Berliner U-Bahnstation „Onkel Toms Hütte“ gilt als rassistisch

26

Okay, das musste kommen: Nach Mohrenköpfen, Mohrenstraße, Eskimo-Eis, „Vom Winde verweht“, Onkel Bens‘ Reis und Indianerkostümen steht jetzt die U-Bahnstation „Onkel Toms Hütte“ im Visier der Sprach-Hysterie. Grundlage der Vorwürfe ist die US-Rezeptionsgeschichte des Romans, die sich jedoch stark von der europäischen unterscheidet.

Nachdem die Mohrenstraße in Berlin-Mitte womöglich nach dem antisemitischen Komponisten Michail Iwanowitsch Glinka umbenannt wird, ist jetzt eine Zehlendorfer U-Bahnstation an der Reihe, die den Namen einer ehemaligen Gaststätte trägt. Deren Betreiber hieß mit Vornamen Thomas und sein beliebtes Ausflugslokal erhielt den Spitznamen Onkel Toms Hütte.

Titelblatt der Erstausgabe. Foto: Hammatt Billings / Public domain

Diese Stätte ist zwar längst abgerissen, aber der dortige Stadtteil und besagte Station tragen weiterhin ihren Namen – eine Erinnerung an Vergangenes. Natürlich enthält Onkel Toms Hütte auch eine Anspielung auf den amerikanischen Anti-Sklaverei Roman „„Uncle Tom’s Cabin“ (1852) von Harriet Beecher Stowe, einen Roman, den besagter Wirt Thomas sehr bewunderte. Die Autorin hatte die Memoiren von Pfarrer Josiah Henson, eines ehemaligen Sklaven, als Grundlage ihrer Erzählung verwendet. Das Buch wurde damals wegen seiner antirassistischen Tendenz angefeindet. Den deutschen Dichter Heinrich Heine aber ergriff es dermaßen, dass er nach der Lektüre sein Gedicht „Das Sklavenschiff“ schrieb. Was wäre also eines Bezirks- oder Stationsnamens würdiger als dieser Roman?

Nun, der Titelheld, Onkel Tom, ist ein Farbiger, der anstelle der Revolution den Ausgleich mit den Weißen suchte. Das machte ihn für zahlreiche Aktivisten zum Anpasser, zum Schleimer. So bezeichnete der Schwarzen-Aktivist Malcolm X. seinen gemäßigten Mitstreiter Martin Luther King verächtlich als „Onkel Tom“. Dies ist zwar amerikanische Wirkungsgeschichte und hat wenig mit dem europäischen Verständnis des Romans zu tun, wie die Beispiele Heines oder Thomas zeigen. Aber wer will im Zeitalter des Globalismus über unterschiedliche Rezeptionsgeschichten streiten?

Moses Pölking, Center-Spieler bei den Eisbären Bremerhaven, hat deswegen eine Online-Petition an die Berliner Verkehrsbetriebe gestartet: „Mir ist bewusst, dass der Begriff ‚Onkel-Toms-Hütte‘ von dem gleichnamigen Buch ‚Uncle Tom’s Cabin‘, geschrieben von Harriet Beecher Stowe, stammt. Jedoch wird das Buch weitestgehend als herablassend und beleidigend gewertet.“ Die Petition hat inzwischen circa 12.000 Unterschriften vorzuweisen.

Bislang haben die Berliner Verkehrsbetriebe auf Beschwerden geantwortet, dass eine Umbenennung der Station wenig sinnvoll sei, solange der angeschlossene Stadtteil diesen Namen trage. Das leuchtete einigen Randalierern nicht ein, die die Einrichtung der Station verwüsteten. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass hier die Antifa am Werk war und sich mit hirntoter Destruktivität in eine politische Debatte einbrachte.

Die Sprache der Political Correctness entlarven.

