Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein: Regisseure sollen „Diversity“ zeigen

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Zeigt man Studenten heutzutage einige Werke des „Neuen Deutschen Films“, also Streifen von Rainer Werner Fassbinder, Herbert Achternbusch, Peter Fleischmann, Werner Schroeter, Margarethe von Trotta, Volker von Schlöndorff, Hans-Jürgen Syberberg oder Rosa von Praunheim, dann lautet deren erstaunte Frage: „Für diese Filme hat man damals Fördergeld bekommen?“

Den Studierenden ist rätselhaft, dass Filme, die eine hochkomplexe Gestaltung aufwiesen und konträr zur (damaligen) Staatsdoktrin standen, dennoch staatliche Subvention erhielten. Das heißt: Die Bundesländer haben Kritik, haben Widerspruch zur eigenen Politik gefördert.

Gipfel des Unvorstellbaren: Der Film „Deutschland im Herbst“ (1978). Der enthielt kritische Stellungnahmen von Regisseuren wie Fassbinder oder Alexander Kluge zum RAF-Herbst 1977, mit subversiver Botschaft gegen die Regierung. Und dieses Werk lief unbehelligt in den Kinos. Niemand verlor seinen Job, die Rezensionen waren pluralistisch und differenziert. Nur die Springer-Presse hatte ein Problem mit der Subventionierung der politischen Subversion, setzte sich aber nicht durch. Bald nach der Kinoauswertung liefen die „Neuen Deutschen Filme“ auch im TV.

40 Jahre später verliert der Geschäftsführer der hessischen Filmförderung, Hans Joachim Mendig, seinen Job, weil er sich mit dem PR-Berater Moritz Hunzinger und – nein, das kann und darf nicht sein – dem AfD-Vorsitzenden Jörg Meuthen in Frankfurt privat zum Essen getroffen hat. Inhalt des Gesprächs? Unbekannt, aber das ist egal. Postwendend forderten 300 konformistische Staatskünstler Mendigs Rücktritt, darunter Rüdiger Suchsland (Filmkritiker), der Regisseur Dominik Graf, Jasmin Tabatabei, Jasna Fritzi Bauer oder Iris Berben. Und so geschah es: Mendig musste gehen (COMPACT-Online berichtete).

Erinnern wir uns: 1933 trieben die Nazis oppositionelle Filmschaffende in die Migration und achteten streng auf Pro-NS-Haltung der Kinos. Reichsfilmdramaturgen hatten zuvor eingereichte Drehbücher im Sinne des Propagandaministers Joseph Goebbels auf Linientreue und Gehorsam zu prüfen. Diesen Job übernimmt jetzt die Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein (FFHSH). Von solchen Gremien sind deutsche Filmproduktionen leider abhängig, denn eine Filmindustrie, die ausschließlich via Markt funktioniert, gibt es hierzulande (fast) nicht.

Wer sich jetzt bei der FFHSH einen Förder-Antrag runterlädt, erfährt im Vorwort, dass sein Projekt eine „vielfältige, multikulturelle Gesellschaft modern und in allen ihren Facetten auf der Leinwand“ abbilden soll. Schließlich hätten Filmemacher „die Verantwortung und auch die Chance, diese diverse Gesellschaft, die in unserer Alltagsumgebung gegenwärtig ist, auch im Film zu repräsentieren“. Damit wären historische Stoffe weitreichend ausgeschlossen. Um zu prüfen, ob die Antragsteller es auch ernst meinen, hat die FFHSH einen Fragebogen, eine „Diversity Checklist“ beigefügt. Die Jury will wissen:

Thematisiert der Film den „Alltag in der dritten Lebensphase, Geschlechterrollen, Hautfarbe beziehungsweise People of Color, Leben mit Behinderung, Mehrgeneratives Zusammenleben, Migration und Vertreibung, religiöse oder weltanschauliche Fragen, sexuelle Identitäten“ oder den sozioökonomischen Status? Damit diese Themen aber nicht in einer Nebenhandlung landen, folgt die Frage: „Sind eine oder mehrere Hauptfiguren direkt in genannte Themen involviert?“

Wer einen Film über Soldaten während eines Krieges drehen möchte, könnte bei der nächsten Frage auf Granit beißen: „Sind die Geschlechter in der Geschichte ausgeglichen repräsentiert beziehungsweise dargestellt?“ Von Shakespeares Dramen ließe sich eigentlich nur noch „Othello“ verfilmen, denn: „Kommen bei den Figuren People of Color vor?“ Auch „Romeo und Julia“ wäre als Filmstoff ungeeignet, denn die FFHSH fragt auch: „Tauchen Figuren mit anderer als heterosexueller Orientierung auf?“

Damit die Diversity-Darstellung aber keinen Berg von Klischees generiert, will die Jury wissen: „Durch welche Ansätze in der Figurenentwicklung werden klischeehafte Rollenbilder vermieden? (bitte beschreiben)?“ Kurzum, der optimale Film für die FFHSH wäre demnach „Fack ju Göhte 4“, der angeblich auch in Planung ist… Halt! Stopp! Auch der könnte scheitern! Schließlich will das Gremium auch, dass die Diversity nicht nur im Produkt, sondern auch hinter der Kamera vorhanden ist: „Sind die Geschlechter im gesamten Team ausgeglichen repräsentiert?“ lautet eine der Fragen.

