Wissenschaftler, die auch nur einen Millimeter vom offiziellen Corona-Kurs abweichen, riskieren Kopf, Kragen und Reputation. Dies droht jetzt auch einem selbstdenkenden Epidemiologen.

    Es folgen Auszüge aus dem Artikel “Der bessere Drosten”, den Sie im COMPACT 08/2022 „Habeck, der Kaltmacher“ vollständig lesen können. Hier Infos und Bestellung.

    Mäßigung und Unaufgeregtheit sind Begrifflichkeiten, die im politischen Berlin mittlerweile gefürchtet sind. Das Sagen haben Panikmacher. Für immer neue Schauergeschichten werden Einflüsterer und Einpeitscher benötigt, nicht Besonnene und Normalisierer. Ob Corona, Affenpocken, Klima oder Russland: Auf allen Ebenen wird Regierungspropaganda abgenickt oder vorangetrieben – von Söder bis Gysi, von Jauch bis Hirschhausen, von Grönemeyer bis Roland Kaiser, von der DFB-Spitze bis zum Vorstand des Dorfvereins. In diesem eintönigen Sumpf wirken kühle Köpfe kontrastreich.

    Der Epidemiologe war für die WHO und den Pharmariesen Novartis tätig.

    Und so kommt eben auch dem namhaften Epidemiologen Klaus Stöhr in düsteren Tagen besondere Bedeutung zu. Er ist die personifizierte zweite Meinung, die sich wohl jeder Betroffene vor einschneidenden Entscheidungen einzuholen wünscht, besonders in einer Zeit, in der bereits ins gesellschaftliche Abseits gestoßen wird, wer die Tagesschau kritisch zu hinterfragen wagt.

    Stöhr stört

    Dass Stöhr nicht im Abseits steht, hatte vor einigen Wochen der Umstand verdeutlicht, dass er es war, der im Sachverständigenrat der Bundesregierung zur Bewertung der Corona-Lage mitwirken und dort den penetranten Angstmacher Christian Drosten ablösen konnte. Merkels Hofvirologe war im Mai nach seiner Kritik an der Zusammensetzung des Rates und an den zeitlich engen Vorgaben, die dem Gremium auferlegt waren, zurückgetreten. Dass ausgerechnet Stöhr nachrückte, sorgte im Bundesgesundheitsministerium nicht gerade für Begeisterung.

    Dauerbeschallung: Der ständige Coronaterror erinnert stark an George Orwells «1984».
    Foto: IMAGO/Sven Simon

    Und der Professor lieferte prompt. Er soll binnen weniger Tage noch gewichtigen Einfluss auf den mittlerweile vorgelegten Evaluationsbericht des 18-köpfigen Expertengremiums genommen und die zunächst vorgesehene Fassung als zu unkritisch beanstandet und verhindert haben. So finden sich in dem Dokument nun doch zahlreiche skeptische Anmerkungen zu untauglichen Corona-Maßnahmen. Dennoch kommt der Bericht insgesamt eher brav und bieder daher. Das verwundert auch nicht wirklich, hält man sich vor Augen, dass etwa Christoph M. Schmidt vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung dem Evaluierungsrat angehört. Der hatte auch maßgeblich bei der Corona-Taskforce des Bundesinnenministeriums mitgewirkt und dort Leitfäden zur Frage entwickelt, «wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen».

    Noch immer werden Schüler dazu angehalten, in der Schule eine Maske zu tragen. Im Herbst könnte das wieder zur Pflicht werden. Foto: Halfpoint/Shutterstock

     

    Lauterbach pöbelt

    (…)

    In COMPACT-Aktuell «Corona-Lügen» entlarven wir Lauterbach und andere. Erhältlich auf compact-shop.de Foto: COMPACT

    Der Wissenschaftler ist keinem gesundheitspolitischen Lager zuzuordnen. Er glaubt an die Wirksamkeit der Corona-Impfung, lehnt einen Impfzwang aber ab. Er stellt die 3G- und 2G-Regeln infrage, befürwortet jedoch eine Testpflicht. Kann man ihm also trauen?

