Die FAZ feuert gegen COMPACT: Autor Werner Bräuninger veröffentlichte in unserer Maiausgabe «Zions Höllenritt» eine nüchterne Rezension zu Daniel Cohn-Bendits Memoiren und sprach dessen pädophile Neigungen an, die dieser selbst nie verneinte. FAZ-Redakteur Christian Geyer wittert Antisemitismus.
Daniel Cohn-Bendit ist eine der heiligen Kühe des deutschen Establishments. Wir haben sie ohne Samthandschuhe angepackt. Werner Bräuninger, Autor zahlreicher zeitgeschichtlicher Sachbücher, hat Cohn-Bendits Memoiren Erinnerungen eines Vaterlandslosen für die COMPACT-Maiausgabe in seinem Artikel Der alte Mann und das Mehr präzise auseinandergenommen.
Der Aufschrei des Mainstreams lässt nicht lange auf sich warten. In seinem gestrigen Kommentar wirft FAZ-Redakteur Christian Geyer COMPACT vor, aus Bräuningers Rezension spreche «wenn nicht der antisemitische Charakter eines ganzen Ladens, so jedenfalls dessen Charakterlosigkeit».
Das eigentliche Ziel: COMPACT zum Schweigen bringen. Es ist nicht die erste Attacke gegen unser Magazin, und wird nicht die letzte sein.
Der Aufstieg des «Roten Dany»
Daniel Cohn-Bendit, 1945 in Südfrankreich als Kind jüdischer Eltern geboren, die vor den Nationalsozialisten aus Deutschland geflohen waren, gilt als eine der prägenden Figuren der 68er-Generation. Als «rüpelhafter Rotschopf», bald «Dany le Rouge» (der rote Dany) genannt, wurde er zum Star des Pariser Mai 1968, der offen auf den Sturz der Regierung de Gaulle abzielte. Was ihn antrieb, beschrieb er selbst einst freimütig:
«Ich möchte eine Rolle spielen und wichtig sein.»
Nach seiner Ausweisung aus Frankreich ließ er sich in Frankfurt am Main nieder, beendete sein Soziologiestudium nie, gründete das linksalternative Stadtmagazin Pflasterstrand und wurde schließlich 1983 Mitglied bei den Grünen, und früher Weggefährte Joschka Fischers. Von 1994 bis 2014 saß er (durch Besitz der doppelten Staatsbürgerschaft) für die französischen Grünen im Europaparlament.
Pädo und Bastard
Bräuninger machte in seinem Artikel keine Gefangenen. Sein Urteil fiel klar aus: Cohn-Bendit habe mit seinem vorlaut-unverfrorenen Habitus die Marktlücke erkannt, die ihm Zeitgeist und Medien anboten. Es kam noch besser: Bräuninger ließ Cohn-Bendit selbst sprechen. Die Grünen-Legende sagte einst:
«Aufgrund meiner nomadischen Identität als deutsch-französisch-europäischer Jude war ich jener Bastard, der weder eine nationale noch eine ideologische Identität hatte.»
Ein klares politisches Ziel suche man laut Bräuninger in den Memoiren vergebens: «Eine wirkliche politische Vision scheint in den Erinnerungen des immer noch recht juvenil wirkenden Mannes nirgends mehr auf; er erzählt eben von früher.»
Besonders brisant: Bräuninger thematisierte Cohn-Bendits pädophile Neigungen aus seinem 1975 erschienenen Buch Der große Basar. Die Schrift lässt das Blut in den Adern gefrieren. Dort hatte Cohn-Bendit aus seiner Zeit als Kindergärtner geschrieben:
«Mein ständiger Flirt mit allen Kindern nahm bald erotische Züge an.»
Noch 1982 schwärmte «der rote Dany» im französischen Fernsehen, es sei «großartig», wenn ein fünfjähriges Mädchen beginne, einen auszuziehen. Bräuninger hält fest: Cohn-Bendit habe dies später «aalglatt und treuherzig» als bloße «Provokation» bezeichnet. Klar verneint hat er es nie. Seiner Karriere bei den Grünen haben solche Aussagen keinen Abbruch getan.
Dass ein Autor diese Fakten in einer Rezension benennt, ist das Wesen des Journalismus. Wie solche Zitate von der FAZ verschwiegen und verharmlost werden können, steht auf einem anderen Blatt.
Geyers Frontalangriff
FAZ-Redakteur Christian Geyer lässt in seinem Kommentar keine Zweideutigkeit offen. Bräuningers Artikel, so Geyer, erschöpfe sich in Häme, Cohn-Bendit werde «als Nichtsnutz tituliert». Geyer wirft COMPACT vor, die jüdischen Selbstzuschreibungen Cohn-Bendits aus dem Kontext zu reißen und zu verfremden. Im Buch schreibe Cohn-Bendit: «Ich werde zum Juden, aber nicht nur im Sartreschen Sinne. Seit einiger Zeit benötige ich dafür keine Antisemiten mehr.» Diesen Satz, so Geyer, hebe Elsässers Blatt isoliert heraus, «als stünde der Satz im Buch allein».
Was Geyer in seinem Kommentar jedoch mit keinem Wort erwähnt: die pädophilen Bekenntnisse aus Der große Basar, die Fernseh-Aussagen von 1982, die jahrzehntelangen Relativierungen. Zu Cohn-Bendits eigenen Worten über sexuelle Handlungen mit Kindern verliert Geyer keine einzige Silbe. Auch dessen Selbstzuschreibung als Nomade, lässt Geyer in seinem Artikel aus.
Stattdessen feuert er direkt auf Elsässer, den er als «durchherrschten Geist» bezeichnet, der hinter dem Artikel stecke. Was bleibt, ist der Antisemitismusvorwurf, das schärfste Schwert des Establishments, das gegen COMPACT ausholt, aber an den Fakten abprallt.
Unser Doppelschlag: Die CIA-Akte
Damit nicht genug. Bereits vor einem Jahr hatte COMPACT-Redakteur Daniell Pföhringer hier dokumentiert: Daniel Cohn-Bendit stand 1970 auf einer CIA-Gefährderliste. Im Zuge der JFK-Aktenfreigabe wurde bekannt, dass der US-Geheimdienst den späteren Grünen-Politiker zur Regierungszeit von Richard Nixon als «potenziellen Unruhestifter» überwachte. Anlass war Nixons Blitzbesuch in Europa am 27. September 1970.
Die CIA schickte eilig eine Liste mit 50 Namen an mehr als 20 ihrer Büros auf dem alten Kontinent. Die Anweisung des US-Geheimdienstes lautete:
«Bitte melden Sie alle Informationen zu Aktivitäten, inklusive Reisen, der unten aufgeführten Personen, die nach Ihrer Einschätzung die Sicherheit des Präsidenten während seines Europabesuchs beeinträchtigen könnten.»
Cohn-Bendits Steckbrief auf der Liste: «Cohn-Bendit, Daniel; weißer Mann, blaue Augen, rote Haare, geboren am 4/4/45 in Montauban, Frankreich, letzter bekannter Aufenthaltsort Frankfurt, Deutschland.»
Unsere aktuelle Ausgabe mitsamt dem Bräuninger-Artikel kommt zur rechten Zeit: „Zions Höllenritt. Wie Netanjahu die USA in den Untergang reißt.“ Hier bestellen.





