Besuch vom Stuka-Oberst: Hans-Ulrich Rudel und die deutsche Nationalmannschaft

36

Eine Welle der Empörung rollt durch die Politik: Der Blätterwald rauscht, Schlagzeilen über Schlagzeilen – und eine hitzige Kontroverse tobt im Bundestag. Doch Helmut Schön und DFB-Chef Hermann Neuberger bleiben locker. Was war geschehen? Ein Beitrag aus COMPACT-Spezial Nationalsport Fußball. Bis Dienstag, 15. Juni, (24 Uhr) als EM-Geschenk zu JEDER Bestellung in unserem Online-Shop.

Im Juni 1978 besucht der Fliegerheld und höchstdekorierte deutsche Soldat des Zweiten Weltkriegs, Oberst a.D. Hans-Ulrich Rudel, während der WM die Nationalmannschaft in ihrem Quartier in Argentinien. Empfangen wird der legendäre «Adler der Ostfront» in dem Erholungsheim der argentinischen Luftwaffe in Ascochinga von Trainer Schön und anderen Offiziellen. Man tauscht gute Wünsche aus, wobei sich Rudel in Fachsimpeleien als ausgesprochener Sportfachmann erweist. Anschließend geht man herzlich auseinander. Dass sich diese Stippvisite zum «vielleicht größten politischen Skandal der Nachkriegsgeschichte des DFB» (Tagesspiegel) auswachsen würde, konnte zu diesem Zeitpunkt niemand ahnen.

Hans-Ulrich Rudel | Bild: Wikipedia

Hans-Ulrich Rudel (1916–1982) war eine militärische Ausnahmeerscheinung: Nach Einschätzung der Sowjets wog er als einzelner Soldat eine ganze Division auf. Stalin setzte ein Kopfgeld von 100.000 Rubel auf ihn aus, das jedoch nie eingelöst werden konnte. Außerdem war er Lebensretter für ungezählte deutsche Soldaten und Zivilisten. In schier unfassbaren 2.530 Feindflügen machte er 519 sowjetische Panzer, mehrere Kriegsschiffe und hunderte Fahrzeuge unschädlich. Kriegsverbrechen konnte man ihm nie vorwerfen.

Erfolgreiche Sportskanone

Und einem solchen Manne sollte es nicht gestattet sein, der deutschen Fußball-Nationalmannschaft Glück zu wünschen? «Dabei hatte mein Besuch mit Politik überhaupt nichts zu tun und war eine ganz normale Sache. Ich bin, wie allgemein bekannt, sportlich interessiert, und zwar nicht nur passiv», so Rudel später.

Der Stuka-Oberst war bei seinen Einsätzen an der Ostfront mehrfach verwundet worden. Im Februar 1945 wurde ihm der Unterschenkel amputiert. Kurz darauf war er wieder in der Luft – mit blutigem Beinstumpf! Trotz Prothese erbrachte er nach dem Krieg im Tennis, Skifahren, Bergsteigen und als Zehnkämpfer große Leistungen, wurde unter anderem bei den Tiroler Tennismeisterschaften – als einziger Kriegsversehrter unter Gesunden – im Herreneinzel Dritter, konnte bei den Meisterschaften des Westdeutschen Skiverbandes in den 1960er Jahren zahlreiche Siege einfahren und bestieg sogar den 6.739 Meter hohen Llullaillaco an der Grenze zwischen Chile und Argentinien dreimal. Mit dem Land war der Oberst vertraut, denn Staatspräsident Juan Peron hatte ihn als Militärberater engagiert.

Wir kämpfen für die Wahrheit: Seit mehr als 75 Jahren wird den Deutschen mit teils haarsträubenden Falschdarstellungen eine Kollektivschuld eingeredet, die einer Überprüfung der historischen Tatsachen nicht standhält. In COMPACT-Geschichte Nr. 13 Geschichtslügen gegen Deutschland gehen wir falschen Mythen auf den Grund und korrigieren das einseitige Bild: von den angeblich rückständigen Germanen über das säbelrasselnde Preußen, den Ersten und den Zweiten Weltkrieg bis hin zu Reemstmas Wehrmachtsausstellung. Besonders brisant: Die sogenannte Hunnenrede, Katyn, der Englandflug von Rudolf Heß, der Krieg gegen die Sowjetunion. Wenn Sie die Sonderausgabe Geschichtslügen gegen Deutschland bis Dienstag, 15.6 (24 Uhr), bestellen, erhalten Sie Nationalsport Fußball gratis draufzu. Hier bestellen.

Rudel erläuterte nach seinem Nationalmannschaftsbesuch: «Mit Sepp Herberger verband mich jahrzehntelang eine freundschaftliche Beziehung.» Auch mit dessen früherem Assistenten stehe er gut. «Warum soll ich ihn nicht begrüßen?», verteidigte Bundestrainer Schön denn auch den Empfang des früheren Wehrmachtoffiziers in Ascochinga. «Er hat im Krieg Hervorragendes geleistet».