    Eindeutig für ihn spricht die geradezu bösartige Kritik, die Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach unlängst über ihn ausgoss. Der SPD-Politiker hatte im Rahmen einer schmierigen ARD-Dokumentation über seine Person massiv gegen den Nachfolger des Charité-Wuschelkopfes gegiftet. Die Sendung mit dem Titel Konfrontation kam Ende März zur Ausstrahlung. Lauterbach behauptet in der Doku, dass in der Wissenschaft niemand auf die Idee käme, Stöhr als einen Top-Virologen zu bezeichnen und ihn mit Drosten zu vergleichen:

    «Natürlich ist es so, dass der FC St. Pauli und Bayern München beides Fußballmannschaften sind. Aber man würde doch den Unterschied erkennen können. So ist es auch in der Wissenschaft.»

    Den Gesundheitsminister dürfte besonders erzürnt haben, dass sich Stöhr in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder gegen Lockdowns und ebenso unsinnige wie unrealistische Inzidenz-Ziele ausgesprochen hatte. Außerdem betonte er wiederholt, dass die Krankenhäuser eben nicht überlastet seien und warnte vor Schulschließungen. Zuletzt war er dem entrückten Lauterbach noch in Sachen Affenpocken in die Parade gefahren.  (…)

    «Ein Arzt, der so etwas sagt, sollte keine Approbation haben.» Stöhr über Lauterbach

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    Protestplakat zeigt Christian Drosten in Sträflingskleidung. Foto: Jaz_Online/Shutterstock

    Stöhr vertritt die Auffassung, dass Maskentragen in Bussen und Bahnen nicht nötig sei. Es werde sich irgendwann jeder infizieren, da es «nicht möglich ist, sich vor dem Virus zu verstecken». In mehreren Interviews verwies er diesbezüglich auf die entspannte Lage in den Krankenhäusern. Gegenüber Ippen Media führte er Ende Juni aus: «Ob Maßnahmen ergriffen werden, hängt von der Hospitalisierungsinzidenz ab. Dort bewegt sich überall nur sehr wenig. Warum also Maßnahmen verschärfen oder ändern?» Er befürchte, dass die Politik am Ende wieder «steigende Meldeinzidenzen als Grund für Kontaktbeschränkungen» verwenden werde. «Im schlimmsten Fall wird dann wieder über Lockdowns debattiert.» Es dürfe nicht abermals dazu kommen, diese auf Grundlage nicht aussagekräftiger Inzidenzwerte zu verhängen. Auch in diesem Zusammenhang mahnt er zur Mäßigung: «Dass im Winter Atemwegserkrankungen zunehmen, mit steigender Belastung auf den Intensivstationen, ist nicht erst seit 2020 so. Ende der Auszüge

    Dieser Artikel erschien vollständig im COMPACT-Magazin 08/2022. Diese Ausgabe können Sie in digitaler oder gedruckter Form hier bestellen.

    13 Kommentare

    1. HERBERT W. an

      Es wäre illusorisch, auf einen Hofvirologen zu hoffen, der voll und ganz Querdenker-Positionen vertritt. Immerhin hat Stöhr sich klar genug gegen Lockdown und Maskenzwang positioniert. Und auch der Pieks soll freiwillig sein und bleiben. Wer hier mehr erhofft, ist ein Phantast.

      Hatte kürzlich 2 Briefe mit dem Aufdruck "IMPFEN HILFT!" im Kasten gefunden. Der erste Gedanke war: Das kannste gleich in die Tonne hauen! Aber der zweite – wir warteten auf unsere Rentenbescheide. Bingo!

      Karl Klabauterbach hat für den Herbst neue und wirksamere Impfstoffe in Aussicht gestellt. Und eine Woche vor Silvester kommt der Weihnachtsmann – ganz bestimmt! Allerdings ohne den Zwarten Piet. Der taucht nur hier im Forum auf…

      Gutes Nächtle!

    2. Er empfiehlt die Impfung? Aber nur für andere.
      Ungeimpft zu bleiben ist ja auch eine Voraussetzung für so’n stresseigen Job
      Nun, der Stab ist schon lange gebrochen. Freiwillig Geimpfte haben es so gewollt. Das macht uns traurig, aber man das hinnehmen.

    3. Wer gegen das Wahrheitsministerium verstößt muss Weg .
      Willkommen im besten Deutschland aller Zeiten.

    4. Quere Volkshelden an

      Zur Klarstellung. Stöhr ist absoluter Impfbeführworter. Er sieht lediglich die Gefahr einer Impfmüdigkeit durch zu viel "Peitsche", dass sich dadurch im Hebst ggf. zu wenige impfen lassen könnten, bzw. die Impfwirkung im Herbst/Winter bereits verpufft ist.

