Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat auch Teile der europäischen Rechten entzweit. Einige stellen sich auf die ukrainische Seite. Doch aus der jüngeren Geschichte weiß man, dass die Nato die ukrainischen Neo-Nazis nur als Handlanger für ihre Osterweiterung missbraucht, und man sie nach getaner Arbeit entsorgt wie einen alten Lumpen. Ein Fall aus dem Jahre 2014 dokumentiert dies in aller Deutlichkeit. Wir schreiben, was sich andere nicht trauen! COMPACT-Spezial „Feindbild Russland – Die NATO marschiert“ ging heute in Druck. Versand schon in acht Tagen – jetzt vorbestellen!

    _ von Viktor Timtschenko

    Der Mohr hatte seine Schuldigkeit getan: Die neuen Machthaber in Kiew wollten sich auf Druck ihrer westlichen Finanziers ihres rechtsradikalen Stoßtrupps entledigen. Auftakt war der Tod eines bekannten Anführers der Maidan-Opposition.

     Es ist die Nacht zum 25. März 2014. Vor dem Waldcafé Drei Karauschen nahe Riwne, einem Gebietszentrum im Westen der Ukraine, schieben zwei Männer mit Kalaschnikows Wache. Daneben steht ein Mitsubishi mit laufendem Motor, drinnen sitzt der mit einer Pistole bewaffnete Fahrer. Die Banditen feiern gerade den Geburtstag eines Kumpans.

    Plötzlich rasen drei große Vans der ukrainischen Spezialeinheit Sokol heran. Polizisten in voller Montur überfallen in Sekundenschnelle die Wache, dringen ins Café ein.

    Ein Selbstmord mit Fragezeichen

     Ein bewaffneter Verbrecher flieht durchs Fenster, rennt in den Wald und schießt aus einer Pistole auf die Polizisten. Sie schießen zurück – gezielt in die Beine. Zwei Kugeln treffen, der Verbrecher hinkt. Die Polizisten überwältigen ihn, und als sie ihn bereits auf dem Boden fixieren, seine Hände festzuhalten versuchen, ertönen noch drei dumpfe Schüsse. Handschellen werden dem Banditen angelegt, und erst jetzt bemerken die Polizisten das Blut. Sie zerreißen seine Kleidung und sehen drei Einschusslöcher in der Brust.

     Die hat er sich angeblich selbst zugefügt, behauptet die Polizei, und das bestätigt auch der Interims-Innenminister der Ukraine, Arsen Awakow. Der Anführer der Bande hat sich demnach selbst umgebracht.

     Dass der Minister persönlich zu einer «Bagatelle» in der Provinz Stellung nimmt, ist selten, aber in diesem Falle angemessen. Umgekommen ist nämlich Olexandr Musytschko, alias der Weiße Sascha (Saschko Bilyj), einer der Anführer des Rechten Sektors, der einflussreichsten Kraft auf dem oppositionellen Maidan, der im Winter 2013/14 das Ende von Präsident Viktor Janukowitsch einleitete. Auf Musytschkos Schultern ist Awakow nach dem 22. Februar 2014 Innenminister geworden.

     In der Öffentlichkeit gibt es zu diesem Todesfall viele Fragen. Die wichtigste ist wohl: Wie kann es sein, dass genau dieselben Kalaschnikow-Träger, die bis Ende Februar noch als Helden gefeiert wurden, bereits Ende März zu einer «organisierten kriminellen Gruppierung» wurden?

     Rechte Rächer gegen Oligarchen

     Musytschko ist in der Ukraine vor allem als Schutzgelderpresser bekannt geworden. Legendär ist das Video auf Youtube, wo er einen Staatsanwalt vor laufenden Kameras drangsaliert und schlägt. Nachdem die neue Regierung eine freiwillige Rückgabe von illegalen Waffen angeordnet hatte, kam er zu einer Sitzung der Gebietsverwaltung Riwne mit der Kalaschnikow in der Hand und fragte die Anwesenden, ob jemand Lust hätte, ihm seine Waffe abzunehmen. Es hat sich keiner gefunden…

     Geld «für den Maidan» oder «für die Revolution» hat der Weiße Sascha auch schon früher von Unternehmern oder korrupten Staatsdienern erpresst. Deswegen wurde er jedoch nie belangt. Zwar war er schon damals ein Halunke gewesen, aber eben, wie man so schön sagt, «unser Halunke» – also einer der prowestlichen Parteien. Was war Substanzielles passiert, das den Anführer des Maidan in den Augen der anderen Maidan-Anführer plötzlich zum Banditen machte?

