Jahrzehnte im Karton, Zehntausende auf dem Konto: Ein ungelesenes Rezensionsexemplar von «Harry Potter und der Stein der Weisen» lag fast 30 Jahre vergessen auf einem Edinburgher Dachboden. Der schlummernde Schatz wurde zum teuersten Taschenbuch der Welt. Leuchten Sie Ihren Dachboden doch auch mal aus, am besten mit dem COMPACT-Sturmfeuerzeug. Hier bestellen.
Fife, Schottland, Ende der Neunziger. Katrina McNichol, damals 24 Jahre alt, arbeitet als Buchkritikerin für ein Magazin in den schottischen Highlands. Jede Woche landen mehr als zwanzig Neuerscheinungen auf ihrem Schreibtisch, unmöglich, alle zu lesen. Der schmale Fantasyroman über einen jungen Zauberer schmort also ungelesen in einer Kiste. Diese wandert von Wohnung zu Wohnung und landet schließlich auf den Dachboden ihres Hauses in Edinburgh. Dort bleibt sie fast dreißig Jahre. McNichol erklärt:
«Ich hatte wirklich vergessen, dass es das Buch überhaupt gibt.»
Beim Fund ist sie aus allen Wolken gefallen: «Als ich es dreißig Jahre später in einer Kiste fand, musste ich zweimal hinschauen. Es fühlte sich unwirklich an.»
500 Exemplare, die die Welt veränderten
1997 veröffentlichte die britische Autorin Joanne K. Rowling ihren ersten Roman, «Harry Potter und der Stein der Weisen», beim Bloomsbury-Verlag. Der druckte gerade einmal 500 Hardcover-Exemplare und etwas mehr als 5.000 Taschenbücher der Erstauflage. 300 davon gingen direkt an kleinere Büchereien. Niemand ahnte damals, dass die Geschichte des Zauberlehrlings und seinen Freunden zur meistübersetzten Romanreihe der Welt werden würde, in über 80 Sprachen, millionenfach verkauft.

Zum Erscheinungsjahr kostete das Buch weniger als fünf Euro. McNichols Exemplar trug zudem die typischen Druckfehler der Erstauflage: ein fehlendes «o» im Wort «philosopher’s» auf dem Rückendeckel sowie die doppelte Nennung von «1 wand» auf Seite 53, Merkmale, die Sammler weltweit suchen. Auktionsexperte Jim Spencer von Rare Book Auctions in Lichfield urteilte:
«Das ist das beste Exemplar, das ich je in Händen gehalten habe.»
Ende Mai 2026 erzielte das Taschenbuch bei seiner Versteigerung rund 17.000 Pfund, also knapp 20.000 Euro, und schlug damit den bisherigen Weltrekord für ein Erstauflage-Taschenbuch, das bei denselben Auktionatoren zuvor für 12.000 Pfund versteigert worden war. McNichol stellt klar: «Das Buch verdient es, bei jemandem zu sein, der wirklich versteht, was es ist, ein kleines, aber echtes Stück Verlagsgeschichte.»
Rowling unter Beschuss
Die Autorin selbst sorgt seit Jahren für mehr Schlagzeilen als ihre Bücher. Rowling setzt sich seit Jahren öffentlich für natürliches biologisches Frauenbild ein, und wird dafür von Medien und Prominenten scharf angegriffen. Als der britische Supreme Court am 16. April 2025 einstimmig urteilte, dass die Begriffe «Frau» und «Geschlecht» im Gleichstellungsgesetz von 2010 ausschließlich das biologische Geschlecht meinen, feierte Rowling das Urteil offen. Sie hatte die Kampagnengruppe For Women Scotland, die den Fall vor Gericht gebracht hatte, mit umgerechnet rund 80.000 Euro unterstützt. Auf X schrieb sie:
«Es brauchte drei außergewöhnliche, hartnäckige schottische Frauen mit einer Armee hinter sich, um diesen Fall vor den Supreme Court zu bringen. Mit ihrem Sieg haben sie die Rechte von Frauen und Mädchen in ganz Großbritannien geschützt.»
Dazu postete sie ein Foto von sich selbst, Zigarre in der Hand, Glas erhoben. Die Reaktionen ließen nicht auf sich warten. «The Last of Us»-Star Pedro Pascal nannte ihr Verhalten auf Instagram «widerwärtig» und bezeichnete sie als «großen Looser». «Bridgerton»-Superstar Nicola Coughlan schrieb:
«Würde das neue Harry Potter nicht mit einer Zehnfußstange anfassen.»
Ein HuffPost-Autor hingegen, der unglaubliche drei Monate lang Rowlings Aussagen auf transfeindliche Zitate untersuchte, kam zu einem anderen Schluss: «Ich habe keine einzige wirklich transfeindliche Aussage gefunden.» Rowling selbst wies den Vorwurf, rechtsextrem zu sein, zurück: «Ich bin eine linksliberale Person, die zutiefst anti-autoritär ist.»
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