Das Coronavirus als Spiegel des (Massen-)Menschen (2. Teil)

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Wie erklärt es sich, dass die Massen während der vergangenen Wochen nicht nur Einschränkungen ihrer Freiheitsrechte akzeptierten, sondern den Machthabern und ihren Hofvirologen dafür noch applaudierten? In der Kognitionspsychologie finden sich Antworten.  Gestern erschien der erste Teil dieses Artikel.  Hier nun die Fortsetzung.  

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_von Stefan Barme

„Sollte jemand anderes skeptisch bleiben und Fragen stellen oder gar versuchen, die Behauptung zu widerlegen, empfindet der Pseudoskeptiker das als emotionalen Angriff. Er wird die skeptische Gegenbehauptung von vorneherein ablehnen, da er eines nicht will: zweifeln. Er will Sicherheit und ewige Wahrheiten. Seine Ablehnung einer echten skeptischen Grundhaltung und die Weigerung, sich mit Gegenargumenten auseinanderzusetzen, führt dazu, dass er seinem Gegenüber in Diskussionen häufig mit Sprüchen begegnet wie: ʻWie kannst du es wagen, das anzuzweifeln?ʼ […] Heutzutage ist eine ihrer absoluten Lieblingswaffen das Wort ʻVerschwörungstheoretikerʼ geworden. Es beinhaltet den Vorwurf, man lehne die Konsensmeinung ab, weil man lieber an eine hanebüchene böswillige Agenda von Schattenmännern glauben möchte. Es diskreditiert den Beschuldigten […], ohne dass man sich näher mit seiner Position beschäftigen müsste […] und es bedarf keiner Beweise […] Pseudoskeptiker glauben, allein das Aussprechen dieses Wortes zerstöre die Position des Gegenübers. ʻMir gefällt nicht, was du sagst, also bist du ein Verschwörungstheoretikerʼ“ (Raphael Haumann).

Diese emotional-dogmatische Mentaldisposition des Pseudoskeptikers stimmt weitgehend mit zentralen Merkmalen überein, die auch die psychologische Masse kennzeichnen und uns in der gegenwärtigen Corona-Krise begegnen. Wie der bereits erwähnte französische Universalgelehrte Gustave Le Bon betonte, können „Tausende von getrennten einzelnen […] im gegebenen Augenblick unter dem Einfluss gewisser heftiger Gemütsbewegungen, etwa eines großen nationalen Ereignisses, die Kennzeichen einer psychologischen Masse annehmen“, das heißt sie verschmelzen zu einer einheitlichen Massenseele, die „ein einziges Wesen“ bildet. Diese psychologische Masse beziehungsweise Gemeinschaftsseele ist nach Le Bon vor allem durch die „Unfähigkeit zum logischen Denken“ sowie einen „Mangel an Urteil und kritischem Geist“ gekennzeichnet. Zu den Hauptmerkmalen des Einzelnen in einer solchen Masse zählen insbesondere die Auflösung der bewussten Persönlichkeit, die Orientierung der „Gefühle und Gedanken aller […] nach derselben Richtung“ und die „Neigung zur unverzüglichen Verwirklichung der eingeflößten Ideen“.

Der Pseudoskeptizismus und die genannten Charakteristika der psychologischen Masse erklären auch das mit viel Aggressivität, Hybris und Menschenverachtung einhergehende „Verschwörungstheorie-Syndrom“, das weite Teile der Bevölkerung und die Massenmedien in der Corona-Krise befallen hat. Wenn sich in einem solchen durch Massenhysterie geprägten Kontext ein Experte mit einer abweichenden oder gar mit einer der Staatsdoktrin explizit widersprechenden Meinung zu Wort meldet, so wird er erbarmungslos diffamiert, insbesondere wird ihm mittels der Zuschreibung „Verschwörungstheoretiker“ Seriosität beziehungsweise mitunter sogar die geistige Gesundheit abgesprochen. Das Mundtotmachen des Unruhestifters ist das Ziel der Herde, die unbedingt verhindern will, dass jemand den Hirten (den fürsorglichen Staat) davon abhält, sie vor dem teuflischen Virus zu beschützen oder ihn auch nur dazu veranlasst, sein Handeln zu überdenken. (Artikel unter dem Werbebanner weiterlesen)