      So helle seid ihr doch wohl, um so was einfaches zu kapieren?

    5. So stimmt's! an

      wenn jemand beigetragen hat, dass die drostens, lauterbachs und wiehlers fetten segelwind hatten, dann doch wohl die ganzen aluhüte, panikmacher und hysteriker. den schuh will sich allerdings keiner von denen anziehen. im gegenteil, die glauben auch noch sie hätten etwas positives bewirkt. nee, habt ihr nicht. trotz euch ging’s nochmal gut!!! beim nächsten mal etwas zurückhaltung und die klügeren nach vorne lassen.

    6. Witzig! Gilt sicher für beide Fraktionen, oder?
      "Mäßigung und Unaufgeregtheit sind Begrifflichkeiten, die im politischen Berlin mittlerweile gefürchtet sind. Das Sagen haben Panikmacher."

      Wer sich impfen lassen will darf das gerne tun! Da hat man niemandem reinzureden, oder "Kluge Ratschläge" zu erteilen. Die "Impffreiheit" beinhaltet auch dies Möglichkeit, jeder wie er mag! Läuft ja schließlich auch niemand durch die Gegend und verprügelt Grünwähler, oder?

      PS
      Herr Stör rät von einer vierten Corona-Impfung vor dem Herbst ab und stellt sich damit gegen die ECDC und Karl Lauterbach.
      Stöhr hält das in der jetzigen Situation für übertrieben: „Wenn es im Herbst wirklich notwendig ist, hört keiner mehr hin.“

      Im Klartex: Stör empfiehlt Booster-Impfung erst im Herbst!… bumbang

      • @Joker: Witzig, jetzt wo das Corona-Narrativ bröckelt, spielen die Impf-Freaks die Toleranten, betonen die Freiwilligkeit der Impfentscheidung. Es ist noch keine paar Wochen her, das haben Leute wie Sie die Impfpflicht gefordert oder ihr zugestimmt. Leute, die jetzt vor Hashtags wie #ichhabemitgemacht und #ichhabeausgegrenzt zittern.

        • Lang lebe die Lüge! an

          COMPACT: Glauben Sie eigentlich selber an den Unsinn, den Sie da schreiben? Hier gibt es unter jedem Artikel auch kritische Kommentare. Aber wenn ein Kommentator ausschließlich (!) kontra schreibt, oder wenn er im Artikel nichts findet, beliebig jeden anderen Kommentator anpöbelt und das Forum quantitativ mit seinem Spam überschwemmt, dann dünnen wir das aus. Alles andere wäre Masochismus. Zeigen Sie ein Forum, wo das anders läuft. Wir haben sogar von dem Köm-Kommentator heute trotzdem noch genug freigeschaltet. Prüfen Sie das doch nach. Und dass ein Troll, dessen Spam-Flut wir eindämmen, sich dann als Märtyrer einer angsterzeugenden Wahrheit glaubt, gehört bei solchen Leuten dazu. Wenn’s ihnen hilft…

        • Macht euch ehrlich an

          jaja, ihr habt die macht ihr habt immer recht und das letzte wort sowieso.

          als ob ICH hier jemanden über gebühr anpöbeln würde (max als retoure). eure compactsoldaten vergreifen sich hier permanent im ton, niemand sonst und allen gegenüber, drohungen, besuchs- und todeswünschen und noch einiges mehr. offensichtlich alle prima aufgehetzt.

        • Angst machen Kasse voll an

          Die Wahrheit hat nur Compact gepachtet. Angsterzeugung ist genau euer Geschäft. Seit 2015 gehts finanziell mächtig bergauf bei allen "Alternativen". Ihr braucht das Negative wie die Luft zum atmen, mit Rosamunde Pilcher ist keinen Kohle zu machen.
          Angst vor Überfremdung
          Angst vor NWO
          Angst vorm Impftod
          Angst vorm Atomtod
          Angst, Panik, Angst, genau das ist euer Geschäftsmodel.

          Ist übrigens ok, nur werft es nicht heuchlerisch anderen vor. Ihr selber seid das Negative in Persona und unterbindet lediglich das Licht. Oder wann genau habt ihr zuletzt etwas positives berichtet, oder zumindest halbwegs neutral?

    7. Friedenseiche an

      Er glaubt an die Wirksamkeit der Corona-Impfung"
      Jo, ab da hab ich aufgehört weiterzulesen!

      Ein kläglich versuch das hamsterrad am drehen zu halten,der kann wech!