Sprache als Werkzeug der Repression & Gedankenkontrolle: Die von den System-Medien vorangetriebene Infantilisierung unserer Sprache hat inzwischen groteske Ausmaße erreicht. Deutsche Gazetten quellen über von Worthülsen, Begriffsumdeutungen, halbwahren Floskeln, wohlfeilen Mustersätzen, linguistischen Simplifizierungen, Kampfbegriffen und ewig gleichen linkspädagogischen Argumentationsmustern, die das Denken der Menschen normieren, ja ausschalten sollen. Hier bestellen

Über den Autor

Avatar

26 Kommentare

  1. Avatar

    Unsere Politiker fahren wegen einer unsinnigen Virusbekämpfung gerade das ganze Land an die Wand und beschäftigen sich mit Lapalien, wie der Umbenennung von Straßen und UBahnstationen! Weshalb nummerieren sie die nicht infach durch?
    Und wenn die Fanatiker konsequent wären müßten sie die Republik Nigeria auch auffordern, ihr Land umzubenennen; denn da steckt der "böse" Begriff niger (lat.=schwarz) auch drin, das gilt dann auch für den Fluß Niger …
    Die könnten sich auch überlegen die Farbe schwarz abzuschaffen und zu verbieten. Im MA. mußte man zigmal blau färben um schwarz zu erhalten, also statt schwarz dunkelblau …
    Und die Antifa muß nun jede Gelegenheit wahrnehmen um in "Corona-Zeiten" Party machen zu können. Wie hieß es doch so schön in einem alten Schlager: "Wir lassen uns das Feiern nicht verbieten!"

  2. Avatar

    Mein bester Freund Sokrates sagte mir,daß in seinem Beitrag gestern 17:41 (s.u.) allerhand gelöscht wurde,ohne auch nur einen Hinweis auf Zensur zu geben ,z.B durch xxxx. Anspruch und Realität im Widerstreit.

  3. Avatar

    Genau genommen ist der Name ja Negerbefreier-Propaganda, also tatsächlich anstößig. Also weg damit.

  4. Avatar

    Schwarzfahren, aber sich über den Namen der U-Bahn-Station beschweren und dann die rassistische U-Bahn-Station ‚verprügeln‘ (sprich: verwüsten) – soviel Schwachsinn auf einmal bekommt nur diese AntiDingsbums hin.

    Als Berliner Verkehrsbetriebe hätte ich auf die Beschwerden mit einer Werbekampagne geantwortet, nicht mehr schwarz zu fahren, da das rassistisch sei.

    • Avatar
      Andor, der Zyniker am

      @ APHOBIS

      Neger dürfen aber immer schwarz fahren, ob sie nun
      einen Fahrberechtigungsschein erwerben oder nicht.
      Könnte man umgedrehte Diskriminierung nennen.

  5. Avatar
    Jens Pivit am

    Sagte nicht Wolfgang Leonhard, dass die Revolution ihre Kinder fresse? – In der schwer erkrankten brd fressen die rot-grünen Viertelgebildeten ihren eigenen Verstand.

    • Avatar
      Andor, der Zyniker am

      @ JENS PIVIT

      Schöne Gedankenspielerei, aber dann müssten
      diese Typen doch schon längst verhungert sein.

    • Avatar
      HEINRICH WILHELM am

      "… fressen die rot-grünen Viertelgebildeten ihren eigenen Verstand" und verhungern folglich.

  6. Avatar
    HEINRICH WILHELM am

    Vorschlag:
    Umbenennung der Berliner U-Bahn-Station "Bundestag" in "Am Angstgraben".

  7. Avatar
    Jeder hasst die Antifa am

    Na dann nennt sie doch einfach um in Onkel Antonia Hofhunds Hütte. der kläfft doch so gerne im bunten Tag.

  8. Avatar

    Habe den Roman in meiner Jugend gelesen und ihn so verstanden,wie er m.E. auch gemeint war : Als propagandistische Unterstützung für die Sklavenbefreier, um Stimmung für den Krieg gegen die Baumwollstaaten zu schaffen. Daß Heinrich Heine auf die Schmonzette einstieg, passt zu dem. Und dekadente Weiße waren ja auch die Zielgruppe des Romans. Tatsächlich waren die US-Amerikaner damals schon so krank,daß sehr viele tatsächlich, zum ersten mal in der Geschichte der Menschheit, Partei für eine völlig fremde Rasse gegen ihre eigenen Rassegenossen ergriffen,bis hin zum Mord (John Brown).–

    • Avatar
      HERBERT WEISS am

      Na, alter Schwede, warum haben die Europäer einen "völlig fremden" Kontinent unterjocht, die dortigen Ureinwohner zum großen Teil ausgerottet und Menschen von einem anderen Kontinent auf brutalste Weise dorthin verschleppt, um sie für sich malochen zu lassen? Warum sind die nicht mit ihrem verdammten Arsch zu Hause geblieben und haben versucht, in ihrem eigenen Land etwas Vernünftiges auf die Beine zu stellen? Dabei schwebt mir eine an der christlichen Lehre orientierte Ordnung vor. Denn die Lohnsklaverei des Kapitalismus kann man wohl kaum als erstrebenswert betrachten.

