Der sogenannte Völkermord an den Herero in Deutsch-Südwest wird den Deutschen aufs Schuldkonto gelegt. Unser Autor war am Ort des Geschehens und unterzieht die Legende im zweiten Teil seines Reiseberichts einer kritischen Prüfung. Weitere Richtigstellungen zur deutschen Kolonialgeschichte bietet neue Geschichtsausgabe „Deutsche Kolonien – Viel besser als ihr Ruf“. Das Heft ist ab Mitte Februar erhältlich, Sie können es aber schon jetzt hier vorbestellen.

    Den ersten Teil dieses Beitrags finden Sie hier.

    Die Wahrheit über Hendrik Witbooi berührt einen wesentlichen Punkt in der Kolonialgeschichte in Deutsch-Südwest (heute Namibia). Nach einer Reihe blutiger Auseinandersetzungen in den frühen 1890er Jahren trat ein Jahrzehnt relativer Ruhe ein. Die wurde Ende 1903 durch Aufbegehren von Angehörigen einiger Nama-Stämme im Süden der Kolonie unterbrochen.

    Nachdem die ohnehin nicht zahlenmäßig große deutsche Schutztruppe in mühseligen Märschen im Aufstandsgebiet zusammengezogen wurde, nutzten die Herero, die in der Mitte der Kolonie in den Savannen lebten die – wie es ihnen schien – Gunst der Stunde und schlugen gegen die Weißen in ihrer Umgebung los.

    Deutsch-Südwest: Der falsche Herero-Held

    So kam es im Januar 1904 zur Ermordung aller Weißen, derer sie habhaft werden konnten: Farmer und ihre Familien, Eisenbahner, Verwaltungsbeamte und einige Polizisten. Ich nehme an, es waren etwas mehr als 120 durchweg unbewaffnete Personen. Die Reaktion kam postwendend, wobei der Ausdruck postwendend vielleicht etwas in die Irre führt. In Wirklichkeit war den deutschen Behörden lediglich sofort, als sich die Nachricht von der Erhebung der Herero zu verbreiten begann, klar, dass dem Morden nur durch eine massive militärische Antwort Paroli geboten werden konnte – jedenfalls dann, wenn man dem eigenen Anspruch als Kolonialmacht gerecht werden wollte.

    Ab Februar 1904 kam es im im Deutschen Reich zur Aufstellung eines kriegsstarken berittenen Infanterie-Regiments aus Freiwilligen aus den Reihen der Armee. Diese Truppen wurden, um einige Artillerie verstärkt, im April und Mai 1904 via Hamburg im Seetransport nach Swakopmund an der Atlantikküste der Kolonie entsandt.

    Von dort ging der Weitertransport durch die Namib-Wüste ins Landesinnere auf der lächerlich kleinen, eingleisigen Schmalspurbahn, die seit einigen wenigen Jahren den Hafenort mit dem Hauptort Windhoek verband. Danach war Landmarsch auf dürftigsten Pisten angesagt, zu Pferd, zu Fuß und auf Ochsenkarren bei mörderischer Hitze weiter ins eigentliche riesig ausgedehnte Aufstandsgebiet.

    Der Kampf gegen die Herero

    Nach einigen Zusammenstößen im Juni und Juli 1904 kam es zur sogenannten Schlacht am Waterberg, wohin sich ein Teil der Aufständischen mit Vieh und all ihrem dürftigen Hab und Gut zurückgezogen hatte. Das Gefecht fand am 11. August 1904 statt. Es handelte sich um einen deutschen Angriff mit dem Versuch, die Herero mit ihnen Herden an Ort und Stelle einzukesseln. Dieser Versuch misslang, weil die Hereros, die am Waterberg gestellt wurden, vermutlich mit Masse in der Nacht auf dem 12. August 1904 nach Osten in Richtung der angrenzenden Wüsten des Sandfeldes entkommen konnten.

    Die Südwestspitze des Waterberg-Massivs, aufgenommen vom Kleinen Waterberg. Die Hereros hatten sich mit ihren Herden im Buschland am Fuße des Berg-Zuges, vom Betrachter aus rechts, versammelt. Foto: Helmut Roewer / privat

    Ich habe mir das Gelände, in dem sich die Rest-Herero versammelt hatten, an Ort und Stelle angesehen. Der Waterberg ist in der rauen Wirklichkeit ein steil aus der Savanne aufragendes lang gestrecktes Gebirgsmassiv, an dessen verbuschtem Fuße Wasserlöcher vorhanden sind. Diese sind die unerlässliche Grundlage für das Leben und Überleben der Nomaden und ihrer Herden.

    Das Gelände der Hochebene am Fuß des Gebirges ist mit Dornen und dichtem Buschwerk bewachsen. Es ist bis auf ein paar Fuß- und Wagenpfade nahezu undurchdringlich. Diese Unwegsamkeit machte es dem deutschen Angreifer faktisch unmöglich, einen dichten Ring um die im Prinzip umstellten Herero zu schließen und veranlasste diese, in richtiger Erkenntnis ihrer militärischen Unterlegenheit, einem Entscheidungskampf durch Flucht auszuweichen.

    Geplanter Massenmord?

    Was sodann mit ihnen geschah, ist umstritten. Dass die Masse der Herero bei ihrer Flucht durch Verdursten ums Leben kam, ist oft erzählt worden, aber wenig wahrscheinlich, denn bald nach den Ereignissen waren bemerkbare Teile von ihnen in Deutsch-Südwest wieder aufgetaucht, wo sie sich durch Viehdiebstähle neue Herden zu beschaffen suchten.