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Aber: Wie die Beispiele Schweden, Südkorea und Taiwan zeigen, repräsentiert dieses Agieren der Masse keineswegs einen Automatismus, der allein schon durch das Auftreten eines vermeintlich todbringen Virus ausgelöst wird, nein, erst das gezielte Schüren von Panik durch das sich aus Politik, Massenmedien und Experten zusammensetzende Phobokratie-Kartell erzeugt innerhalb der Bevölkerung eine sich auf Angst vor dem Tod beziehungsweise vor einer schweren Krankheit gründende Verbalexekutionsmentalität. Dass die „Verschwörungstheoretiker“, vor allem jetzt, da sie in großer Zahl auf Demonstrationen ihre Meinung zu den Corona-Maßnahmen zum Ausdruck bringen, mit Rechtspopulisten, mit Nazis gleichgesetzt werden, kann nicht überraschen, vielmehr liegt ein lupenreiner aristotelischer Syllogismus vor: Obersatz: Alle Menschen, die eine andere Meinung als der Mainstream vertreten, sind Nazis. Untersatz: „Verschwörungstheoretiker“ vertreten eine andere Auffassung als der Mainstream. Konklusion: „Verschwörungstheoretiker“ sind Nazis.

Die allzu willfährige Aufgabe unserer Freiheit, das eilfertige, streberhafte Befolgen von Verordnungen diktatorischen Zuschnitts und die (teils enorme) Aggressivität gegenüber Abweichlern (einschließlich eines erneut aufblühenden Denunziantentums) bezeugen eine grundstürzende Modifikation der psychologischen Konstitution der Bevölkerung, die inzwischen mit Zwangs-Mundschutzmasken uniformiert, das heißt ohne Gesicht, ohne frei atmen und ohne sich deutlich artikulieren zu können, ihren Alltag zu bewältigen hat.

Solche „Kollektivierungsprozesse“ und Unterwerfungsgesten repräsentieren freilich ein unabdingbares Etappenziel für jeden politisch-ökonomischen Machtkomplex, dem als Idealbild eine möglichst weitgehend entindividualisierte und willenlose, möglichst vollständig überwachte und möglichst leicht steuerbare globale Herde von Untertanen und Konsumenten vorschwebt. „Die totalitäre, das heißt ʻkommunistischeʼ oder ʻfaschistischeʼ Ordnung sollte dadurch gebildet werden, dass die Massen-Atome direkt und intentional auf einen bestimmten Gemeinschaftszweck ausgerichtet wurden […] Also gingen sie [die Denker des Totalitarismus; St. B.]daran, große Menschenmassen an normative Leinen zu legen; auf Emanzipation drängenden Hedonisten neue Tugenden zu oktroyieren; Disziplin, Einsatz und Opfer für ein Ganzes zu fordern, das den Charakter eines schimärischen Projekts annehmen musste“. (Rolf-Peter Sieferle)

Der spanische Philosoph George Santayana schrieb: „Der demokratische Urinstinkt geht davon aus, dass alle Mitglieder eines Gemeinwesens, wenn sie das politische Tagesgeschäft nicht wachsam beobachten und sich nicht immer wieder dazu äußern, recht bald erkennen werden, dass sie ignoriert und versklavt wurden.“

Dr. phil. habil. Stefan Barme wurde 1966 in Trier geboren; Promotion (mit summa cum laude) und Habilitation in Romanischer Sprachwissenschaft an den Universitäten Mainz und Trier (zudem: Diplom-Übersetzer); mehrjährige Tätigkeit als Dozent an verschiedenen deutschen Hochschulen; einjährige Gastprofessur an der Universität Wien; seit 2013 freiberuflicher Übersetzer und Autor; mehrere Buchpublikationen sowie Veröffentlichungen in Tumult, Junge Freiheit, Cato, The European, Tichys Einblick und eigentümlich frei.