Stukas: In einer solchen Maschine vollbrachte Oberst Rudel seine Glanzleistungen. Foto: Bundesarchiv, Bild 183-J16050, CC-BY-SA,Wikimedia Commons

Auch der damalige DFB-Präsident Hermann Neuberger verstand die Aufregung nicht: «Herr Rudel ist meines Wissens Bundesbürger mit vollen Rechten (…), und ich hoffe doch nicht, dass man ihm seine Kampffliegertätigkeit während des Zweiten Weltkrieges vorwerfen will. Das käme einer Beleidigung aller deutschen Soldaten gleich.» Heute unvorstellbar, doch damals gingen die Uhren noch anders.

Sie wollen mehr über solche Geschichten aus den Glanzzeiten des deutschen Fußballs erfahren? Dann haben wir ein Geschenk für Sie!

COMPACT-Spezial Nationalsport Fußball

COMPACT-Spezial Nationalsport Fußball: bestellen auf compact-shop.de

Holen Sie sich COMPACT-Spezial «Nationalsport Fußball» GRATIS! Über 100 Jahre deutscher Fußballgeschichte auf 84 Seiten als Zugabe zur jeder Bestellung in unserem Online-Shop – vom Aufkleber bis zum Buch. Das Angebot gilt bis Dienstag, 15. Juni, (24 Uhr). Stöbern Sie hier – und sichern Sie sich den Prachtband als Geschenk von COMPACT.

Über den Autor

_ Sven Eggers (*1965) arbeitete von 1986 bis 2019 als Zeitungsredakteur. Der gebürtige Hamburger und Vater von fünf Kindern ist Verfasser mehrerer Bücher über Politik, Zeitgeschichte und Sport. Unter anderem für die COMPACT-Sonderausgaben „Nationalsport Fußball“ und „Geschichtslügen gegen Deutschland“ steuerte er mehrere Aufsätze bei. In COMPACT schreibt er vor allem über Sport-Themen.

36 Kommentare

  1. Zwar nicht nur, aber eben besonders auch angesichts solcher Leute wie Rudel … überkommt mich … bei Sichtung der – schier hoffnungslosen – Gegenwart … eine schmerzhafte Gefühlsmischung aus Ekel … und Scham… :cry: :cry:

  2. Deutsche Helden müsste man wie tolle Hunde totschlagen. Joschka Fischer Abzock König der bunten Grünen. Dumm wer solche Leute verteidigen soll.

  3. Alter weißer Mann am

    Und hinter ihm im Bild steht Galland
    Die beiden allein würden heute ausreichen um die Bunzelland Wehr zu besiegen. ;-)

    • Wertlose Truppe am

      Meinen Sie etwa den traurigen Haufen, der nur rein äußerlich die Bezeichnung „Verteidigungsarmee“ trägt?

      Pfuschis Pannentruppe im grünen Karnevalskostüm mit dem Anspruch überall auf der Welt mitreden zu können!

  4. jeder hasst die Antifa am

    Das waren noch ordentliche Deutsche Wehrhafte mutige Männer nicht wie heute Eierlose Gegenderte Schlappschwänze die sich von Grünen Schwanzlosen Emanzen durch die gegend jagen lassen und deren Dummheit stumm ertragen Solche Vorbilder wie Rudel gibt es in diesen Land nicht mehr, die Wehrmacht ist bis Stalingrad gekommen,die heutige bunte Wehr würde es nicht mal aus der Kaserne schaffen.

    • Anständig am

      Stimmt ! Mölders Galland Marseille Hartmann Richthofen…Priem Wittmann Meyer

    • Hubert Meyer am

      Ein Waffen SSler sagte einmal zu mir „Genieße den Krieg, denn der Friede wird furchtbar“

      • Mit der Erfahrung von über einem halben Jahrhundert "BRD / NGO-Germany" muß ich leider sagen: Der Mann … hatte recht!

    • Heraklitos am

      @ Überläufer : Der Krieg ist der Vater aller Dinge. Und die Seelen der im Kampf Getöteten sind im Jenseits reiner als die der natürlich Verendeten. Wie ich schon mal sagte.

  5. Flugzeug-Fan am

    Bei dem gezeigten Bild handelt es sich um eine JU 87 vom Typ D. Das war ein Standardtyp der deutschen Luftwaffe. Nur ganz knallharte Typen flogen diesen langsamen Vogel bis zum Ende des WKII. Trotz Flakbeschuß und feindliche Jagdfliegern gegen angreifende Sowjetverbände anzufliegen, erfordert Todesmut.

    Der legendäre „Kanonenvogel“ JU87 Typ G des Oberst Rudel ist hier leider nicht abgebildet. Der ist z.B. unter Wikipedia „JU87“ anzusehen. Der Kanonenvogel war mit zwei 3,7-cm-Kanonen FlaK 18 unter den Tragflächen ausgestattet. Schön ist die Mühle nicht, aber schön wirksam gegen Sowjetpanzer.

    • Christopherus Kotlazar am

      "Schön ist die Mühle nicht, aber schön wirksam gegen Sowjetpanzer."