      • Avatar

        Sehr hübsch gedacht. Ex post. Aber ex ante? Wenn Herbert u. Sokrates um 1700 A.D. im überfüllten Europa auf der Kirchentreppe hätten betteln müssen, während drüben in der Neuen Welt beliebig viel Land zum Nulltarif zu haben war, mit nur einer Handvoll Wilden im Weg, hätten sie da der Versuchung widerstanden?

      • Avatar

        Mit dem Calvinismus und der Reformation wurde der wirtschaftliche Erfolg zum Segen Gottes erklärt – egal wie der erzielt wurde! Und in den fremden Kontinent eingedrungen sind die Europäer zunächst mal um die "armen Heiden" dort zum einzig richtigen Gott zu bekehren, ihnen die einzig wahre Religion zu bringen. Wie man das macht, wußten die ja schon seit – damals 1000 Jahren! – nämlich mit Gewalt! Und die Schwarzafrikaner hat im 16.Jh. ein Pabst für nicht missionierbar und damit minderwertig erklärt! Der Rassismus ist ohne diese Basiserklärung nicht denkbar und erst danach aufgekommen!
        Und die Hauptursache den fremden Kontinent zu besetzen war die damalige Bevölkerungsexplosion in Europa! Nach der Pest im 14.Jh. hat man von den Kirchen ausgehend jede Form der Bevölkerungskontrolle verboten. Besonders stark war das in England und das hatte so genug Leute, um die ganze Welt zu erobern – jetzt als Calvinisten, die brauchten die – sozialen – Einschränkungen der Katholiken nicht (mehr) zu beachten! Heute ist die Bevölkerungsexplosion auch DER Grund für ALLE Umweltprobleme – es wird aber so gatan, als gäbe es sie nicht!

  9. Avatar

    „Jede Aufzeichnung wurde zerstört oder gefälscht, jedes Buch neu geschrieben, jedes Bild neu gemalt, jede Statue und jedes Gebäude umbenannt, jedes Datum geändert. Und der Prozess geht Tag für Tag und Minute für Minute weiter. Die Geschichte hat aufgehört. Nichts existiert außer einer endlosen Gegenwart, in der die Partei immer Recht hat.“
    George Orwells Roman 1984

    • Avatar

      Ja, linke Ratten wie G.Orwell gibt es heute zahllose, selbst in Ecken,in enen man sie zunächst nicht vermutet hätte.

  10. Avatar
    Archangela am

    Dassn die AntiFa dahintersteckt, sind doch nur Gerüchte. Natürlich sind es Räächte, denen der antirassistische Anstrich dieses Stadtteils und seines Bahnhofs nicht passen.

    Artikel 1 der neuen Verfassung: Linke randalieren nicht!
    Artikel 2: Sollten Linke randalieren, tritt automatisch Artikel 1 in Kraft.

    Übrigens genauso ideologisch wie: "Eine Zensur findet nicht statt ."

    • Avatar
      Hein Blöd am

      Najanu, warum müssen wir hier auch unbedingt eine Onkel-Toms-Hütte haben?

      • Avatar
        heidi heidegger am

        ..ihr seid soo 70erJahre, ey! es gab ne SexStrafrechtsVaschärfung vor paar Jahren: Skatologie und Zoo-oophilie sind voll vabotään und Philatelie auch woll anzunehm‘. Pillhuhn-philie bleibt aber weiterhin strafunbewehrt, hihi.

      • Avatar

        Verstehe ich auch nicht …..könnte doch TANTE MERKELS WOHLFÜHLREICHSBUNKER heissen ,

  11. Avatar
    DerSchnitter_Maxx am

    Und jene, welche sich solch einen Kokolores ausdenken, sind definitiv … komplett-geistesgestört – und nichts anderes … PUNKT 😉

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln.

Empfehlen Sie diesen Artikel