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18 Kommentare

  1. Avatar

    Die alten Ägybter haben vor 4000 Jahren damit angefangen und die Leute in Panik vor den Tod versetzt indem sie das "nächste Leben" recht unschön darstellten, vor allem, wenn man den Obrigkeiten nicht zu Willen war und freiwillig singend Monumentalbauten aufstellte. Das war wohl zu dem Zeitpunkt als sich kaum einer mehr an frühere Existenzen erinnerte, sodaß man es nicht nachprüfen konnte.
    Die späteren monotheistischen (duldet keine Andere und möchte die Einzige auf dem Planeten sein) Religionen bauten dies System weiter aus. Durch Predigten wurde den Leuten stets das Gleiche eingetrichtert, man mußte Gebete nachsprechen (Selbsthypnose) und dabei auch Unterwerfungsgesten (knieen, auf dem Gebetsteppich niederwerfen) machen, sodaß sich das auch noch besser einprägte. Woimmer Christentum oder Islam die Macht übernahmen wurde die verhandene Wissenschaftsszene abgewürgt; denn daß einer durch Nachdenken die "Heilsreligion" in Zweifel zieht, war nicht erwünscht und durch "Religionswissenschaft" ersetzt!
    Wie gut das funktioniert hat, hat man z.B. an den Aufrufen zum Kreuzzug gesehen und später zu Kriegen, um den Eingeborenen erst die "wahre" Religion und dann die westlich Zivilisation beizubringen!
    Man muß den Massen nur auch noch eintrichtern, daß die Absichten "gut" sind, dann sind sie zu allen Schandtaten bereit.

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      2. Das alles hat mit der Drohung mit dem Tod und den Strafen sowie Unannehmlichkeiten im Jenseits begonnen, also etwas, das man nicht nachprüfen konnte, und die Leute damit erpreßt. In der Jungsteinzeit gab es offensichtlich (noch) keine Massen .
      Die Beschäftigung mit der Reinkarnation hat man den Menschen schon recht früh untersagt.
      Um die Coronamaßnahmen durchdrücken zu können, hat man da sehr alten Wein in neue Schläuche getan – und leider hat das – immernoch – funktioniert!

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    DerSchnitter_Maxx am

    Das einzige was widergespiegelt wird … ist eine absolut geistesgestörte, pathologisch-schizophrene, nimmersatte, Geldgeier-Schweinepriester-Politik 😉

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    RechtsLinks am

    Teil 1 war schon gut geschrieben und Teil 2 gefaellt mir noch besser. Was ich ein wenig vermisse ist, dass zu wenig auf das abhanden gekommene logische Denken eingegangen wird. Die Aberziehung des logischen Denkens ist das Fundament des in beiden Teilen Beschriebenen. Vll. kann der Autor dazu noch einen Artikel schreiben. Material und Beispiele gibt es genug. Ansonsten 1a

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      HEINRICH WILHELM am

      So weit gehen würde ich nicht, zu behaupten, dass logisches Denken aberzogen wird. Wir hätten dann wohl kaum noch einen tüchtigen Ingenieur. Aber es wird in gewünschte Richtungen gelenkt. Ein Entweichen aus vermittelten Weltbildern ist schwer, weil die Ausprägung bereits frühzeitig beginnt und umso intensiver betrieben werden kann, je institutionalisierter sie stattfindet.
      Man könnte folgern, dass Demokratien auch Demokraten reproduzieren. Aber gerade diejenigen, welche lange und ohne Unterbrechung, in demokratischen Verhältnissen lebten, sehen diese als selbstverständlich an, sind gelangweilt und sie zu verteidigen, sind sie zu träge. Manche radikalisieren sich. Verantwortung und Pflicht sind Fremdwörter geworden, ansonsten wäre es zu den heutigen Situationen und Tendenzen wohl nicht gekommen. (Irrtum vorbehalten.)

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        HW: gewiß bewegen sich Ingenieure innerhalb einer Logik. Sonst würde des Flugzeug nicht fliegen, die A-Bombe nicht detonieren. Aber nur ein Nicht-Ingenieur wird verstehen,daß sie dabei persönlich nicht denken,ja diee Fächer gerade gewählt haben, weil sie NICHT denken wollen. So wie sie Automaten entwerfen,sind sie selbst Logik-Automaten.

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        RechtsLinks am

        Mit dem Ingenieur hast du ein seltenes Beispiel herausgegriffen HEINRICH. Ich dachte mehr an die Massen der Menschen, die trotz klar erkennbaren Bestandteilen den Betrug nicht erkennen. z.B. Massenzuwanderung, Diesel, Gluehbirnen etc. Bei logischem Denken der Massen und umsetzen in die Praxis, muessten die derzeitigen "Politiker" saemtlich aus Felsbloecken Mosaiksteinchen klopfen. Diejenigen, die zum logischen Denken anhalten stehen auf verlorenem Posten, da sie nicht die Moeglichkeit haben gegen die unlogischen Argumente und Taten anzugehen. Sie werden von den vermeintlichen Inhabern der Logik medial einfach zugeschuettet.
        Merkel, Maas, Meuthen z.B. gehoert im hohen Bogen aus der Politik geschmissen. Logisch oder?
        LG

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      RL, wenn Sie diesem diesem individualistisch-antisozalen Müll 1a geben,dann gehören Sie auch zum System.