      Nicht "ist" sondern "war" und mit Sicherheit längst Schrott

      • Flugzeug-Fan am

        Der ehemalige Kriegsgegner bewahrt einen dieser Flugklassiker schön restauriert im „Royal Air Force Museum London“ auf.

        Im Technikmuseum Sinsheim steht allerdings ein Schrotthaufen. Wenn Corinna noch ein Paar Euros übrig läßt, werden die Restauratoren daraus wieder eine schnittige Mühle zaubern.

        Ich helfe ja gerne interessierten Flugzeugfans!

  6. heidi heidegger am

    "..doch damals gingen die Uhren noch anders." mja, da standen auch noch 22 Deutsche auf dem Platz und nach Spielende stand es 5 zu Null für Deutschland.

    Schiedsrichter: Abraham Klein (Israel Football Association)..Kommentar überflüssig

    • heidi heidegger am

      Teil 2

      Krankl schießt ein – 3:2 für Österreich! Meine Damen und Herren, wir fallen uns um den Hals; der Kollege Riepl, der Diplom-Ingenieur Posch – wir busseln uns ab. 3:2 für Österreich durch ein großartiges Tor unseres Krankl. Er hat olles überspielt, meine Damen und Herren. Und warten S’ noch a bisserl, warten S’ no a bisserl; dann können wir uns vielleicht ein Vierterl genehmigen.

      soweit auszugsweise Edi Finger Senior..Eigentor durch Berti Vogts? Dafür hätte frau ihn gleich mal nach Chile in ditt Deponie Dignidad expedieräään sollen *grummel*

      • heidi heidegger am

        OT: ditt heidi reschpektiert COMPACTens Haltung zum äh antidt. nichtnationalFussball momentans, bin aber der Meinung, dass Fussball zuu wichtig ischd, um ihn politisch quasi zu vakürzään, denn er ist auch eine Gaudi und eine Hetz‘ (wienerisch) :-) :

        „Holt uns den Pokal“, titelte die Zeitung „Hürryet“ noch am Morgen des Eröffnungsspiels und wollte so die türkische Nationalmannschaft zu großen Taten anstacheln. Und Präsident Recep Tayyip Erdogan twitterte: „Ich bin sehr feucht (anm. hh) äh aufgeregt. Ich weiß, wir sind alle aufgeregt. Heute gehen unsere Jungs in der Euro2020 aufs Feld.“

    • jeder hasst die Antifa am

      Die Deutschen waren erst besiegt ,wenn sie im Mannschaftsbus Zurückfuhren

      • heidi heidegger am

        Ämm, besiegt vom argentinischen Rotwein? nur wanns Rudi Rudel nicht zuvor ne Runde Fliegermarzipan schmiss aus äh alten Beständen..*zwinkersmiley*

  7. Archangela am

    Die Propaganda-Umerziehungswelle rollte erst im Januar 1979 richtig los, als die Amerikanische Fiktion "Holocaust" ausgestrahlt wurde.

    Holocaust, ein bis dato völlig unbekannter Begriff, der seit dieser erfundenen Geschichte eine symbolträchtige Bedeutungssynonomisierung mit nie mehr erreichbarer Grausamkeit erfahren hat, für die geschichtsrevisionistisch die deutsche Wehrmacht verantwortlich gemacht wird.

  8. armin_ulrich am

    Rudel wurde von den Entwickler*Innen der A10 Thunderbold besucht.
    Mir wäre allerdings Joseph Beuys lieber.

    • Unsinn! Der Beste der Besten ist selbstverständlich Kevin Kühnert … oder … war es Jasmina Spahn?? Na, egal … in jedem Fall muß er … sexuell anders begabt sein!!

  9. Ein bißchen rechts blinken, blink, blink ,um dann trotzdem in Richtung Freiheit und Demokratie abzubiegen.

    • Wenn die Freiheit und die soviel gepriesene Demokratie, jetzt den ganzen Linken Chaoten, den Familien und Kinderfeinden und den vaterlandslosen Gesellen gehört, dann blinken die Schlauen immer richtig und biegen noch vor dem kommenden Abgrund rechtzeitig ab…

    • Hm, habe ich mich vertippt oder ist das kleine Wörtchen "links" in der "Moderation"
      runtergefallen ? Bin mir nicht sicher. Jedenfalls muß es heißen "…. ,um dann trotzdem l i n k s in Richtung Freiheit und Demokratie abzubiegen. Freiheits-und Demokratiewahn sind nun mal nicht rechts.

      • Demokratie am

        Deine Demokratie ist einfach nur eine Parteien-Diktatur der politischen Gruppierungen von Rechts bis Links CDU/ Sozis mit ihren ganzen krankhaften Anhängseln. Eine Diktatur des Volkes, also von Unten nach Oben, ist mehr demokratisch, als die Autokratie/ Demokratie des Merkel Hofstaat.

      • jeder hasst die Antifa am

        Diese Merkeldemokratie und Freiheit ist zum Kotzen und Scheinhelig.

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln. Kommentare sind nur innerhalb von 24 h nach Veröffentlichung des Artikels möglich.

Empfehlen Sie diesen Artikel