Wir kennen die Götter- und Heldensagen der Germanen meist nur grob und oberflächlich. Dabei fanden sie im 19. Jahrhundert einen großartigen Nachdichter und Vermittler: den berühmten Dichter Felix Dahn. Sein Großwerk „Germanische Götter- und Heldensagen” (1885) ist jetzt wieder aufgelegt. Prächtig illustriert und zu einem unschlagbar günstigen Preis. Hier mehr erfahren.

    Vielleicht stand Felix Dahns Roman „Ein Kampf um Rom“(1974) auch im Bücherschrank Ihrer Eltern? Bis ins späte zwanzigste Jahrhundert gehörte es hierzulande zu den beliebtesten Werken der Monumentalliteratur, versgleichbar mit Lew Wallaces „Ben Hur“. Fast hundert Jahre nach seiner Entstehung (1969) wurde er mit Weltstars wie Orson Welles aufwändig verfilmt.

    In der Spätantike des 6. Jahrhunderts angesiedelt, handelt der Roman vom Kampf der Ostgoten gegen Ostrom und ihrem Untergang. Der patriotische Dichter Dahn verstand „Ein Kampf um Rom“ als Warnung an das Wilhelminische Deutschland vor Selbstüberschätzung und Niedergang.

    Die finalen Verse „Gebt Raum, ihr Völker, unsrem Schritt. / Wir sind die letzten Goten. / Wir tragen keine Krone mit, / Wir tragen einen Toten“ fanden Eingang in zahlreiche Anthologien. Wer will die Aktualität dieser Verse in Anbetracht vermessener Kriegspolitik bezweifeln?

    Aber den Hochschullehrer Dahn trieb nicht nur die Sorge um das Wohl des gegenwärtigen Deutschlands, sondern auch um dessen historische und kulturelle Erbschaft: die germanischen Götter- und Heldensagen. Schon seine juristische Habilitationsschrift hatte „Studien zur Geschichte der germanischen Gottesurteile“ zum Thema. Damit hatte er sein Lebensthema gefunden. Ihm widmete er regelmäßig historische Abhandlungen, Nacherzählung und sogar Versepen. Dahns Gesamtausgabe umfasst 16 Bände: Ein Kraftakt kultureller Vermittlungsarbeit, deren Popularität sich über mehrere Generationen – bis heute erstreckte.

    Felix und Therese Dahn, Foto: CC0, Wikimedia Commons

    Gemeinsam mit seiner Frau Therese, Nachfahrin der Dichterin Anette von Droste-Hülshoff, die in Breslau einen literarischen Salon betrieb, bietet Felix Dahn im vorliegenden Band „Germanische Götter- und Heldensagen“ einen umfassenden Einblick in die germanische und nordische Sagenwelt. Im ersten Teil „Göttersagen“ werden die Grundanschauungen der Götterwelt sowie einzelne Götter wie Odin, Thor und Loki vorgestellt. Anschließend präsentiert Therese Dahn die bekanntesten Heldensagen, von den Wölsungen über Beowulf bis zu den Nibelungen.

    Die Mischform aus Dichtung und Reflexion überwindet alle Klischees und Vereinfachungen, lässt wenig bekannte Seiten der Überlieferung sprechen: Wissen Sie beispielsweise, wofür der mächtige Gott Odin stand? Die Dahns klären in „Germanische Götter- und Heldensagen“ auf:

    „Wotan, der Gott des Lufthauchs, ist also auch der Gott des Geisteshauchs; und zwar des Geistes in seinem geheinisvollen Grübeln, in seiner tiefsten Versenkung in den Rätselrunen des eigenen Wesens, der Welt und des Schicksals. Wer der Natur ihre Geschichte, ihre Rätsel abfragen, wer die Urspünge und die Ausgänge aller Dinge erkunden, wer Gott und die Welt im tiefsten Wesenskern erforschen, d.h. wer philosophieren will, der tut wie Odin; Odin der ,grübelnde Ase’, wie ihn bezeichnend die Edda nennt. Ahnungsvoll hat der deutsche Geist den ihm eignen philosophischen Sinn und Drang (…) seinen faustischen Zug, in das Bild seines obersten Gottes gelegt.“

    Odin als Gott der Dichter und Denker. Felix und Therese Dahn zeigen, dass die germanische Mythologie an Tiefe, Weisheit und Vieldeutigkeit der griechisch-römischen keineswegs nachsteht.  Auch Hollywood entdeckt das epische Potenzial nordischer Geschichte(n). Das beweisen Serien wie „Vikings” oder Blockbuster wie „The Northman”. Wir sollten sie wirklich wieder lesen. Beginnen wir doch mit dem Meisterwerk von Felix und Therese Dahn.