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      Gynokratieproblem. Die aus dem Bauch Gesellschaft in Kombination mit dem Fischer seine fru.

      Logik weicht niederen Instinkten wie "unbedingter Überlebenswille". Stockholmsyndrom beschreibt es am besten.

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        RechtsLinks am

        Stimmt. Dabei ist zu beachten, das der Revoluzionaer stets die niederen Instinkte ueberbrueckt, beiseite schiebt und weiterhin der Logik folgt. Manchmal bis hin zum eigenen Tod aber meistens nur bis zu einem hohen koerperlichen Abmagerungsgrad und Luxusverzicht. Ho Chi Minh hat darueber eine tolle Abwandlung geschrieben.

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    Archangela am

    Was wir verloren haben, werden wir erst in ca. 2 Jahren feststellen, wenn trotz Impfstoff die Abstandsregeln, an die sich alle so schnell gewöhnt haben, beibehalten werden.

    Die Menschen wird’s schon freuen, dass sie unmaskiert Abstand halten dürfen, wenn sie denn das Immunitätsbeweisende "C" auf der Stirn tragen.

    Diese nachhaltige Vernichtung etwaiger Solidarisierungsbestrebungen Einzelner wird ihre Nachwirkungen im, sich jetzt etablierenden, neuen Denunziantentum haben und jeglichen Protest aus der Öffentlichkeit verbannen, also im Keim ersticken.

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      Ich kann dich da beruhigen,vielleicht. Nach meinen Feld-Beobachtungen gewöhnen sich die Hansen u. Liesen nicht an Abstandsregeln,sondern sie schlagen sie in den Wind, überall wo nicht jemand mit dem Knüppel für Nachdruck sorgt. 1,5 Meter ist sowieso ein Witz, 1 m Abstand verlange Ich schon aus sozialem Respekt und die weiteren 0,5 m machen den Kohl wohl auch nicht sauer. Klaro, viele, viele leiden z.Z. erheblich, zB. Hurenstecher,die das Bordell geschlossen finden, Mütter, die endlich mal da bleiben müssen wo sie eigentlich immer hingehören, bei den Bälgern daheim ,kneipensüchtige Suffskis,Arbeitssüchtige usw. Und wenn sie sich vormachen, Corona wäre ewig,leiden sie noch mehr.Bedenke Ich`s recht,wäre es fast schade, wenn die Pandemie zu schnell enden würde.

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      deutsches wesen am

      fast.

      geimpfte werden etwas mehr dürfen, verweigerer maskenpflicht auf lebenszeit haben und evtl. auch andere einschränkungen erdulden müssen. jeder sei dem anderen sein blockwart.

      diesmall wird es viel schlimmer als damals!

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    Wer kennt denn heute noch den Namen eines Gustave Le Bon? Selbst die angeblich "Gebildeten" machen um solche Gelehrten einen großen Bogen – Relikte einer vergangenen, vorfeministischen Zeit, in der "alte weiße Männer" noch was zu sagen hatten. Nein, heutzutage zählen nur noch die "Studienergebnisse" konformistischer und ideologisch korrupter "Experten". Oder eben die Verlautbarungen und die Gruselszenarien ausgewählter Götter in Weiß.

    Bezüglich Corona scheinen sich die Geister vor allem darin zu scheiden, für wie gefährlich man das Virus hält. Oder präziser noch: für wie glaubwürdig man die medialen Botschaften hält. Die "Gläubigen" würden dann sehr schnell wieder in den "Normalmodus" schalten, wenn die Massenmedien "Entwarnung" geben würden. Wie sie überhaupt alles tun würden, was man ihnen (über die Münder irgendwelcher "Experten" usw.) nahelegt. Das ist ja die Tragik und die riesengroße Gefahr dieser "vierten Macht" im Staate: praktisch ohne Kontrolle einen neuen Faschismus ins Leben rufen zu können! Jedenfalls so lange, wie es die unsicheren Kantonisten (noch) gibt, die Menschen ohne eigenes Urteilsvermögen und kritischen Verstand.

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      RechtsLinks am

      HiHi MICHAEL. Da hast du m.E. recht. An Gustavs ist heute nur noch ein Gustav Gans bekannt und der ist schon antiquiert.

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