An Attack on Titan scheiden sich die Geister: Für die einen Faschismus pur, für die anderen ein Freiheitsepos. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Ein Auszug aus COMPACT 8/2021. Hier mehr erfahren.

    Seit 107 Jahren lebt die Welt im Ausnahmezustand. Menschenfressende Ungeheuer, riesige Titanen, tauchten plötzlich auf und bedrohen seitdem die humane Existenz. Die Leute verbarrikadieren sich in ihren Städten hinter hohen Mauern. Es gibt ein hartes Notstandsregime, das elementare Rechte der Bewohner mit dem Schutzargument massiv einschränkt.

    Man ist dauerhaft eingesperrt, die Regierung propagiert die Entrechtung als Erlösung. Kritisches Hinterfragen wird mit Repression geahndet. Während in der Bevölkerung der Unmut brodelt, verdient die reiche Elite am Elend des kleinen Mannes.

    Der junge Eren Jäger wächst in diesen Zuständen auf. Er hasst das Leben hinter Mauern, will ihm entfliehen. Daher spielt er mit dem Gedanken, in die Armee einzutreten: Lieber der Gefahr ins Auge sehen und möglicherweise im Kampf sterben, als eingesperrt zu sein.

    Titanen-Figur aus der Serie „Attack on Titan“ in Osaka, japan. Foto: GoBOb | Shutterstock.com

    Eines Tages passiert das, womit keiner gerechnet hat: Alle Sicherheitsmaßnahmen versagen, die Titanen dringen in die Stadt ein und richten ein Blutbad an. Auch Erens Mutter wird getötet. Nun schließt er sich einem draufgängerischen Aufklärungstrupp an, doch während seiner Militärkarriere kommt er einer gewaltigen Verschwörung auf die Spur: Die Regierung selbst hat in einem geheimen Forschungsprojekt die Titanen erschaffen, um damit jene Bedrohung aufzubauen, mit der sie ihre Diktatur rechtfertigt…

    Freund und Feind

    Legendär: der vorletzte Band von Isayamas Epos. Der Manga wird in mehr als acht Sprachen und über zehn Ländern veröffentlicht.
    Foto: Promo

    Das ist die Handlung von Attack on Titan, einer Manga-Serie des japanischen Zeichners Hajime Isayama, die mit dem 34. Band in diesem Jahr ihren krönenden Abschluss findet. Bekannter ist hierzulande die Anime-Adaption, die seit 2017 in bislang drei Staffeln in deutscher Sprache erschienen ist. Die Reihe ist eine der populärsten, aber auch eine der am kontroversesten diskutierten der letzten Jahre – und erfreut sich in rechtsalternativen Jugendkulturen großer Beliebtheit.

    Das hat mehrere Gründe: Zum einen gibt es in Isayamas Epos viele deutsche Bezüge. Das beginnt bei den Namen der Charaktere: Eren Jäger, Levi Ackermann, Jean Kirchstein, Reiner Braun, Annie Leonhardt. Zudem tauchen schon in der japanischen Originalversion zahlreiche teutonische Wendungen auf, etwa «Feiern wir diesen Sieg» oder «Flügel der Freiheit».

    Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, beginnt das Intro mit der Parole: «Seid ihr das Essen? Nein, wir sind die Jäger!» Es gibt sogar für die Handlung wichtige Anspielungen auf unsere Geschichte.

    So nennt sich eine der Stadtmauern «Rose» – tatsächlich ein interner Codename der DDR-Organe für die Berliner Mauer. Die gesamte Szenerie und die mittelalterliche Architektur sind hiesigen Städten wie dem bayerischen Nördlingen nachempfunden.


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    Neben einem antimodernen Impetus und der Verherrlichung von Nationalismus und Militär gibt es noch einen anderen Grund für die Popularität von Attack on Titan gerade unter Rechten. Schon 2017 stellte der US-amerikanische Youtube-Kanal Wisecrack fest, dass die Reihe auffällige Parallelen zur Philosophie des Staatsrechtlers Carl Schmitt (1888–1985) enthält.

    Dessen Freund-Feind-Dichotomie durchzieht die Geschichte wie ein roter Faden. In seinem Werk Der Begriff des Politischen (1927) führte der antiliberale Denker aus:

    Die spezifische Unterscheidung, auf welche sich die politischen Handlungen und Motive zurückführen lassen, ist die Unterscheidung von Freund und Feind. (…) Politisches Denken und politischer Instinkt bewähren sich theoretisch und praktisch an der Fähigkeit, Freund und Feind zu unterscheiden. Die Höhepunkte der großen Politik sind zugleich die Augenblicke, in denen der Feind in konkreter Deutlichkeit als Feind erkannt wird.