    Felix und Therese Dahn: „Germanische Götter- und Heldensagen“: Vollständige Ausgabe – mit Illustrationen von Johannes Gehrts. Ein Schmuckband zu einem unschlagbar günstigen Preis. Hier bestellen

    18 Kommentare

    1. Bücher mit üblem Inhalt zu verbrennen, um sich so symbolisch vom Üblen zu distanzieren , ist völlig legitim. Ein alter Brauch der Kirche
      GOTTES , die niemals geirrt hat, wurde schon gegen die Irrlehren der Katharer angewandt .

    2. Friedenseiche am

      Selbst Afroamerikaner verehren wutan/Wotan
      Kein Wunder
      Gutes wird von Guten verehrt egal ob schwarz weiss rot oder so

      Schade dass die guten Menschen der Welt nicht alle von höheren Wesen auf einen schönen Planeten gerettet werden bevor Melnik und co vollkommen ausrasten

    3. Götter braucht keiner, aber klare Worte!

      Unser Steuergeld geht in die Ukraine und mit ihm wächst die Gefahr das dieser Krieg eskaliert.

      Was für eine Agenda reitet unsere Politik, was für ungelernte Lobbykasper und Idioten sind da tätig?

      Das sind die Fragen, da braucht einer die Geschichte und auch keine Fabeln mehr.

      Das musste sein, wir brauchen Messerscharfe Kritik und keine Fabeln der Geschichte.

    4. Ich persönlich bin ein Fan von Occams Razor.

      Und das hier scheint mir zB ziemlich komplex zu sein:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Nordische_Mythologie

      Und Zeus, aus einer anderen Mythologie, stand wohl sogar unter dem Pantoffel seiner 3 Töchter.

      ?

    5. jeder hasst die Antifa am

      Jaja die alten Germanen waren noch ein Wehrhaftes Volk vergenderte Weichlinge wurden damals nicht geduldet,dort musste jeder seinen Mann stehen,natürliche Auslese.

    6. Danke, Compact! Wir Deutschen, wie auch andere Europäer, haben unsere eigenen Göttinnen und Götter und brauchen keinen entfremdenden Kultimport aus dem Orient. Die Griechen haben Hera und Zeus, die Römer Jupiter und Juno, wir haben als Germanen und Kelten die Edda; in Russland gibt es einen Veles (Volos). Alle diese Gottheiten (neuzeitlich gesagt: die mit ihren Urbildern eröffneten primären Denkstrukturen) bewirkten und bewirken Gesundheit und Überlegenheit.

    7. Jawoll xxx !!!
      Genau erkannt, das waren Helden ! Man stelle sich vor die Amis hätten
      jemals soetwas in ihren Reihen gehabt, gab’s aber nicht, so mußte man
      einen Rambo erfinden …
      Man stelle sich vor, die Amis hätten im Jahre 9 nach Christus die Römer
      besiegt, wir hätten uns vor Heldenfilmen aus Hollywood nicht retten
      können, so aber gibt’s nicht einen welcher dies wahnsinnige bedeutende
      geschichtliche Ereignis nur einmal in einem Film wiederspiegeln würde.
      Das deutsche Heldentum zu verehren geht ja nun gar nicht !

      • Weder Amis, Russen noch Engländer hatten auch nur im Entferntesten solche Helden, wie Deutschland.

        • Genauso ist es und heute schmücken diese Bombenterroristen, Vergewaltiger und Mörder mit den Insignien und Ruhm unserer Helden.

        • Wernherr von Holtenstein am

          @ Reinhard

          Naaa, jaa …

          Die Germanen sind nicht nur der Deutschen Helden.

          Jede Menge Amerikaner haben englische, deutsche und skandinavische Wurzeln. Die Angelsachsen sind/waren ja wohl auch Germanen. Die auf die Insel nachdrängenden Normannen auch. Und die in der heutigen Ukraine gegründete Kiewer Rus war ebenfalls ein Werk von Germanen. Das Faß mit den "Slawen" will ich heute mal nicht aufmachen, es würde zu weit führen. Aber irgendwo müssen diese ganzen Rugier, Wandalen und Goten ja geblieben sein. Jedenfalls jene, die zuhause blieben. Lesen Sie dazu bspw. mal den "Schröcke".

      • Heinrich von Kleist und Christian Dietrich Grabbe haben Dramen zur Hermannschlacht im Jahre 9 gängiger Zeitrechnung verfasst.
        https://www.projekt-gutenberg.org/kleist/hermschl/hermschl.html
        https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/content/pageview/590847

      • Im Jahr 9 gab es weder Amis noch Deutsche. DU möchtest, daß deutsches Heldentum von 4 Jahren Russlandfeldzug verehrt wird ? Nur zu , bin dabei.

      • Ach was alte Galoschen und Erzählungen, die Helden von heute sieht man nicht!
        Wir brauchen keinen Siegfried und kein wallawalla, wir brauchen Wahrheit und Wirklichkeit, damit die Menschen aufwachen aus ihren Träumen!

    8. weiter so, compact. jetzt noch eine Serie über unsere Kriegshelden: Rudel, Marseille, Knispel, Wittmann, Skorzeny usw.