Eleonore Prochaska: Die deutsche Jeanne d‘ Arc

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Auf der Soli-Demo für die Identitären in Paris wurden Bilder der französischen Freiheitskämpferin Jeanne d’Arc gezeigt. Mit Eleonore Prochaska gibt es eine vergleichbare Heldin in unserer Geschichte. Lesen Sie dazu einen Auszug aus COMPACT-Geschichte Deutsche Frauen – Die klügsten und tapfersten aus 2.000 Jahren.

Als sich Preußen 1813 gegen die Napoleonische Besatzung erhebt, schließen sich Freiwillige fast aller deutschen Staaten im Lützowschen Freikorps zusammen. Dessen Uniform – schwarze Jacken, rote Vorstöße und goldene Messingknöpfe – sollen später die deutschen Nationalfarben stiften. Doch unter den Freiheitskämpfern sind nicht nur Männer…

Auf den Steinker Höhen nahe der Göhrde bei Lüneburg ging es am 16. September 1813 heiß her. Von Westen war eine französische Division angerückt, die von Lüneburg kommend Richtung Magdeburg nach Berlin vorstoßen sollte. Ihr stand eine russisch-deutsche Streitmacht unter Graf Ludwig von Wallmoden gegenüber. Zu seinem Kontingent gehörte auch das Freikorps Lützow, eine unkonventionelle Truppe von Freiwilligen. Es rückte am Nachmittag gegen die Franzosen vor, die sich auf einer Anhöhe verschanzt hatten. Der Trommler des 1. Jägerbataillons wurde nach heftigem Gefecht von einem Granatsplitter ins linke Bein getroffen und fiel schwer verwundet zu Boden. Als sein Zugführer ihn aufheben will, hört er das bestürzende Geständnis: «Herr Leutnant, ich bin ein Mädchen!» Es handelte sich um die 28-jährige Potsdamerin Eleonore Prochaska.

1794, als ihr Vater wieder in den Krieg marschiert war, kam sie, «weil die Mutter ihre Kinder vernachlässigte», in das Große Militärwaisenhaus zu Potsdam. Nachdem der Vater pensioniert war, holte er 1797 die Kinder wieder in sein Haus, wo Eleonore blieb, bis sie als Köchin und Haushaltshilfe Dienst tat. Hier nahm sie mehrfach als Laienschauspielerin an kleinen Theateraufführungen teil und entwickelte dabei ein Talent, das ihr später viel nutzen sollte. Immer wieder hörte das Mädchen in jener Zeit, als Preußen seit 1806 französisch besetzt war, begeisterte Erzählungen von den Frauen in Spanien, die ihre Guerilleros kämpfend unterstützen oder von den Tirolerinnen, die ihren Männern beim Freiheitskampf gegen die napoleonische Unterdrückung zur Seite stehen. (…) Ende des Auszugs.

Den vollständigen Text und weitere 21 große und 22 kleine Porträts über mutige und beeindruckende Frauen in unserer Geschichte lesen in COMPACT-Geschichte Deutsche Frauen – Die klügsten und tapfersten aus 2000 Jahren. Die Sonderausgabe aus der Feder des Historikers Jan von Flocken beinhaltet unter anderem Beiträge über Thusnelda, die heilige Elisabeth, Katharina die Große, Marie-Antoinette, Königin Luise und Leni Riefenstahl. Zur Bestellung klicken Sie HIER oder auf das Banner unten.

Compact Geschichte 06: Deutsche Frauen

Über den Autor

Jan von Flocken (*1954) studierte Geschichte an der Humboldt-Universität und wurde danach Redakteur bei der Ost-Berliner Tageszeitung Der Morgen. Nach der Wiedervereinigung wechselte er 1991 zur Berliner Morgenpost und 1996 zu Focus. Der Historiker recherchierte und veröffentlichte insgesamt 16 Bücher zu Ereignissen der Geschichte. Seit 2005 ist er als freier Autor tätig und schreibt seit der ersten Ausgabe von COMPACT regelmäßig auch für unser Magazin.

8 Kommentare

  1. Ich las Jan von Flockens "Deutsche Frauen ", und lese immer mal wieder darin.

    Eine seltene Möglichkeit, wird dieses Thema doch von unseren Emanzen und deren männliche "Unterstützer" geflissentlich ignoriert oder herabgewürdigt.

    Wie weit die feige Anpassung schon ihre Blüten treibt, entnehme man den Kommentaren von Berner und Konsorten. Jene Angepassten scheuen sich nicht, selbst den tapfersten deutschen Frauen den Wagemut und die Stärke
    abzusprechen. Es schaudert einen.

  2. Das rote Frauenbattalion am

    Verständlich, daß in der patriotischen Begeisterung des Befreiungskrieges jegliche Erscheinung in Heldentum umgemünzt wurde . Nach 200 Jahren ist wohl eine skeptische Sicht angebracht. Schließlich führt von diesen verirrten Frauengestalten eine direkte Linie zu den Soldatinnen der Bunten Wehr und zur ersten Frau, die jemals Deutschland regierte.

  3. Die Jeanne d`Arc täuschte zu keiner Zeit über ihr Geschlecht und auch sonst hinkt der Vergleich auf allen vier Füßen. Die E.P. und andere, es gab mehrere ,war eine Vorläuferin jener Weiblichkeit, die sich vor rd. 40 Jahren in die BuWe klagte und aller der Besen, die heute in der Der/Die/Divers – Leyen/ Karrenbauer – Armee ihr Schauerstück aufführen. Wie muß eine Frau beschaffen gewesen sein, daß in der Enge des Zusammenlebens in einer militärischen Truppe monatelang ihr wahres Geschlecht verbergen konnte !

    • @Berner

      Wie fertig müssen Kommentatoren wie Sie sein, wenn es nur dazu reicht, den Mut und die Tapferkeit besagter Frau herabzusetzen ?!

  4. Dan Warszawsky am

    Der Vater der Prochaska diente mit sicherheit irgendeinem Heiligrömischen Fürst oder den König von Böhmen. Vermutlich war er ein Sorbe oder andere Slawe. Huete würde er als Tscheche tituliert, weil die meisten Serben, die noch am Baltikum oder Nord-West Karpaten geblieben sind, andere Bezeichnungen bekommen haben. So sind auch die Kaschuben (Gründer von Danzig) auch separiert worden, aber viele wissen noch, dass diese zum großen Serbischen Stammesverband gehörten. Ähnlich entstanden auch bezeichnungen, wie: Pruzzen, Slesianer, Obroditen, etc.

    • Deutsch ist der Name nicht, soviel ist sicher. Mit dem Heiligen Römischen Reich war es aber seit dem Frühjahr 1806 vorbei und einen Böhmen als König gab es auch nicht mehr. (Wem diente er? DeM König. Sicher nur ein Tippfehler. )

      • Kleingeister wie Berner und Dan versuchen sich in neudeutscher Manier der verschwurbelten Genealogie.

        Wenn es nicht so traurig um diese Kommentatoren bestellt wäre, man möchte nur noch lachen.

    • heidi heidegger am

      höggschd indressant, Ei masst say!: Kaschuben (Günter Grass), ey?..mehr kann ditt heidi momentans! allerdings (noch) nicht beitragään, sorry. *schmunzel*

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