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    Es ist zudem umstritten, ob und wie sie sich bei ihrem zwischenzeitlichen Asyl im östlich angrenzenden Britisch Betschuana-Land und ihrer anschließenden Rückwanderung nach Südwest britischer Hilfe erfreuen konnten. Klar ist lediglich, dass die Briten anderthalb Jahrzehnte später, im August 1918, kurz vor dem Ende des Ersten Weltkriegs, zu Propagandazwecken ein Blaubuch herausgaben, in welchem sie die Deutschen der unglaublichsten Kolonialgräuel und des Völkermords an den Herero bezichtigten („Report on the Natives in South-West Africa and Their Treatment by Germany“).

    Die Schrift diente als Begründung dafür, dass man den sadistischen Deutschen den Kolonialbesitz entziehen müsse, was dann auch geschah. Das Blaubuch wurde in den 1920er Jahren von der britischen Regierung wieder zurückgezogen. Dennoch fühlen sich sogenannte moderne deutsche Historiker heutzutage nicht daran gehindert, es immer noch für bare Münze zu nehmen und mit seiner Hilfe den deutschen Völkermord an den Herero zu zelebrieren. Hierbei verstiegen sich einige Enthusiasten zu der unfreiwillig komischen Behauptung, es habe sich hier um den ersten Völkermord in der Geschichte der Menschheit gehandelt.

    Guerillakrieg in Afrika

    Eine abschließende Bemerkung zum Mann auf dem Geldschein (siehe oben): Hendrik Witbooi glaubte im August 1904, als die Deutschen mit der Bekämpfung und Verfolgung der Herero beschäftigt waren, dass seine Zeit zum Seitenwechsel und zur Errichtung eines Nama-Reichs unter seiner Führung gekommen sei. Er erklärte dem Deutschen Reich den Krieg und eröffnete einen Kleinkrieg in den südwestlichen Gefilden der Kolonie, der als Krieg gegen die Hottentotten in die deutschen Kolonial-Geschichtstabellen eingegangen ist.

    Angehörige des Stammes der Damara: Im heutigen Namibia stellen sie etwa acht Prozent der Bevölkerung. Foto: Rüdiger Wenzel, CC BY-SA 3.0 DE, Wikimedia Commons

    Dieser Guerillakrieg dauerte bis 1906. Er belehrte das preußisch-deutsche Militär-Establishment darüber, das es nahezu aussichtslos ist, gegen einen entschlossenen, geschickt geführten Gegner erfolgreich vorzugehen, der extreme Klima- und Geländeverhältnisse in einem nahezu menschenleeren Raum zu ertragen und für sich auszunutzen weiß. Das militärische Vorgehen gegen die Hottentotten kam erst ans Ende, als diese selber den koordinierten Kampf im Banden- und Guerillakrieg aufgaben. Anlass war der Tod ihres unbestrittenen Führers, des Kapteins (Häuptlings) Hendrik Witbooi.

    Er wurde, als er sich am 29. Oktober 1905 an einem Überfall auf deutsche Nachschubfuhrwerke beteiligte, durch eine Gewehrkugel in den Oberschenkel getroffen und ist wenige Stunden später durch Verblutung verstorben. Sein Sohn, als der alsbald gewählte Nachfolger, war nicht in der Lage, die einigende Kraft des Vaters aufzubringen, und so sind die Aktionen in Einzelakte zersplittert und hörten in den folgenden Wochen schließlich ganz auf.

    Müssen wir auch für unsere ehemaligen Kolonien blechen? Nein! Warum wir uns für unser koloniales Erbe nicht zu schämen brauchen, sondern mit Stolz darauf blicken können, verdeutlichen wir in in COMPACT-Geschichte Nr. 18: „Deutsche Kolonien – Viel besser als ihr Ruf“. Der opulent illustrierte Prachtband, der antideutschen Lügen die historische Wahrheit entgegensetzt, erscheint Mitte Februar. Sie können ihn aber schon jetzt HIER BESTELLEN.

    4 Kommentare

    1. Ein Völkermord war die britische Kolonialisierung Südafrikas um das Jahr 1900, wobei mehrere zehntausend Buren in britischen Konzentrationslagern den Tod fanden. Die Buren und ihre niederländischen Vorfahren hatten das zuvor fast unbesiedelte Südafrika landwirtschaftlich erschlossen und aufgebaut. Motiv der Briten waren Diamantenfunde.

    2. jeder hasst die Antifa am

      Wenn die heutige bunte Wehr dort einmarschiert wäre,dann wäre es ein Kampf zwischen Hereros und Hottentotten gewesen.

      • Wann zahlt Deutschland als Nachfolger Germaniens, Entschädigung an Rom für die getöteten römischen Legionäre in der Varusschlacht ?!

        In der Varusschlacht erlitten in der zweiten Hälfte des Jahres 9 n. Chr. drei römische Legionen samt Hilfstruppen und Tross unter Publius Quinctilius Varus in Germanien eine vernichtende Niederlage gegen ein germanisches Heer unter Führung des Arminius, eines Fürsten der Cherusker. (Quelle: Wikipedia)

      • Otto Baerbock am

        Vermutlich wären die Herero und Hottentotten durch die Bunte Wehr psychologisch so verwirrt worden, daß sie sich anschließend nur noch mit Fragen beschäftigt hätten, welches Geschlecht sie denn derzeit eigentlich hätten …