Cover 7/2020 Kinderschänder

Einen Panoramaschwenk über die neuesten Verwüstungen der Political Correctness lesen Sie im Beitrag „Kulturkahlschlag des Monats“, enthalten in der aktuellen COMPACT 7/2020 – hier erhältlich.

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15 Kommentare

  1. Avatar
    Katzenellenbogen am

    Die wichtigste Person am Filmset wird dann nicht mehr Produzent, Regisseur oder Superstar sein, sondern eine Art Berater oder Koordinator, der darauf achtet, dass alle 1001 Bedingungen der politischen Korrektheit bis auf das letzte i-Punkterl erfüllt sind…

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    Man stelle sich mal "Fack ju Göhte" mit einem Neonazi in der als Hauptcharacter vor – zweifelhaft, dass die linken Medien dann immer noch so begeistert wären.
    Ich fand den Film schon von Beginn an bedenklich, versucht er doch zu suggerieren, wie unglaublich lustig das Leben sein kann, wenn man in der Schule nichts lernt. Wie dann die Protagonisten im wahren Leben scheitern, wird nicht gezeigt!

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    DerSchnitter_Maxx am

    Ein Doku-Film … über die gescriptete, inszenierte, Polit-Luschen*innenn-Rettungs-Pandemiemimimi und Nullnummer-Aktionen … der bekloppen und geistesgestörten Voll-Horste*ninnenen … wäre womöglich viel interessanter und daumlutschtiger … 😉

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    Filme gibt es seit 1902, Tonfilm seit 1932, Farbe ist nicht unbedingt nötig.
    Sehr viele fremdsprachigen Filme / Serien sind mittlerweile synchronisiert.
    Also ist in der Vergangenheit genug gedreht worden, sodaß man nichts Neues braucht, um sich zu unterhalten. Die könnten sich das Fördergeld sparen oder für etwas Anderes ausgeben. Hauptsächlich sieht man sich Werke aus den 50ern/60ern oder Älter an, da die noch eine normale Welt zeigen, wie wir sie Jahrtausendelang hatten – und keine extremen Außenseiter in den Hauptrollen. Und auch Klassiker – werksgetreu. Man muß nichts neu verfilmen – wird in der Regel schlechter.

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    DerSchnitter_Maxx am

    Weichgespülte, umgebogene, weichliche, Dümmlinge*innen … leisten keinen Widerstand – isso 😉

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      DerSchnitter_Maxx am

      Ah ja: Goethe allready has f@cked U … long time before U – ganz sicher … 😉

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    heidi heidegger am

    "Und dieses Werk lief unbehelligt in den Kinos." pfui ! ..mit ditt nackiche RWFassbinder am telefonieren und gleichzeitich am Schniepel ziepend woll, hah! Dafür zahl‘ ich nix, heats?! Andererseits: als Erika Mann (ja, die Tochter!) im Nürnberger Knast ’46 ditt J. Streicher in der Zelle beglotzte, zog der auch blank und äh ämm *ehklich ehklich*..wird kolportiert, tsstss..

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      Der Strich… äh, Streicher hat sich … gestreichelt? Und der Erika dann auch noch … Kaffeesahne gespendet??

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        heidi heidegger am

        naa-naa!! tsstss:

        >> Er spreizte die Beine noch etwas weiter … lächelte höhnisch und sagte: ‚Na, Sie sind also gekommen, um all die wilden Tiere im Zoo anzustarren’, und er sagte: ‚Dann können sie auch gleich alles sehen!’ Dabei … ließ er seine Hose herunter und entblößte sich.“ <<

        Actionszenen der Weltliteratur (19)
        Als Erika Mann Hermann Göring im Knast besuchte / welt dot de

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    HEINRICH WILHELM am

    Ja, dann bleibt nur, auf diese hochherzige "Förderung" dankend zu verzichten.
    Wer vorhat, sein Anliegen filmisch auszudrücken, schafft dies auch ohne die "Förderung" dieser hirnvergifteten Plattwanzen.
    Vielleicht gewinnt der unabhängige Film durch die Umgehung dieser "Reichsfilmkammer-Vorgaben" sogar. Wer weiß?

  8. Avatar
    Jeder hasst die Antifa am

    Man arbeitet an einer Zwangsverschwuchtelung der Bevölkerung mittels Gendermachwerken in den Kinos, die Reichsfilmkammer überwacht alles,wer nicht auf Genderlinie Filmt der Fliegt.

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    Gut, daß ich diese Grundsätze bisher nicht kannte. Schade, das dieser Zustand jetzt – leider – beendet ist. Immer wenn man denkt "Also NOCH wahnsinniger … können sie jetzt wirklich nicht mehr werden…" … wird man postwendend eines Besseren belehrt.

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