     Der Grund des Zerwürfnisses liegt in der gegensätzlichen Einschätzung der Ergebnisse des Umsturzes. Die Interims-Regierung erklärte die «Revolution» für beendet: Der nach Moskau schielende Janukowitsch war weg, die ihm zuvor ergebene Partei der Regionen votierte im Parlament zu großen Teilen für die Vorschläge der neuen Machthaber, die im Eiltempo die Annäherung an die EU und die NATO forcierten. Deshalb sollte Schluss sein mit Molotowcocktails, Schluss mit Schusswaffen und mit Vermummung, Schluss mit der noch bis Ende Februar so willkommenen Gewalt ganz allgemein.

    Maidan-Proteste in Kiew 2014. Die Herrschaft der Oligarchen blieb trotz der Proteste erhalten. Foto: picture alliance / CITYPRESS24

     Es gab aber einige Menschen, darunter auch die Extremisten vom Rechten Sektor, die den Sinn und Zweck des Maidan-Aufstandes nicht allein in einer Neubesetzung der Staatsposten sahen. Eine der Forderungen der Aufstandsbewegung war bekanntlich gewesen, die Korruption für immer zu eliminieren und die «Blutegel der Nation», die Oligarchen, zu schröpfen und sie künftig von der Macht fernzuhalten. Aber: In der Regierung gab es fast keine neuen Gesichter, zwei milliardenschwere Oligarchen wurden sogar zu Gouverneuren in den bedeutendsten Industriegebieten, Donezk und Dnipropetrowsk, ernannt. Und um die Präsidentschaft kämpften der dann siegreiche Milliardär Petro Poroschenko und die Multimillionärin Julia Timoschenko.

     Deswegen sahen einige einflussreiche Maidan-Teilnehmer die Revolution als noch nicht vollendet an. Deshalb ließen sie Zelte und einige Barrikaden im Zentrum von Kiew stehen und wollten ihre Waffen nicht abgeben… Einer der radikalsten Verfechter der These «Die Revolution geht weiter» war Musytschko. Den Regierungswechsel kommentierte er derb: «Ein Schwein wird durch ein anderes ausgetauscht.»

     In einem Video kritisierte er den neuen Premier Arsenij Jazenjuk scharf, weil der es sich noch während des Maidans erlaubt hatte, mit Blaulicht in einer Autokolonne zu fahren – unter anderem gegen solches Gebaren des Präsidenten Janukowitsch hatte die Opposition revoltiert. In Anspielung auf Jazenjuks Spitznamen «Kaninchen» sagte der Weiße Sascha: «Das Kaninchen denkt, es würde der Zar der Tiere» – und versprach, auch die neuen Machthaber wie zuvor Janukowitsch wegzufegen, wenn sie nicht für das Wohl des Volkes sorgen würden.

     Die Säuberung beginnt

     Daraufhin drohte ihm Innenminister Awakow mit Verhaftung. Mitte März 2014 warnte Musytschko im Internet, dass das Innenministerium und die Staatsanwaltschaft seine Tötung vorbereiteten, es gebe dafür bereits eine Sondereinheit, die Information sei «zu 100 Prozent sicher». Und weiter: «Awakow soll ruhig herkommen, ich werde ihn wie einen Hund kopfüber aufhängen.»

     Am 25. März war Musytschko dann tatsächlich tot, und Awakow gab Interviews. «Als man ihn festnahm, war er noch am Leben, die schnelle medizinische Hilfe, die gerufen wurde, stellte den Fakt des Todes fest», so die wenig aufschlussreiche Erklärung seiner Behörde.

     Der Rechte Sektor gab sich mit der offiziellen Version natürlich nicht zufrieden. Mit guten Gründen: Das Fenster, durch das Musytschko nach Behördenangaben geflüchtet sein sollte, war zu eng für den 120-Kilo-Mann. Außerdem war in der Scheibe ein Einschussloch zu sehen. Das heißt, entweder hatten die Polizisten bei noch geschlossenem Fenster in die Bude geschossen, oder der Weiße Sascha hatte es auf seiner Flucht nach dem vermeintlichen Herausklettern nicht versäumt, gemütlich das Fenster zu schließen… Nicht einverstanden waren die Radikalen auch mit der Erklärung, Musytschko habe sich selbst getötet. Als er auf dem Bauch lag, soll er sich angeblich dreimal in die Brust geschossen haben. Nur: Die zwei Kugeln, die ihn durchbohrten, waren beide tödlich, stellten später die Rechtsmediziner fest. Wie konnte er sich dann anschließend, ganz abgesehen vom Schmerzschock, noch einmal direkt ins Herz schießen?

