Ängste sind kein Randthema mehr. Wenn aus innerer Unruhe Dauerstress wird, kann daraus eine Angststörung entstehen – und die ist längst zur Volkskrankheit geworden. In Deutschland sind rund 10 Prozent betroffen.

    Viele erleben genau das: Das Herz rast, der Kopf kreist, der Körper steht auf Alarm – obwohl objektiv „nichts passiert“. Die Ursache liegt selten nur im Kopf. Oft ist es ein Mix aus Dauerstress, Schlafmangel, Nährstofflücken, Überforderung und einem Nervensystem, das nie mehr richtig herunterfährt.

    Wer den klassischen Weg geht, bekommt häufig Psychopharmaka: Angstlöser, sedierende Antihistaminika oder Antidepressiva. Sie können Symptome dämpfen, aber nicht automatisch Ursachen lösen – und Nebenwirkungen sind oft ein Problem: Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Abhängigkeit (besonders bei Benzodiazepinen wie Valium), bis hin zu Stürzen im Alltag.

    Die entscheidende Frage lautet: Wie bekommt man das Nervensystem wieder stabil – ohne sich in eine Medikamentenspirale zu manövrieren?

    Genau hier setzt ein ganzheitlicher Blick an: eine Kombination aus Lebensstil, Therapie (z. B. Verhaltenstherapie), Bewegung, Schlafhygiene, Entspannungstechniken – und bewährten natürlichen Stoffen. Viele davon sind seit Jahren erforscht und werden in der Praxis genutzt. Einige sind so alltagstauglich, dass sie sich sofort integrieren lassen.

    1. Ashwagandha: Wenn Stress das System überhitzt

    Wenn Angst aus Dauerstress entsteht, lohnt ein Blick auf Adaptogene. Ashwagandha wird häufig genutzt, um Stressreaktionen abzufedern. Studien deuten darauf hin, dass es den Cortisolspiegel senken und das subjektive Stressempfinden verbessern kann – genau dort, wo viele Angstspiralen beginnen.

    2. Magnesium: Das unterschätzte Fundament für Nervenruhe

    Viele unterschätzen, wie stark Magnesium Stress und Reizbarkeit beeinflusst. Gerade bei nervöser Unruhe kann Magnesium eine tragende Rolle spielen – weil es an unzähligen Stoffwechselprozessen beteiligt ist und unter Stress massiv verbraucht wird. Wer tiefer einsteigen will: Magnesium fürs Gehirn ist dabei ein zentraler Punkt.

    3. Vitamin D: Wenn die innere Stabilität fehlt

    Zwischen niedrigem Vitamin-D-Spiegel und Angstzuständen wird in Studien immer wieder ein Zusammenhang beschrieben. In einer Untersuchung verbesserten sich Angstwerte bei bestimmten Gruppen nach Gabe von Vitamin D3. Wichtig bleibt: Blutwerte prüfen – und dann sinnvoll ergänzen.

    4. Baldrian: Der Klassiker für Abend und Nacht

    Baldrian gilt als traditionelle Option bei Unruhe und Schlafproblemen. Interessant: In Studien wirkt der Gesamtextrakt oft besser als isolierte Bestandteile. Wer abends „nicht abschalten“ kann, profitiert manchmal schon von einem festen Ritual.

    5. Lavendelöl: Beruhigung ohne Benommenheit?

    Lavendel wird bei innerer Unruhe, Schlafproblemen und nervöser Erschöpfung eingesetzt. Eine deutsche Studie (10 Wochen) zeigte bei generalisierten Angststörungen gute Effekte – teils vergleichbar mit gängigen Antidepressiva, aber mit deutlich weniger Nebenwirkungen.

    6. Kamille: Sanft, aber nicht harmlos

    Kamille ist mehr als Tee. In Studien mit Kamillenextrakt wurden bei milden bis moderaten Angststörungen messbare Verbesserungen beobachtet. Der Vorteil: meist geringe Nebenwirkungen – eine Option für Menschen, die möglichst „sanft“ beginnen wollen.



    7. Zitronenmelisse: Wenn Angst mit Schlafmangel kommt

    Bei Stress, Schlafproblemen und innerer Unruhe wird Melisse traditionell genutzt. Eine Studie an Patienten mit schweren Verbrennungen zeigte, dass Melissentee Angst und depressive Symptome reduzieren kann – ein Hinweis darauf, wie stark Pflanzenstoffe auch auf das Nervensystem wirken können.

    8. Vitamin-B-Komplex: Wenn das Nervensystem „unterversorgt“ ist

    B-Vitamine (u. a. B3, B9, B12) sind zentral fürs Nervensystem. Studien fanden bei Angst- und Depressionspatienten häufig niedrige B12-Werte. Ein Vitamin-B-Komplex kann sinnvoller sein als Einzelgaben, weil die B-Vitamine eng zusammenarbeiten.

    9. L-Theanin: Ruhe im Kopf, ohne müde zu werden

    L-Theanin ist aus Tee bekannt und wird in Studien mit besserer Stressresistenz und reduzierter Anspannung in Verbindung gebracht – teils schon bei 200 mg täglich. Wer empfindlich auf „Beruhiger“ reagiert, findet hier manchmal eine alltagstaugliche Alternative.

    10. Omega-3: Nährstoff fürs Gehirn – und für die Stimmung

    Omega-3-Fettsäuren sind Bausteine des Nervensystems. Metastudien deuten darauf hin, dass Omega-3 in höheren Dosierungen Angstzustände lindern kann. Besonders relevant sind DHA und EPA. Wer Blutverdünner nimmt, sollte vorher ärztlich abklären.

    11. Multivitamine & Mineralstoffe: Wenn dem Körper die Basis fehlt

    Gerade bei Älteren zeigen Blutanalysen häufig Mängel: Vitamin D, B12, Eisen. Eine kanadische Studie verband Mikronährstoffversorgung mit Verbesserungen bei Angst- und Depressionssymptomen – besonders, wenn mehrere Nährstoffe gezielt ergänzt wurden. Ergänzend dazu kann man sich zum Thema Mineralstoff-Ergänzungen informieren.

    Zusammenfassung

    Viele Betroffene fühlen sich allein gelassen, weil sie am Ende nur „ein Rezept“ bekommen. Doch Angst ist selten ein isoliertes Problem – sie hängt oft an Schlaf, Stresslevel, Nährstoffstatus und daran, ob der Körper überhaupt noch in einen Ruhemodus findet.

    Wer Angst wirklich verstehen will, muss tiefer schauen: Was überfordert das System – und welche Stellschrauben bringen Stabilität zurück?

    Wie Sie sehen, sind Medikamente nicht der einzige Weg. Heilpflanzen, natürliche Präparate sowie Nahrungsergänzungsmittel wurden in vielen Bereichen untersucht und können begleitend eingesetzt werden – präventiv, akut oder bei chronischer Belastung. Wichtig bleibt: Wer starke oder anhaltende Symptome hat, sollte professionelle Hilfe hinzuziehen. Ziel muss sein, den Ursachen auf den Grund zu gehen.

    Wichtig bleibt: Wer starke oder anhaltende Symptome hat, sollte professionelle Hilfe (Arzt, Therapeut) hinzuziehen. Das Ziel sollte sein, den Ursachen auf den Grund zu gehen.


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