Es sollte ein Signal des Neustarts für die FDP werden, doch am Ende überschattete ein Flügelkampf den Bundesparteitag. Statt Rückenwind bleibt ein angeschlagener Wolfgang Kubicki zurück, hinter dessen Rücken weiter die Fetzen fliegen. Wer der Mann ist, der die Liberalen vor ihrem nahenden Ende bewahren soll, wurde im Artikel „Wer ist Kubicki – und wenn ja, wie viele?“ der COMPACT-Maiausgabe ausführlich erörtert. Hier mehr erfahren.
Auf nur noch 3 % sank die FDP in der jüngsten, fast zeitgleich zum in Berlin beginnenden FDP-Parteitag veröffentlichten INSA-Umfrage. Trotz Ankündigung der Vorsitzendenkandidatur von Wolfgang Kubicki, trotz medialem Rückenwind einiger eher konservativer Blätter. Die Zeichen waren also bereits von vornherein ungünstig, doch was auf der Veranstaltung selber passierte, spottete jeder Beschreibung: Das Kubicki-Lager hatte im Vorfeld Abstimmungen zur Vorstandsbesetzung durchgeführt und wollte ihrem Chef mit einem starken Ergebnis, etwa 90 % und mehr, den Rücken stärken. Doch plötzlich, als zur Abstimmung um den Bundesvorsitz aufgerufen wurde, meldete sich eine gewisse Agnes Strack-Zimmermann, die – wenn sie nicht gerade dabei ist, Kritiker mit allzu scharfer Wortwahl mit juristischen Prozessen zu überziehen, als einer der schärfsten anti-russischen Stimmen des Landes agiert – plötzlich eine Kampfkandidatur gegen den FDP-Veteranen ausrief.

Schockstarre im Saal, selbst Kubicki schien völlig überrascht von der Gegenkandidatur, die angeblich erst spontan auf dem Parteitag geplant worden sei. Wogegen jedoch zahlreiche Indizien sprechen, vor allem eine lange und sorgfältig vorbereitete Rede, die Strack-Zimmermann wenig später hielt. Und bei der zunächst nicht absehbar war, wie der Parteitag entscheiden wird, denn trotz einiger Pfiffe gab es auch starken Applaus. Es war ein Flügelkampf zwischen dem linksliberalen Lager, das eine weitere Annäherung an Grüne und SPD wünscht, sowie dem konservativen Lager, in dem mitunter sogar Überlegungen angestellt werden, die Brandmauer zur AfD, wenn auch nicht einzureißen, zumindest aufzuweichen.
Kubicki gewinnt und bleibt angeschlagen
Am Ende setzt sich Kubicki zwar mit rund 60 % der Stimmen gegen Strack-Zimmermann durch. Übrig bleibt aber statt einem gestärkten Rücken der anhaltenden Flügelkampf, den die FDP austrägt und der wohl noch weiter eskalieren dürfte. Solange linksliberale Hardliner den Takt der Partei vorgeben, dürfte deshalb ein Comeback der Liberalen, allen verbalradikalen Phrasen Kubickis, die auch am Infostand der AfD zu hören sein könnten, ausbleiben. Und die Zeit, in der die FDP durch Taten Wähler hätte überzeugen können, ist vorbei – zumal die Erinnerungen an die Unterwürfigkeit während der Ampel-Zeit noch allgegenwärtig sind.
Der Abwärtstrend dürfte sich deshalb, sollte nicht noch ein gelbes Wunder geschehen, weiter fortsetzen.
Doch wer ist der Mann, in den zumindest konservative Medien ein gewisses Vertrauen setzen? Wer der Mann ist, der die Liberalen vor ihrem nahenden Ende bewahren soll, wurde im Artikel „Wer ist Kubicki – und wenn ja, wie viele?“ der COMPACT-Maiausgabe ausführlich erörtert. Hier mehr erfahren.