     Deshalb sah der Rechte Sektor den Tod des Kameraden als Auftragsmord, als Hinrichtung: «Die ihn töteten, haben seine Kleidung auf der Brust zerrissen, um sich zu überzeugen, dass er keine Schutzweste anhat», sagte einer der Freunde Musytschkos, Jaroslaw Hranitnyj, «dann haben sie ihm ins Herz geschossen». 

    So weit der Auszug aus dem Artikel «Der Sturz des Phaeton» unseres Autors , den Sie vollständig in unserem COMPACT Spezial Politische Morde – Die Blutspur der letzten 100 Jahre lesen können. Das Heft ist aufgrund des riesigen Intreresses nur noch als PDF erhältlich und kann hier bestellt werden.

    24 Kommentare

    1. HEINRICH WILHELM an

      Mal etwas anderes in genau diesem Zusammenhang: Ist der Ukraine-Krieg nicht die ideale Ablenkung, um hier die Impfpflicht durchzupeitschen?
      Wachsam sein!

      • Strainmeam an

        Hähh?
        Antwort:Nein!

        Oder möchten Sie hier durch die Blume behaupten, dass wiedermal Deutschland den Krieg angezettelt hat, um die Impfpflicht-Krankheitsinfos "durchzupeitschen"?(die ja offensichtlich nicht mehr kommt)

        Nicht wachsam sein, lieber Gehirn ein.

    2. Ich fand einen der Hauptakteure im Donbas, der fuer alle die Grausamkeiten die dort an Russen veruebt wurden.
      “Netflix wird den Film der Nazi Sergei Filimonov und Oleg Sentsov veröffentlichen”
      Den Artikel gibts auch bei Voltairenet. Webside:
      https://www.voltairenet.org/article215870.html
      Einen Trailer dazu gibt auf Youtube
      https://www.youtube.com/watch?v=o5mcOeXUtMU
      Titel:
      Rhino – trailer (Venice Official Selection)

    3. Der Rabe hat wieder was gefunden. Da die Deutschen fast keine Hintergrund-Infos, zu dem was Putin sagte, bekommen ist es sehr wichtig viele Eckpunkte bis zur heutigen Kriegssituation zu sammeln. Daher empfehle ich den Artikel “Russland erklärt den Straussianern den Krieg” bei Volrairenet. Die Webside lautet: https://www.voltairenet.org/article215877.html und sollte nicht nur gelesen, sondern auch verbreitet werden. Putin geht es nicht darum die Ukraine zu besetzen, sondern es geht ihm darum die rauschgiftsuechtige Bande aus der Ukraine zu vertreiben.

    4. Räuberpistole ist gut :-)
      Putin ist ein friedlicher, echter Demokrat und die Wahlen in Russland sind frei und unabhängig. Deswegen werden Oppositionspolitiker vor den Wahlen weggesperrt. Für alle die das jetzt verneinen: Welche Oppositionspolitiker wurden vor der letzten Bundestagswahl weggesperrt? Herr Höcke? Irgendwer von der AFD oder den Linken? Von den freien Wählern? Von den ganzen anderen kleinen Parteien? Das würde ich gerne wissen – kann Compact dazu recherchieren?

      • Schon vergessen? 24.März 1999 völkerrechtswidriger Angriff der Nato und der USA in Belgrad. Da hat keiner blöd herumgeschrien.

        Aber, ab sofort wird in Russland gegendert,
        die Tunten werden in der russischen Regierung aufgenommen,
        Russland wird ab sofort paar Millionen Neger einbürgern,
        Außenminister wird ab sofort eine staatlich anerkannte Fälscherin,
        Putin räumt seinen Plat für einen an Gedächtnisschwund leidenden Kerl wie Cum Ex Scholz
        usw. usf. das wäre der Traum aller bösartigen Westler

      • jeder hasst die Antifa an

        Es wurden nur die Wegesperrt die keine Zwangsgebühren für die ÖR Hetzsender bezahlen wollten und die auf der Straße gegen Corona Demonstrierten.,Meingott das ist ja wie in Russland.

        • Strainmean an

          Witzig…"gegen Corona Demonstrierten"…lieber gegen dünnpfiff demonstrieren, der nervt ja auch…hihihi.