    Politik kann es demnach nur geben, wenn die Möglichkeit besteht, einen Feind zu definieren; die staatliche Ordnung steht dabei stets über der rechtlichen, sodass zur Sicherung des Staatswesens im Ausnahmezustand auch der Bruch oder die zeitweilige Suspendierung der Verfassung legitim seien.

    Die gefährlichen Riesen sind in Attack on Titan quasi Raison d‘Être des Staates, in einem Opening wird das Lied «Wer ist Freund, und wer ist Feind gesungen», so als wollte Isayama demonstrativ auf Schmitts Konzept hinweisen. (…) Ende des Textauszugs.

    Den vollständigen Beitrag lesen Sie in COMPACT 8/2021 mit dem Titelthema «Die schwule Republik». Hier bestellen oder auf das Banner unten klicken.

    8 Kommentare

    1. Zweites 2015 an

      Eilmeldung! Maasmännchen versucht wird die Bevölkerung hinter das Licht zuführen. „ Bundesregierung auch überrascht von der schnellen Machtübernahme der Taliban“ und Bärbock „ die Bundesregierung hat zulange gewartet mit dem Evakuieren“ ……Amerika hatte mit der Taliban verhandelt und die Amis brauchen auch ein Bollwerk gegen die Russen und den Iran dort. Schließlich hat man in Syrien auch schon durch diese verloren. Unsere Bundes Kapos wissen das auch ganz genau! Türkei Griechenland und Österreich lehnen jetzt schon die Aufnahme von Flüchtlingen ab. Polen Ungarn Tschechei usw. fragt man erst garnicht…Unsere Lügenpresse hält sich jetzt absichtlich vor der Bundestagswahl bedeckt. Weihnachten wird Deutschland sein afghanisches Halleluja erleben und Merkel genießt ihr Rentnerdasein. Wenn unsere sogenannten Volksvertreter es wirklich ernst meinen würden, dann würden diese die Flugbasen der Nato im unseren Lande kündigen, einen Untersuchungsausschuss bei der UNO fordern und die Kriegsmacher zu Zahlungen und aufnehmen von Flüchtlingen verpflichteten.

    2. heidi heidegger an

      indressant. Nördlingen ist kühl: voll begehbare alte Stadtmauer und lecker Vollbier usw. und Deine Haarpracht, lieber MK, ist voll 70erJahre-Rockstar mässig..tiaja, ditt Forum ist voller Männer mit schönem Haar: ichichich und JE und Soki (Richard David Precht) und Tiffi (Alice Cooper), hihi.

      • jeder hasst die Antifa an

        Aus Nördlingen stammt der Bomber der Nation und nicht die Bombenleger aus Afghanistan.hihi

        • heidi heidegger an

          Tiffi, halte lieber folgendes *psyop*-Tonband/AntiTalibanSound bereit im Geräteschuppen des Hubschraubers (schliesslich bist Du Zeugwart für Sokis Pilotenschuhe z. B. -hihi-): Bomber ist das dritte Studioalbum der britischen Heavy-Metal-Band Motörhead. Es wurde am 27. Oktober 1979 veröffentlicht und erhielt im Juli 1980 in Großbritannien Silber-Status für 60.000 verkaufte Einheiten.

        • jeder hasst die Antifa an

          Nee ich bin nur Zeugwart beim Fußball,Soki soll seine Treter selber putzen,er hat sie sich selber dreckig gemacht in deinem Ziegenstall und warum hast die Deutsche Einheit verkauft.hihi

    3. Kladderadatsch an

      Einfach ignorieren den Scheiß. Die japanishe Kultur hat einzigartige Blüten geschaffen, aber auch diesen Manga-Mist. Krampfiger Versuch dem Mist irgendwie Geist abzugewinnen.

      • heidi heidegger an

        das ischd aber arg oberflächlich gesehen: eine andere nichtwestliche Weltauffassung(!) isch in Japan zu betrachten, egal ob Manga oder ein ²Tanz mit dünnen Eisenreifen vor einem Wasserfall mitsamt Tänzerin (²so wurde es ditt heidi vermittelt in dt. Theaterwissenschaften von vor 40 Jahren), mja.