Die Bilanz zum COMPACT-Sommerfest 2026: Dauerregen konnte das Publikum nicht abschrecken. Und: Es gab noch nie solche spannenden Kontroversen um strategische Fragen. 

    Fast hätte uns der Wettergott das ganze Fest verhagelt: Samstag früh regnete es die ganze Zeit in Strömen, bis nach dem offiziellen Beginn um 11 Uhr. Doch offensichtlich haben wir mittlerweile ein so treues Publikum, dass sich die Leute trotz schlimmster Regenprognosen morgens ins Auto setzen und quer durch die Republik zu uns fahren… So kamen wir bei widrigen Begleitumstände trotzdem auf 630  Besucher, fast so viele wie letztes Jahr bei 30 Grad (680). Auch die gleichzeitigen AfD-Wahlkampfveranstaltungen in 30 bzw. 80 Kilometer Entfernung (in Merseburg mit Siegmund!) mit freiem Eintritt konnten COMPACTeros nicht locken. Unsere Leser wissen, dass sie bei uns etwas Besonderes bekommen!

    Sommerfest 2026: Russland-Panel mit Feist, Rodionov, Poggenburg, von Bismarck und Spöri. Foto: COMPACT

    Das Besondere in diesem Jahr waren die qualitativ hochwertigen Podiumsdiskussionen. Wir werden sie in den nächsten zwei Wochen auf unserem Youtube-Kanal hochladen und auch in der nächsten Print-Ausgabe veröffentlichen. (Hier schon mal abonnieren!) Dieser Debatten-Schwerpunkt wurde 2025 zum ersten Mal auf dem COMPACT-Sommerfest gesetzt und ist dieses Jahr verstärkt worden. Bei den ersten Sommerfesten 2022 und 2023 hatte es nur Reden und Musik gegeben. Aber alle Anwesenden, mit denen ich sprach, waren begeistert, dass wir es jetzt anders machen. „Solche Diskussionen gibt es nur bei COMPACT“ – das war vielfach zu hören.

    Es bgann mit dem Panel „Ist der Krieg gegen Russland noch zu verhindern?“ mit Alexander von Bismarck, Peter Feist, Infrarot-Chefredakteur Ivan Rodionov und Kolja Spöri, moderiert von André Poggenburg. Die Russland-Kenner von Bismarck, Rodionov und Spöri waren die Antipoden: Ersterer sah noch Chancen für eine Entspannungspolitik, die anderen zwei malten ein düsteres Szenario. Peter Feist als geschulter Dialektiker versuchte zu vermitteln.

    Sommerfest 2026: „Spaltet der Krieg die Bewegung?“ mit Elsässer, Shlomo, Reichert. Außerhalb des Ausschnittes: Kayvan Soufi-Siavash. Foto: COMPACT

    Hochspanung bei der zweiten Runde „Spaltet der Krieg das patriotische Lager?“ Im Mittepunkt stand „Shlomo Finkelstein“(Aron Pielka), der zwar mit den übrigen Dreien (Kayvan Soufi-Siavash, Dominik Reichert und meine Wenigkeit) die Ablehnung der aktuellen Kriegspolitik teilte. Die Kontroverse ergab sich allerdings daraus, dass Shlomo Chancen für diese Position in der AfD und im gesamten rechten Lager nur dann sah, wenn sie eng mit dem Leitthema „Remigration“ verbunden wäre. Ich hielt dagegen, dass Frieden eine lagerübergreifende Aufgabe sei und man Friedenspolitik nicht in das enge Korsett rechter Ideologie zwängen dürfe. Soufi-Siavash stellte die Verantwortung des Einzelnen ins Zentrum, der, seinem Gewissen und gesundem Menschenverstand folgend, bekanntlich schon den Corona-Wahn stoppen konnte. Reichert wies darauf hin, dass die Schulstreiks gegen Wehrpflicht ein gutes Beispiel seien, wie die AfD durch ihre ideologisch motivierte Enge  („Wir Rechte sind prinzipiell für Wehrpflicht“) dabei ist, die Jugend zu verlieren.

    14 Tage vor der entscheidenden Wahl in Sachsen-Anhalt war natürlich die Runde „Kann die AfD Machtwechsel – oder kommt da noch etwas dazwischen?“, moderiert von meiner Frau,  von der aktuellsten Brisanz. André Poggenburg, der als damaliger AfD-Chef 2016 in diesem Bundesland mit 24,3 Prozent das bis zum heutigen Tag beste Ergebnis eingefahren hatte, warnte vor Selbstzufriedenheit und votierte für eine Einbeziehung des BSW in eine blaue Regierung. Armin-Paul Hampel akzentuierte die handwerklichen Schwächen der AfD, sprach von „bedingt regierungsfähig“ und forderte eine breite Offensive innerhalb der Partei zur Gewinnung von Fachexperten für die Regierungsarbeit. Der erfahrene Parlamentarier Roland Ulbrich, MdL bis 2024, stimmte der Skepsis zu. Marcus Fuchs, bei der letzten Landtagswahl für die Freien Sachen angetreten, versprach sich von einem Wahlsieg vor allem Rückenwind für die außerparlamentarische Bewegung.

    Sommerfest 2026: „Kann die AfD Machtwechsel?“ mit Marcus Fuchs, Armin-Paul Hampel, Dr. Stephanie Elsässer, Roland Ulbrich, André Poggenburg. Foto: COMPACT

    Zwei Tage vor dem Fest mussten übrigens alle drei vorgesehenen AfD-Redner ihre Auftritte absagen – zu ihrem eigenen größten Bedauern. Der AfD-Bundesvorstand hatte immensen Druck auf sie ausgeübt. Über diesen Skandal wird nach dem 6. September noch zu reden sein… Erfreulicherweise griffen mit MdL Wolfgang Lauerwald und dem erwähnten Roland Ulbrich trotzdem zwei blaue Politiker mit Redebeiträgen ein. Der Beifall war ihnen sicher!

    Frisch aus der Druckerei: COMPACT 9/2026. Noch nicht am Kiosk, aber jetzt schon in unserem Online-Shop – gedruckt oder als E-Paper!

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