      • Sie können ja mal in Berlin gegen das System und deren Impfpflicht protestieren da kommt man sehr demokratisch weichgeprügelt und verhaftet durch die Bundesmangel.
        Bei der Wahlfälschung sind die Berliner Kasper ganz schlau, sie kündigen Steinmeiers Präsidentschaft schon vor der Wahl in der TV Zeitung an.
        Man kann und muß ihre Traumwelt nicht verstehen. Demokratie steht für Armut, Unterdrückung und Benachteiligung, bestes Beispiel der nicht real existierende Staat als auch das Kunstprodukt der Bund.
        Übrigens ist die AFD auch ein Mitspieler des Bundes und mitnichten irgendeine Opposition, aufwachen!

    5. Alles ein falsches Getue, von der Ampel in Berlin am meisten befördert, denn die wollen lieb Kind sein wie immer und was sie derzeit gegen Rußland unternehmen wird sie wirtschaftlich noch einholen, mal ganz von dem abgesehen, wie sie schon wieder nach Corona dabei sind ganze Wirtschaftsteile zu schleifen für den Frieden, der ja was kosten muß und bezahlen müssen es die Bürger und diese roten und grünen Banditen sind doch keineswegs besser, wenn man an ihre eigenen Kriegsbeteiligungen denkt, wo Frauen und Kinder auch egal waren, wenn es um die "gerechte" Sache ging.

    6. Sehr schoenes Foto da oben. Es gibt noch Fotos auf denen zu sehen ist, dass Klitschko inmitten dieser Gruppe steht.
      "Nein Nein, nicht Klitschko der ist zu dumm,–wir nehmen Jaz, Jaz ist unser Mann…" Frei nach "F***EU"-Nuland.

    7. Zum ‘Rechten Sektor’ (‘Prawyj Sektor’)
      https://de.wikipedia.org/wiki/Prawyj_Sektor
      https://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-droht-neuer-konflikt-diesmal-an-der-westgrenze-a-1043616.html

      Eine wahre Fundgrube zur Ukraine ist der ASR-Blog vom leider am 22.08.21 verstorbenen Freeman (jetzt mit Nachfolger):
      Themengebiet ‘Ukraine’: http://alles-schallundrauch.blogspot.com/search/label/Ukraine
      -> insbesondere:

      https://tinyurl.com/xfm6surd
      https://tinyurl.com/2jvz6uyx
      https://tinyurl.com/yc8kpn6v
      https://tinyurl.com/255zukct
      https://tinyurl.com/nhm2myrb
      https://tinyurl.com/38t3t63f
      https://tinyurl.com/bdhf2xpp
      https://tinyurl.com/bdp6xa2m
      https://tinyurl.com/4wzk3v2n
      https://tinyurl.com/3sktxfbp ( + https://tinyurl.com/27avhc2v + https://tinyurl.com/2p88mnm5 )
      https://tinyurl.com/yc8efn9d
      https://tinyurl.com/29t65nz4
      https://tinyurl.com/2s48kjan
      https://tinyurl.com/msdh8kpv
      https://tinyurl.com/5emnmuz5
      https://tinyurl.com/2s4z6cxm
      https://tinyurl.com/4p7uenbx

      https://tinyurl.com/3d6v4du5

      (Vielleicht macht ja compact eine Ausnahme wegen der vielen Links – ansonsten vielleicht redaktionell verwertbar)

      • Die Propaganda für die Ukraine ist viele schlimmer, intensiver, unwahrer und gefährlicher. Es gibt keine Helden, nur Wahnsinn.

        • friedenseiche an

          wer "da oben" mitmischt ist keiner vom volk keiner der gutes bewirkt wenn er seine kohle hat

          das ist in jedem land der welt so

          aber dank medien kann man so wunderschön aus einem mörder einen helden machen
          und helden zu kriminellen statuieren

          hoffe diese irren werden bald gaaaaanz friedlich überall auf der welt

    8. Zu lang, zu ,kompliziert, nicht verständlich für Ausländer und vor allem innere Angelegenheiten der Ukraine.

    9. Jetzt sind diese Banditen wieder stubenrein …jeder der schiessen kann ist willkommen …..

    10. Bodhisatta 969 an

      Das sind wenigstens noch Extremisten, die den Namen verdient haben. Nicht wie diese Weicheier in Deutschland, die zu nichts in der Lage sind.

      • Für Gott und Vaterland an

        Klingt Gut. Sind eben Halbasiaten, also auch nur halb so degeneriert wie Europäer.

      • jeder hasst die Antifa an

        Wenn einer hier Räuberpistolen ohne Beweise verbreitet bist du es und das schon immer.deine Märchenstunden kannst höchstens noch im Kindergarten erzählen.

      • Marques del Puerto an

        @Leonidas,

        musste mal deinem Chef zuhören was der 2014 im bunten Tag vertellte….;-)

        Mit besten Grüssen
        Marques del Puerto