Abou-Chaker-Clan auf Rache-Feldzug? In Steglitz wurde in den frühen Morgenstunden ein Friseurladen beschossen und mit einem Brandsatz angegriffen. Das Geschäft gehört dem Rapper Samra, der schon länger im Visier der berüchtigten Großfamilie steht. Verschwiegene Fakten zur Ausländerkriminalität liefert unser Paket «Asyl-Invasion» auf über 400 Seiten. Jetzt 14,99 statt 38,40 Euro. Hier mehr erfahren.

    Großer Polizeieinsatz in Berlin-Steglitz: Dort fielen heute gegen vier Uhr morgens Schüsse. Wie die Ordnungshüter auf X schreiben, wurde auch ein «selbstgebauter Spreng- bzw. Brandsatz» geworfen, der jedoch nicht hochging. Vor Ort seien Einschusslöcher in Scheiben festgestellt worden. «Verletzt wurde niemand», teilte eine Sprecherin der Berliner Polizei weiter mit.

    Samra im Visier

    Gegen wen richtete sich der Anschlag? Dazu wollte die Polizei keine Angaben machen. Nach Informationen der B.Z. soll jedoch der Hairsalon Cutaleya betroffen sein. Der Friseurladen gehört dem Rapper Samra (31), bürgerlich Hussein Akkouche. Das Geschäft wurde bereits im März 2022 angegriffen. Damals belagerten bis zu 50 maskierte und teils bewaffnete Männer den Friseursalon. Sie schlugen Scheiben ein, versprühten Reizgas, laut Zeugenberichten fielen auch Schüsse. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an.

    Die Polizei leitete ein Verfahren wegen schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Verstößen gegen das Waffengesetz ein. Doch bis heute ist die Tat ungeklärt. Experten vermuten allerdings einen Zusammenhang mit dem berüchtigten Abou-Chaker-Clan.

    Akkouche alias Samra hatte nur fünf Tage nach dem Überfall von 2022 im Strafprozess gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker und dessen Brüder als Zeuge ausgesagt. In dem Verfahren ging es unter anderem um die mutmaßliche Erpressung des Rappers Bushido.

    Bushido und Abou-Chaker

    Aufgrund des zeitlichen Zusammenhangs gingen die Ermittler sofort davon aus, dass der Angriff ein Racheakt oder ein Einschüchterungsversuch aus dem Milieu der palästinensisch-libanesischen Großfamilie war. Bushido, bürgerlich Anis Mohamed Youssef Ferchichi, pflegte jahrelang eine enge Verbindung zu Arafat Abou-Chaker, der 2013 das Management des Rappers übernahm. Beide stellten sich wechselseitig Generalvollmachten über ihr gesamtes Vermögen aus. 2018 brach Bushido mit dem Clan. Es folgten ein Straf- und ein Zivilprozess gegen den Clan-Chef.

    Berlin: Clan-Krieg jetzt auch im Grünen-Viertel

    Bei der Zivilklage war Bushido erfolgreich: Im April 2023 wurde sein Ex-Manager zu einer Rückzahlung von 2,2 Millionen Euro an Bushido verurteilt. Der Strafprozess vor dem Landgericht Berlin ging für die Abou-Chakers hingegen glimpflich aus: Im Februar 2024 wurde Arafat wegen Veröffentlichung von unerlaubten Tonbandaufnahmen in 13 Fällen zu einer Geldstrafe von 81.000 Euro (90 Tagessätze von jeweils 900 Euro) verurteilt. Er und seine Brüder Yasser, Nasser und Rommel wurden jedoch von allen anderen Anklagepunkten, darunter Freiheitsberaubung, Nötigung, versuchte schwere räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung wegen Mangels an Beweisen freigesprochen.

    Eskalierende Schusswaffen-Kriminalität

    Obwohl Samra die Abou-Chakers mit seiner Aussage vor Gericht 2022 nicht belastete, sondern tendenziell sogar entlastete, sorgte allein die Tatsache, dass er überhaupt als Zeuge im Bushido-Prozess erschien und plauderte, in der Clan-Szene für massiven Unmut. Dies galt im Milieu als Bruch des Schweigegebots.

    Ob der Anschlag von heute morgen ebenfalls mit dem berüchtigten Clan in Verbindung steht, ist allerdings nicht sicher. Seit Anfang 2025 tobt in Berlin eine heftige Fehde in der Unterwelt. Insider schließen nicht aus, dass hinter den Schüssen auf Samras Hairsalon Cutaleya auch Schutzgelderpressungen durch kriminelle Netzwerke mit türkisch-kurdischem Hintergrund stehen könnten.

    Die Ermittlungen führt im Falle der Schüsse auf den Friseurladen die erst kürzlich gegründete polizeiliche Sondereinheit BAO Ferrum zusammen mit der Spezial-Staatsanwaltschaft Telum, die gezielt für die Bekämpfung der eskalierenden Schusswaffenkriminalität in der Hauptstadt zuständig sind.

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