führung.

        • Mir bis grade eben völlig unbekannt. Wenn es allerdings um Schweinereien der Intrigeninsel geht … bin ich gewillt … so ungefähr alles für möglich zu halten.